Forum für Books-on-Demand-Autoren » Textvorstellung: Prosa » Der Betreute Bewohner 50/2011
Hier klicken, um Mitglied zu werden  Hier klicken, um Mitglied zu werden » Der Betreute Bewohner 48/2011
» Der Betreute Bewohner 49/2011

Der Betreute Bewohner 50/2011

BeitragVerfasst am: 29.12.2011, 13:56
Nr. 50/2011 29.12.2011

Der Betreute Bewohner

Ein Blatt für die Bewohner des Hauses Sieker Landstr. 33
Unabhängiges Kampfblatt für Toleranz und Verständnis

Weihnachten
Nicht jeder hat den Sinn verstanden Seite 2

Das „Wilde Heer“ oder „Lützows wilde Jagd“ Seite 3


Der Betreute Bewohner wünscht allen Lesern

Ein Schönes Neues Jahr
und
vor allem Gesundheit

Veranstaltungen:
Spruch der Woche

Wer Misstrauen sät, ernährt die Boshaftigkeit
Horst Friedrich


Weihnachten
Nicht jeder hat den Sinn verstanden

Bei manchen Menschen ist der Sinn des Weihnachtsfestes nicht angekommen. Das musste auch Anna am Heiligabend erfahren.
Gut, Anna hat es auch nicht gerade leicht. Sie ist schon etwas älter und sitzt nach einem anstrengenden Arbeitsleben im Rollstuhl. Durch die sitzende Lebensweise ist sie auch etwas rundlich geworden…
Feierlich gestimmt, sie wollte eine Veranstaltung in einer entfernten Kirche besuchen, saß Anna in ihrem elektrischen Rollstuhl an der Bushaltestelle. Sie hatte Glück, denn eben in dem Augenblick kam der Bus um die Ecke.
Erwartungsvoll rollte Anna ein wenig in Richtung Bordstein. Komisch, der Bus wurde nicht langsamer. Anna konnte den Fahrer sehen, er blickte auch in ihre Richtung - sauste aber mit einem Affenzahn an ihr vorbei…
Sauerei, der Junge hatte Anna absichtlich stehen lassen … und das an Weihnachten.!
Aber es sollte noch besser kommen. Langsam trafen weitere Personen ein, die auch den nächsten Bus nehmen wollten. Man rottete sich am Bordstein zusammen und mitten in dem Pulk Anna auf ihrem Elektrischen.
Der Bus hielt auch, wie es sich gehörte, der Fahrer fuhr die Rampe raus und die Umstehenden stürmten ohne Rücksicht auf die Rolli-Fahrerin den Bus und blieben einfach in dem Raum neben der Tür stehen. Es waren nämlich alle Sitzplätze besetzt und in dem Gang zwischen den Sitzen wollte keiner stehen.
Und Anna? Die stand nun auf ihrer Rampe und kam nicht weiter, denn die Fahrgäste machten keine Anstalten ihr etwas Platz zu machen. Sie konnte ja auch nicht einfach drauf los fahren… Man war schließlich zivilisiert…
Irgendwann fiel dem Fahrer auf, dass die Tür blockiert war. Er schwang sich also von seinem Fahrersitz und kam nach achtern.
Höflich forderte er die Fahrgäste auf, etwas Platz zu machen. Es gab nur dumme Sprüche wie: „Na und – ich will auch nach Hause… Was will die Tante, soll sie doch den nächsten Bus nehmen… Und überhaupt, ich habe keine Zeit..“
Der Fahrer musste richtig energisch werden und die Leute persönlich ansprechen: „Sie, machen Sie mal etwas Platz…“ Und: „Sie gehen bitte etwas nach rechts..“
Begleitet von unwilligem Gemurmel schaffte es Anna einen Platz im Bus zu bekommen.
Es war eine längere Fahrt. Die Passagiere verließen nach und nach den Bus.
Zurück blieben ein Mann mit Dackel, eine ältere Dame und Anna in ihrem Rolli. Man kam ins Gespräch.
Der Dackelbesitzer schwärmte von seinem vierbeinigen Gefährten, was dieser mit freundlichem Schwanzwedeln quittierte. Die ältere Dame berichtete von ihren Enkeln und dass sie hoffentlich noch rechtzeitig bei ihrer Familie ankäme. Und Anna freute sich auf die schöne Weihnachtsfeier in der Kirche. Ein Jazz-Chor sollte dabei mitmachen.
Endlich kam man ans Ziel.
Alle verabschiedeten sich von dem freundlichen Busfahrer. Die ältere Dame verehrte ihm eine schöne, geschmückte Kerze, die sie eigentlich ihrer Familie mitbringen wollte.
Und Anna trennte sich schweren Herzens von einer kleinen Schachtel Pralinen, die sie eigentlich als Notproviant mitgenommen hatte…


Das Wilde Heer,
auch bekannt als
Lützows wilde Jagd.

Die meisten von uns kennen ihn noch, den alten Volksglauben, dass man zwischen Weihnachten und ‚Neu Jahr‘ beziehungsweise ‚Drei König‘ (6.Januar) keine Wäsche waschen und aufhängen sollte. In dieser Zeit wäre nämlich nachts die ‚Wilde Jagd‘, auch bekannt als ‚Lützows wilde Jagd‘, unterwegs, deren Teilnehmer Wäsche von der Leine reißen würden. Wer sich dem Heer entgegen stelle, würde mitgerissen, dem würde mitunter auch das Genick gebrochen und andere Nettigkeiten mehr.
In Süddeutschland galten (und gelten?) Wegkreuzungen in dieser Zeit als besonders gefährliche Orte.
In den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts traute sich in dem Dorf in Süddeutschland, in dem der Verfasser aufwuchs, keine Frau in dieser Zeit Wäsche zu waschen – es könnte ja etwas dran sein, an den alten Geschichten
Diese Geschichte geht auf uralte Vorstellungen zurück, könnte aus den Zeiten vor den Germanen und den Kelten stammen. Bei den Kelten war es die Kriegsgöttin Morrigane, die mit ihren Schwestern, den ‚Schwanenfrauen‘ das Heer der erschlagenen Krieger anführte.
Man glaubte, in der Zeit der ‚rauhen‘ Nächte wäre die Grenze zwischen der Welt und der ‚anderen Welt‘, der Welt der Verstorbenen, durchlässig.
Bei den Germanen führte Wotan das Kriegerheer an. In Österreich übernahm „Prechta“, eine Fruchtbarkeitsgöttin diese Aufgabe. Am Bodensee führte der „weiße Bertold“ auf einem Schimmel die ganze Mannschaft an.
In den Sagen wird oft berichtet, dass dem eigentlichen Heer ein Rufer vorauszieht, der die nächtlichen Wanderer warnt.
Auch berichten Augenzeugen von Schlachtenlärm, sogar von gespenstischen Schlachten zwischen Kriegern in altertümlicher Ausrüstungen.
Im Rheintal in der Gegend von Karlsruhe häufen sich im 18.Jahrhundert Berichte, in denen Männer, die mit dem wilden Heer Kontakt hatten auf dem „Schindanger“, dem Gelände des Abdeckers, abgelegt worden waren.
In diesem Zusammenhang ist die Erklärung vielleicht einfacher. Vermutlich hatten sich die Herren auf ih-rem Weg vom Gasthaus nach Hause verirrt und auf dem nahegelegenen Schindanger zur Ruhe gebettet, wo sie dann auf oder neben Tierkadavern, Pferden oder Rindern wieder aufwachten. Um des häuslichen Friedens und des schadenfrohen Gelächters ihrer Saufkumpane wegen, behaupteten sie dann, sie wären dem „Wilden Heer“ begegnet…“


Witz der Woche:
In der Kneipe unterhalten sich zwei Männer. Sagt der Eine: „Also, ich fahre nicht mehr mit der Bahn, ich nehme ab sofort nur noch das Auto.“
Antwortet sein Kumpan: „Wieso das denn?“
Der andere streckt im den Zeigefinger ins Gesicht, schwankt etwas und sagt in wichtigem Ton: „ Vor Kurzem habe ich in der Zeitung gelesen, dass die Bahn jedes Jahr 10 Prozent ihrer Fahrgäste verliert… Meinst Du ich will mich da plötzlich am Bahndamm in der Walachai wiederfinden….?“

Fiete der Dackel meint: „Kneipe ist immer gut…!“

_________________
Meine Homepage ist:

Hermann-Ays-Hamburg.de

Herzlich willkommen
 
  Hermann Ays 
 
Anmeldedatum 04.08.2010
Beiträge 113
Wohnort Hamburg
 
 
   
   
Der Betreute Bewohner 50/2011
  Forum für Books-on-Demand-Autoren » Textvorstellung: Prosa
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.
Du kannst Dateien in diesem Forum nicht posten
Du kannst Dateien in diesem Forum nicht herunterladen
Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde  
Seite 1 von 1  

  
  


Powered by phpBB, advisormap.de, SEO by SEO-united.de
Literaturtipps Literaturseiten Banner & Buttons Impressum & Rechtliches