 | Das macht man so! Oder: Die Macht des Herdentriebes | Verfasst am: 24.04.2009, 15:40 |
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Ich habe mich mal mit etwas versucht, angeregt durch einige Kolumnen. Das Thema war auch schnell gefunden, wenn man sich die Leute in einem kleineren Ort anschaut. Also dann:
Das macht man so! Oder: Die Macht des Herdentriebes
Ist Ihnen schon mal aufgefallen, daß es beim Menschen auch in alltäglichen Sachen einen Herdentrieb gibt? Es ist schon faszinierend mit anzusehen, wie sich manche Menschen abrackern, nur, weil sie Angst davor haben, daß andere über sie reden könnten. Genauso faszinierend ist es, wie Feiertage und Feste die Menschen umtriebig machen. Da werden die Fenster geputzt, die Straße gefegt (auch wenn sie sauber ist), der Rasen wird gemäht und was nicht alles. Fragt man die Leute, warum sie das machen, bekommt man immer dieselbe Antwort: "Weil man das so macht." Fragt man nach, wer denn das bestimmt, daß das gemacht werden muß, dann haben sie keine Ahnung.
Ja - wer bestimmt eigentlich, was wann gemacht werden muß? Die Antwort ist so simpel wie blöd - nämlich niemand. Irgendwie muß sich diese Marotte eingebürgert haben. Einer fängt an - und die anderen machen es nach. Eben Herdentrieb. Das kann man heutzutage noch immer gut beobachten. Wenn einer in der Straße anfängt zu fegen, dann dauert es nicht sehr lange, und die anderen machen es ihm gleich. Fenster putzen genauso. Rasen mähen ebenso. Es ist immer dasselbe. Einer fängt an und die anderen machen es nach. Auch wenn jemand eigentlich keine Zeit hat - aber es muß gemacht werden. Herdentrieb also.
Im Hinterkopf ist immer die Angst, daß andere was über sie sagen könnten. Menschen sind nun mal seltsam. Warum machen sich die Menschen dadurch das Leben schwer? Es kann doch anderen egal sein, ob man zum Beispiel zu Ostern keine frisch geputzten Fenster hat. Aber es gibt immer welche, die sich aufregen müssen. Dabei müßte ihnen klar sein, daß Lästern ein Zeichen von Minderwertigkeitsgefühl ist. Denn wer über andere lästert - andere schlecht macht - der will nur von sich selber ablenken, damit niemand merkt, daß sie selber schwach und voller Fehler sind. So ist das.
Gott sei Dank gibt es aber auch ein paar Individuen, denen es ziemlich wurst ist, was andere über sie denken oder erzählen, die sich nicht an diese seltsamen "Rituale" halten. Sie machen diesen Herdentrieb nicht mit. Eigentlich müßten diese Menschen bewundert werden, weil sie nicht mit dem Strom schwimmen. Aber leider ist das nicht der Fall. Im Gegenteil. Diese Individuen werden als seltsam, nachlässig, schlampig - kurz: als nicht normal bezeichnet. Eine Schande! Wer gibt den angeblich normalen Menschen das Recht, über andere zu urteilen? Niemand hat das Recht, über andere zu urteilen! Und deshalb, liebe Individuen: Macht weiter so! Euch brauchen wir! Es wäre doch langweilig, wenn alle gleich wären, nicht wahr? Jeder hat das Recht, so zu sein, wie er sein möchte!
Herdentrieb. Das ist das Bescheuertste, was es gibt. Menschen sind schon seltsam.
In diesem Sinne
Maren |
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MaKü |
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 | | Verfasst am: 25.04.2009, 15:05 |
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| Keine Frage, dass ich der Grundaussage des Artikels zustimme. Nur möchte ich noch etwas ergänzen: Die "seltsamen" Bräuche haben oft einen alten, längst vergessenen Ursprung. Dieser hatte zu seiner Zeit seine Berechtigung, ist aber durch die weitere Entwicklung gegenstandslos geworden. In diese Rubrik gehört ein Großteil unseres Brauchtums. Stellvertretend nenne ich hier nur die Osterfeuer und das Schützenwesen. - Arno Abendschön - |
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Arno Abendschön |
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 | | Verfasst am: 25.04.2009, 15:54 |
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 | | Verfasst am: 26.04.2009, 15:17 |
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Das ist ja lustig, mit dem Versuch, der da beschrieben wird
Zu Arno Abendschön: Da habe ich mich am Anfang wohl etwas falsch ausgedrückt. Ich danke dir für diese Erkenntnis! Brauchtum finde ich schön. Mit Ritualen meinte ich eher so simple Sachen wie z.B. vor irgendwelchen Festen das Haus wienern und die anderen Beispiele, die da aufgeführt sind (wenn einer anfängt, machen es alle nach). Vielleicht muß man ja bei uns im Ort leben, um zu wissen, was gemeint ist. Oder ich muß lernen, mich noch besser auszudrücken. |
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MaKü |
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 | | Verfasst am: 26.04.2009, 16:48 |
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| MaKü, du brauchst dir nichts vorzuwerfen. Ich habe dich doch mit Absicht missverstanden. - Arno Abendschön |
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Arno Abendschön |
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 | | Verfasst am: 07.02.2010, 09:58 |
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Eine sehr schöne Betrachtung eines fragwürdigen Phänomens! Hinter dem "Herdentum" verbergen sich meines Erachtens auch das Abgeben von Eigenverantwortung, die Unfähigkeit, Dinge zu hinterfragen, Unentschlossenheit, Sinnentleertheit und viele andere, überwiegend negativ besetzte Attribute.
Meine Unangepasstheit bezüglich solcher "Riten" begann bereits im frühen Kindesalter. Ich beteiligte mich z. B. nie an Schulhofprügeleien, die angeblich jeder "echte Junge" einmal mitgemacht haben muss. Mir stellte sich die Frage, was denn so erstrebenswert an Schmerzen, Blutergüssen und zerissenen Klamotten sein sollte.
Ich drängelte mich nie vor (und tue das auch heute noch nicht), weil sich mir ganz einfach nicht erschloss, worin der wahnsinnige Vorteil liegen sollte, irgendwas zuerst zu bekommen. Bei Unfällen gehöre ich nie zu den Schaulustigen, die dumm und absolut überflüssig rumstehen und ebenso überflüssige Kommentare zum Geschehenen abgeben.
Eine Gleichschaltung des Denkens und Handelns ist für mich gleichbedeutend mit der Verleugnung seiner Selbst, und inzwischen - im fortgeschrittenen Lebensalter - habe ich vielerorts den Status eines Exoten, eines Originals erlangt. Und dabei bin ich einfach nur ich. Die Normalen sind schon seltsam . . .
Gruß, Uwe |
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Goetkowski |
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