 | CCC zur Urheberrechtsdebatte | Verfasst am: 29.03.2012, 23:37 |
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Wie Ihr sicher mitbekommen habt, erdreisteten sich 51 Tatort-Drehbuchschreiber, sich vor die Rechteinhaber und Verwerter zu stellen und die "Umsonstkultur" zu bejammern. Offensichtlich wurden die von unseren Zwangsgebühren finanzierten Fernsehkrimiautoren durch die Verwertungsindustrie zu ihrem Auftritt motiviert.
Der Chaos-Computer-Club hat ihnen auf einem sehr hohen Niveau der Argumentation geantwortet.
| Zitat: | Auch wir sind Urheber, sogar Berufsurheber, um genau zu sein. Wir sind Programmierer, Hacker, Gestalter, Musiker, Autoren von Büchern und Artikeln, bringen gar eigene Zeitungen, Blogs und Podcasts heraus. Wir sprechen also nicht nur mit Urhebern, wir sind selber welche.
Es wird daher keinen "historischen Kompromiß" geben, denn es stehen sich nicht zwei Seiten gegenüber, jedenfalls nicht Urheber und Rezipienten, sondern allenfalls prädigitale Ignoranten mit Rechteverwertungsfetisch auf der einen Seite und Ihr und wir auf der anderen, die wir deren Verträge aufgezwungen bekommen. |
Antwort auf den offenen Brief der Tatort-Drehbuchschreiber
Vom Urheberrecht nach ACTA profitiert in erster Linie nicht der Künstler, sondern die Verwertungsindustrie, die den Künstlern die unglaublichsten Verträge aufzwingt.
| Zitat: | | Das Tragische (im griechischen Sinne) ist doch, daß wir beide Opfer des Verwertungssystems sind. Ihr schuftet Euch seit Jahren für die Verwertungsindustrie ab und habt so viele Eurer Rechte weggegeben, daß weder Ihr noch Eure Nachfahren von der verlängerten Urheberrechtsschutzfrist etwas haben. Das ist bloß ein Verhandlungsmittel, mit dem Ihr zu reduzieren hofft, wie doll Euch die Verwertungsindustrie abzockt. Wir kämpfen eigentlich auf derselben Seite, aber Ihr merkt es nicht einmal. |
Wirklich lesenswert. Und ja, mit der Originalität der Tatorte ist es ja auch nicht soweit her, dass deren Autoren unbedingt den weitgehenden Schutz von kreativen Ideen einfordern könnten:
| Zitat: |
Die Verkürzung eines Schutzrechts ist dabei auch nur eins der Werkzeuge, um gerade Euch (oder besser gesagt Euch und uns) Fallstricke beim Ausüben unserer Berufe auszuräumen. Gerade Ihr solltet doch – bei der recht dünnen Menge potentieller Krimiplots [3]– verstehen, daß Plagiatsanwürfe beim Verwenden von Versatzstücken zu einem horrenden Minenfeld werden. Wir (jetzt in einer Rolle) als Softwareurheber bewegen uns seit zu langer Zeit schon in genau jenem Software-Trivialpatente-Minenfeld, wir verstehen ganz gut, wohin der Zug geht. |
Applaus für den CCC und weg mit ACTA! |
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W.Waldner |
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 | Re: CCC zur Urheberrechtsdebatte | Verfasst am: 29.03.2012, 23:50 |
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| W.Waldner hat Folgendes geschrieben: |
Applaus für den CCC und weg mit ACTA! |
Ich bin auch dafür: Freies Kopierrecht für jedermann!
Welche Bücher hast du nochmal veröffentlicht? Ich nehme an, du hast nichts dagegen, wenn ich die unter meinem Namen auf den Markt werfe und damit den einen oder anderen Euro verdiene ...
Deine Bücher sind nicht deine Bücher! Es sind jedermanns Bücher!
Und ich kann beim besten Willen nicht verstehen, warum Matthias (mtg) so viel Aufhebens um sein Kneipenbuch macht, aus dem jemand Anderes hemmungslos abgeschrieben hat!
Freies Kopierrecht für jedermann!!!
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Siegfried |
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 | | Verfasst am: 29.03.2012, 23:54 |
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Isautor |
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 | | Verfasst am: 30.03.2012, 00:08 |
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| Isautor hat Folgendes geschrieben: |  |
Die neueste Forderung von CCC und Piratenpartei:
Guttenberg, Koch-Mehrin und Chatzimarkakis haben wegen "Copy & Paste" ihre Doktor-Titel verloren. Dies ist umgehend zu revidieren! Alle drei müssen wieder in den Stand des "Dr." zurücversetzt und in der Politik wieder in Amt und Würden eingesetzt werden. Denn schließlich ist das wortwörtliche Abschreiben aus anderen Werken als aktive Demonstration gegen ACTA zu sehen!
Jeder darf aus anderen Werken so viel kopieren, wie er mag, und damit Geld verdienen!
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Siegfried |
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 | | Verfasst am: 30.03.2012, 00:15 |
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Mann!! Ich war grad dabei, auch so was zu basteln mit strg c + strg v.
warste schneller. Aber ich bin ein guter Verlierer.
Du willst nur keine Kopierfreiheit, weil du noch an der guten, alten Zeit hängst. Ist doch so. |
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Isautor |
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 | | Verfasst am: 30.03.2012, 00:24 |
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So zehn bis zwanzig Jahre Urheberrecht sollte man einem Autor schon geben, das finde ich auch richtig. Aber heute geht es ja um 70 Jahre nach dem Tod(!) des Autors.
Das bedeutet praktisch, dass viele Werke nach dem Ableben des Autors für die Nachwelt blockiert sind, weil die Klärung der Rechte nicht möglich oder zu aufwendig ist. Vor allem wird das für alle kleinen BoD-Autoren wie uns hier gelten. Die Bücher können dann nicht mehr verbreitet werden, weil zuerst jemand gefunden und gefragt werden müsste, ob der die Rechte hat und dazu abtritt.
Das ist ganz einfach nicht sinnvoll. Nach spätestens 20 Jahren sollte jedes Werk frei verbreitet werden können.
Selbstverständlich nur unter dem Namen des wirklichen Künstlers.
Dass Ihr das Problem mit den auf 70 Jahre blockierten Büchern verstorbener Autoren nicht sehen wollt, ist mir ein Rätsel. |
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W.Waldner |
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 | | Verfasst am: 30.03.2012, 00:34 |
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Nein, kapier ich nicht. Aber ich darf eben hier mein neues Sachbuch vorstellen:
@WW: Ich habe sogar einen ganz persönlichen Grund, dagegen zu sein. Aber den möchte ich hier nicht sagen. |
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Isautor
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Isautor |
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 | | Verfasst am: 30.03.2012, 00:38 |
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| W.Waldner hat Folgendes geschrieben: | | So zehn bis zwanzig Jahre Urheberrecht sollte man einem Autor schon geben, das finde ich auch richtig. |
Komisch.
Die Forderungen gehen doch dahin, den §31 UrhG und alle daraus abgeleiteten Veröffentlichungsrechte für nichtig zu erklären (Forderungskatalog der Piratenpartei).
Sobald ein Werk seine Erstvröffentlichung erlebt hat, darf frei kopiert werden! Von mir aus bleibt der Original-Autorenname erhalten. Stört ja nicht. Aber Geld verdiene ich dann mit der Zweit-Veröffentlichung, nicht der ursprüngliche Autor!
Soll sich der Autor sein Geld doch holen, von wem er mag - und sei es durch Mäzenatentum!
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Siegfried |
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 | | Verfasst am: 30.03.2012, 07:58 |
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hawepe |
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 | | Verfasst am: 30.03.2012, 08:19 |
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Hallo,
| W.Waldner hat Folgendes geschrieben: | | So zehn bis zwanzig Jahre Urheberrecht sollte man einem Autor schon geben, das finde ich auch richtig. Aber heute geht es ja um 70 Jahre nach dem Tod(!) des Autors. |
Ob es genau 70 Jahre sein müssen, darüber könnte man diskutieren.
Ich wäre z.B. für 55 Jahre. Wenn wir Glück haben, laufen ähnliche Diskussionen auch in anderen Ländern und haben wir irgendwann eine bunte Vielfalt an unterschiedlichen Schutzfristen. Das macht dann so richtig Spaß.
| Zitat: | | Dass Ihr das Problem mit den auf 70 Jahre blockierten Büchern verstorbener Autoren nicht sehen wollt, ist mir ein Rätsel. |
Weil es kein Problem ist. Aber wer Autoren übers Ohr hauen will, ist eben meistens kreativ und findet immer eine Begründung.
Lösungsvorschläge liegen längst auf dem Tisch, ihre Umsetzung scheitert ausschließlich daran, dass sie mit einer Enteignung von Autoren einhergehen sollen, was nach Welturheberrechtsabkommen unzulässig ist.
Im Prinzip laufen die Vorschläge darauf hinaus, dass Bücher ohne Zustimmung ihrer Urheber nachgedruckt werden dürfen, wenn sich die Urheber nicht mehr finden lassen oder unbekannt sind. Sollten sich Urheber melden, müssten sie natürlich nachhonoriert werden, sagt eine Minderheitsfraktion, hätten sie Pech gehabt, sagt eine Mehrheitsfraktion.
Letztere weiß allerdings, dass sie mit ihrer Position eine Enteignung von Autoren verlangt. Nun sind Enteignungen zwar eine Frechheit, wenn Kommunisten sie vornehmen, aber wackere Piraten, Christdemokraten, Grüne und Sozialdemokraten scheren solche Widersprüche selten. Das Volk ist schließlich so blöd, dass es das sowieso nicht merkt. Bloß gibt es eben auch noch die Verfassungsrichter und das Welturheberrechtsabkommen.
Beste Grüße
Heinz |
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 | | Verfasst am: 30.03.2012, 08:29 |
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Sich über die "70 Jahre nach dem Tod" aufregen, kann nur jemand der seine Erben nicht mag. In diesem Falle empfehle ich es jemand anderem als den leiblichen ungeliebten Verwandten zu vermachen.
Und ganz ehrlich, schreibt hier jemand was, was noch irgendjemanden in sagen wir mal in 100 Jahren interessiert? Goethe kriech hervor...
Die Unterstellung "search inside" gebe man nicht frei wegen Plagiat finde ich allerdings eine freche Unterstellung. Wer es frei gibt, gibt sein gesamtes Manuskript in die Hände von Google und Co. Mit Plagiat hat dies nichts zu tun, aber viel mit "nicht verschenken". |
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 | | Verfasst am: 30.03.2012, 08:35 |
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 | ... | Verfasst am: 30.03.2012, 10:14 |
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 | | Verfasst am: 30.03.2012, 10:46 |
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30 Jahre...also du denkst deine Enkelkinder werden mit theoretisch 50 sterben?
Und ja, hawepe hast natürlich recht, WW soll mal sein Buch hier kostenlos an alle Verteilen Wobei, Moment mal, einige Leute sind so verzweifelt, die verscherbeln ihre Texte tatsächlich bei Amazon für 0.99 Cent. Es sind übrigens die Bücher, die ich... sorry , niemals lesen werde, auch nicht kostenlos. |
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 | Re: CCC zur Urheberrechtsdebatte | Verfasst am: 30.03.2012, 12:13 |
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| Siegfried hat Folgendes geschrieben: | Und ich kann beim besten Willen nicht verstehen, warum Matthias (mtg) so viel Aufhebens um sein Kneipenbuch macht, aus dem jemand Anderes hemmungslos abgeschrieben hat!
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Siegfried, Du hast völlig Recht ... ich kann den auch nicht verstehen.
Soll er doch froh sein, dass er tage- und wochenlang in Archiven stöbern durfte, diametral durch die Republik fahren konnte, sich mit der nach der Testamentseröffnung heillos zerstrittenen Familie beschäftigen und sogar vermitteln durfte, dass er noch weitere Recherchekosten hatte ... und vor allem: Dass er Dinge der Vergessenheit entreißen konnte, die kein Anderer vor ihm herausgefunden hat. Das gehört sich natürlich nicht, dass man alleine davon profitieren möchte, das ist hochgradig unsozial.
Ich appelliere immer wieder an Matthias' Ehrgefühl, dass er stolz darauf sein muss, anderen die Möglichkeit eröffnet zu haben, all das vom Schreibtisch aus machen zu können, ohne auch nur einmal aus dem Stuhl aufstehen zu müssen.
Aber nein - mtg ist ja ein Sturkopf. Der ist in dieser Frage richtig un-, ach was: asozial.  |
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