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Abwechslung für Autoren!?

BeitragVerfasst am: 23.07.2008, 20:51
Einen guten Abend wünsche ich allen.

Mir macht etwas seit einiger Zeit zu schaffen.

Ich befinde mich seit mehreren Wochen im Schreibprozess zu meinem ersten Roman, der für mich sehr wichtig ist. Ein Drittel habe ich bisher zusammen und er wird dicker als erwartet (was mich aber nicht stört).

Ich plane daran viel, schreibe viel und mache mir viele Gedanken. Auch nach zwei längeren Pausen bin ich mittlerweile so in der Geschichte drin, dass es mir irgendwie schwer fällt, sie aus meinem Kopf über meine Finger bis hinein in den Computer fließen zu lassen. Die Originalität schwindet etwas. Stattdessen kommen mir Geistesblitze zu Kurzgeschichten, Gedichten oder anderen Buchideen bis hin zu Artikel im Sachthemenbereich.

Einiges davon schreibe ich dann auf, allerdings habe ich dann ein schlechtes Gewissen, weil ich die Energie eigentlich für mein Buch gebrauchen könnte, doch wie gesagt, fällt es mir momentan nicht leicht weiterzukommen. Confused

Kennt ihr diese Situation? Habt ihr Tipps?
Sollte ich meine ganzen Texte, die mir in den Sinn kommen doch aufschreiben, um Abwechslung zu erleben oder ratet ihr mir davon strikt ab?
Oder meint ihr, dass hier eine völlige Erholung vom Schreiben nötig wäre?

Wäre für jeden gutgemeinten Ratschlag dankbar!

Grüße!
 
  Thorsten Boose 
Gast 
 
 
   
   

BeitragVerfasst am: 23.07.2008, 21:00
Hi Thorsten,

diese Situation kenne ich. Es passiert mir immer wieder. Mitten im Prozess einer neuen Geschichte werde ich durch neue Ideen abgelenkt, Ideen, die zwar gut sind, aber nicht zur aktuellen Handlung passen. Bei meinem ersten Buch war es so, dass nebenher Ideen kamen, die ich so gut fand, dass sie mich ablenkten. Daraus ist mein zweites Buch später entstanden. Wichtig ist, finde ich, solche Ideen niederzuschreiben, damit sie nicht verloren gehen. Und dann vielleicht mal etwas Abstand vom aktuellen Thema gewinnen, mal was ganz anderes machen, den Kopf freipusten. Ich habe mich dann immer ans Meer verkrümelt und bin mit nem Bötchen im Fjord rumgedüst. Andere Aktivitäten lenken ab und leeren die "Rübe". Dann kann ich meistens wieder klarer denken und auch beim aktuellen Thema bleiben.
Ist also ganz normal und spricht für deine Kreativität.

LG

Lorenz
 
  LOFI 
Gast 
 
 
   
   

Ja das kenne ich

BeitragVerfasst am: 23.07.2008, 21:01
mir geht es genau so.
Schreibe auch an mehreren Sachen gleichzeitig und gerade die Sache auf die ich mich konzentrieren will rutscht immer mehr ins triviale.
Nun mal abgesehen davon das mir bewußt ist das einige hier der Ansicht sind das ich mich Autor nenne ist eine Schande für ihre Zunft ... um mich abzulenken fahre ich den PC herunter und mache das was ich schon sehr lange nicht mehr gemacht habe, mir aber viel bedeutet.
Oder treffe mich spontan mit Leuten die ich schon länger nicht gesehen habe, leider ganz abschalten bekomme ich dabei nicht hin. Auf meinem Schreibtisch stapeln sich Zettel Servierten Taschentücher und so ziemlich alles auf das man etwas schreiben kann mit neuen Ideen

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Wenn Du es mit selbstherrlichen Arroganzlingen zu tun hast, lächle einfach in dem Wissen, dass Arroganz die Karikatur des Stolzes ist.
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  LordKotz 
 
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BeitragVerfasst am: 23.07.2008, 21:12
bin in der Endüberarbeitungsphase für Projekt 2,
habe aber die besten Ideen für Projekt 3,
das sich einfach dazwischen geschlichen hat,
aber schon von den Ideen her weiter ist als Nr.2

alles aufschreiben oder zum Aufwärmen nutzen
ich habe ganz viele Ordner in meinem Projekteverzeichnis und schiebe die Ideen dann gleich in den passenden Ordner, so füllen sie sich unmerklich und werden dann fürs nächste Jahr 'nur' noch eine Überarbeitung brauchen, entstehen quasi nebenher.

Die besten Ideen kommen mir sowieso bei etwas 'stumpfsinnigen' Arbeiten,
die nichts mit dem Schreiben zu tun haben: also stricken, bügeln, radfahren, spazierengehen.

Außerdem ist nichts, was man macht, reglementiert oder ???
Ich darf sogar Du schreiben, auch wenn der Duden du vorgibt.
cheezy grin cool

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BeitragVerfasst am: 23.07.2008, 21:33
Ganz abschalten funktioniert bei mir leider auch nicht.

Wenn mir eine Idee kommt, schreibe ich sie natürlich sofort auf. Und möge sie noch so klein sein, es sind alles Puzzlestücke. Zettelwirtschaft herrscht bei mir allerdings nie lange, weil ich meist alles abends in den Computer eingebe oder die Ideen innerhalb einer kleinen Zeitspanne komplett ausarbeite.
Das mache ich schon seit Jahren so.

Wenn ich aber sehe, was ich bisher für mein Buch geschrieben habe, denke ich "Wow, das ist viel". Blicke ich dann nach vorne bemerke ich, dass es noch zweimal so viel sein wird. shocked eyes
Es schreckt eigentlich nicht sonderbar ab, ich setze mich da kaum unter Druck, doch irgendwas hemmt mich.

Also, ihr ratet mir, soweit ich das richtig verstehe, dass ich mir meine Ideen notieren und aufbewahren - also nicht sofort ausformulieren - mich möglichst stark ablenken sollte, um, wenn ich merke, dass es mir wieder besser geht, am Buch weiter zu schreiben?

Das Risiko, den Faden zu verlieren, ist einer der Hintergedanken bei mir, warum ich nicht wirklich abschalten kann.
 
  Thorsten Boose 
Gast 
 
 
   
   

BeitragVerfasst am: 24.07.2008, 06:54
Guten Morgen Thorsten

Ich kenne das auch.
Ich bin mitten in der "heißen" Phase meines Projekts und plötzlich schneien neue Ideen zu völlig anderen Stories in meinen Kopf.

Ich mache es dann meistens auch so wie die anderen und schreibe es auf. Denn wenn ich es nicht aufschreibe, muss ich ständig daran denken. So kommt der Zettel in meine Schublade und wartet, bis ich ihn wieder zu Tage fördere.
Aber ausarbeiten tue ich sie nie. Nur die grobe Vision aufschreiben. Ansonsten setzt man sich glaube ich zu sehr mit dem Thema auseinander.

Ich denke nicht, dass du den Faden verlierst. Wenn du so kreativ bist, um gleich mehrere Ideen zu haben, wirst du sicher nicht dein jetztiges Projekt aus dem Kopf verlieren.
Aber es ist wichtig, dass man sich zwischen drin eine Pause gönnt. Sonst erzwingt man zu viel.
Vielleicht mal eine Woche garnicht schreiben und dann das bisherige nochmal komplett durchlesen.

Wünsche dir viel Erfolg. thumb up

Gruß Maya
 
  Maya 
Gast 
 
 
   
   

BeitragVerfasst am: 24.07.2008, 08:08
Welcher Autor hat solche Phasen nicht? Ich für meinen Teil halte es dabei wie ein Teil meiner Vorredner, aufschreiben und in einen neuen Projektordner schieben. Wer weiß, vielleicht entwickelt sich ja mal was draus.
Sicher ist es schade, wenn man eine gute Idee hat die aber so gar nicht zum aktuellen Projekt passt, aber vielleicht passt sie ja zu kommenden Projekten umso besser... Wink

LG

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  Corvinus 
 
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BeitragVerfasst am: 24.07.2008, 10:25
Mach dir klar, dass du Autor bist.
Du bist nicht "ein Buch".
Wenn du erstmal mehrere Bücher geschrieben hast, wird das einzelne Buch nicht mehr so wichtig (Wobei es natürlich immer noch wichtig ist, in dem Moment, in dem du daran arbeitest.).

Wichtig bist du und dein Schaffen. Wichtig ist deine Fähigkeit zu schreiben. Was du wann dann schreibst, spielt keine Rolle, es sei denn, du hast Termine einzuhalten cheezy grin

Gruß
Hakket

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BeitragVerfasst am: 24.07.2008, 12:38
@ Maya: Danke, ebenso. cheezy grin

Hakket (Moderator) hat Folgendes geschrieben:
Mach dir klar, dass du Autor bist.
Du bist nicht "ein Buch".
Wenn du erstmal mehrere Bücher geschrieben hast, wird das einzelne Buch nicht mehr so wichtig (Wobei es natürlich immer noch wichtig ist, in dem Moment, in dem du daran arbeitest.).

Wichtig bist du und dein Schaffen. Wichtig ist deine Fähigkeit zu schreiben. Was du wann dann schreibst, spielt keine Rolle, es sei denn, du hast Termine einzuhalten cheezy grin

Gruß
Hakket


Hallo, Hakket.

Das ist doch mal ein Wort, ich dank dir! Werde es mir zu Herzen nehmen. thumb up

Ich werde es nun so angehen, dass ich mal eine Pause einlege (mal wieder), um den Kopf freizubekommen, Ideen werden notiert und beiseite gepackt für später und nicht sofort ausgeschrieben, wie es mir einige geraten haben. Ich denke, damit komme ich ganz gut klar.

Ich danke allen herzlich für eure Beiträge! angle thumb up

Grüße!
 
  Thorsten Boose 
Gast 
 
 
   
   

@ Thorsten

BeitragVerfasst am: 24.07.2008, 13:18
Hi Thorsten
mich hat einer deiner Sätze besonders angesprochen
Zitat:
Es schreckt eigentlich nicht sonderbar ab, ich setze mich da kaum unter Druck, doch irgendwas hemmt mich.


Ich bin nicht sicher, ob es dir hilft, aber ich hatte mich in meinem Blog vor einiger Zeit mit möglichen Gründen für Schreibhemmnisse (Blockaden) auseinandergesetzt.
1) Zuerst einmal möchte ich wissen, ob es sich um verschobene Prioritäten handelt. An welcher Stellschraube sollte ich drehen, um die Prioritäten zu Gunsten der aktuellen Geschichte zu verschieben?
2) Falls ich nicht in den Text zurückfinde, sollte ich mich fragen, weshalb mir andere Tätigkeiten wichtiger sind? Weshalb wird meine Konzentration auf andere Ideen abgelenkt? Die Antwort liegt bei mir im Text selbst verborgen. Ich finde keinen Zugang, weil irgendein selbst gestreutes Sandkorn den gesamten Betrieb lahmlegt. ----> Kenne ich meinen Protagonisten wirklich gut? Habe ich ihm alle Fähigkeiten verliehen, die er braucht, um den Konflikt zu lösen und konnte ich dem Leser diese Fähigkeiten vermitteln? Läuft die Geschichte aus dem Ruder? Da hilft es mir schon, den roten Faden der Geschichte und die Vita des Hauptdarstellers genauer anzusehen, gegebenenfalls zu überarbeiten oder zu konkretisieren.
3) Was aber, wenn nichts mehr geht? Kopf frei machen, auf Abstand gehen, den Rechner ausschalten, etwas ganz anderes tun, später das Projekt überdenken.

Auf jeden Fall solltest du jede Idee notieren, auch wenn sie noch so unwichtig erscheint. Nichts ist flüchtiger als ein genialer Gedanke cheezy grin

Viele Maler arbeiten an mehreren Bildern gleichzeitig - weshalb sollte das nicht auch ein Autor können Wink

Liebe Grüße
Amalia

_________________
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Autorenphoto von J. Nemeth, Photostudio Kannengiesser, 58095 Hagen (2007)
 
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BeitragVerfasst am: 20.08.2008, 13:03
Hallo, Amalia.

Bitte verzeih mir, dass ich erst jetzt auf deinen Beitrag antworte. Aber ich war zu sehr mit Punkt 3 deiner Ausführung beschäftigt. Laughing

Meinen Roman - bei dem sich bei mir diese "Blockade" eingestellt hat (ja, es gibt keine Blockade) - habe ich zur Zeit auf Eis liegen. Aber ich komme damit klar, weil ich an anderen Projekten erfolgreich arbeite. Wenn die Zeit kommt, schreibe ich auch wieder an meinem Roman weiter. Gut Ding will schließlich Weile haben.

Was mir noch aufgefallen ist:
Wenn ich wirklich entspannen will, kreisen meine Gedanken um meine Ideen. Ich muss mich dann schon anstrengen, um entspannen zu können. Welch Ironie. Razz Laughing

Danke für deinen Beitrag, Amalia. thumb up

Grüße!
 
  Thorsten Boose 
Gast 
 
 
   
   

BeitragVerfasst am: 20.08.2008, 13:09
Thorsten hat Folgendes geschrieben:

Meinen Roman - bei dem sich bei mir diese "Blockade" eingestellt hat (ja, es gibt keine Blockade) - habe ich zur Zeit auf Eis liegen. Aber ich komme damit klar, weil ich an anderen Projekten erfolgreich arbeite. Wenn die Zeit kommt, schreibe ich auch wieder an meinem Roman weiter. Gut Ding will schließlich Weile haben.


Hi Thorsten,
Mein Roman liegt zwar nicht auf Eis, bin aber auch grad etwas blockiert und kümmere mich derweil um die 3. gebundene Auflage meines Gedichtbandes; und was passiert: Genau dabei kommen mir immer wieder Ideen für den Romanverlauf. Paralleles Arbeiten hat manchmal was Inspirierendes.

LG

Lorenz
 
  LOFI 
Gast 
 
 
   
   

BeitragVerfasst am: 20.08.2008, 13:12
Zitat:
Paralleles Arbeiten hat manchmal was Inspirierendes.


Oh ja, davon kann ich dir ein Gedicht schreiben... ich meine, ein Lied singen. Laughing

Grüße!
 
  Thorsten Boose 
Gast 
 
 
   
   

BeitragVerfasst am: 22.08.2008, 10:47
Hallo, zusammen.

Kennt ihr vielleicht folgendes Phänomen oder stehe ich damit alleine da? Confused

Nach einer längeren Pause, in der ich meine Fantasie zügelte, schrieb ich gestern Abend, da ich Lust verspürte, eine Idee aus, die ich mir notiert hatte. Eine lustige Kurzgeschichte von ca. drei DIN A4-Seiten Länge. Ich habe nicht auf die Uhr geschaut, sie dürfte aber innerhalb einer halben Stunde fertig getippt worden sein.

Als ich fertig war, bemerkte ich, wie unruhig ich war. Mein Herz raste förmlich, mir war etwas schwindlig und müde ist gar kein Ausdruck. Habe ich vergessen zu atmen oder kommt dieses seltsame Phänomen schon einmal vor nach Pausen? shocked eyes

Grüße!
 
  Thorsten Boose 
Gast 
 
 
   
   

BeitragVerfasst am: 22.08.2008, 11:11
Wow, das ist wahre Leidenschaft: Dass man nicht nur das essen, sondern das atmen vergisst Smile)

Ich kenne ähnliches aber auch, schließlich ist sehr schnelles Tippen und Denken ja auch eine ganz schöne Anstrengung.

LG; Barbara

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