 | | Verfasst am: 29.04.2009, 20:15 |
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Hallo Zeitloch!
Ich verstehe nicht ganz, warum stinknormaler Beruf und Schreiberei nach Feierabend nicht funktionieren soll. Das machen 99% aller Autoren weltweit auch, warum sollst du das nicht können???
Natürlich ist es ein Traum vieler Autoren, von den eigenen Werken leben zu können. Für manche wird er wahr, für manche nicht. Das allein ist doch aber kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken und ans Aufgeben zu denken!
Versteh mich bitte nicht falsch, ich möchte hier niemanden belehren oder als diejenige gelten, die mit erhobenem Zeigefinger da steht. Aber es gibt auch Autoren, die Vollzeit beschäftigt sind, Familie und Kinder haben, ein Haus um das sie sich kümmern müssen, Hobbies und Freunde haben und trotzdem nebenbei schreiben können. Zeitmanagement heißt das Zauberwort, und manchmal bedeutet das, dass man Abstriche machen muss.
Aber die Abstriche bei der Schreiberei zu machen wäre für mich gleichbedeutend mit: Mir liegt nichts daran und deshalb ist DAS das erste, was ich aufgeben kann.
Überdenke deine Zweifel noch einmal gut. Doch ich bin der Meinung, dass, selbst wenn du aufgibst, du nie von der Literatur loskommen wirst, wenn du so leidenschaftlich schreibst wie du sagst.
Wenn das Schreiben deine Leidenschaft ist, deine Passion, deine Berufung, dann wirst du einen Weg finden, sie weiterhin tun zu können. Da bin ich mir ganz sicher.
LG und Kopf hoch!!!
Conny |
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_________________ "Ein Text ist nicht dann vollkommen, wenn man nichts mehr hinzufügen kann, sondern dann, wenn man nichts mehr weglassen kann."
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Conny |
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 | | Verfasst am: 29.04.2009, 20:33 |
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Conny!
Was mir zu schaffen macht ist ja nicht einfach Zeitmanagment, sondern auch die Vergeblichkeit. Das ist der Punkt!
Trotzdem Danke für die Grüße. |
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Zeitl0ch |
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 | | Verfasst am: 29.04.2009, 20:41 |
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Gut, dann stelle dir Folgendes vor:
Ein Mensch, der sich mit Leidenschaft Ehrenamtlich engagiert, vielleicht bei einer Organisation für Obdachlose, sieht jeden Tag das ganze Elend. Er strengt sich an, tut alles in seiner Macht stehende, um die Welt für die Obdachlosen ein wenig erträglicher zu machen. Irgendwann stellt er fest, dass seine Mühe umsonst ist. Die Obdachlosen bleiben ohne Heim und manche von ihnen verfallen dem Alkohol.
Er denkt sich: Ist meine Mühe, mein Engagement überhaupt von Nutzen? Ich strenge mich an, immer mehr, und trotzdem komme ich nicht zu meinem Ziel. Meine Mühe ist vergebens.
Wird die Welt besser, wenn er aufhört, sich Ehrenamtlich zu engagieren? Wird deine Welt besser, wenn du aufhörst zu schreiben??? Oder werden deine Leser glücklich darüber sein??? |
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Conny |
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 | | Verfasst am: 29.04.2009, 22:19 |
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Hallo, Zeitloch.
Du hast den Punkt bereits angesprochen - die Vergeblichkeit.
Ich kann da mitreden, weil es aus meiner Fantasie seit vielen Jahren auch nur so sprudelt. Manchmal hatte ich nicht einmal die Zeit, alle Ideen zu skizzieren; dann noch auszuwählen, aus welcher Idee ein Konzept, aus welchem Konzept ein umzusetzendes Projekt wird, hat alles in allem radikal minimiert. Man muss hier mit sich selbst wirtschaften und die Projekte verfolgen, die Zukunft mit dir haben können.
Wenn dann dazu die erhoffte Resonanz ausbleibt, ist das schon ein Schlag in die Magengrube, das stimmt. Ich kenne deine gesamte Situation nicht, aber aus den Beschreibungen bisher würde ich vielleicht folgendermaßen vorgehen:
- den Kopf ausschalten, die Leser mal beiseite "legen"
- auf dein Bauchgefühl/Herz/Innere Stimme/... hören und dir die Frage stellen: "Kann ich ohne das Schreiben anders glücklich werden und wenn ja, wie?"
- Alternativen auflisten und einzelne Schritte in diese Richtungen unternehmen, um so auch mal vom Schreiben eine Pause zu haben
Dann merkst du mit der Zeit entweder "Hey, mir geht's besser ohne das Schreiben" oder "Nee, so wird das nix, ich muss es noch mal probieren". Das mag jetzt vielleicht idealistisch erscheinen, aber ich persönlich halte die Vorgehensweise für die bessere, anstatt zu sagen "Ab heute bin ich kein Autor mehr!" - das ist zu extrem. Und Extreme sollte man stets meiden.
Um dich nicht noch mehr zu verwirren: Viel Erfolg!
Beste Grüße,
Thorsten |
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 | | Verfasst am: 29.04.2009, 22:59 |
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Hallo Stefan,
wie viel Mühe hast du bisher darin verwendet, deine Manuskripte bei Verlagen unterzubringen? Einige hier schaffen ja recht gute Verkäufe über BoD, aber das dürfte nicht die Regel sein. Verlage haben da ja schon ganz andere Möglichkeiten.
Ich möchte gerne in absehbarer Zeit (ca. eineinhalb Jahren) nur noch auf 400-Euro-Basis oder höchstens halbtags in meinem derzeitigen Job (oder was sich sonst ergibt) arbeiten und die andere Hälfte mit dem Schreiben verdienen. Aber ich weiß, dass ich dann pro Jahr 8 - 10 Bücher produzieren muss (wobei ca. 6 davon jedoch kleine Erstlesebücher wären).
Grüßle,
Judith
EDIT: Müdigkeitsfehler  |
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Zuletzt bearbeitet von Judith am 30.04.2009, 17:24, insgesamt einmal bearbeitet _________________ Du willst mehr wissen? Bitte hier - meine Website. |
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Judith |
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 | Re: Aufgeben? | Verfasst am: 30.04.2009, 05:36 |
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| Siegfried hat Folgendes geschrieben: |
Du bist ja auch noch nicht so lange dabei und kennst die Diskussionen von früher nicht.
LG
Siegfried |
Dürften ähnlich sein, wie so manche ... Diskussion von heute
Literarischen Gruß
Jens |
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 | | Verfasst am: 30.04.2009, 06:41 |
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Also, ich denke, von der Arbeit als Buchautor können nur die wenigsten Autoren - etliche Ausnahmen soll's ja geben - ihren Lebenswandel bestreiten.
Wer also hauptberuflich als Autor tätig sein will, muss auf vielen Feldern ackern und sich die Sporen dabei Text um Text verdienen und dabei von manchen literarischen Ambitionen - zumindest teilweise - verabschieden.
Das ist natürlich nicht jedermanns Sache. Dann versucht er meistens, in einen artverwandten Beruf als freier oder angestellter Mitarbeiter zu wechseln.
Ich habe nach Schulausbildung und Praktika als Buchhändler, Korrektor, Lektor und Redakteur, wobei ich während dieser Zeit bereits eifrig schrieb und veröffentlichte, mich in den frühen siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts in das Abenteuer "freier Autor und Journalist" eingelassen - allerdings ohne auf einen reichen Papa oder eine wohlhabende Erbtante verweisen zu können .
Sicherlich hat es auch Zeiten gegeben, in denen ich über die Richtigkeit meiner damaligen Entscheidung im Zweifel gewesen bin. Und in Zeiten wie diesen sind auch in Verlagen und Redaktionen Sparmaßnahmen die Regel.
Trotzdem habe ich mich von meinem Weg als freier Autor nicht abbringen
lassen und bin mit der gegebenen Situation einigermaßen zufrieden.
Und als Single lebt man mitunter zwischendurch auch "preisgünstiger"...  |
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hwg |
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 | | Verfasst am: 30.04.2009, 07:59 |
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| Zeitl0ch hat Folgendes geschrieben: |
Conny!
Was mir zu schaffen macht ist ja nicht einfach Zeitmanagment, sondern auch die Vergeblichkeit. Das ist der Punkt!
Trotzdem Danke für die Grüße. |
Komm jetzt! Hey, Zeitl0ch, zum Henker, Du machst eine Phase im Leben durch wie die meisten irgendwann, einmal, zweimal, mehrmals.
Kopf hoch, VIELLEICHT kannst Du Dir auch mal eine Pause gönnen?
Und nicht alles so negativ sehen, auch in die nächste Dimension!
PS: ich kann vom Schreiben leben... zwar nicht gut, aber immerhin ... |
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 | | Verfasst am: 30.04.2009, 12:03 |
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Also ich danke euch allen recht herzlich für eure Ratschläge und Meinungen. Ich habe nochmal gründlich nachgedacht und komme eigentlich zu meiner ursprünglichen Einstellung zurück, die eigentlich lautete, dass man soviel versuchen sollte wie möglich, wenn man etwas will. Durch Aufgeben können die Chancen schließlich nicht steigen.
Ich werde sehen, was die Zukunft bringt. Wenn andere berufliche Unternehmungen zuviel Stress mit sich bringen werden, muss ich mit dem Schreiben eben pausieren.
Ganz wichtig ist auch, dass ich ganz persönlich beim Schreiben und schon beim Konzeptionieren immer irgendwie den Eindruck von Sinn habe. Also wäre ich ganz ohne das wahrscheinlich doch unglücklich.
Etwas Zeit bleibt mir noch produktiv zu sein, und sofern mir denn jetzt mal wieder was gutes einfällt, werde ich mich auch nochmal an ein Projekt setzen.
Bei der Arbeit an meinem letzten war ich ja immerhin doch sehr zufrieden und eigentlich ist im Moment nichts besser für mich als eben diese Zufriedenheit nochmal herzustellen. |
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Zeitl0ch |
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 | | Verfasst am: 30.04.2009, 13:18 |
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Ich finde deine Entscheidung goldrichtig!
Überstürzen bringt für gewöhnlich nichts ...
Keep on writing!!!
LG, Conny  |
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_________________ "Ein Text ist nicht dann vollkommen, wenn man nichts mehr hinzufügen kann, sondern dann, wenn man nichts mehr weglassen kann."
Antoine de Saint- Exupéry
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Conny |
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 | | Verfasst am: 30.04.2009, 13:30 |
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Diese Zweifel bis hin zur gelegentlichen Verzweiflung, kenne ich auch sehr gut. Kommt alle drei, vier Monate wieder.
Rein theoretisch könnte ich mich mit dem Schreiben gerade mal so über Wasser halten. Nicht mit meinen Büchern, sondern mit Auftragsarbeiten … ich wusste gar nicht, dass das hier Pfui ist … und natürlich auch durch die Tatsache, dass es in unserem Haushalt ein festes regelmäßiges Einkommen gibt und die unregelmäßigen Honorarzahlungen keine finanziellen Katastrophen bedeuten.
Aber ich finde, es gibt nichts Schlimmeres, als nur vor dem PC zu sitzen und zu schreiben. Gerade für AutorInnen ist doch wichtig, die reale Welt immer wieder zu beobachten und zu erleben. Und das bedeutet, wenigstens ab und zu darin auch einzutauchen. Sprich: Irgendwelche Jobs machen, ein Ehrenamt übernehmen usw.
| Zitat: |
Aber es gibt auch Autoren, die Vollzeit beschäftigt sind, Familie und Kinder haben, ein Haus um das sie sich kümmern müssen, Hobbies und Freunde haben und trotzdem nebenbei schreiben können. Zeitmanagement heißt das Zauberwort, und manchmal bedeutet das, dass man Abstriche machen muss. |
Ich will hier ja niemand auf die Füße treten … Conny, in dem Satz solltest Du das Wort Autoren durch Autorinnen ersetzen
Gruß
Bea |
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Bea_Wagner |
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 | | Verfasst am: 30.04.2009, 13:51 |
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| Bea_Wagner hat Folgendes geschrieben: |
| Zitat: |
Aber es gibt auch Autoren, die Vollzeit beschäftigt sind, Familie und Kinder haben, ein Haus um das sie sich kümmern müssen, Hobbies und Freunde haben und trotzdem nebenbei schreiben können. Zeitmanagement heißt das Zauberwort, und manchmal bedeutet das, dass man Abstriche machen muss. |
Ich will hier ja niemand auf die Füße treten … Conny, in dem Satz solltest Du das Wort Autoren durch Autorinnen ersetzen
Gruß
Bea |
Wieso das denn? Bei mir trifft das zu.
OT:
Das bringt mich zu meinem persönlichen Problem, das sicher hier auch schon abgehandelt wurde (habe nicht gesucht):
die ewige Gleichberechtigung beim Schreiben. Das ist SO mühsam zum Schreiben und zum Lesen. Grad hier beginnt es "Autoren" oder "Autorinnen" oder "AutorInnen" oder.... bringt mich oft zum verzweiflen ...  |
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 | | Verfasst am: 30.04.2009, 13:54 |
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Hi Markus,
du bist mit diesem Problem nicht alleine.
Gruß
Bernd |
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 | | Verfasst am: 30.04.2009, 13:56 |
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| Ich wende mich gerade einem alten Entwurf wieder zu, aus dem ich kaum noch richtig schlau wurde. Entsprechend werde ich mich jetzt auch bemühen, diesen in eine klarere Struktur zu bringen, etwas logischer zu machen. Die Idee strotzt vor Spannung und ich sollte eigentlich allein schon deshalb mal weiter daran arbeiten. Muss mal schauen wie verständlich sich die ursprünglich vorgesehenen Experimente in der Erzählstruktur ausnehmen und sehen, was zu ändern ist. |
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Zeitl0ch |
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 | | Verfasst am: 30.04.2009, 13:57 |
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