 | 3 probleme und keine Hilfe! | Verfasst am: 25.12.2009, 19:13 |
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Hallo Leute,
Bin grade etwas deprimiert, als ich die Rohfassung von meiner Geschichte wieder durchgelesen habe.
Die Sätze sind oft ganz einfache Sätze und oft etwas zu kurz. Ich möchte das sie sich etwas füllen und habe auf "Schriftsteller-werden.de Blog" nachgeschaut wie man Gefühle etc.
besser beschreiben kann, damit der Leser es mitfühlen kann.
Wenn ich über meine Chara schreibe weiß ich genau was sie im moment fühlen.
Aber ich schreibe in der ICH Version was einiges schwieriger macht finde ich.
Ok 1. Problem, Rede!
z.B hier eine kleine Rede:
| Zitat: |
Laura schüttelte wieder den Kopf und warf mir einen arroganten Blick zu und wendet sich zu den anderen.
"Die kann mich mal!" dachte ich wütend.
oder hier noch eins:
Ich saß auf meinen Stuhl und schnappte mir sofort einen Toast.
"Na Lucia du bist aber heute früh aufgestanden. Ist heute ein besonderer Tag?" lächelte mich Mutter an als würde sie die Antwort genau wissen. |
Ich finde diese Rede einfach zu Roh! und weiß nicht wie ich sie fülliger machen kann.
2. Problem, Gefühle und Reaktionen
z.B:
| Zitat: |
"Hi! Lange nicht gesehen. Wie gehts denn so?" Fragte er mich und sah mich fragend an.
Diese Frage war echt etwas dämlich, immerhin war es genau gestern her das ich ihn gesehen habe und das auch noch bei einem peinlichen Unfall. |
Hier ein längeres Beispiel:
| Zitat: |
"Wollen wir Freunde sein?"
Bei der Frage war ich schon sehr nachdenklich. Ich sollte eigentlich nicht zu nahe an ihm sein aber ich gab ihn dann doch ne Chace.
"Klar warum nicht?" Ich heiße Lucia und Du?"
"Ich heiße Andreas, einen schönen Namen hast Du." Er lächelte mich liebevoll an.
Ich wurde etwas verlegen und murmmelte ein Danke raus.
Dann sah er etwas nachdenklich auf den Boden.
"Würdest Du mir etwas versprechen?"
"Kommt drauf an was," sagte ich gelassen.
"Das Du nie böse auf mich bist egal was passiert."
Ich war echt baff wie schnell das alles ging nur in 10 Minuten habe ich einen total süßen Jungen kennengelernt und ich bin auch mit ihm befreundet. Das kann nur ein Traum sein, anders kann ich es mir nicht erklären. |
Ich schildere die Gefühle und Reaktion von den Chara irgendwie zu kurz.
Ist es dennoch in ordnung? Ich weiß nicht genau wie man es fülliger machen soll.
Da ich es finde etwas zu kurz ist.
3. Problem, Zeiten
Das Problem erkannte ich schon beim 2.Beispiel von Problem 2^^
Das mit den Vergangenheitszeiten...mein großer Schwachpunkt in Deutsch.
Die Vergangenden Wörter sah,.. sagte mein Lehrer das sie langsam aussterben und man jetzt fast nur mit "haben gesehen" schreibt.
Ich schreibe sie automatisch ohne groß nachzudenken.
z.B Ich bin gestern weg gegangen. oder
Ich ging gestern weg.
Welches ist jetzt das richtige? Beide? oder doch nur das letzte?
Leider habe ich niemanden der mein Texte liest, weil die zu lang sind.
Das 1.Kapitel von mir ist rund 6 DIN4 Seiten lang und der 2.Kapitel hat 14 Seiten.
Meine ganzen Bekannten können nicht gut Deutsch und können mir auch nicht recht helfen.
Mein Freunde mögen kein lesen
und ja...da habe ich niemanden und bin ganz auf mich allein gestellt *seufz*
Deshalb wundert es mich nicht wenn ich viele probleme habe und sie oft selber zu lösen versucht, aber oft klappt es nicht.
Hoffe ihr könnt Mir diesesmal noch helfen. Bevor ich ans Beabreiten meiner Texte gehe :mrgreen: |
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_________________ Mit Lieben Grüßen Ngoci
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Ngoci |
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 | | Verfasst am: 25.12.2009, 19:14 |
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Ich weiß das es viele Internetseiten und Bücher gibt.
Aber ich brauche einfach eine Faustregel die ich mir merken kann, ohne gleich den Pc an zu machen wenn ich was vergessen habe.! |
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_________________ Mit Lieben Grüßen Ngoci
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Ngoci |
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 | | Verfasst am: 25.12.2009, 19:36 |
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Hallo Ngoci,
die Lösung Deiner Probleme könnte sein:
Viel lesen!!
Lies Geschichten, die Dir gut gefallen, und versuche herauszufinden,
was genau Dir daran so gut gefällt; in einem weiteren Schritt könntest Du versuchen, das Gelesene nachzuahmen.
Sicher, das ist keine schnelle Patentlösung; etwas besseres fällt mir aber nicht ein.
Viele Grüße
Nachtrag: Was die Grammatik angeht, bleibt Dir wohl nichts übrig, als das von der Pike auf zu lernen. |
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_________________ Trinkt ein Vampir Bier? Die Antwort findest Du in meinem Vampir-Lexikon.
Suche Verlag für mehrere Vampir-Projekte. Wenn die Konditionen stimmen, gern Diogenes. |
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chnuppesaager |
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 | | Verfasst am: 25.12.2009, 19:41 |
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Heeey.
Also erst mal:
Zitat:
z.B Ich bin gestern weg gegangen. oder
Ich ging gestern weg.
Welches ist jetzt das richtige? Beide? oder doch nur das letzte?
Ich weiß es auch nicht ganz sicher, finde aber, dass es auf die Situation ankommt, in der man dies schreibt.
Zum Beispiel wenn du wörtliche Rede hast:
,,Ich ging gestern weg, da mich die Situation ängstigte.''
Oder ähnliches.
Ich denke es kommt darauf an, was angenehmer ist. was liest sich angenehmer, was passt an der stelle besser?
Was ist zu lang / zu kurz etc.
LG |
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Tanzmaus |
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 | | Verfasst am: 25.12.2009, 20:01 |
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*lach*
Das mit den Büchern habe ich mir schon gedacht *grinst*
Stimmt, ich habe schon ein paar Romane gelesen und habe da auch etwas abgeguckt, ich glaube man lernt automatisch mehr wenn manliest^^
Aber ich kann ja nicht 1 Jahr lang Romane lesen und meine Geschichte liegen lassen
@Tanzmaus: Ich nehme auch das was sich besser anhört, aber wenn die Grammatik dann nicht mehr stimmt, ist es auch blöd! |
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_________________ Mit Lieben Grüßen Ngoci
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Ngoci |
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 | | Verfasst am: 25.12.2009, 20:07 |
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Naja Ngoci ... natürlich sollst Du nicht ein Jahr lang NUR lesen, und das Schreiben links liegen lassen. Ich meinte einfach, dass Du grundsätzlich viel lesen sollst ... bis an Dein Lebensende!
Wenn Du gut schreiben können willst, musst Du Dich damit abfinden, dass es viel Zeit braucht, gerade wenn Du noch zusätzlich Schwierigkeiten mit der Grammatik hast.
Grüße. |
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chnuppesaager |
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 | | Verfasst am: 25.12.2009, 20:09 |
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Zitat: Laura schüttelte wieder den Kopf und warf mir einen arroganten Blick zu und wendet sich zu den anderen.
"Die kann mich mal!" dachte ich wütend.
Vllt. den Satz kürzer machen.
z.B. Laura schüttelte wieder den Kopf. Dann warf sie mir einen arroganten Blick zu und wandte sich wieder an die anderen.
Was für eine Ziege!, dachte ich wütend - die kann mich mal!
(Nur weil sie reich ist, heißt das nicht, sie kann mich behandeln
wie sie möchte.)
( .. nur ein Beispiel für etwas fülliger)
Bei Gedanken kommen keine ,, ... '', oder?
"Wollen wir Freunde sein?"
Bei der Frage war ich schon sehr nachdenklich. Ich sollte eigentlich nicht zu nahe an ihm sein aber ich gab ihn dann doch ne Chace.
"Klar warum nicht?" Ich heiße Lucia und Du?"
"Ich heiße Andreas, einen schönen Namen hast Du." Er lächelte mich liebevoll an.
Ich wurde etwas verlegen und murmmelte ein Danke raus.
Dann sah er etwas nachdenklich auf den Boden.
"Würdest Du mir etwas versprechen?"
"Kommt drauf an was," sagte ich gelassen.
"Das Du nie böse auf mich bist egal was passiert."
Ich war echt baff wie schnell das alles ging nur in 10 Minuten habe ich einen total süßen Jungen kennengelernt und ich bin auch mit ihm befreundet. Das kann nur ein Traum sein, anders kann ich es mir nicht erklären.
,,Wollen wir Freunde sein?'' - ich finde die Frage irgendwie lustig
Bei der Frage war ich schon sehr nachdenklich. Ich sollte eigentlich nicht zu nahe an ihm sein aber ich gab ihn dann doch ne Chace.
Hört sich ein bissl komisch an. Vllt schreiben WARUM sie ihm nicht nahe sein sollte und was sie dazu bewegt ihm DOCH eine Chance zu geben.
Ich war echt baff wie schnell das alles ging nur in 10 Minuten habe ich einen total süßen Jungen kennengelernt und ich bin auch mit ihm befreundet.
DIe Zeiten, oder? - es ging alles sher schnell, habe ich einen Jungen kennen gelernt, - bin auch mit ihm befreundet.
LG:) |
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Tanzmaus |
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 | | Verfasst am: 26.12.2009, 01:03 |
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so redet man fast nur im Sprachkurs...
lesen lesen lesen - nicht nur andere Bücher wie chnuppesaager meint,
sondern auch Deine eigenen Texte
und zwar laut (also Zimmerlautstärke)
dann merkst Du leichter wo etwas eckt
Schau dem Volk aufs Maul, hör gut zu, wenn sich Leute unterhalten, die in dem Alter sind wie Deine Protagonisten -
Du wirst staunen
und es wird Dir manches leichter fallen
viel Erfolg  |
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_________________ Mimi und der große Brand
Geschichten für ....
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Birgit Fabich |
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 | | Verfasst am: 26.12.2009, 01:29 |
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Hallo,
alles richtig. Ganz wichtig: Nicht zu sehr ans Textliche kleben, sondern zunächst beobachten. Auch zunächst vor dem geistigen Auge die Szene in allen Einzelheiten sehen. Das Gefühl völlig herauslassen. Dann entstehen plätzlich Sätze, die überhaupt nicht abgedroschen klingen. Also nicht nur sagen: Er sah nachdenklich zu Boden, sondern z. B. Er blickte auf den Boden und betrachtete scheinbar interessiert die kleinen Mosaiken des Steinfußbodens oder ähnliches. Deine Unzufriedenheit über Deine scheinbar nicht sehr "fülligen" Sätze rührt daher, dass Du noch nicht richtig beobachtend in der jeweiligen Szene drin bist.
LG
Felix |
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Felix16 |
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 | | Verfasst am: 26.12.2009, 12:59 |
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Hallo Ngoci,
mein Tipp: Schreiben, schreiben, schreiben. Schreib soviel du kannst. Es ist mit dem Schreiben wie mit dem Schwimmen: Grau ist alle Theorie...gelernt wird erst im Wasser.
Schreib Sätze, Abschnitte, kleine Textpassagen, Entwürfe, schließlich Kurzgeschichten. Schreib einen Abschnitt mal so und mal so. Geh alle Zeiten durch und schau, wie der Text dann wirkt. Probiere lange Sätze aus und kurze, klare und verschraubte. Speichere die Experimente auf deinem Rechner und sieh sie von Zeit zu Zeit an.
Und behalte bei der ganzen Sache den Roman im Hinterkopf. Befasse dich mit den Hauptfiguren, mit den Szenen, mit dem Handlungsablauf, und schreib erst dann am Roman weiter. Und laß dich nicht entmutigen, du schaffst das!
Viele Grüße
Torsten |
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Torsten Buchheit |
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 | Re: 3 probleme und keine Hilfe! | Verfasst am: 26.12.2009, 16:50 |
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Hi Ngoci!
Zuallererst einmal dafür, dass du deinen eigenen Text derart kritisch siehst und konkret deine Probleme ansprichst. So kann man hier deutlich besser helfen, als wenn du einfach deinen Text eingestellt hättest mit der Bitte um Rückmeldung.
Die anderen Antworten, die bislang eingegangen sind, enthalten allesamt gute Tipps: Viel lesen, viel schreiben. Beides setzt aber voraus, dass du fremde wie eigene Text kritisch lesen kannst - und kritisch heißt hier: technisch hinterfragen. Also: Wenn du von einer Szene regelrecht gefesselt bist, dann musst du durch Lesen und nochmals Lesen und erneut Lesen herausfinden können, warum du von der Szene gefesselt bist. Oder auch genau anders herum: Warum ödet dich eine Szene an?
| Ngoci hat Folgendes geschrieben: |
Hallo Leute,
Wenn ich über meine Chara schreibe weiß ich genau was sie im moment fühlen.
Aber ich schreibe in der ICH Version was einiges schwieriger macht finde ich.
Ok 1. Problem, Rede!
z.B hier eine kleine Rede:
| Zitat: |
Laura schüttelte wieder den Kopf und warf mir einen arroganten Blick zu und wendet sich zu den anderen.
"Die kann mich mal!" dachte ich wütend.
oder hier noch eins:
Ich saß auf meinen Stuhl und schnappte mir sofort einen Toast.
"Na Lucia du bist aber heute früh aufgestanden. Ist heute ein besonderer Tag?" lächelte mich Mutter an als würde sie die Antwort genau wissen. |
Ich finde diese Rede einfach zu Roh! und weiß nicht wie ich sie fülliger machen kann.
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Du fühlst dich beim Lesen deiner eigenen Zeilen unwohl. Hast du dich gefragt, warum du dich unwohl fühlst? Kannst du dir selbst erklären, warum diese Szene deiner Meinung nach nicht funktioniert?
Ich gebe dir mal ein Beispiel, vielleicht hilft dir das auf die Sprünge:
Du kommst mittags zur Bushaltestelle, wo du dein Fahrrad an einen Bügel angeschlossen hast. Schon aus ein paar Metern Entfernung siehst du, dass irgendjemand das Vorderrad demoliert hat: Die Speichen sind durch einen Tritt total verbogen!
Nun frage dich: Was fühlst du in diesem Moment? Stehst du vor deinem demolierten Rad und denkst gerade: "Mann, bin ich jetzt wütend!"?
Ich vermute, du denkst was ganz anderes. Vermutlich eine ganze Menge Schimpfworte. Und dazu hast du ein ganz bestimmtes Gefühl im Bauch. Diese Gedanken und dieses Gefühl, das musst du in den Text bekommen. Ein Satz wie "dachte ich wütend" ist eine simple Behauptung (du als Autor willst mir als Leser deutlich machen, dass die Ich-Figur jetzt wütend ist. Ich als Leser sehe das aber nicht, auch nicht in Form von Gefühlen bei der Ich-Figur. So etwas nennt "Behaupten". Ein guter Autor meidet so eine Technik, ein guter Autor "zeigt" seinen Lesern, wie wütend seine Ich-Figur ist. Auf Englisch heißt das "Show, don't tell" (auch wenn einige hier im Forum jetzt aufstöhnen: "Ach herrje, nicht schon wieder!").
Das Problem, das du dir in deiner Szene eingefangen hast, kommt meist daher, weil du als "Aufschreiber des Textes" zu weit entfernt bist vom "Erzähler des Textes" (hier die Ich-Figur). Beim Schreiben musst du in deiner Figur, also in dem Ich, stecken und genau das aufs Papier bringen, was das Ich gerade denkt und fühlt.
Laura schüttelte wieder den Kopf, warf mir einen arroganten Blick zu und wendet sich zu den anderen.
"Die kann mich mal!", dachte ich. Nur mühsam hielt ich mich unter Kontrolle, denn am liebsten wäre ich ihr hinterher, hätte sie gepackt und ihr eine gescheuert.
Kein Wort von Wut. Kein "dachte ich wütend". Dafür aber ein Einblick in die Gefühlswelt des Ich-Erzählers.
| Ngoci hat Folgendes geschrieben: |
2. Problem, Gefühle und Reaktionen
z.B:
| Zitat: |
"Hi! Lange nicht gesehen. Wie gehts denn so?" Fragte er mich und sah mich fragend an.
Diese Frage war echt etwas dämlich, immerhin war es genau gestern her das ich ihn gesehen habe und das auch noch bei einem peinlichen Unfall. |
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Der erste Teil enthält zu viel "fragte". Der zweite Teil ist eine Reaktion der Ich-Figur und sollte auch im sprachlichen Ausdruck der Ich-Figur entsprechen (vergiss in diesen Momenten einfach, dass du es bist, der diese Geschichte aufschreibt). Wie denkt, wie fühlt, wie redet die Ich-Figur? Vielleicht so:
"Hi! Lange nicht gesehen. Wie gehts denn so?" Er sah mich fragend an.
Echt dämlich von ihm. Denn immerhin hatten wir uns erst gestern gesehen, und das auch noch bei einem peinlichen Unfall.
Nochmals: Nicht du mit deinen Worten und Sätzen erzählst die Geschichte (du schreibst sie nur auf), sondern deine Ich-Figur. Und diese Ich-Figur musst du klar und sauber hinbekommen.
Ein Dialog ist ein Spiel von Aktion und Reaktion, ein Hin und Her zwischen zwei Figuren, wobei die Reaktion wieder zur Aktion wird und erneut eine Reaktion auslöst.
| Ngoci hat Folgendes geschrieben: |
| Zitat: |
"Wollen wir Freunde sein?"
Bei der Frage war ich schon sehr nachdenklich. Ich sollte eigentlich nicht zu nahe an ihm sein aber ich gab ihn dann doch ne Chace.
"Klar warum nicht?" Ich heiße Lucia und Du?"
"Ich heiße Andreas, einen schönen Namen hast Du." Er lächelte mich liebevoll an.
Ich wurde etwas verlegen und murmmelte ein Danke raus.
Dann sah er etwas nachdenklich auf den Boden.
"Würdest Du mir etwas versprechen?"
"Kommt drauf an was," sagte ich gelassen.
"Das Du nie böse auf mich bist egal was passiert."
Ich war echt baff wie schnell das alles ging nur in 10 Minuten habe ich einen total süßen Jungen kennengelernt und ich bin auch mit ihm befreundet. Das kann nur ein Traum sein, anders kann ich es mir nicht erklären. |
Ich schildere die Gefühle und Reaktion von den Chara irgendwie zu kurz.
Ist es dennoch in ordnung? Ich weiß nicht genau wie man es fülliger machen soll.
Da ich es finde etwas zu kurz ist.
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Das Gefühl von "zu kurz" entsteht, wenn der Dialog nicht spüren lässt, was in der Erzählfigur (hier also die Ich-Figur) geschieht. Gefühle und Eindrücke kann man beschreiben, etwa in Form eines inneren Monologs (Gedankengänge), aber auch durch die Wortwahl des Dialogs selbst. So etwas wie "sollte" und "wollte" ist ein deutlicher inhaltlicher Unterschied. Ein "sollte" ist die Befolgung einer Anweisung - auch einer Anweisung an sich selbst -, ein "wollte" hat etwas mit Emotionen und Wünschen zu tun.
Eigentlich muss in dieser Szene nur sehr wenig geändert werden.
"Wollen wir Freunde sein?"
Ich wurde nachdenklich. Eigentlich wollte ich ihn nicht zu nahe an mich heranlassen. Aber ich gab ihm dann doch eine Chance. "Klar warum nicht? Ich heiße Lucia, und Du?"
"Ich heiße Andreas. Einen schönen Namen hast du." Er lächelte mich an.
Ich wurde verlegen und murmelte so etwas wie ein Danke heraus.
Er sah auf den Boden. "Würdest Du mir etwas versprechen?"
"Kommt drauf an, was." Ich tat sehr gelassen, obwohl ich vor Neugierde platzte.
"Dass du nie böse auf mich bist, egal was passiert."
Ich war baff. Wie schnell das alles ging! In nur zehn Minuten hatte ich einen total süßen Jungen kennengelernt und mich mit ihm befreundet. Das kann nur ein Traum sein, dachte ich. Anders konnte ich es mir nicht erklären.
Was habe ich geändert? In ein paar Sätzen die Wortfolgen umgestellt, die Sätze gekürzt, die Zeitformen angepasst. Und vor allem ein paar Adjektive rausgeworfen, dadurch wird der Text etwas klarer.
| Ngoci hat Folgendes geschrieben: |
3. Problem, Zeiten
Das Problem erkannte ich schon beim 2.Beispiel von Problem 2^^
Das mit den Vergangenheitszeiten...mein großer Schwachpunkt in Deutsch.
Die Vergangenden Wörter sah,.. sagte mein Lehrer das sie langsam aussterben und man jetzt fast nur mit "haben gesehen" schreibt.
Ich schreibe sie automatisch ohne groß nachzudenken.
z.B Ich bin gestern weg gegangen. oder
Ich ging gestern weg.
Welches ist jetzt das richtige? Beide? oder doch nur das letzte?
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Im Deutschen gibt es eine Gegenwartsform ("Ich gehe"), zwei Zukunftsformen ("Ich werde gehen" = Futur I; "Ich werde gegangen sein" = Futur II) und drei Vergangenheitsformen ("Ich bin gegangen" = Perfekt; "Ich ging" = Präteritum; "Ich war gegangen" = Plusquamperfekt).
Das normale Erzähltempus im Deutschen ist das Präteritum ("Ich ging"). Im Dialog bzw. in der gesprochenen Alltagssprache benutzt man aber zumeist das Perfekt ("Ich bin gegangen"), daher klingt ein Präteritum im Dialog oftmals etwas gestelzt.
Der Unterschied zwischen Perfekt und Präteritum liegt darin, dass im Präteritum Ereignisse geschildert werden, die in der Vergangenheit liegen und abgeschlossen sind. Haben Ereignisse der Vergangenheit direkte Auswirkungen auf die Gegenwart oder sind die Ereignisse in der Vergangenheit begonnen worden und noch nicht abgeschloseen, benutzt man das Perfekt.
Das nur nur mal ganz allgemein.
So, hoffe ein wenig geholfen zu haben.
Grüße
Siegfried
P.S: Alle meine Texte sind nur Vorschläge bzw. als Erläuterung gedacht und sollen keinesfalls deinen Stil bzw. deine Wortwahl korrigeren. |
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_________________ Grüße
Siegfried
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»Wer sich vor dem Ertrinken fürchtet, tut besser, schwimmen zu lernen, als dem Wasser auszuweichen.« (Karl Waggerl) |
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Siegfried |
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 | | Verfasst am: 06.01.2010, 17:16 |
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Vielen Dank für eure Hilfe
Ich versuche es noch einmal hinzubekommen^^
Zeigen nicht beschreiben!^^ |
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Ngoci |
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