 | Das Paket | Verfasst am: 10.02.2010, 21:50 |
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Hallo erstmal...
Ich schreibe noch nicht sehr lange, aber es macht mir wirklich Spass! Auf alle Fälle möchte ich mich noch verbessern und ich würde gerne eure ehrliche, objektive Meinungen zu meinem Text hören. Bisher habe ich bloss Freundinnen oder Schulkameraden um Rat gebeten, aber ich denke kaum, dass die den Text wirklich objektiv anschauen konnten. Ich würde mich wirklich sehr über konstruktive Kritik freuen. Also dann - viel Spass beim Lesen!
Die Nacht war pechschwarz und ein heftiger Schneesturm tobte. Unzählige Schneeflocken tauchten aus dem schwarzen Nichts auf, wirbelten vor dem kleinen Fenster umher und wurden dann wieder von der Dunkelheit verschluckt. Fasziniert beobachtete ich dieses Schauspiel, vergass die vielen Leute um mich herum und merkte gar nicht, dass der kleine, wohlbeleibte Mann seine langwierige Ansprache beendet hatte und von der Bühne gestiegen war. Nun stand die Band Medley oben. Die Musik dröhnte mir aus den riesigen Boxen entgegen, aber ich hörte nur mit einem Ohr zu. Meine Gedanken kreisten um das unscheinbare, in braunes Packpapier gewickelte Paket. Ich drehte es in meinen Händen hin und her.
Der Gitarrist legte ein fantastisches Solo hin und ich sah, wie ein paar Leute anerkennend mit dem Kopf nickten. Ein Mann, vermutlich der Vater des Solisten, ergriff die Hand seiner Frau und die beiden schauten einander voller Stolz und Liebe an. Ich blickte über die Menge der Zuschauer. Ganz hinten, in der letzten Reihe, entdeckte ich einen schwarz gekleideten Mann. 'Nein!', dachte ich erschrocken und mir lief ein Schauer den Rücken hinunter.
Die Band spielte ein ruhigeres Stück. Die Scheinwerfer, die am Dachgiebel befestigt waren, wurden ausgeschaltet und der Raum wurde in schummriges Licht getaucht. Ich schaute wieder aus dem Fenster, der Schneesturm schien noch heftiger geworden zu sein. Verstohlen warf ich einen Blick nach hinten. Meine Hände zitterten und ich spürte, dass mir der Schweiss über die Stirn rann. Ganz unauffällig nahm ich mein Mobiltelefon hervor.
'4.Stock, holt mich SOFORT raus!' Wenige Sekunden nachdem ich die Nachricht abgeschickt hatte, kam auch schon die Antwort: '22:03:00 Fenster rechts.'
Ich warf einen Blick auf die Uhr. 'Noch vier Minuten. Ich wünschte, sie könnten mich auf einem anderen Weg hier rausholen. Solche selbstmörderische Übungen habe ich schon seit der Ausbildung nicht mehr gemacht', dachte ich nervös. Meine Hände zitterten. 'Was wenn...', überlegte ich, führte den Satz aber nicht zu Ende. Ich schloss kurz die Augen und atmete tief durch. Dann wandte ich meine Aufmerksamkeit wieder dem Geschehen auf der Bühne zu.
Die Sängerin kündigte das letzte Stück an. Während diesem letzten Lied trat ich ans Fenster und schaute dem Schneetreiben eine Weile lang zu. Nach einem erneuten Blick auf die Uhr lief ich zur Garderobe und zog mir den Schal und den Mantel über. Ich setzte mich wieder. Kurz darauf stand der Mann in der hintersten Reihe auf und bewegte sich direkt auf mich zu.
Die Musik war ohrenbetäubend laut, aber ich glaubte trotzdem durch den Lärm hindurch das leise, fern scheinende Geräusch eines Hubschraubers zu vernehmen. Zitternd vor Nervosität schaute ich abermals auf die Uhr. Die Leuchtziffern meiner Uhr zeigten 22:03:00 an.
Ich fuhr vom Stuhl hoch und rannte blitzschnell an dem bedrohlichen Kerl vorbei, direkt auf das Fenster zu. 'Zeig ihnen, dass du es immer noch drauf hast', versuchte ich mich selber zu ermutigen und dann sprang ich mit einem eleganten Salto mitten durch das Fenster. Ein lautes Klirren ertönte. Die Scheibe zersplitterte in unzählige Bruchstücke. Hinter mir hörte ich die Leute im Saal aufschreien. Eine tiefe Stimme hob sich deutlich von den anderen ab. Er rief lauthals meinen Namen, aber ich reagierte nicht darauf. Ganz nah an meinem Ohr pfiff ein Schuss vorbei.
Draussen war es eiskalt und die Ziegel schienen glatt gefroren zu sein. Ich rutschte das Dach hinunter. Beim Gedanken daran, dass es danach vier Stockwerke im freien Fall hinunter ging, wurde mir ganz mulmig zu Mute. Der Schnee auf dem Feld lag schon hoch, es hatte sicherlich rund einen halben Meter geschneit, aber das hätte nicht ausgereicht um eine weiche, sichere Landung zu garantieren. Da erkannte ich über mir etwas Dunkles, schnell Rotierendes.
'Na bitte, geht doch!', dachte ich erleichtert. Im nächsten Moment glitt ich auch schon auf dem Bauch über eine harte, mit feinen Rillen durchzogene Oberfläche. Zu spät streckte ich meine Hände schützend vor dem Kopf aus und ich prallte gegen etwas Hartes. Mein Kopf schien zu explodieren. Dann versank alles um mich herum in einer undurchdringlichen Finsternis.
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Huch, der Text sieht ja ellenlang aus, hier im Forum... Ich freue mich natürlich trotzdem über Kritik...
Gruss Tamira |
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Zuletzt bearbeitet von Tamira am 16.06.2010, 19:00, insgesamt 2-mal bearbeitet |
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Tamira |
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 | | Verfasst am: 11.02.2010, 18:07 |
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Sehr spannend!
Gefällt mir gut! Hätte wirklich Lust, weiterzulesen.
Man kann ja jetzt noch nicht erahnen, weshalb die Person flieht und ist wirklich gespannt darauf, wer das ist, wie es weitergeht...
Mir ist nur aufgefallen, dass du nicht - wie üblich - im Präteritum erzählst, sondern im Präsens. Aber irgendwie passt das zu der Story ganz gut.
Es macht die Geschichte noch spannender, da man sich nicht in der Vergangenheit glaubt.
Gruß,
Nico |
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 | | Verfasst am: 12.02.2010, 17:47 |
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Freut mich, dass es dir gefällt. =)
Ja, ich schreibe normalerweise auch im Präteritum, aber ich habe hier absichtlich Präsens gewählt, weil man dann das Gefühl kriegt, mitten drin im Geschehn zu sein. Die Ich-Perspektive unterstützt das noch, und mittlerweile kann ich diese Perspektive ganz gut leiden, weil ich dann nich vorgreife, was ich sonst zu tun plege...
Gruß Tamira |
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Tamira |
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 | | Verfasst am: 26.02.2010, 23:25 |
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Ich hab meine Kurzgeschichte (also auch den Prolog) ein wenig umgeschrieben und ins Präteritum gesetzt, da hab ich mir gedacht, ich sollts hier auch noch ändern.
Ich muss sagen, mir gefällt Präsens gerade für diese Szene besser, aber für den Kontext der Geschichte passt die Vergangenheitsform besser und drum hab ichs - nach längerem Nachdenken - doch noch umgeschrieben.
Ich würde mich sehr über Meinungsäußerungen, Kritiken, Verbesserungsvorschläge, etc. sehr freuen!
Gruß Tamira |
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Tamira |
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 | | Verfasst am: 05.06.2010, 17:04 |
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hey:D
Also ich finde die Geschichte spannend, obwohl ich manchmal die Stirn runzeln musste.
Zum Beispiel: als sie durch das Fenster springt, fliegen sehr viele Glasscherben umher, ist es da nicht realistischer, sie kommt mit ein paar Kratzern davon?
Und als sie gegen "etwas" stößt und das Bewusstsein verliert, frage ich mich ,was es ist, und ob es in deinen Absichten lag, dies so zu gestalten?
Ist es ein Vortrag oder eine Feier, auf der sie sich befindet?
Ich hoffe, es klingt nicht all zu.. genau .
lg, Nicole |
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_________________ Oscar Wilde :
" Ein Träumer ist jemand, der seinen Weg im Mondlicht findet und die Morgendämmerung vor dem Rest der Welt sieht.“ |
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 | | Verfasst am: 06.06.2010, 13:55 |
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Hey Nicole,
vielen Dank fürs Lesen und für deine Antwort.
Dass sie bei der zersplitterten Scheibe heil davon kommt, habe ich nicht absichtlich gemacht, das habe ich schlicht und einfach übersehen ... Danke für den Hinweis.
Hmm ... Nein, es war nicht meine Absicht, dass du nicht weisst was es ist. Eigentlich sollte man aus dem Text schliessen können, dass sie nicht runter fällt, sondern direkt in den Hubschrauber rutscht und den Kopf an der Innenwand anstosst. Aber vielleicht sollte ich es noch explizit hinschreiben, da das anscheinend nicht für alle klar ist.
Es ist unwichtig ob es ein Vortrag oder eine Feier ist. Aber da du schon gefragt hast: Es war ein kleines Weihnachtskonzert, das mich zu dieser Actionszene inspiriert hat.
Grüsschen Tamira |
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Tamira |
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 | | Verfasst am: 06.06.2010, 14:13 |
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dass sie nicht runter fällt, sondern direkt in den Hubschrauber rutscht und den Kopf an der Innenwand anstosst.
Das Unklare war für mich, dass sie sich erst nicht sicher ist ,ob der Hubschrauber schon so nah ist, ich hatte daher ein bild im kopf das er noch ungefähr 10 Meter weg ist und sie gegen.. irgendetwas anderes gerutscht ist
Aber mach dir keine Gedanken, wahrscheinlich war ich einfach nur neben der Spur.
lg ,Nicole  |
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 | | Verfasst am: 06.06.2010, 16:02 |
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Ach so!
Nein, sie war einfach sehr nervös und spielte deshalb mit dem Gedanken, dass der Hubschrauber nicht rechtzeitig kommen könnte. Ach, und sie hat ja auch die Rotorblätter des Hubschraubers über sich gesehen ("Da erkannte ich über mir etwas Dunkles, schnell Rotierendes.") und ist dann eben gegen die Wand geknallt, weil sie nicht schnell genug reagiert hat ... ^^ Verstehste?  |
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Tamira |
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