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Buchpreis wählen: 19,90 versuchen oder auf 22,90 gehen?

BeitragVerfasst am: 10.12.2011, 23:21
Ich möchte mit einem Freund ein Buch rausbringen, das nun nach Layouten 216 Seiten hat (17x24 cm). Wir wollen etwa 60 Farbbilder drin haben. Das macht mit 19,90 € Buchpreis bei tredition.de etwa 35 Cent Gewinn pro Buch über den Buchhandel und über die Website von Tredition knapp 5 €/Buch. Macht das Sinn oder ist das zu knapp. Wir wissen auch nicht, über welchen Kanal das Buch am meisten verkauft wird. Im Internet kann man versuchen, die Leute auf die Webseite zu bekommen, aber vielleicht wird auch mehr im normalen Buchhandel bestellt. Oder wir gehen auf 22,90 €, dann haben wir ca. 1,50 € pro Buch über den Buchhandel und knapp 7 € bei Tredition. Aber wir fürchten, 22,90 € schreckt deutlich mehr ab als 19,90 €. Was meint ihr?
j.
 
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BeitragVerfasst am: 10.12.2011, 23:26
Das kann man so nicht sagen. Man weiß ja nicht, was es für ein Buch ist und ob man die Kohle dafür ausgeben würde.

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Seid gegrüßt,

Isautor

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BeitragVerfasst am: 10.12.2011, 23:35
Es ist ein Buch über Tretrollersport, das erste über dieses Thema überhaupt. Ich denke schon, dass es gut geworden ist, aber die Zielgruppe ist nicht sehr groß. Wenn es 200 Bücher im Jahr werden, wäre das schon prima, aber wir wissen nicht, wie die Leute bestellen. Wie werden BoD-Bücher meistens bestellt?
j.
 
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BeitragVerfasst am: 10.12.2011, 23:59
35 ct Gewinn ist betriebswirtschaftlicher Harakiri. Ihr habt dann kein Geld für Werbung mehr übrig. Ein Euro Gewinn muß mindestens sein. Besser etwas mehr.

Und mal ganz grundsätzlich: Das Wort Honorar kommt vom lateinischen Wort für Ehre. Ein Buchkäufer ehrt den Buchautor damit. 35ct ist nicht viel Ehre. Reich werden wird sicher keiner von uns Autoren, aber eine Anerkennung für den Autor sollte doch etwas größer ausfallen.

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BeitragVerfasst am: 11.12.2011, 00:06
An Eurer Stelle würde ich erst mal ein wenig die Angebote der verschiedenen Selbstpublizierer vergleichen. Ihr schreibt, daß Ihr bei Tredition veröffentlichen wollt. Die habe ich mir auch mal angeschaut und habe erst mal davon Abstand genommen, weil das erst mal ziemlich viel Geld am Anfang der Veröffentlichung kostet. Auf der Webseite vergleich sicht tredition mit den beiden wichtigsten Wettbewerben schreiben sie. A ist zweifelsohne BoD und B ist epubli.

Es klingt zwar recht verlockend, daß beim Verkauf über den Bookshop von tredition so viel mehr Autorenhonorar anfällt, aber meine Erfahrungen bei epubli (bei BoD weiß ich nicht, über welchen Kanal die Bücher verkauft werden) zeigen, daß es kaum vorkommt, daß Bücher direkt über den Bookshop des Anbieters gekauft werden. Wie gesagt, meine Erfahrungen sind so, allerdings muß ich auch dazu sagen, daß ich nicht so ein Werbeprofi bin, beziehungsweise mir aufwändige Werbung zurzeit nicht leisten kann.

Allerdings solltet Ihr davon ausgehen, daß wenn ein potentieller Buchkäufer zum Beispiel bei buch.de oder buecher.de oder jpc.de oder thalia.de oder woweißichdenn bereis ein Kundenkonto hat, er das Buch auch dort bestellen wird und nicht im Bookshop des Anbieters, zumal ihm das in der Regel keine Vorteile bringt sondern nur dem Autor - was der Kunde vermutlich in der Regel auch nicht weiß und ihn wohl auch nicht interessiert. Ihr könnt davon ausgehen, daß jemand, der bereits bei einem Bookshop im Internet Kunde ist, seine Daten nicht ohne Not einem weiteren Bookshop anvertrauen wird.

Es wird also deutlich öfter vorkommen, daß Ihr über den Buchhandel als über den Bookshop Bücher verkauft. Wenn Ihr dann 149 Euro für die Drucklegung ausgebt und dann pro Buch 35 Cent einnehmt, müßt Ihr 426 Bücher verkauft, ehe Ihr etwas verdient, falls das für Euch eine Rolle spielt.

Was mich bei tredition stört ist, daß die Freischaltung des Werks bei google Books, Amazon Look Inside und weiteren Voransichten bereits im Vertrag festgeschrieben ist und man selbst als Autor offenbar keine Möglichkeit hat, die Genehmigung hierzu verweigern. BoD und epubli stellen es dem Autor anheim, ob er diese Möglichkeiten nutzen möchte.

Ich würde Euch empfehlen, Euer Buch selbst noch mal durchzurechnen bei den verschiedenen Anbietern und Euch mit den Autorenverträgen zu befassen, bevor Ihr das entscheidet.

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BeitragVerfasst am: 11.12.2011, 00:19
Eine Anmerkung noch zu den günstigeren Preisen und Provisionen, die tredition behauptet: Der Kalkulator bei tredition sagt mir, daß für ein Buch als Taschenbuch mit 100 Seiten als Paperback mit dem Ladenpreis 7.80 Euro 10 Cent Autorenhonorar anfallen. Das zeigt, daß die Beispiele auf der Vergleichsseite schon ein wenig danach ausgewählt wurden, daß sie tredition nutzen. Smile

Bei BoD verdient der Autor bei einem 100 Seiten Paperback Taschenbuch allein schon bei einem Preis von 6.99 Euro bereits 99 Cent! 6.99 Euro sind bei tredition nicht kostendeckend.

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BeitragVerfasst am: 11.12.2011, 02:00
Hmm... also werden wir wohl doch nur wenig über die Tredition-Seite verkaufen - die Begründungen sind plausibel. Welches Honorar pro Buch würdet ihr anstreben? 1€? 2 €?
Wenn wir bei 19,90 € bleiben wollen und mehr als 1 € haben wollen, müssten wir auf viele Farbbilder verzichten (ca. 40 statt 60 Farbseiten) - das wäre auch irgendwie schade...
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BeitragVerfasst am: 11.12.2011, 08:19
Verkäufe laufen im Regelfall über die Buchshops wie Amazon, buch.de etc. zudem solltet ihr noch schauen, dass das Buch im Fachhandel wo Roller verkauft werden aufliegt.

Bei 35 cent würde ich das Publizieren lassen. Eure Zielgruppe scheint ja offensichtlich sehr klein. Es gibt zwei Möglichkeiten:

a. Woanders Publizieren oder
b. Macht zwei Bücher aus eurem Manuskript

und schaut das mindestens 1 Euro übrig bleibt, vernünftiger wären 2 Euro.

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BeitragVerfasst am: 11.12.2011, 08:19
jenne hat Folgendes geschrieben:
Hmm... also werden wir wohl doch nur wenig über die Tredition-Seite verkaufen - die Begründungen sind plausibel. Welches Honorar pro Buch würdet ihr anstreben? 1€? 2 €?
Wenn wir bei 19,90 € bleiben wollen und mehr als 1 € haben wollen, müssten wir auf viele Farbbilder verzichten (ca. 40 statt 60 Farbseiten) - das wäre auch irgendwie schade...
j.


Ich mache 70 bis 80 % meiner Umsätze über Amazon.

Ich würde 2 Euro pro Buch anstreben. Nicht aus Gier, sondern um etwas Luft für Werbung, Flyer etc zu haben.

Die Frage ist auch: Was kosten vergleichbare Bücher?

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BeitragVerfasst am: 11.12.2011, 09:04
Ihr vergesst die Kunden!

Bücher aus dem On Demand-Druck sind ohnehin extrem teuer. Es gibt im Verkauf "Schallmauern" in der Brieftasche, die nicht überschritten werden wollen. Eine davon ist 19,90 €.

Ich biete mein dreihundertseitiges Taschenbuch für 19,90 € an und es verkauft sich hübsch. Das gleiche Buch als Hardcover für 24,90 € hat sich bislang pro Buch sage und schreibe vier Mal in 2 Jahren verkauft.

Ich stelle mir bei jeder Kalkulation die Frage "würde ich als Kunde dieses Buch zu diesem Preis kaufen?" Und leider komme ich bei BoD-Büchern immer wieder auf die Antwort "Wenn ich unbedingt will, ja.", weil sie einfach unglaublich teuer sind.

Wirtschaftliches Denken ist bei Büchern aus diesen Verlagen unmöglich. Entweder habe ich wenig Gewinn und angenehme Verkäufe oder ich gewinne viel pro Buch und verkaufe nicht. Dazwischen gibt es nur Glücksfälle.

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* Rezensionen von BoD-Büchern unter http://www.erbsenprinz.de
 
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BeitragVerfasst am: 11.12.2011, 10:56
Hallo Jenne,

ich verkaufe die meisten meiner BoD-Bücher Bücher über amazon (mindestens 80 Prozent Prozent), ein paar noch selbst und nur wenige über andere Internetanbieter und Buchläden. (Bei meinen Büchern von Verlagen sind es dagegen nur 10 - 20 Prozent bei amazon.)

Wenn ihr das Buch über BoD veröffentlichen würdet, hättet ihr bei 19,90 Euro mehr als einen Euro Gewinn und bei Eigenverkauf (bei Bestellung von mindestens 25 Stück) 4,74 Euro. Vielleicht könnt ihr auch noch ein paar Seiten einsparen; schon 8 Seiten weniger sind spürbar mehr Gewinn.

Grüßle
Judith

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BeitragVerfasst am: 11.12.2011, 11:04
Bislang ist eine ganz wichtige Frage noch gar nicht gestellt worden:

Hat das Buch die Qualität, ein »Fachbuch« - ein »Must-have« in seiner Zielgruppe zu sein oder zu werden? Dann würde ich sogar auf € 24,80 gehen. Die angenommene Absatzzahl von 200 pro Jahr belegt doch eindeutlg, dass es sich hier um ein Nischenprodukt für Fans handelt. Und denen ist das Buch über ihr Hobby, ihre Leidenschaft und sein Inhalt meiner Meinung nach wichtiger als der Preis ...

Und dabei würde ich genau recherchieren, wie ich am günstigsten an die Buchproduktion komme. Schließlich muss etwas für die Arbeit und den Aufwand hängenbleiben ...

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LG - matthias

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Re: Buchpreis wählen: 19,90 versuchen oder auf 22,90 gehen?

BeitragVerfasst am: 11.12.2011, 12:02
Hallo Jenne,

jenne hat Folgendes geschrieben:
Das macht mit 19,90 € Buchpreis bei tredition.de etwa 35 Cent Gewinn pro Buch über den Buchhandel und über die Website von Tredition knapp 5 €/Buch. Macht das Sinn oder ist das zu knapp.


Als ich vor drei Jahren meinen Autoren-Ratgeber veröffentlichte, stand ich vor der gleichen Frage. Meine Überlegung war damals, dass angesichts der häufigen Probleme bei Amazon mit book on demand veröffentlichten Büchern die meisten Bestellungen über meine Homepage oder direkt über mich laufen würden und somit über den Shaker-Media-Shop.

Die erste Zeit stimmte das auch, aber dann war das Buch auch problemlos über Amazon zu bekommen und seit langem läuft nahezu der gesamte Verkauf nur noch über Amazon.

Die Folge ist, dass ich mir praktisch keine Werbung mehr leisten kann, die Geld kostet Sad

Zitat:
Wir wissen auch nicht, über welchen Kanal das Buch am meisten verkauft wird.


Also geht lieber von der für euch ungünstigsten Variante aus.

Warum sollte sich jemand bei Tredition anmelden, um ein Buch zu kaufen, wenn er bereits bei Amazon registriert ist und es dort genauso gut bestellen kann?

Zitat:
Oder wir gehen auf 22,90 €, dann haben wir ca. 1,50 € pro Buch über den Buchhandel und knapp 7 € bei Tredition.


Wie gesagt, Tredition würde ich bei den Berechnungen außen vor lassen.

Zitat:
Aber wir fürchten, 22,90 € schreckt deutlich mehr ab als 19,90 €. Was meint ihr?


Natürlich kann der Preis abschrecken. Aber damit muss man als Self Publisher leben. Wenn ihr dieser Argumentation folgt, findet ihr überhaupt keinen Preis, der nicht den einen oder anderen abschrecken könnte.

Wie Matthias schon schrieb, wenn ihr mit eurem Buch tatsächlich eine Marktlücke füllt, solltet ihr überlegen, ob ihr nicht sogar noch ein oder zwei Euro raufgehen könnt. Ihr schafft euch damit bedeutend mehr Freiräume für die Werbung.

Noch mal durchrechnen würde ich allerdings, ob ihr nicht bei einem anderen Dienstleister günstiger wegkommen würdet.

Beste Grüße

Heinz

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...

BeitragVerfasst am: 11.12.2011, 12:24
CeKaDo hat Folgendes geschrieben:

Ich biete mein dreihundertseitiges Taschenbuch für 19,90 € an und es verkauft sich hübsch. Das gleiche Buch als Hardcover für 24,90 € hat sich bislang pro Buch sage und schreibe vier Mal in 2 Jahren verkauft.



Bei mir sind die Preisunterschiede zwischen Softcover und Hardcover noch krasser.

Mein Buch "Kindergedichte" kostet als Softcover 6,90 €, als Hardcover jedoch 19,98 € - und das, obwohl ich am Hardcover gerade noch 0,03 € pro Buch verdiene. Ich denke das liegt am Maxiformat (= DIN A 4).

Beste Grüße

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BeitragVerfasst am: 11.12.2011, 15:05
Nachtrag: Bei meinen Ausführungen über den Vergleich, den tredition mit Bod und epubli anstellt, bezog ich mich auf diese Seite:

http://www.tredition.de/buch-veroeffentlichen/vorteile-tredition/self-publisher-vergleich

Die Seitenzahl ist so gewählt, bei den 200 Seiten mit 9.99 Euro, daß sie bei BoD und epubli nicht kostendeckend sind. Daß bei Verkäufen über den Buchhandel bei tredition alledings nur 9 Cent pro Buch anfallen zeigt, daß dieses Format bei tredition gerade so kostendeckend ist und sich für den Autor eigentlich nicht lohnt.

Wie schon oben geschrieben: Bei 100 Seiten ist BoD unschlagbar: Weder bei epubli noch bei tredition ist das kostendeckend. Bei BoD kann man mit einem 100 Seiten Taschenbuch bei 6.99 immerhin 99 Cent pro Buch verdienen. Es lohnt sich also wirklich, die Preise zu vergleichen, zumal die Bücher bei BoD die gleiche Verbreitung in Online-Shops und Buchläden haben wie bei tredition.

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