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[b]Bitte einfach mal lesen; bin dankbar für jede Kritik[/b]

BeitragVerfasst am: 02.02.2010, 14:36
Dies ist der Anfang einer Geschichte. Der Rest steht in einem kleinen Büchlein, dessen Inhalt ich zuerst noch eintippen muss.
Bitte schreibt mir, was ich besser machen muss!


Der dreizehnte November war ein Montag. Als sie an jenem Novembermorgen das Haus durch die Hintertür verliess, trug sie nichts weiter als eine kurze, blaue Hose und ein Unterhemd ihrer Mutter. Barfuss stapfte sie durch die nasse Wiese. Ihre Arme hatte sie eng um den Oberkörper geschlungen, trotzdem zitterte sie am ganzen Körper. Sie setzte sich an ein halbwegs trockenes Plätzchen unter dem alten Birnbaum, der schon seit vielen Jahren keine Birnen mehr trug. Die feuchten Blätter raschelten unter ihr und der Wind zerzauste ihr vom Schlaf ganz verwuscheltes Haar.
Sonya hasste den November; keine Feiertage, keine Ferien, noch nicht Winter und nicht mehr Herbst. Ihrer Meinung nach hätte man den November abschaffen können.
Das wäre manchmal auch besser so.
Als die Kirchturmuhr sieben Mal schlug, erwachte Sonya wieder.
Sie blickte noch einmal verzweifelt in die nackten Äste des Baumes, dann stand sie auf und tappte wieder ins Haus.

1
Sonya liebte das Geräusch von zerberstenden Blättern unter ihren Füssen. Manchmal setzte sie sich einfach mitten in die Blätter hinein, nahm einige in ihre kalte Hand und zerdrückte sie langsam.
Das Geräusch verlieh ihr für einen kurzen Augenblick das Gefühl, Macht über etwas zu haben. Und dieses Gefühl versetzte sie wiederum in einen tranceartigen Zustand, in dem sie sich selbst und ihre Umwelt völlig vergessen konnte.

Wieder einmal fragte sie sich, ob es eigentlich für alle das Recht gab, glücklich zu sein. Sie war lange auf der Suche nach Glück gewesen. Viel zu lange. Mittlerweile hatte sie es aufgegeben; Sie hatte akzeptiert, dass es für sie wohl kein Glück auf dieser Welt gab. Sonya hatte gelernt, sich ein Fünkchen eigenes Glück zu machen. Sie hatte gelernt, aus allem ein Stückchen Glück heraus zu holen. Knirschende Blätter gaben ihr Macht. Macht bedeutete Glück. Ein Stück Schokolade schmeckte für sie zwar nach nichts, aber sie wusste aus vielen Beschreibungen, dass Schokolade lecker war. Dieses Wissen gab ihr Glück. Ein Parfum, das gut riechen musste, verlieh ihr einen winzigen Funken Glück. All das hatte sie gelernt, aus purer Verzweiflung darüber, dass sie noch niemals Glück oder Freude empfunden hatte.


2
Sonya blickte sich in der schäbigen Dreizimmerwohnung um, die sie sich mit ihrem Vater und ihrem zwei kleinen Brüdern teilte. Sie liess ihren Blick täglich durch die kleinen, unordentlichen Zimmer schweifen. Sie gaben ihr ein Stückchen Normalität zurück, Abend für Abend, wenn sie in ihrem Bett liegen musste. Diese Situation wäre für jeden anderen Menschen unvorstellbar grässlich gewesen. Aber Sonya hatte sich schon längstens damit abgefunden.
Die Ärzte dachten, sie hätte ihre Stimme und mit ihr ihren Verstand schon vor langer Zeit bei einem verheerenden Fahrradunfall verloren. Sonya war damals vier gewesen. Sie war wochenlang im Koma gelegen. Als sie wieder zu sich gekommen war, konnte sie nicht sprechen. Nach einigen Untersuchungen wurde sie als hoffnungsloser Fall abgestempelt. Stimme weg, Geruchs- und Geschmackssinn weg, alles weg. Sonya sollte existieren, nicht leben. Das war ihr Schicksal, so glaubte sie mit vier. Nach vielen Monaten der Trauer und Wut fand sie aber ihre Stimme wieder. Sonya konnte wieder sprechen! Aber da sie sich damals selbst für verrückt gehalten hatte, dachte sie, dass es für sie, ihre Familie und die Ärzte wohl besser wäre, im Schweigen weiterzuleben. Sie hielt ihre Stimme zurück.
Einige Male schmeckte und roch sie auch, aber auch das verheimlichte sie, aus Angst, verstossen zu werden.
Ein Jahr später verlor ihre Mutter den Kampf gegen den Krebs. Sie hatte Sonya immer Kraft gegeben, war immer bei ihr gewesen. Sonya erlitt einen starken Rückschlag durch den Tod ihrer Mutter. Durch die grosse Trauer, die ihre kleine Seele durchschüttelte, glaubte sie, ganz ihre Sinne verloren zu haben.
Seit nunmehr acht Jahren lebte Sonya schon ohne sich ausdrücken zu können. Sie konnte auch weder riechen noch schmecken. Weil sie sich das durch die Jahre hindurch stets eingeredet hat, hat sie diese Fähigkeiten tatsächlich verloren.
Das Schlimmste aber waren die wöchentlichen Sitzungen mit dem Psychologen. Der Mann folterte sie unbewusst. Er wollte ihr zu ihren Sinnen zurückverhelfen, obwohl das genau das war, was Sonya vermeiden wollte. Sie wollte nicht wieder schmecken, riechen oder sprechen können. Denn sie fürchtete, dann die Zuneigung ihres Vaters verlieren zu können.
Sonya hatte ihre Stimme seit Jahren zurückgehalten. Die Kunst, zu sprechen hatte sie schon beinahe vollständig vergessen. Kein Laut entwich jemals ihrer Zunge, kein Ton liess ihre Stimmbänder vibrieren. Für viele Menschen war Sonya nur eine leere Hülle ohne Lebensmut. Aber in Wirklichkeit steckte viel mehr in diesem Mädchen ohne Stimme und Sinne.
 
  Pepita 
 
Anmeldedatum 02.02.2010
Beiträge 6
 
 
   
   

BeitragVerfasst am: 12.02.2010, 10:38
Hallo Pepita,
ich habe eben deinen Text entdeckt, als ich versucht habe, meine lange Abwesenheit im Forum etwas aufzuarbeiten. Viele haben deinen Beitrag gelesen, aber nicht geantwortet.
Ich möchte dir zumindest einige kurze Gedanken von mir mitteilen. Allerdings nur für die ersten beiden Absätze.

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Der dreizehnte November war ein Montag. Als sie an jenem Novembermorgen das Haus durch die Hintertür verliess, trug sie nichts weiter als eine kurze, blaue Hose und ein Unterhemd ihrer Mutter. Barfuss stapfte sie durch die nasse Wiese. Ihre Arme hatte sie eng um den Oberkörper geschlungen, trotzdem zitterte sie am ganzen Körper. Sie setzte sich an ein halbwegs trockenes Plätzchen unter dem alten Birnbaum, der schon seit vielen Jahren keine Birnen mehr trug. Die feuchten Blätter raschelten unter ihr und der Wind zerzauste ihr vom Schlaf ganz verwuscheltes Haar.
Sonya hasste den November; keine Feiertage, keine Ferien, noch nicht Winter und nicht mehr Herbst. Ihrer Meinung nach hätte man den November abschaffen können.
Das wäre manchmal auch besser so.
Als die Kirchturmuhr sieben Mal schlug, erwachte Sonya wieder.
Sie blickte noch einmal verzweifelt in die nackten Äste des Baumes, dann stand sie auf und tappte wieder ins Haus.
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November-November - Wiederholung, es reicht beim zweiten Satz ein Morgen oder morgens
Ein halbwegs trockenes Plätzchen und nasse Blätter - das beißt sich meiner Meinung nach, lass sie einfach unter den Baum setzen.
Birnbaum - Birnen - Wiederholung, besser Birnbaum - Früchte.
Zersaußt und verwuschelt - naja, überbetont und nicht so ganz passend. Laßt den Wind einfach durch die Haare fahren, die vom Schlaf verwuschelt sind - oder etwas ähnliches, aber nicht beides.
November - November - Wiederholung. Warum nicht ... haßte den November ..... den Monat abschaffen ....
Laß die Uhr nicht sieben Mal sondern einfach Sieben schlagen.

Ok, das waren mal die ersten beiden Absätze.
Warum hat dieses Forum eigentlich so ein mieses, kleines Editorfenster?
Daneben wird ewig Platz für wenige Smilies verschwendet und man hackt sich hier einen Wolf in das Nichts von Fenster.

Ok, noch einige meiner Gedanken, die mir bei Lesen des restlichen Textes gekommen sind.

Blätter zerbersten nicht unter Füßen - anderes Verb.
Blätter - Blätter - Wiederholung.
Im zweiten Satz einfach - .... setzte sich manchmal mitten in sie hinein ....
Gefühl - Gefühl - Wiederholung, evtl. läßt sich das ohne das beschreiben?

Im danach folgenden Absatz hast du in fast jedem Satz das Wort Glück stehen. Unabhängig davon, dass man dieselben Aussagen auch ohne diese dauende Wiederholung tätigen kann, habe ich auch ein kleines Verständnisproblem.
Zuerst hat sie kein Glück und dann macht sie sich Glück.
Du solltest da zwischen Glück (im Leben) und kleinen glücklichen Momenten (sozusagen als Trost...) unterscheiden.

Ok, das alles natürlich nur mein persönliche Meinung.
Paß auf Wiederholungen auf, nimm Synonyme oder prüfe, ob durch Satzumstellung nicht dieselbe Aussage möglich ist.
Achte auf die Sinnhaftigkeit von Adverben bzw. Adjektiven.
Beispiel zerberstende Blätter.
Zusätzlich werden sie im nächsten Satz einfach zerdrückt und das Geräusch bewirkt etwas.
Erst so eine bombastische Aussage und danach lapidar zerdrücken.

Wie wäre es mit einer Steigerung?
Zuerst zerbrechen sie unter den Füßen, später steigere es.
Beschreibe das Geräusch, wie die Blätter in der Hand zerbröseln. Welche Geräusche es dabei gibt, welches Gefühl der Macht, wenn die Blattstruktur nachgibt .......


So, nun aber Schluß.
Bedenke, das ist mein persönliches Gefühl beim Lesen des Textes.
Letztendlich mußt du den Text schreiben und deine Gefühle audrücken.

Gruß Uwe

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