 | | Verfasst am: 13.01.2010, 14:46 |
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| u. a. Süddeutsche Zeitung, Februar 2004, hat Folgendes geschrieben: |
| Man attestierte Brown in Sakrileg einen "atemlos zwanghaften Prosastil, der sich entlang der Handlung in einer geradezu waghalsigen Geschwindigkeit bewegt." Literarische Fertigkeiten seien "in diesem Roman nur rudimentär zu erkennen, von Charakterstudien und Problemen der Dialogführung lässt der Autor sich nicht belasten." |
Letztlich ist genau das der Unterschied:
Schreiben, um Geschichten vernünftig zu erzählen
oder
Schreiben, um Kaufmann zu sein
Grüße
Siegfried |
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_________________ Grüße
Siegfried
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Hartmut Dühr - Ergebung ohne Widerstand
ISBN 978-3-8423-3030-6
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»Wer aufhört, besser zu werden, hat aufgehört, gut zu sein« (Hans Rosenthal) |
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Siegfried |
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 | | Verfasst am: 14.01.2010, 23:17 |
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Hallo Siegfried.
Wer nur schreibt, um Geschichten vernünftig zu erzählen, wird es nicht weit bringen. Ungefähr genauso weit, wie die, die selbstgefällig erklären, sie schrieben nur für sich selbst (und die dann jeden zweiten Tag fragen, wie die Umsätze der anderen denn so aussehen).
Mein Mentor pflegte stets zu sagen, nur, wer die Nr. 1 werden will, und damit meinte er, wer von diesem Gedanken besessen sei, hätte den Namen seines Standes verdient. Ich persönlich habe ebenfalls die Erfahrung gemacht: Nur, wer das Beste erreichen will, wird es auch. Dazu gehört auch Dan Brown und das ist es, was in mit all den anderen Bestsellerautoren verbindet: Biss.
Mittelmaß braucht niemand und das gilt auch für Bücher. Es ist aber in Deutschland leider eine Tugend geworden, sich brav einzureihen und bloß nicht zu sagen, dass der Kaiser eigentlich nackt ist. Schade um die ganzen, wirklich guten Talente.
Das allgemeine Problem hier ist: Man beißt sich an vermeintlich guter inhaltlicher Qualität fest. Dazu fallen mir die vielen Handwerker ein, die naiverweise der Meinung sind, dass sich gute Qualität schon noch durchsetze. Und nicht diese billigen MyHammerfritzen. Falsch. Es wird sich derjenige durchsetzen, der sich näher am Kunden bewegt. Das ist keinesfalls immer der Billigste.
Man will hier nur sehen, dass sich inhaltlich hochwertige Bücher verkaufen. Man selbst ist ja schließlich von seinem Werk überzeugt, und darauf haben ja auch alle gewartet.
Nochmal: Nur guten Text zu schreiben, reicht nicht!
Desweiteren ist es Deine Ansicht, Marketingfachleute herunterzudegradieren. Ich tippe mal eher auf Erfahrungen mit schwarzen Schafen, ich persönlich zähle mich nicht dazu, denn die Zahlen meiner Kunden sprechen eine eindeutige Sprache. Ich halte nicht viel von diesem neuschicken Mist, ich arbeite mit dem grundlegenden Marketinghandwerk. Auch AIDA habe ich rausgeworfen, die Alte ging mir auf die Nerven.
Und ich persönlich halte Leute, die nichts mehr lernen wollen, für hoffnungslos verloren. Da aber erfahrungsgemäß jede Gesellschaft zu 80% aus solchen Menschen besteht, gibt es noch Hoffnung für die, die sich durchbeißen
Wer schreibt, um Kaufmann zu sein, weiß letztendlich, worauf es ankommt: auf ein durchdachtes Produkt, auf die Zielgruppenkenntnis und auf Verhandlungsgeschick. Und wer etwas nicht kann, der besorge sich Kontakte, die es können. Und nein, ich komme nicht von der Uni, aber ja, ich weiß ein bisschen was. Zum Beispiel, dass man sich keinen Gefallen damit tut, sich nur Honig ums Maul zu schmieren, wenn wer sein Büchlein veröffentlicht hat. Bestseller werden nicht in die Bestsellerlisten gekuschelt...
Wenn der Kaufmann nicht Gas gibt, geht er pleite. Man stelle also einen guten Autor mit einem erfolgreichen Unternehmer gleich. Beide wissen: der Leser ist der Mittelpunkt, man schreibt für ihn, nicht für sich selbst. Denn sonst soll bitte derjenige sein Buch nicht veröffentlichen, das ruiniert den Ruf von Autoren. Würde der Kaufmann nur wegen seines Egos Waren handeln, ja bitte mit welchem Gewinn täte er dies?
So, genug Zeit verplempert. Ich muss schreiben.
*korr RSF* |
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Wesa |
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 | | Verfasst am: 14.01.2010, 23:50 |
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Wesa, du vergisst nur eines bei der ganze Sache.
Die meisten (nicht alle) Hobbyautoren und Selbstveröffentlicher - über Bod oder wen auch immer - schreiben, weil es ihnen ein "Bedürfnis" ist. Sie schreiben das, was sie gerne schreiben wollen, weil es einfach aus ihnen "raus" muss. Außerdem sind Bod und Co prima, weil sich die Autoren nicht von Lektoren verbiegen lassen müssen, weil sie ihren "Stil" pflegen können, weil sie "ganz tolle" Cover selber basteln können und ihnen niemand reinredet. Denn ein Lektor, der bei einem Manuskript empfiehlt, es "marktorientierter" zu schreiben, ist ja ein Monster, denn er verlangt ja, dass der Autor seine Seele verkauft und aus dem Buch etwas "ganz anderes" machen soll, als es ursprünglich sein sollte - nur im Dienste der Kommerzialisierung.
Welch Beleidigung für die Künstlerseele.
Nur fragen dann irgendwann genau diese Hobbyautoren verblüfft, warum denn niemand ihr Buch kauft.
Ihnen darauf zu antworten, dass es eben niemanden interessiert, oder dass sie, wenn sie ein Produkt verkaufen wollen, ein Produkt für einen Markt machen müssen, und eben nicht ein Produkt, dass nur ihnen selbst gefällt, ist nicht fair. Man kann nicht einfach sagen, dass es eben nicht reicht, nur das zu schreiben, was unbedingt aus der Autorenseele raus will. Selbst der Einwand, dass nicht alles, was aus einem so rauskommt, schmackhaft für die Allgemeinheit ist, wird nicht gern gehört.
Du kannst nicht erwarten, dass sich der Hobbyautor nach dem Markt richtet. Der Markt muss sich nach dem Hobbyautor richten.
Und wenn ich Gedichte a la "Ich bin klein, ich bin dumm, muss ständig um den Tisch herum" veröffentlichen will, dann tue ich das. Und dass das keinen interessiert, interessiert mich nicht. Es soll nur gekauft werden. |
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Yokai |
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 | | Verfasst am: 15.01.2010, 00:50 |
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| Wesa hat Folgendes geschrieben: |
So, genug Zeit verplempert. Ich muss schreiben.
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Ist es richtig, wenn ich annehme, dass du an einem Mega-Seller von Konfektions-Literatur arbeitest, der genau auf den Markt und die Zielgruppe ausgerichtet ist? Müsste ja eigentlich so sein, oder?
Grüße
Siegfried |
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_________________ Grüße
Siegfried
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Siegfried |
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 | | Verfasst am: 15.01.2010, 07:06 |
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Moin Yokai.
Fragt sich dann nur, warum sie sich die ganze Mühe machen, ein Cover zu entwerfen, sich mit dem Uploadprogramm rumzuschlagen, nach Werbeideen zu fragen.
Steckt doch nicht etwa eine Absict des Geldverdienens dahinter oder?  |
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Wesa |
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 | | Verfasst am: 15.01.2010, 09:15 |
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| Wesa hat Folgendes geschrieben: |
Wer nur schreibt, um Geschichten vernünftig zu erzählen, wird es nicht weit bringen. Ungefähr genauso weit, wie die, die selbstgefällig erklären, sie schrieben nur für sich selbst (und die dann jeden zweiten Tag fragen, wie die Umsätze der anderen denn so aussehen). |
Da gibt´s einen grundlegenden Unterschied. Geschichten gut erzählen können, ist etwas, was nicht jeder beherrscht. "Schreiben für sich selbst" kann aber tatsächlich jeder.
| Wesa hat Folgendes geschrieben: |
Mein Mentor pflegte stets zu sagen, nur, wer die Nr. 1 werden will, und damit meinte er, wer von diesem Gedanken besessen sei, hätte den Namen seines Standes verdient. Ich persönlich habe ebenfalls die Erfahrung gemacht: Nur, wer das Beste erreichen will, wird es auch. Dazu gehört auch Dan Brown und das ist es, was in mit all den anderen Bestsellerautoren verbindet: Biss. |
Das alles klingt so herrlich schmissig-bissig. Aber kann in einem Wettbewerb jeder der Beste sein?
| Wesa hat Folgendes geschrieben: |
| Mittelmaß braucht niemand und das gilt auch für Bücher. Es ist aber in Deutschland leider eine Tugend geworden, sich brav einzureihen und bloß nicht zu sagen, dass der Kaiser eigentlich nackt ist. Schade um die ganzen, wirklich guten Talente. |
Absurd, Mittelmaß existiert nun einmal. Es ist doch gerade das Mittelmaß, welches ermöglicht, dass sich die Genies aller Fachgebiete überhaupt als Genie erweisen können ... |
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chnuppesaager |
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 | | Verfasst am: 15.01.2010, 14:51 |
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Nachtrag:
Zitat Mehler:
"Dan Brown tippte also, bis dass die Fingerkuppen blutig waren und unterwarf sich einer eisernen Qualitätskontrolle."
Aha, also brauchts doch bisschen mehr als nur Marketing?
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 | | Verfasst am: 15.01.2010, 17:03 |
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Ich gebs auf.  |
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Wesa |
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 | | Verfasst am: 17.01.2010, 10:57 |
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Und dann braucht man sich auch nicht mehr wundern, wenn Diskussionen im Sande verlaufen ...
Marc |
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 | | Verfasst am: 17.01.2010, 11:23 |
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Übrigens:
Erst gestern habe einiges über das Zeitalter der deutschen Romantik gelesen.
Schon damals verkauften sich Geheimbund- und Verschwörungsgeschichten wie geschnitten Brot.
Erinnert sich jemand an die Autoren?
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 | | Verfasst am: 17.01.2010, 11:26 |
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Nachtrag.
Natürlich muss niemand für die Ewigkeit schreiben, reicht ja einen Haufen Kohle zu verdienen.
Aber, öhm, wie war das nochmal mit dem literarischen Mittelmaß?
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chnuppesaager |
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 | | Verfasst am: 17.01.2010, 11:29 |
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| chnuppesaager hat Folgendes geschrieben: |
Übrigens:
Erst gestern habe einiges über das Zeitalter der deutschen
Romantik
gelesen.
Erinnert sich jemand an die Autoren?
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Sorry, zur Zeit der Romantik war ich noch flüssig. |
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Wesa |
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 | | Verfasst am: 17.01.2010, 11:34 |
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Völlig richtig, ich hab damals auch noch nicht gelebt ...
na, wie auch immer. |
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Zuletzt bearbeitet von chnuppesaager am 18.01.2010, 10:46, insgesamt einmal bearbeitet _________________ Trinkt ein Vampir Bier? Die Antwort findest Du in meinem Vampir-Lexikon.
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chnuppesaager |
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 | | Verfasst am: 17.01.2010, 11:41 |
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Hallo
Der Idealfall wäre natürlich, wenn aus einem Hobbybuch, das aus Spaß an der Freud geschrieben wurde, noch ein paar Euronen fließen würden.
Wie weit man mit seinem Buch in die Werbung/Marketing einsteigt liegt am persönlichen Geldbeutel und an der Zeit die man damit opfern will.
Viele Massnahmen kosten nix, erfordern jedoch einen Einsatz der freien Zeit.
@Wesa ... Du hast Post
Gruß Richard |
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Der Satirische Kreuzfahrt-Flüsterer ISBN 978-3-8370-9816-7
Feindschaftsbuch ISBN 978-3-8370-9803-7
Das erotische Freundschaftsbuch ISBN 978-3-8391-0037-0
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Richymuc |
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 | | Verfasst am: 17.01.2010, 11:50 |
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Richymuc,
letztendlich passt es zu einem Buch, das aus Leidenschaft heraus geschrieben wurde, wenn Der Autor hier ein bisschen PR macht, da seine Buchhandlungen bedient, und sieht, wie es sich entwickelt, solange es sich in einem für ihn zumutbaren Zeitaufwand bewegt, denn die meisten leben von einem anderen Job. Wenn sich gut verkauft: Bestens. Wenn nicht, kann er es optimieren, korrigieren, umschreiben, whatever. Solange er die Leidenschaft am Schreiben besitzt.
Wer aber ambitioniert an die Sache herangeht, der sollte sein Buch ordentlich schieben, und das geht über die übliche halbe Stunde Feierabendwerbung hinaus.
Ich denke, die, die entsprechende Ziele verfolgen (habe den Thread von Judith gelesen, Glückwunsch meinerseits), werden es sich auch nicht nehmen lassen.
Bunten Tag. |
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Wesa |
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