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Das wird ja immer teurer

BeitragVerfasst am: 30.08.2011, 14:06
Gerade bemühe ich den Preiskalkulator und falle aus allen Wolken. 320 Seiten kosten nun schon fast 20 Euro. Will ich unter 10 Euro bleiben, ist bereits bei 160 Seiten Schluss.

Jetzt mal ehrlich, wer bezahlt denn soviel Geld für einen völlig unbekannten Autor? Meine Biographie hat fast 600 Seiten, das wären 38 Euro. Ich teile diese schon jetzt in zwei Bände, glaube aber nicht, dass irgendjemand diese Bücher bestellt.

Das Resultat wird sein, wenn ich unter 10 Euro bleiben will, meine Bücher in mehreren Bänden zu veröffentlichen. Bis 80 Seiten 10 Euro kosten, das kauft dann auch keiner mehr.

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Re: Das wird ja immer teurer

BeitragVerfasst am: 30.08.2011, 14:17
Hadley hat Folgendes geschrieben:
Gerade bemühe ich den Preiskalkulator und falle aus allen Wolken. 320 Seiten kosten nun schon fast 20 Euro. Will ich unter 10 Euro bleiben, ist bereits bei 160 Seiten Schluss.


Niemand hindert dich, eine Auflagenproduktion durchzuführen. 200 Bücher zu 320 Seiten kosten pro Stück ca. 6,50 Euro (500 Stück ca. 5,50 Euro). Ein VK von 12 Euro ist also durchaus machbar.

Hadley hat Folgendes geschrieben:

Jetzt mal ehrlich, wer bezahlt denn soviel Geld für einen völlig unbekannten Autor? Meine Biographie hat fast 600 Seiten, das wären 38 Euro. Ich teile diese schon jetzt in zwei Bände, glaube aber nicht, dass irgendjemand diese Bücher bestellt.


Mal blasphemisch gefragt: Wer gibt 10 oder 12 Euro aus für eine Biographie von jemandem, den man nicht kennt? Was macht die Biographie kaufenswert?

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Siegfried

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Auflagenproduktion

BeitragVerfasst am: 30.08.2011, 14:48
Eine Auflagenproduktion nutzt mir nichts, wenn diese dann bei mir im Keller liegt und ich die Bücher z.B. über meine eigene Webseite verkaufen muss. Diese werden dann in keiner Rangliste geführt, was soll das also bringen? Das ist nur von Erfolg gekrönt,wenn ich z.B. eine Lesereise mache und die Bücher dann im Anschluss verkaufe. Aber, wie gesagt, diese Auflage taucht in keiner Verkaufsliste auf und wollen wir da nicht im Endeffekt alle rein?

Zudem, 500 Bücher a 5,50 Euro kosten mich 2.750 Euro. Wenn ich soviel Geld hätte, würde ich meine Bücher dann bei BOD verlegen? Überleg mal....

Meine Biographie heißt: "20 Jahre, lebenslänglich! Misshandelt, Missbraucht, Missraten? - Erinnerungen eines Heimkindes. "

Ich denke schon, dass es Leute geben wird, die das kaufen. Meinst Du nicht auch?

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BeitragVerfasst am: 30.08.2011, 15:11
Guten Tag,

ich verstehe Dein Problem. Und viel kürzen kannst Du vermutlich gar nicht.

Schon mal dran gedacht, völlig andere Wege zu gehen? Wie schaut es denn mit einem EBook - nur als EBook wohlgemerkt - aus? Da gibt es ganz andere Kalkulationsmöglichkeiten.

Liebe Grüße
Marlene

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Re: Auflagenproduktion

BeitragVerfasst am: 30.08.2011, 16:38
Hadley hat Folgendes geschrieben:
Eine Auflagenproduktion nutzt mir nichts, wenn diese dann bei mir im Keller liegt und ich die Bücher z.B. über meine eigene Webseite verkaufen muss. Diese werden dann in keiner Rangliste geführt, was soll das also bringen? Das ist nur von Erfolg gekrönt,wenn ich z.B. eine Lesereise mache und die Bücher dann im Anschluss verkaufe. Aber, wie gesagt, diese Auflage taucht in keiner Verkaufsliste auf und wollen wir da nicht im Endeffekt alle rein?


Eine ISBN besorgen, einen Eintrag ins VLB machen - und schon bist du für alle Buchhändler (inkl. Amazon) als Lieferant bekannt. Kein ausschließlicher Verkauf über Webseite oder Lesung, sondern ganz regulär über den Buchhandel.

Hadley hat Folgendes geschrieben:

Zudem, 500 Bücher a 5,50 Euro kosten mich 2.750 Euro. Wenn ich soviel Geld hätte, würde ich meine Bücher dann bei BOD verlegen? Überleg mal....


Weißt du ...
- BoD ist ein Anbieter, der ein Produkt zu einem bestimmten Preis ermöglicht
- Porsche ist ein Anbieter, der ein Produkt zu einem bestimmten Preis ermöglicht
- BoD nimmt für ein Buch von 320 Seiten einen bestimmten Preis - mit dem so mancher nicht einverstanden ist
- Porsche nimmt für seinen 911 Cabrio auch einen bestimmten Preis - mit dem so mancher nicht einverstanden ist.

Ich habe nicht das Geld, mir einen Porsche 911 Cabrio zuzulegen, weil Porsche für meinen Geschmack zu teuer ist ... Darf ich deshalb über Porsche jammern?

Das ist es, was mich bei solchen Aussagen wie "BoD ist viel zu teuer" immer ein wenig nervt. Bod ist nicht zu teuer - BoD ist erst dann zu teuer, wenn BoD nichts mehr verkauft.

Alles andere ist die Frage: Was bin ich bereit zu zahlen, um nicht mit 2.500 Euro in Vorleistung zu treten? Was bin ich bereit zu zahlen, um den von BoD angebotenen Vertriebsweg zu nutzen? Was bin ich bereit zu zahlen, um kein finanzielles Risiko einzugehen?

Diese Beträge sind der Zuschlag auf jeden Buchpreis. Wenn du in Vorleistung gehst, den Vertrieb als Eigen- oder Kleinstverlag übernimmst und das finanzielle Risiko selbst stemmen willst - ja, dann stimme ich dir zu, dann (und nur dann) ist der BoD-Buchpreis zu hoch.

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Bücher als E-Book

BeitragVerfasst am: 30.08.2011, 16:38
E-Books kommen für mich nicht in Frage. Bei meinem OpenTTD-Buch war mir das egal, bei meinen anderen Büchern nicht. Das DRM-System ist längst geknackt, man kann alle Bestseller, die als E-Book erschienen sind, als PDF von diversen Webseiten herunterladen.

Außerdem, und das ist Fakt: Niemals liest 320 Seiten am Bildschirm!

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BeitragVerfasst am: 30.08.2011, 16:48
Hallo Hadley,

bei allem Respekt vor deinem persönlichen Schicksal:
Du hast natürlich die Möglichkeit, dein Manuskript Agenturen oder Verlagen anzubieten. Ich würde die Verkaufsaussichten nicht zu hoch ansiedeln (egal ob das Buch 10 oder 30 € kostet), die Diskrepanz zwischen Betroffenem (=Autor) und Interessent (=Käufer) ist oftmals größer als gemeinhin angenommen wird.
Welchen "Gewinn" erzielt der Leser durch die Lektüre deines Buchs?
Diese Fragen musst du dir stellen, wenn du selbst vermarktest (ob bod oder andere Variante außerhalb klassischer Verlage).
Wenn du für dich schreibst ("Bewältigungsschreiben") oder für eine kleine Lesergruppe (die auch gerne bezahlt), bleibt dir immer noch bod-Fun.

Du beackerst ein schwieriges Terrain - da ist eine Käuferanalyse unumgänglich.

Haifischfrau

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BeitragVerfasst am: 30.08.2011, 17:07
Der Haifisch spricht wahre Worte. Ich beackere auch einen kleinen fachspezifischen Markt in dem ich zu meinem Glück noch massiv präsent bin, da ich unzählige Weseiten und auch Foren zu dem Thema mein eigen nenne.

Und trotzdem kommt wenig dabei rum...

Jeden Euro den man zusätzlich investiert (auch Leserreisen/Vorträge) will gut überlegt sein.
 
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Vergangenheitsbewältigung

BeitragVerfasst am: 30.08.2011, 17:17
Es ist wohl beides: Vergangenheitsbewältigung und Hilfestellung für Betroffene. Im ersten Teil meiner Biographie beschreibe ich die Lebenszeit zwischen 0 und 20 Jahre, die ich fast komplett im Heim verbracht habe. Der zweite Teil handelt von der Zeit danach.

Ich kann durchaus sagen, das ich meine "Vergangenheit" gut im Griff habe und etwas aus meinem Leben gemacht habe. Das Buch soll natürlich Betroffenen Mut machen, dass es durchaus machbar ist, trotz allem, was uns widerfahren ist, ein angenehmes und sorgenfreies Leben zu führen. Meine Kindheit war gefüllt mit allen, was sich kein Mensch ausdenken kann. Meine Therapeutin hat das Buch bereits gelesen und war sehr entsetzt und gleichzeitig erstaunt, wie völlig offen und scheinbar schmerzfrei ich mit meiner Kindheit und den dort entstandenen körperlichen und seelischen Grausamkeiten zurechtgekommen bin und heute damit umgehen kann.

Eine Lektorin hat das Buch gelesen und gemeint, sie habe noch nie etwas Derartiges zu lesen bekommen und noch niemanden erlebt, der sich dermaßen "seelisch vollkommen entblößt".

Speziell für eine Biographie halte ich 20 Euro für 320 Seiten nicht einmal für zu teuer. Für einen Roman ist es jedoch völlig indiskutabel. Im Bücherregal liegen alle Romane (meist Taschenbücher), mit 300 bis 500 Seiten für 10 Euro.

@Siegfried: Hast Du Erfahrung mit dem was Du beschreibst? Also ISBN besorgen und mittels eines Kleinverlages selbst als Verleger auftreten.

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BeitragVerfasst am: 30.08.2011, 17:20
Also Jenselina, ich kritisiere ja ungern Kollegen, aber
müßte es hier nicht heißen: "die Haifisch"? cheezy grin cheezy grin
Gruß mit Doppellach
Bernd

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Re: Vergangenheitsbewältigung

BeitragVerfasst am: 30.08.2011, 17:53
Hadley hat Folgendes geschrieben:
@Siegfried: Hast Du Erfahrung mit dem was Du beschreibst? Also ISBN besorgen und mittels eines Kleinverlages selbst als Verleger auftreten.


Nicht für mich, aber für jemand anderen.

Bei der deutschen ISBN-Agentur kauft man sich eine ISBN für eine Einmal-Veröffentlichung. Das kostet knapp 80 Euro. Die ISBN bekommt man dann zugeteilt bzw. zugeschickt.

Mit der ISBN erhält man auch das Formular zum Eintrag in das VLB (Verzeichnis lieferbarer Bücher). Der Eintrag ins VLB kostet derzeit 3 Euro pro Titel und Jahr.

Das eigentliche Problem ist die Versorgung des Buchhandels mit Büchern. Ob bei einem Selbstverleger mit einem einzelnen Titel eine Anbindung an einen Bücherwagen möglich bzw. sinnvoll ist, muss bezweifelt werden. Ebenso die Frage nach Remission des Buches. Da wären vermutlich andere Vertriebsmöglichkeiten wie eine Rabattstaffel für den Buchhandel bei Verzicht auf die Remission besser.

Genaueres dazu gibt es beim Autorenhaus-Verlag als Fachbuch:

http://www.amazon.de/Mini-Verlag-Verlagsgr%C3%BCndung-Selbstverlag-Kleinverlag-Verlagsmarketing/dp/3932909852/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1314719603&sr=8-1

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Re: Vergangenheitsbewältigung

BeitragVerfasst am: 30.08.2011, 18:07
Siegfried hat Folgendes geschrieben:


Mit der ISBN erhält man auch das Formular zum Eintrag in das VLB (Verzeichnis lieferbarer Bücher). Der Eintrag ins VLB kostet derzeit 3 Euro pro Titel und Jahr.


Es wird die Mindestgebühr fällig, also 79 Euro/Jahr netto.
 
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BeitragVerfasst am: 30.08.2011, 18:44
@ Bernd, danke dass du mich vor einer unfreiwilligen Geschlechtsumwandlung bewahrt hast. Obwohl ich mir nicht vorstellen kann, dass Jenselina mit seinem Wünsch-dir-was-Stab soweit gehen würde, und einem Haifisch ... (näher muss ich mich nicht vorwagen....)

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Re: Vergangenheitsbewältigung

BeitragVerfasst am: 30.08.2011, 18:52
Sacher-Masoch hat Folgendes geschrieben:
Siegfried hat Folgendes geschrieben:


Mit der ISBN erhält man auch das Formular zum Eintrag in das VLB (Verzeichnis lieferbarer Bücher). Der Eintrag ins VLB kostet derzeit 3 Euro pro Titel und Jahr.


Es wird die Mindestgebühr fällig, also 79 Euro/Jahr netto.


Korrekt.

Ich habe gerade gesehen, dass die 3 Euro pro Titel und Jahr auch nicht mehr aktuell sind. Mittlerweile sind es 3,40 Euro pro Titel und Jahr.

Die aktuelle Preisliste kann man hier einsehen:

http://www.vlbcms.de/files/vlb_preisliste_verlage_2011_rz_web.pdf

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BOD-Verlag und die Preise

BeitragVerfasst am: 30.08.2011, 23:56
Es ist ja nicht so, dass ich nicht vollauf mit BOD zufrieden bin. Trotz langer Recherche habe ich keinen vergleichbaren Verlag gefunden.

Meine "persönliche Schmerzgrenze" liegt bei 15 Euro für ein Buch mit 240 Seiten. Meine nächsten Bücher werden einfach die 240 Seiten Grenze nicht überschreiten.

Und wenn man das Format 17x22 nimmt, keine Leerzeilen zwischen den Absätzen macht (beliebtes Mittel um Seiten zu schinden), Kapitel auch mal links anfangen lässt (auch beliebtes Mittel um Seiten zu schinden), die Überschriften nicht zu groß gestaltet und die Rahmen optimiert, kann man wesentlich mehr Text in seinem Buch unterbringen.

Also, frisch ans Werk. Wer mein Buch für 14,90 Euro bei 240 Seiten nicht kaufen möchte, der soll's halt bleiben lassen.

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