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Buchpreisbindung: Vermarktungsfrage

BeitragVerfasst am: 15.06.2008, 18:55
Hallo guten Tag,

ich möchte ein Buch bei BoD auflegen und zusätzlich über eine Internetseite als E-Book herausgeben. Darf ich das?

Oder bekomme ich dann Ärger wegen der Buchpreisbindung?
 
  bod-tester 
 
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BeitragVerfasst am: 15.06.2008, 19:03
Hi,
erstmal herzlich willkommen im Forum.

Zu deiner Frage:
Kann ich nicht sagen, aber bedenke die Vertragsbindung an BOD von 5 Jahren. Könnte sein, dass dies dich hindert, das Werk anderweitig während dieser Zeit zu veröffentlichen. Bin mir aber nicht sicher. Am besten bei BOD direkt nachfragen, was genau du vorhast. Ansonsten wird dir bestimmt der ein oder andere Teilnahmer weiterhelfen können.

LG

Lorenz
 
  LOFI 
Gast 
 
 
   
   

BeitragVerfasst am: 15.06.2008, 19:17
Die Frage wäre, ob der Vertrag von BoD das zuläßt. Ob Du also den Titel auch anderweitig verwerten darfst.

Grundsätzlich bestehen aus Buchpreisbindungssicht keine Bedenken, da das eBook ein eigenständiges Produkt ist, für das Du auch einen gesonderten Preis festsetzen kannst. EBooks erhalten z.B. deshalb auch in der Regel eine eigene ISBN, um sie vom Printprodukt des Titels unterscheiden zu können. Das eBook als solches unterliegt dann jedoch wieder der Buchpreisbindung, Du darfst es also nicht günstiger als dem offiziellen VK anbieten.
 
  lverlag 
 
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BeitragVerfasst am: 15.06.2008, 19:26
Vielleicht noch ein kleiner Nachtrag, weil ich vorher nicht daran gedacht habe.

Der Börsenverein vertritt m.W. immer noch die Meinung, dass eBooks nicht der Buchpreisbindung unterliegen. So war es zumindest noch vor einem Jahr. Dazu gab es auch mal ein Gutachten, dass der Börsenverein veröffentlicht hat.

Die obige Meinung, dass eBooks der Buchpreisbindung unterliegen ist also meine eigene Meinung, da ich die Begründung des Börsenvereins nicht für schlüssig halte.
 
  lverlag 
 
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BeitragVerfasst am: 15.06.2008, 19:49
Hallo,

lverlag hat Folgendes geschrieben:
EBooks erhalten z.B. deshalb auch in der Regel eine eigene ISBN, um sie vom Printprodukt des Titels unterscheiden zu können.


Bist du dir da sicher? Ich kenne es eigentlich nur, dass eBooks eine DOI erhalten koennen.

Beste Gruesse,

Heinz.

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  hawepe 
 
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BeitragVerfasst am: 15.06.2008, 19:52
Hallo,

lverlag hat Folgendes geschrieben:
Die obige Meinung, dass eBooks der Buchpreisbindung unterliegen ist also meine eigene Meinung, da ich die Begründung des Börsenvereins nicht für schlüssig halte.


Ich kenne das Gutachten des Boersenvereins nicht, aber aus der Begruendung zugunsten der Buchpreisbindung lese ich eigentlich heraus, dass es fuer eBooks keine Buchpreisbindung geben kann.

Wie begruendest du denn deine Meinung?

Beste Gruesse,

Heinz.

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  hawepe 
 
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BeitragVerfasst am: 15.06.2008, 19:57
hawepe hat Folgendes geschrieben:
Hallo,

lverlag hat Folgendes geschrieben:
EBooks erhalten z.B. deshalb auch in der Regel eine eigene ISBN, um sie vom Printprodukt des Titels unterscheiden zu können.


Bist du dir da sicher? Ich kenne es eigentlich nur, dass eBooks eine DOI erhalten koennen.

Beste Gruesse,

Heinz.


Hallo Heinz,

unter Punkt 3. des ISBN-Handbuches kann man das nachlesen.

Macht aus meiner Sicht auch Sinn, da sich ein eBook als eigenständiges Produkt darstellt.

beste Grüße
André

edit: wollte den Link zum ISBN-Handbuch noch anfügen:
http://www.german-isbn.de/isbn_frame.html

Entscheidend ist der Punkte der 'digitalen Kopien von gedruckten monographischen Publikationen'


Zuletzt bearbeitet von lverlag am 15.06.2008, 20:04, insgesamt einmal bearbeitet
 
  lverlag 
 
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BeitragVerfasst am: 15.06.2008, 20:01
hawepe hat Folgendes geschrieben:
Hallo,

lverlag hat Folgendes geschrieben:
Die obige Meinung, dass eBooks der Buchpreisbindung unterliegen ist also meine eigene Meinung, da ich die Begründung des Börsenvereins nicht für schlüssig halte.


Ich kenne das Gutachten des Boersenvereins nicht, aber aus der Begruendung zugunsten der Buchpreisbindung lese ich eigentlich heraus, dass es fuer eBooks keine Buchpreisbindung geben kann.

Wie begruendest du denn deine Meinung?

Beste Gruesse,

Heinz.


Hallo Heinz,

spontan kann ich das gar nicht mehr sagen. Ich hatte mir das Gutachten damals ausgedruckt und durchgelesen, und der Börsenverein kam auch nicht zu einem eindeutigen Ergebnis sondern hielt es aufgrund der Abwägung der Gesamtumstände für gerechtfertigt, eBooks nicht der Buchpreisbindung zu unterwerfen.

Ich weiß noch, dass das Gutachten sehr sehr schwammig abgefaßt war, weil sich der Börsenverein wohl selbst nicht einer eventuellen Haftungsgefahr aussetzen wollte.

Ich habe die Thematik dann vor ein paar Monaten auch mal mit meinem Anwalt besprochen, und der meinte auch, dass es sicherer wäre eine Buchpreisbindung anzunehmen, so lange keine eindeutige gesetzliche Regelung vorhanden ist.

Im Detail müßte ich mir das Gutachten nochmals anschauen, um zu sagen, was genau mich zu meinem abweichenden Urteil brachte. Da ich persönlich aber nicht beabsichtige eBooks zu 'verramschen' war das Ergebnis für mich auch eher sekundär.

beste Grüße
André
 
  lverlag 
 
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BeitragVerfasst am: 15.06.2008, 21:52
Hallo André,

lverlag hat Folgendes geschrieben:
unter Punkt 3. des ISBN-Handbuches kann man das nachlesen.


Stimmt Smile Dabei habe ich das ISBN-Handbuch schon einige Male durchgelesen, aber immer mit Blick auf Printmedien.

ISBN fuer eBooks hiesse allerdings, dass man eine ISBN UND eine DOI benoetigt, mit den entsprechenden Kosten natuerlich. Und eigentlich erscheint mir hier eine DOI sinnvoller, denn was nuetzt eine ISBN? Ueber die "Lieferbarkeit" sagt die doch wenig aus.

Mit der DOI kann man sie zumindest theoretisch finden. Wie das praktisch aussieht, weiss ich noch nicht, weil mir das System noch nicht so ganz klar ist.

Leider scheint das ein Thema zu sein, das bestenfalls eine Handvoll Autoren interessiert. Meine Versuche, da mehr in Erfahrung zu bringen, sind bislang alle gescheitert Sad

Beste Gruesse,

Heinz.

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  hawepe 
 
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BeitragVerfasst am: 15.06.2008, 22:29
Ich denke bei e-books liegt keine Buchpreisbindung vor. Bei Tredition ist es möglich die Option zu wählen, dass der Leser selber den Kaufpreis für das e-book bestimmen kann, wenngleich es über einem bestimmten Betrag sein muss. Das würde gegen die Buchpreisbindung verstoßen, oder liege ich da falsch?
Die e-books haben dort auch alle eine ISBN, welche nicht die gleiche ist, wie bei der Printbook Version.

@bod-tester: Vielleicht wäre Tredition dann auch eine Option für dich, da der Verlag auch bei bod drucken lässt. www.tredition.de. Bei Fragen kannst du mir gerne eine pn schreiben.

Lg. Yvonne

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BeitragVerfasst am: 16.06.2008, 07:40
hawepe hat Folgendes geschrieben:
...
lverlag hat Folgendes geschrieben:
unter Punkt 3. des ISBN-Handbuches kann man das nachlesen.


Stimmt Smile Dabei habe ich das ISBN-Handbuch schon einige Male durchgelesen, aber immer mit Blick auf Printmedien.

ISBN fuer eBooks hiesse allerdings, dass man eine ISBN UND eine DOI benoetigt, mit den entsprechenden Kosten natuerlich. Und eigentlich erscheint mir hier eine DOI sinnvoller, denn was nuetzt eine ISBN? Ueber die "Lieferbarkeit" sagt die doch wenig aus.

Mit der DOI kann man sie zumindest theoretisch finden. Wie das praktisch aussieht, weiss ich noch nicht, weil mir das System noch nicht so ganz klar ist.

Leider scheint das ein Thema zu sein, das bestenfalls eine Handvoll Autoren interessiert. Meine Versuche, da mehr in Erfahrung zu bringen, sind bislang alle gescheitert Sad

Beste Gruesse,

Heinz.


Hallo Heinz,

ISBN und DOI erfüllen eigentlich zwei unterschiedliche Zwecke.

Die DOI dient der erleichterten Wiederauffindbarkeit von digitalen Produkten im Internet. Das können ganze eBooks, Audio- oder Videodateien, oder einzelne Buchkapitel oder einzelne Seiten aus eBooks z.B. als Leseproben sein.

Der Ablauf ist recht simpel. Als Verlag bzw. Anbieter eines Dokumentes registriert man sich bei einer DOI-Agentur, die dem Anbieter ein sog. DOI-Präfix zuordnet. Der Anbieter registriert daraufhin ein digitales Dokument bei der Agentur (z.B. ein eBook) und vergibt für dieses ein DOI-Suffix. Das Dokument hat also nun eine eindeutige Kennzeichnung aus DOI-Präfix/DOI-Suffix. Nun hinterelgt man bei der Registrierung des Dokumentes noch die Information, unter welcher Adresse dieses Dokument beim Verlag heruntergeladen werden kann, z.b. www.DOIVerlag.de/Content/eBook2. Der Link, der ins Internet gesetzt wird, ist der Link zu der DOI-Agentur in Verbindung mit der DOI z.B. http://dx.doi.org/10.450/211112252. Klickt man nun diesen Link an, wird man zuerst auf die Seite der Agentur geleitet und dort erfolgt eine Weiterleitung auf das Dokument auf dem Server beim Verlag.

Sinn und Zweck ist es, dass der Verlag bei einer geänderten Speicherstruktur auf seinen Servern nur noch den Verweis auf das Dokument bei der DOI-Agentur ändern muß, und alle Anfragen automatisch dorthin geleitet werden, denn extern bleibt ja immer der Link zu der DOI-Agentur bestehen.

Hier kann man einiges zu dem Thema nachlesen:
http://www.bisag.de/sixcms/detail.php?id=101143

Eine ISBN macht aber m.E. auch für eBooks weiterhin Sinn, da DOI's auch einzelne downloadbare Seiten eines Buches kennzeichnen können, während die ISBN ja ein gesamtes Werk identifiziert. Aber so 100%ig habe ich mich damit auch noch nicht beschäftigt. Es kann durchaus sein, dass am Ende die ISBN für eBook auch überflüssig wird.

beste Grüße
André
 
  lverlag 
 
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BeitragVerfasst am: 16.06.2008, 07:49
Yuki hat Folgendes geschrieben:
Ich denke bei e-books liegt keine Buchpreisbindung vor. Bei Tredition ist es möglich die Option zu wählen, dass der Leser selber den Kaufpreis für das e-book bestimmen kann, wenngleich es über einem bestimmten Betrag sein muss. Das würde gegen die Buchpreisbindung verstoßen, oder liege ich da falsch?
Die e-books haben dort auch alle eine ISBN, welche nicht die gleiche ist, wie bei der Printbook Version.
...


Hallo Yvonne,

m.W. gibt es noch keine klare rechtliche Regelung zu diesem Problem. Alle Anbieter fischen diesbezüglich noch im Trüben und jeder legt die bestehenden Gesetze so aus, wie er es für richtig hält Smile

Du hast natürlich recht, dass die Festsetzung eines höheren Preises auch gegen die Buchpreisbindung verstoßen würde. Wenn tredition diese Funktion bietet, scheinen die auch von einer fehlenden Buchpreisbindung auszugehen. Ich kenne tredition nur oberflächlich, und weiß nicht, bei wem letztlich das Risiko liegt, wenn sich tredition hier irren sollte.

beste Grüße
André
 
  lverlag 
 
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BeitragVerfasst am: 16.06.2008, 08:27
lverlag hat Folgendes geschrieben:
Vielleicht noch ein kleiner Nachtrag, weil ich vorher nicht daran gedacht habe.

Der Börsenverein vertritt m.W. immer noch die Meinung, dass eBooks nicht der Buchpreisbindung unterliegen. So war es zumindest noch vor einem Jahr. Dazu gab es auch mal ein Gutachten, dass der Börsenverein veröffentlicht hat.

Die obige Meinung, dass eBooks der Buchpreisbindung unterliegen ist also meine eigene Meinung, da ich die Begründung des Börsenvereins nicht für schlüssig halte.


Hallo!
Bei Shaker Media kann man auch E-Books veröffentlichen. Separat oder neben der Veröffentlichung als Buch. Bei fast allen Angeboten stand der Preis von 3 €uro. Vielleicht deshalb, weil man kein reales Buch mit Umschlag zum Anfassen hat???
 
  Dozen-Roses 
Gast 
 
 
   
   

BeitragVerfasst am: 16.06.2008, 08:27
Hallo André,

lverlag hat Folgendes geschrieben:
Sinn und Zweck ist es, dass der Verlag bei einer geänderten Speicherstruktur auf seinen Servern nur noch den Verweis auf das Dokument bei der DOI-Agentur ändern muß, und alle Anfragen automatisch dorthin geleitet werden, denn extern bleibt ja immer der Link zu der DOI-Agentur bestehen.


Das hatte ich bereits befuerchtet Sad

Verlage bzw. Online-Shops, die keinen Errorcode 301 mitsamt Weiterleitung hinbekommen, sollen die Eintraege bei der DOI-Agentur pflegen.

Zitat:
Eine ISBN macht aber m.E. auch für eBooks weiterhin Sinn, da DOI's auch einzelne downloadbare Seiten eines Buches kennzeichnen können, während die ISBN ja ein gesamtes Werk identifiziert. Aber so 100%ig habe ich mich damit auch noch nicht beschäftigt. Es kann durchaus sein, dass am Ende die ISBN für eBook auch überflüssig wird.


Oder die DOI?

Natuerlich gibt es Unterschiede zwischen ISBN und DOI. Aber das eigentliche Problem bei eBooks ist, dass sie unter Umstaenden fuer eine Datei stehen, die faktisch nirgendwo zu finden ist. Und im Gegensatz zu realen Buechern sind eBooks bisher auch nicht in Bibliotheken zu finden. Die derzeitigen Promillebruchteile kann man jedenfalls nicht ernstnehmen.

Vielen Dank für deine Erklaerung,

Heinz.

PS: Wie so oft hat sich auch dieser Thread von der Ursprungsfrage entfernt, aber da konnte die einzige Antwort wirklich nur sein, BoD zu fragen.

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  hawepe 
 
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BeitragVerfasst am: 16.06.2008, 08:33
Dozen-Roses hat Folgendes geschrieben:
lverlag hat Folgendes geschrieben:
Vielleicht noch ein kleiner Nachtrag, weil ich vorher nicht daran gedacht habe.

Der Börsenverein vertritt m.W. immer noch die Meinung, dass eBooks nicht der Buchpreisbindung unterliegen. So war es zumindest noch vor einem Jahr. Dazu gab es auch mal ein Gutachten, dass der Börsenverein veröffentlicht hat.

Die obige Meinung, dass eBooks der Buchpreisbindung unterliegen ist also meine eigene Meinung, da ich die Begründung des Börsenvereins nicht für schlüssig halte.


Hallo!
Bei Shaker Media kann man auch E-Books veröffentlichen. Separat oder neben der Veröffentlichung als Buch. Bei fast allen Angeboten stand der Preis von 3 €uro. Vielleicht deshalb, weil man kein reales Buch mit Umschlag zum Anfassen hat???


Hier erkenne ich nicht ganz den Bezug zu meinem vorherigen Post Very Happy

Ist das nun ein Argument für oder gegen eine Buchpreisbindung für eBooks?
 
  lverlag 
 
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