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Butter bei die Fische

BeitragVerfasst am: 16.03.2010, 12:34
Hallo liebe Kolleginnen und Kollegen,
nachdem die Rubrik Buchvorstellungen noch nicht paßt, immerhin ist mein Buch noch nicht herausgegeben, und ich in diesem Forum mehr oder weniger schlaue Kommentare zu allen möglichen Beiträgen abgebe, möchte ich auch mal Butter bei die Fische geben und euch einige Leseproben.

Mein Buch ist immerhin fast fertig. Es fehlt noch die kritische Überprüfung von fünf LeserInnen (Alter zwischen 20 und 60) sowie das Thema Cover.

Die Proben gehen einmal quer durch das Buch, beginnend mit der berühmten Seite 5 und endend mit den letzten Seiten.

Alle Proben finden sich auf dieser Seite

Ich hänge mal keine Dateien an diesen Beitrag um den BoD-Server zu schonen. dozey

Achso: Genre - Fantasy

Gruß Uwe

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Re: Butter bei die Fische

BeitragVerfasst am: 16.03.2010, 14:19
buchselstabe hat Folgendes geschrieben:
möchte ich auch mal Butter bei die Fische geben und euch einige Leseproben.


Ich habe mir die Leseprobe 1, 2 und 3 kurz durchgelesen und dabei ... äh ... nun ja ... vielleicht fällt es dir selbst ja auch auf ... Falls nicht, achte auf die rot markierten Stellen! cheezy grin

Leseprobe 2 hat Folgendes geschrieben:
Die großen Schulferien im Jahre 1934 hatten soeben begonnen. Sieben lange Wochen lagen vor ihnen, bevor der Übertritt in die Mittelstufe anstand. Walter war wieder einmal bei Arnulf zu Besuch. Sie waren eben in die Küche gekommen, um etwas zu trinken. Von dem Heustaub, den sie beim Spielen in Nachbars Scheune aufgewirbelt hatten, waren sie ganz durstig geworden. Sie waren alleine. Arnulfs Mutter war kurz zum Einkaufen gegangen.

Die Salamanders wohnten in einem alten Bauernhaus. Es bestand nur aus dem Erdgeschoss und einem Dachboden. In das Dach hinein gebaut waren sein Zimmer und das Schlafzimmer seiner Eltern. Im Erdgeschoss befanden sich die restlichen Zimmer. Das Haus war sehr alt, die Auußenfarbe stark abgewaschen und der Putz bröselte teilweise von den Wänden. Die Dachziegel waren stark verwittert und an vielen Stellen mit Moos bewachsen. Der gesamte Boden im Erdgeschoss war mit Steinplatten belegt. Das sorgte zwar im Sommer für Kühle im Winter auch für kalte Füße.


Du hast ganz offensichtlich einen starken Hang zu Hilfsverben, was den Text ungenau macht. Vergleiche dazu diese zwei Zeilen aus der Leseprobe:

"Das Haus war sehr alt"
und
"Der Putz bröselte teilweise von den Wänden"

Bei welchem der beiden Sätze entsteht das bessere Bild im Kopf?

Ach ja ... smart nach "für Kühle" gehört ein Komma. smart

Bei der Leseprobe 1 hat mir der Einstieg nicht sonderlich gefallen. Da wird fünf Mal hintereinander das Selbe gesagt, und das auch noch in einem recht monotonen Satzstil:

Leseprobe 1 hat Folgendes geschrieben:
Es war der Reißer schlechthin.
Die Magische Post überschlug sich förmlich
Das hatte es seit Jahren nicht mehr gegeben.
Die magische Welt stand Kopf und war schockiert.
Man erging sich in wilden Spekulationen.


Inhaltlich sagt keiner der Sätze tatsächlich etwas aus, und es wirkt durch diesen atemlosen Stil wie fünf aufeinander folgende Ausgaben einer bestimmten Zeitung mit den ganz großen Buchstaben. cheezy grin

Den ersten Satz des zweiten Absatzes hätte ich ersatzlos gestrichen, weil dadurch eine Rückblende eingeleitet wird und die anfangs so reißerisch dargestellte Katastrophe relativiert wird.

Das ganz auf die Schnelle als kurzer Kommentar. Nichts muss - alles kann! thumb up

Grüße
Siegfried

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Siegfried

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BeitragVerfasst am: 16.03.2010, 14:53
Hallo Siegfried,

vielen Dank erst einmal.
Du bist ja richtig flott.

Deshalb stehen die Leseproben auch jetzt hier und nicht ein Auszug aus dem fertigen Buch. Guggst du - ohne Hilfsverben.

Ich werde mal in mich gehen - aber erst benötige ich etwas Abstand vom Text.

Gruß Uwe

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BeitragVerfasst am: 16.03.2010, 15:43
Uwe, vielleicht nicht nur Abstand, sondern auch jemanden, der den Text liest und kommentiert. Die berühmte "zweite Meinung" Smile

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BeitragVerfasst am: 16.03.2010, 16:38
Servus Beckinsale,

wenn ich bisher noch keine zweite Meinung eingeholt hätte, würde ich nichts sagen - aber es haben schon mehrere Leute den gesamten Text gelesen. Es gab lange Diskussionen nicht nur über den Inhalt, trotzdem fiel es niemanden bisher auf. (Und nein, es waren keine Leute, die sich mir gegenüber nicht ihre Meinung sagen trauen. Auch keine Personen, die leserisch nicht über die wöchentlichen Liebesromane hinausgekommen sind book )
Ok, ich schwächel noch an anderer Stelle, aber das ist behoben.

Also mache ich das, was ich immer mache - daran arbeiten und lernen.

Obwohl - wie war das mit künstlerischer Freiheit shocked eyes

Danke und Gruß Uwe

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BeitragVerfasst am: 16.03.2010, 18:17
Hallo Uwe,

Folgende Dinge sind mir aufgefallen:

Sehr viele Wortwiederholungen

Viele sehr ausführliche Beschreibungen, deren Bedeutung für den nachfolgenden Text nicht ersichtlich ist. Unterschätze nie die Phantasie deiner Leser.

Um etwas Wichtiges mitzuteilen verwendest du des Öfteren mehrere Sätze. Versuche hier mal das, was du ausdrücken willst, in einen einzigen Satz zu kleiden. Auch hier: Unterschätze dabei nie die Phantasie deiner Leser.

Ein altes Haus ist ein altes Haus. Und es bedarf nur ganz weniger (aber der für den weiteren Verlauf der Geschichte wichtigen) Details, damit sich der Leser dieses in seiner (eigenen) Phantasie vorstellen kann.

Sehr viele langatmige Dialoge hintereinander, die das Lesen und Begreifen erschweren.

Sehr viel nebensächliches, das den Lesefluss beeinträchtigt.

Besonders aufgefallen ist mir, dass der Text, je weiter man liest, besser wird. Will meinen:
In den ersten Passagen holprig, beginnt er am Ende zu fließen.

Ich weiß nicht, wie es mit deiner Zeit bestellt ist, denke aber dass dir nur kurze Zeitfenster zur Verfügung stehen, um an deinen Texten zu arbeiten. Wenn du dann mal die Möglichkeit hast, dich längere Zeit mit deinem Buch zu beschäftigen, merkt man das bei dir sofort. Ich habe zumindest das Gefühl, dass es so bei dir ist.
Das ist auch ganz natürlich, denn sich immer wieder neu in eine Geschichte einlesen müssen und dann den Faden weiterspinnen ist fast nicht möglich, weil die eigene Gemütsverfassung in der du dich befindest, jedes Mal wieder eine andere ist, und die schlägt sich im Text nieder.
Die Idee an sich gefällt mir gut, obwohl ich mich beim Lesen immer wieder dabei ertappte, voreilig Vergleiche mit einem gewissen Harry Potter heranzuziehen.

Gruß von
Klaus

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BeitragVerfasst am: 16.03.2010, 18:35
Hallo Klaus,
vielen Dank für deinen ausführlichen Beitrag.

Der Text entstand innerhalb der letzten 5 Jahre. D.h. tatsächlich war zuerst nur wenig Zeit zum Schreiben. Dazu muß man sich nicht nur in den eigenen Text reinschreiben, mit der Zeit wird man automatisch flüssiger.

Kurz nach der Hälfte des Buches begann bei mir die Zeit, in der ich intensiver und länger am Buch arbeiten konnte.

Das mit den Beschreibungen ist sicherlich auf meinen Beruf zurückzuführen. Wenn man dazu noch interkulturell arbeiten muß und mit Chinesen, Indern, Malayen und Iranern zu tun hat, kommt man automatisch dazu, jedes Fitzelchen genau zu beschreiben um wenigstens den Hauch einer Chance zu haben, etwas so zu bekommen, wie es sein sollte.
Ich werde daran arbeiten.

Das mit besagter bebrillter magischen Person ist so eine Sache.
Zumindest am Anfang könnte man da auf die Idee kommen. Aber das läuft sehr schnell komplett auseinander, so daß maximal ein Anfangsverdacht entstehen könnte. Ein Vergleich eh nicht.
Aber ich habe da ein Auge drauf. Das Thema ist mir duchaus bewußt.

Gruß Uwe

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BeitragVerfasst am: 16.03.2010, 20:07
Ja, Uwe, kenne ich, das sind die Leute, die sowas lesen, wie sie auch andere Sachen lesen. Ich lese so die c't, die InternetWorld, diverse andere Fachzeitschriften, die TV-Zeitung (wenn Sky mir wieder mal eine TVdigital aufdrängt, die Säcke <g>) usw. usf. - Bücher lese ich anders. - Manuskripte, wo es drauf ankommt, lese ich noch anderster. (Sorry, ich würd es dir anbieten, aber ich saufe sowieso ab in solchen Dingern.)

Du mußt dir einfach jemanden suchen, der das Werk so zerpflückt, als gäbe es irgendwo innen drin ein Geheimnis, einen Schatz. "Siegfried" wäre gut. Aber es gibt sicher noch andere Leute. Was du braucht, das sind keine Leseratten, was du bräuchtest ist eine

Manuskripthyäne!

Smile

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BeitragVerfasst am: 16.03.2010, 20:15
Momentan ist Neumond, aber bald steht er wieder am Firmament. Sein
blassgelbes Licht durchdringt meine Haut. Es brennt sich ein.
Ich fühle es, kann mich nicht wehren.
Grausame Schmerzen durchziehen meinen Körper während eine Verwandlung beginnt, die ich nicht vorhergesehen habe.
Nachdem Schock und Schmerzen überwunden sind, klaren sich meine Gedanken. Wo ist er, der Text?
Wie eine Hyäne stürze ich mich auf ihn, zerfleische alles.

cheezy grin

Ich werde darauf achten.
Wundert euch nicht, wenn ich die nächste Zeit etwas selten hier bin und gestresst wirke. book

Gruß Uwe

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BeitragVerfasst am: 16.03.2010, 21:03
Hallo Uwe,
Die Schrift passt gut zu Deiner Story. Aber wäre es nicht erstmals besser für die Zeit der Korrekturen eine Serifenschrift zu verwenden? Ich habe versucht Deinen Text nach Word zu kopieren, um ihn in Courier zu wandeln. Da kommt nur Salat heraus. Entweder hast Du einen Kopierschutz eingebaut, oder mein Word erkennt die Schrift nicht als Schrift, keine Ahnung. Andererseits konnte Siegfried ihn auch kopieren. Und Fräulein Hegemann will ihn doch sicher auch noch kopieren können.
cheezy grin
Gruß Thomas

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BeitragVerfasst am: 16.03.2010, 21:21
Hallo Uwe,

es ist sehr schwer, wenn nicht unmöglich, eigene Texte zu "zerfleischen". Du weißt, was du sagen willst. Die Kunst ist, so zu schreiben, dass deine Leser es auch wissen.

Grüße, Gabi

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BeitragVerfasst am: 16.03.2010, 22:38
Hallo Thomas,
ich habe das Original, von daher kann ich schnell auf andere Schriften wechseln, wenn ich möchte.
Das ist kein Thema.
Eigentlich sollten im PDF sogar die verwendeten Schriften eingebettet sein. Bewußt habe ich keinen Kopierschutz integriert.
Das nette Fräulein von nebenan darf mich auch anfragen - gegen eine kleine Lizens .......
Ansonsten - Intertextuell- oder wie hieß das?
Dann muß sie zumindest kreativ extrahieren.

@Gabi
Ich weiß, was du meinst. Jetzt zerfleische ich erst einmal, dann sehen wir weiter. Wenn ich in dem Tempo vorrankomme, wie heute Abend, werde ich, ohne Pause, am Wochenende fertig sein shocked eyes

Späßle gmacht.

Gruß Uwe

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BeitragVerfasst am: 17.03.2010, 00:34
Beckinsale hat Folgendes geschrieben:
Manuskripthyäne!


Geiles Wort! cheezy grin cheezy grin cheezy grin

Das ziehe ich mir auf A4-quer in 90pt und nagel es an meine Pinnwand!

thumb up

Grüße
Siegfried

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