 | Battys Reise von Bielefeld nach Amsterdam | Verfasst am: 16.07.2008, 21:44 |
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Titel: Battys Reise von Bielefeld nach Amsterdam
Autor: Cornelia Aistermann
Verlag: BoD Norderstedt
ISBN: 9783837016291
Seiten: 136, davon 14 mit Fotos
Preis: 11,90
Der Autor über das Buch:
Der Untertitel des Buches lautet: Ein Reiseführer nicht nur für kleine Fledermäuse.
Der Geschichte von Batty wurde ein Sprichwort von einem unbekannten Verfasser vorweg gestellt, das mir sehr gut gefällt, als Motto von mir und 'Batty': Solange Menschen denken, dass Tiere nicht fühlen, müssen Tiere fühlen, dass Menschen nicht denken!
Als Grundlage für die Reisegeschichte von Batty dienten unter anderem Informationen aus Reiseführern, den Büchern von und über Anne Frank und die eigenen Erfahrungen bei der Stadterkundung.
Besonders fasziniert haben mich schon immer die teilweise heiteren, merkwürdigen und geheimnisvollen, teilweise ernsten und bewegenden Geschichten zu den Sehenswürdigkeiten, die in der Informationsflut der Reiseführer oft untergehen.
Die Tiere in dem Buch können sich mit Skulpturen und Figuren unterhalten, da in diesen immer ein kleines Stückchen Seele von demjenigen steckt, den sie darstellen. So ist es ihnen möglich viele interessante Dinge zu erfahren, die beim bloßen Betrachten verborgen bleiben.
Es ist auch ein Buch über Freundschaft und Verständigung über Ländergrenzen hinweg.
Das Buch wendet sich an kleine und große Reiselustige und eignet sich zum Lesen und Vorlesen.
Der Reiseführer kann als Informationsquelle für eine Reise nach Amsterdam dienen, da man die beschriebenen Sehenswürdigkeiten abgehen und besichtigen kann. Er kann aber auch genutzt werden, um Amsterdam vom Sofa aus zu erkunden bzw. frühere Reiseerlebnisse
aufzufrischen, die Hauptstadt der Niederlande einfach mal näher kennen zu lernen oder um etwas aus der europäischen Geschichte, Mythologie, Kunst usw. zu erfahren.
Klappentext:
Batty, eine kleine Zwergfledermaus aus Bielefeld, hat die Reiselust gepackt.
Sie reist nach Amsterdam und erkundet mit der holländischen Maus Kaas die Stadt.
Einige Sehenswürdigkeiten wie der Hauptbahnhof, der Königliche Palast, eine Geheimkirche, das Anne-Frank-Haus und viele mehr werden vorgestellt.
Die teilweise heiteren und merkwürdigen, teilweise ernsten Geschichten dahinter und wissenswerte Dinge dazu werden erzählt.
Eine Grachtenrundfahrt darf natürlich nicht fehlen. Mit der Ratte Ratz wird diese zu einem lustigen Erlebnis.
Fotos zeigen die wichtigsten SEhenswürdigkeiten.
Neben Amsterdam lernt man auch noch Bielefeld etwas kennen. Und immer wieder zeigt sich: Bielefeld und seine Umgebung sind gar nicht soweit entfernt von Amsterdam.
Inhalt:
Leseprobe:
1. Batty in Bielefeld
Diese Geschichte hat ihren Anfang in Bielefeld.
Für alle, die Bielefeld nicht kennen, wird diese freundliche
Stadt am Teutoburger Wald erst einmal kurz vorgestellt.
Ja, „Bielefeld, die freundliche Stadt am Teutoburger Wald“, so
lautet der Wahlspruch der Stadt.
Manche sprechen etwas boshaft von der „freundlichen
Baustelle am Teutoburger Wald“, weil sie bei ihrer Fahrt
dorthin oder innerhalb der Stadt von kleineren oder größeren
Baustellen behindert werden.
Es gibt Leute, die sagen, Bielefeld sei eine Großstadt.
Immerhin ist sie die größte Stadt in Ostwestfalen. Andere
belächeln Bielefeld als Provinz, meinen gar, die Stadt sei zu
ländlich oder sogar rückständig. Viele mögen Bielefeld oder
zumindest die leckeren Puddings, Kuchen oder Pizzen mit dem
Doktortitel, die man überall im Land kaufen kann und die von
hier stammen.
Bielefeld bzw. ein Stück davon ist somit in aller Munde oder
zumindest im wahrsten Sinne in sehr vielen Mündern gewesen.
In Bielefeld leben zur Zeit nicht ganz 330 000 Menschen,
genauer gesagt 328 000 plus / minus ein paar mehr oder
weniger, etwa 11 000 Hunde, jedenfalls sind so viele offiziell
gemeldet, unzählige Katzen, noch viel mehr Vögel und einige
Fledermäuse. Von denen haben sich zwölf verschiedene Arten
einen ganz besonderen Wohnort ausgesucht, nämlich die
Sparrenburg, das Wahrzeichen der Stadt.
Hier wohnt auch Batty. Batty ist die Hauptperson der folgenden
Geschichte, sozusagen die kleine Heldin. Sie ist nicht so groß
wie der berühmte Batman, hat aber schon viel erlebt und weiß
viel zu berichten. Außerdem ist sie keine Comicfigur, sondern
eine kleine Zwergfledermaus. Wie bereits erwähnt, lebt Batty
mit ihrer Zwergfledermausfamilie auf der Sparrenburg.
Von der Sparrenburg aus hat man einen wunderschönen Blick
über die Bielefelder Innenstadt. Bei schönem Wetter ist auf der
Burg tagsüber eine Menge los.
Besonders an einem Wochenende im Juli, wenn das
Sparrenburgfest stattfindet. Dann ist dort richtig Trubel.
Der Große Kurfürst, dessen Skulptur im Innenhof der Burg
steht, hat Batty erzählt, dass er diese Tage besonders mag, da
dann eine Menge wie früher sei, in der guten alten Zeit. Batty
ist auch schon mal aufgestanden bzw. hat sich von ihrem
Schlafbalken aufgerichtet und nachgeschaut, was so los ist bei
dem Fest. Ihre Fledermauseltern durften dies nicht wissen,
sonst hätten sie sich Sorgen gemacht. Zum Glück trugen sie an
diesen lauten Tagen Ohrstöpsel, um überhaupt etwas ruhen zu
können. Deswegen hatten sie Batty nicht bemerkt. Diese sah,
dass einige der versammelten Menschen in merkwürdigen
Kleidern herumliefen und auch ganz ungewohnt sprachen. Der
Große Kurfürst hat ihr später in der Nacht erklärt, dass gerade
dies für ihn das Schönste sei. Es sei eben wie früher, als er
noch nicht als Skulptur im Innenhof fest stand, sondern als
Mensch aus Fleisch und Blut auf der Sparrenburg wandelte.
Dabei wird beim Sparrenburgfest gar nicht die Zeit des
Kurfürsten begangen. Es ist nämlich ein Mittelaltermarkt, der
Kurfürst hat aber erst später, und zwar von 1792 bis 1850
gelebt.
Nun sollte zuerst erklärt werden, warum Batty mit dem
Denkmal des Kurfürsten sprechen kann. An dieser Stelle wird
darum ein großes Geheimnis gelüftet.
Fledermäuse und auch andere Tiere haben nämlich sehr feine
Sinne. Sie können sich mit steinernen, hölzernen oder sonst
wie gefertigten Figuren unterhalten, da in diesen immer ein
kleines Stückchen Seele von demjenigen steckt, den sie
darstellen. Der siebte Sinn der Tiere ist also viel mehr
ausgeprägt, als die Menschen sich dies vorstellen können. Der
Mensch hat diese Fähigkeit leider verloren. Er nutzt sie schon
so lange nicht mehr, dass sie ihm abhanden gekommen ist. Na
ja, es fehlt wohl auch der Glaube daran, dass auch unbelebte
Dinge beseelt sein können. Dies gilt übrigens auch für
Stofftiere und Puppen. Kleine Kinder haben diese Fähigkeiten,
sie spielen und sprechen mit ihren lieben Spielzeugen.
Batty mag es, sich mit den Figuren und Skulpturen zu
unterhalten. Sie haben nämlich immer viel erlebt und wissen
einiges aus früheren Zeiten zu berichten. Besonders gerne
spricht Batty mit dem Großen Kurfürsten, aber auch mit dem
Leineweber in der Altstadt. Der Denker vor der Kunsthalle hat
ebenso viel zu erzählen, er grübelt aber oft nur vor sich hin.
Tierische Geschichten hingegen wissen der Elch im Bürgerpark
und das Schwein in Brackwede, einem Stadtteil von Bielefeld,
zu erzählen. Diese Geschichten sind, wie so viele
Tiergeschichten in der Welt, mal lustig, mal auch sehr traurig.
Batty hat auf einem ihrer Rundflüge gesehen, dass ein Mann
einen kleinen Hund an einer Leine hinter sich her zerrte und
dann auch schlug. Die Frau, die bei ihm war, sagte, dass der
Mann damit aufhören soll, da der Kleine doch auch Gefühle
hat. Daraufhin lachte der Mann abschätzig und meinte, dass ein
Tier nicht denken kann, keinen Geist und keine Seele hätte.
Wenn der wüsste!
Wenn Tiere wirklich keine Seele hätten, dann wären die
Tierdenkmäler und -figuren nicht beseelt. Aber Batty konnte
sich mit ihnen unterhalten. Daher stand eindeutig fest, dass
jedes Tier eine Seele hat. Dass sie als Tier denken kann, wusste
Batty nun wirklich selbst ganz genau. Batty verstand nicht,
warum viele Menschen dies anzweifelten. Die Menschen selbst
sind doch auch nur eine Art „Säugetier“. Das hatte Batty von
den ausgestopften Tieren im Naturkundemuseum erfahren, die
sich gut mit der Biologie auskannten. Schließlich hatten diese
schon viele biologische und naturkundliche Ausstellungen und
Vorträge begleitet.
Nicht nur mit den eigentlich toten Tieren unterhielt sich Batty
gerne, sondern auch mit den vielen lebendigen Tieren in der
Stadt. Nur nicht mit den lebendigen Menschen, vor denen hatte
sie Angst. Man konnte schließlich nie wissen, ob sie nach
einem schlugen, wie der Mann seinen Hund. Sicher ist sicher,
lieber Abstand halten! Aber aus sicherer Entfernung belauschte
Batty gerne die Menschen, wenn sie sich unterhielten.
Besonders viele Geschichten wissen auch die Tiere im Tierpark
Olderdissen oder, wie es für eine Bielefelder Fledermaus auch
heißt, in „Ollerdissen“.
Batty hörte nicht nur gerne Geschichten von früher, sondern
auch aus fernen Ländern. So hatte sie sich vorgenommen selbst
auf Reisen zu gehen bzw. zu fliegen, um die Welt
kennenzulernen.
Sie hatte schon erfahren, dass man vom Bielefelder
Hauptbahnhof so manches Ziel erreichen konnte. Oft genug
hatte sie Menschen zugehört, dass sie von Köln/ Bonn,
Düsseldorf, Hannover, Dortmund oder Paderborn in die weiter
entfernten Orte und fremde Länder verreisten. Man kann auch
direkt mit der Eisenbahn in fremde Länder fahren. Außerdem
gibt es auf dem Bahnhofsvorplatz verschiedene Busse, die ins
Ausland fahren, zum Beispiel nach Polen.
Ja, die kleine Fledermaus Batty hatte Fernweh, und eines Tages
oder eigentlich eines Abends, als sie gerade aufgewacht war,
stand für sie fest: Nun würde sie fremde Städte erkunden. Der
Entschluss war gefasst und niemand konnte mehr daran rütteln.
Batty war schließlich schon alt genug. Jetzt musste nur noch
ein Ziel ausgesucht werden.
Es war gar nicht so einfach.
Dann wurde Batty die Entscheidung an einem frühen Abend
vor Einbruch der Dämmerung abgenommen, da sich eine recht
komfortable Mitreisemöglichkeit für sie ergab. Auf dem
Burgparkplatz stand ein Autogespann, die Menschen nannten
es „Auto mit Wohnwagen“. So viel wusste Batty bereits. Es
hatte gelbe Nummernschilder und die Menschen, die etwas
abseits davorstanden, verabschiedeten sich voneinander. Das
eine Paar sprach etwas merkwürdig. Sie sprachen Deutsch,
aber eben etwas anders. Sie unterhielten sich über ihr Zuhause,
über Amsterdam, die Hauptstadt der Niederlande. Sie sprachen
von den schönen Grachten, den kleinen gemütlichen Häusern
und luden das andere Paar ein, sie dort doch einmal zu
besuchen. Es sei auch gar nicht weit, nicht einmal 300
Kilometer, und mit dem Auto sei Amsterdam schnell zu
erreichen. Dann stimmten alle lachend ein Lied über Tulpen an,
das sehr fröhlich klang. Was Batty so hörte, gefiel ihr gut,
daher nahm die Fledermaus die Einladung direkt an. Schnell
flog sie zu ihren Eltern und nannte ihnen ihr Reiseziel. Dann
hängte sie sich an eine Verstrebung unter dem Wohnwagen, der
nun für ihre Fahrt ein perfekter „Schlafwagen“ war, da sie sich
bequem hinhängen und sogar schlafen konnte. Nur wenn der
Wagen Schlaglöcher erwischte, wurde sie unsanft geweckt. Die
meiste Zeit ging es aber in sehr gleichmäßiger Fahrt über eine
lange, breite Straße. Als der Wagen einmal hielt, schlüpfte
Batty hervor und sah an der breiten Straße ein großes blaues
Schild, das anzeigte, dass sie wirklich Richtung Amsterdam
unterwegs war. |
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_________________ Fledermaus, Engel und Spinnen:
www.battys-reise.de
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Cornelia |
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 | | Verfasst am: 21.02.2009, 18:47 |
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Hallo Cornelia,
die originelle Idee, die hinter Deinem Reisebericht für große und kleine Leser steht, ist sehr ansprechend. Einem Alt-Bielefelder wie mir, der obendrein 15 Monate in Amsterdam zugebracht hat, schlägt zwischendurch das Herz höher, wenn Textpassagen Orte oder Begebenheiten umschreiben, mit denen man eigene Erfahrungen assoziiert. Sicherlich spricht der Schreibstil vorwiegend junge Leser an, ältere Jahrgänge sollten im Besitz einer kindlichen Seele sein, um sich auf das Buch einlassen zu können.
Viel Erfolg für Dich und Dein Büchlein!
Gruß
Peter |
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_________________ Texte von Peter Pitsch - Lyrik, Romane, Kunst
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Peter-Pitsch |
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 | | Verfasst am: 22.02.2009, 14:14 |
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skipteuse |
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 | | Verfasst am: 23.02.2009, 22:29 |
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Danke schön ihr beiden,
freut mich sehr, dass Euch Battys Reise gefällt.
Mir ist eben beim erneuten Lesen meiner Buchbeschreibung aufgefallen, dass ich vielleicht an dieser Stelle mal zeigen sollte, was Batty in Amsterdam eigentlich alles so kennenlernt.
Daher nun mal das Inhaltsverzeichnis:
| Zitat: |
I Batty in Bielefeld
II Batty in Amsterdam
1 Batty trifft Kaas.
2 Batty am Hauptbahnhof
3 Batty besichtigt den Königlichen Palast.
4 Batty und die Geheimkirche
5 Batty an der Westerkerk
6 Die Geschichte von Anne Frank
7 Batty macht eine Grachtenrundfahrt.
-Magere Brücke und Blaue Brücke
-Stopera
-Altes Schleusenhaus
-Rembrandthaus und „Die Nachtwache“
-Montelbaanstoren
-Schifffahrtshaus
-Schreierstoren
-Sint Nicolaaskerk
-Grachtenhäuser und Dreigrachtenhaus
-Münzturm und Blumenmarkt
8 Batty im Beginenhof
9 Batty verabschiedet sich.
Literaturverzeichnis |
Damit alle, die Batty nicht näher kennen einen Einblick bekommen, wie ihre Besichtigungen der verschiedenen Sehenswürdigkeiten beschrieben werden, stelle ich hier mal noch eine gekürzte Textstelle ein:
| Zitat: |
4 Batty und die Geheimkirche
Für Batty und für Kaas war die Besichtigung des Königlichen Palastes ein schönes und aufregendes Erlebnis.
Nun stellte sich die Frage, wohin sie sich als Nächstes begeben sollten.
Da schlug Kaas vor, ob Batty sich nicht die Nieuwe Kerk (Neue Kirche) anschauen möchte. Sie sei direkt neben dem Königlichen Palast.
Batty gefiel der Vorschlag. Sie schaute nach vorne, und schon flog sie auf das gegenüberliegende Gebäude zu. Das Gebäude hatte zwei hohe Türme.
„Halt! Warte!“, rief Kaas. „Wo willst du denn hin?“
„Na, zur Neuen Kirche“, antwortete Batty.
„Das ist sie nicht“, meinte Kaas. „Das da vorne ist unser Einkaufszentrum Magna Plaza, die ehemalige Hauptpost von Amsterdam.“
„Ach so, schon wieder ein Gebäude, das auf den ersten Blick wegen seiner Türme wie eine Kirche aussieht“, sagte Batty und wartete darauf, dass Kaas ihr den richtigen Weg zur Neuen Kirche zeigte.
„Wir müssen hier rechts. Da liegt dann schon die Kirche. Sie steht neben dem Königlichen Palast“, erklärte er.
„Ach, da! Ja, jetzt fällt sie mir auch auf. Als wir angekommen sind, habe ich nur noch den Königlichen Palast angesehen. Der ist so gewaltig, da übersieht man die Kirche im ersten Moment. Habt ihr in Amsterdam eigentlich viele Kirchen?“, fragte Batty.
„Lass' mich überlegen, welche mir einfallen. Es gibt also die Nieuwe Kerk (Neue Kirche), die Oude Kerk (Alte Kirche), die Westerkerk, die Zuiderkerk, die Sint Nicolaaskerk, die Geheimkirche vom Museum Amstelkring ...“
Batty unterbrach die Aufzählung von Kaas: „Eine Geheimkirche? Das klingt aber interessant!“
„Ja!“, meinte Kaas. „Heute ist es ein Museum, in dem der geheime Kirchenraum erhalten geblieben ist. Diese Geheimkirche befindet sich auf den Dachböden dreier Häuser.“
„Bei euch sehen alle möglichen Gebäude wegen ihrer Türme auf den ersten Blick wie Kirchen aus, und eine tatsächliche Kirche versteckt sich hinter einer ganz normalen Hausfassade? Die würde ich gerne sehen!“ Batty war ganz aufgeregt. Das klang wirklich spannend.
„Kein Problem!“, sagte Kaas. „Mein Onkel Ham wohnt dort als Kirchenmaus. Er wird dir bestimmt gerne persönlich mehr von ‚seiner‘ Kirche berichten. Wir müssen nur ein Stück wieder zurück in Richtung Bahnhof und dann rechts abbiegen.“
So machten sich die beiden auf den Weg. Als sie von der breiten Straße, den Damrak, in Richtung Bahnhof nach rechts abgebogen waren und vor ihnen eine Gracht zu sehen war, hielt Kaas an und wies auf ein Haus, das an dieser Gracht stand.
„Hier ist der Eingang zur Geheimkirche“, verkündete er.
Batty staunte. Vor ihnen standen die typischen schmalen Grachtenhäuser. Unglaublich, dass es auf dem Dachboden eines solchen Hauses und auf den Dachböden der zwei benachbarten Häuser eine richtige Kirche geben sollte.
Kaas lief schon auf ein Loch im Gemäuer zu. Batty folgte ihm. Er lief eine Treppe hinauf und dann eine schmale Stiege. Ganz oben war wieder ein kleines Mauseloch in der Wand zu sehen. Kaas blieb davor stehen und rief nach seinem Onkel Ham.
Kurze Zeit später war ein Hüsteln zu hören, und dann schaute aus dem Loch in der Wand eine schon sehr graue Maus hervor.
Die graue Maus freute sich sichtlich, als sie Kaas erblickte, und als Kaas Batty vorstellte, ergriff Onkel Ham sofort mit beiden Pfötchen einen ihrer Flügel, um sie herzlich zu begrüßen. Er freute sich noch mehr, als er hörte, dass Batty gerne etwas über die Geheimkirche wissen wollte und schon ganz gespannt war, sie zu besichtigen.
„Herzlich Willkommen in der wunderschönen Kirche 'Unser lieber Herrgott auf dem Dachboden'! So lautet der Name dieses Gotteshauses“, sagte Onkel Ham und ließ Kaas und Batty durch das Mauseloch eintreten.
Als Batty auf der anderen Seite des Loches wieder hinaustrat, blickte sie in einen schönen, kleinen Kirchenraum. Sie konnte sich kaum vorstellen, dass sie sich auf den zusammengelegten Dachböden von normalen Wohnhäusern befand.
Die Geheimkirche war wie eine normale Kirche eingerichtet. Es gab sogar zwei übereinanderliegende Galerien entlang des Kirchenschiffes, von denen man wie von einem Balkon auf die Stuhlreihen blickte, auf denen die Gläubigen Platz nehmen konnten. Jeweils sechs Stühle standen nebeneinander. Bevor Batty die Stuhlreihen zählen konnte, begann Onkel Ham aus der Geschichte der Geheimkirche zu erzählen: „Über 200 Jahre diente dieser Ort den Katholiken von Amsterdam als Gotteshaus. Insgesamt gab es zur damaligen Zeit 60 katholische Geheimkirchen. Das kam daher, weil 1578 die neue Stadtregierung von Amsterdam den protestantischen Glauben zur offiziellen Religion erklärte. In den Jahren und Jahrzehnten vorher war es wiederholt zwischen den katholischen und protestantischen Glaubensgemeinschaften zu blutigen Auseinandersetzungen gekommen. |
(...) hier folgen noch weitere Erklärungen und eine Unterhaltung mit der Jesusfigur am Kreuz, bevor Onkel Ham sein Zimmer in der Kirche vorstellt
| Zitat: |
Onkel Ham führte sie aus dem Kirchenraum in eine kleine Kammer. „Dies ist die Kaplaanskammer“, verkündete er stolz. „Früher war sie der Schlafraum für Dienstboten, heute ist sie mein Reich.“
Batty schaute in einen kleinen Raum. Das heißt, für einen Menschen kleinen Raum, für eine Maus und auch für eine Fledermaus war es aber durchaus ein sehr großer Raum. Es sah gemütlich aus. Im Raum gab es ein schmales Schrankbett mit weichen Decken und Kissen. An der Wand daneben sah sie das kleine Kreuz mit Jesus, der sie schon erwartete. Es gab ein kleines Tischchen und einen Stuhl. In einem Weidenkorb lagen weitere Tücher. Unter dem Bett war ein Schränkchen, und davor stand ein Krug. Alte Bücher lagen auf Tisch und Stuhl, und auch eine Brille war zu sehen. Es gab in dieser kleinen Kammer viel zu entdecken.
„Schön hier, nicht wahr? Das Beste ist, dass es die Menschen nahezu unverändert lassen. Regelmäßig wird hier zwar etwas geputzt, aber der Vorteil an einem solchen Museumsraum ist, dass er von niemandem mehr benutzt und bewohnt wird. Hier kann man wunderbar leben. Die Besucher tagsüber stören nicht weiter. Sie dürfen hier nichts anfassen und halten sich in der Regel auch daran. Ich schlafe entweder im weichen Bett oder verstecke mich in dem Weidenkorb oder rolle mich in dem Krug zusammen. Ich habe mehrmals gehört, dass die Leute gesagt haben, es sei ein Pisspott, ein Pinkelpott oder ein Nachttöpfchen. Früher diente er den Menschen als Toilette, aber heute ist er sauber und wird höchstens von mir benutzt, wenn ich ganz nötig muss. Nicht wahr, Jesus, hier gefällt es uns!“
Beim letzten Satz sah er zum Kreuz auf.
„Auf jeden Fall“, erwiderte Jesus. „Du bist schließlich ein lieber Gefährte, mit dem ich mich gerne unterhalte.“
Onkel Ham lud Batty und Kaas ein, bei ihm zu bleiben und sich auszuruhen. Aber die beiden jungen Tiere waren trotz der fortgeschrittenen Stunde voller Tatendrang und wollten auf jeden Fall weiter durch Amsterdam ziehen. Sie verabschiedeten sich herzlich von Onkel Ham und von Jesus. Dann machten sie sich auf den Weg zur Westerkerk, denn Batty wollte sehr gerne Anne Frank kennenlernen, das jüdische Mädchen, das versteckt in Amsterdam gelebt und ein Tagebuch geschrieben hatte. |
Da 'Battys Reise...' bei amazon über search inside verfügt, kann man mittels Stichwörter aus dem Inhaltsverzeichnis in den verschiedenen Kapiteln weiter lesen.
Viele Grüße
Cornelia |
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_________________ Fledermaus, Engel und Spinnen:
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Cornelia |
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 | | Verfasst am: 22.05.2009, 21:11 |
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Hallo,
ich habe heute eine wunderschöne Rückmeldung für Battys Reise bekommen, die ich an dieser Stelle weitergeben möchte.
Bisher haben sich hauptsächlich erwachsene Leser zum Batty-Buch positiv geäußert, und als eine Bekannte vor einiger Zeit sagte, dass ihr kleiner Sohn nach dem Vorlesen von Batty alle Fledermäuse (in deren Garten usw.) nur noch Batty nennt, hat mich das schon sehr gefreut.
Aber heute habe ich von einer Leserin eine Rückmeldung bekommen, die mich wahnsinnig gefreut und stolz gemacht hat.
Sie hatte im letzten Jahr ein Buch direkt bei mir gekauft, nun hat sie mir hocherfreut erzählt, dass ihr nun 8jähriger Sohn das Buch aus dem Regal genommen hat und (in ihren Augen ein Wunder) liest.
Er liest bisher eigentlich gar nicht, findet seine anderen Kinderbücher 'blöd'.
Aber nun ist er mit Battys Reise angefangen und ist begeistert dabei.
Zunächst hatte er sich vorgenommen abends jeweils zwei Seiten zu lesen, immer wieder bleibt er dann aber an der Geschichte hängen und liest noch weiter, weil er es so spannend und interessant findet.
Was hab ich mich gefreut, als sie mir das berichtet hat.
Viele Grüße
Cornelia |
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 | | Verfasst am: 22.05.2009, 22:09 |
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Peter-Pitsch |
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