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Der flotte Otto

BeitragVerfasst am: 09.07.2009, 17:50
Titel: Der flotte Otto
Autor: Detlef Schumacher

Verlag: BoD
ISBN: 9783839104262
Seiten: 236
Preis: 14,90

Der Autor über das Buch:

Mein sechstes Buch - ein Sexroman.

Klappentext:

Zugegeben, der Titel weckt keine ästhetischen Empfindungen, aber er macht neugierig. Hoffentlich. Wer erotische Literatur mag, vor allem solche mit einem gehörigen Schuss Humor, der wird vom Inhalt dieses Buches nicht enttäuscht sein.
Ein Mann in bestem Alter erzählt von seinen Liebesabenteuern, die ihm nicht nur Lust, sondern auch Frust am Sex bereitet haben. Das alles ist so fern der Glaubwürdigkeit, dass die eigene Moral keinen Schaden nehmen kann.

Inhalt:

Florence
Sie war nicht nur von farbenfrohem Angesicht und schier berstenden Brüsten, sondern auch von maskulinem Händedruck und einer Stimme, die im Grundtenor der eines ausgereiften Mannes glich.
Das entzückende Wesen war im Telefonbuch als Florence verzeichnet. Nur Florence – nichts weiter. Sie reagierte auch nur auf diese Anrede. Wer sie mit Flohranze ansprach, war sofort abgeblitzt. Die sprecharmen Typen rächten sich mit der Behauptung, sie hätte ranzige Flöhe im Bett.
Ich hatte das Glück, ihre Gunst ohne nennenswerte Hindernisse zu erlangen. Als ich ihr gegenüber stand, hauchte ich durch beide Nasenlöcher: „Florangs“.
Diese Anrede war der französischen Ausdrucksweise so nahe, dass Florence von mir und meinem Französisch sofort eingenommen war.
„Dring ein“, hauchte sie zwischen leicht vibrierenden Nasenflügeln.
Schüchtern, wie ich bei der Erstbegegnung mit einer begehrenswerten Frau stets bin, verhielt ich mich auch jetzt wie ein Pennäler. Diese keusche Zurückhaltung gefiel ihr, weshalb sie mich mit festem Griff bei der Hand nahm und ins Innere des Wohnzimmers zerrte. Im ersten Moment war ich an meinen Vater erinnert, der mich ebenfalls so entschlossen gepackt hatte, wenn er mir eine Standpauke halten wollte.
„Madame haben aber einen ausgedehnten Wohnbereich“, drückte ich meine Bewunderung über ihr weitflächiges Refugium aus.
„Ich bin auch anderweitig recht ausgedehnt“, lächelte sie quer über ihr getünchtes Gesicht und drückte ihren Proporz-Busen gegen meine Nasenspitze. Begehrlich sog ich den Duft der ausströmenden Körpergase ein und wusste sofort, dass ich mit dieser Walküre eine berauschende Nacht verbringen werde.
„Du darfst mich Flo nennen“, erlaubte sie mir. „Florence ist beim Liebesakt zu langatmig.“
Sie sah mich unter halb geschlossenen, pomadeschweren Augenlidern an, die sich unter der Last der pechschwarzen, nach oben verbogenen Wimpern nicht weiter öffnen ließen.
Ihrem knallroten Mund entfuhren zwei verlockende Fragen: „Du willst doch akten? Deshalb bist du doch zu mir gestoßen?“
Mir gefiel, dass sie so direkt und doch geschickt verdeckt auf das Ziel unseres beiderseitigen Begehrs zuschoss.
„Verneinte ich, so würde ich mich Lügen strafen“, erwiderte ich gewählt, um sie spüren zu lassen, dass ich über eine abgeschlossene Schulbildung verfüge.
„Dann lass’ uns unsere Lippen fühlen“, sagte sie und drückte mich mit unwiderstehlicher Gewalt auf ein Plüschsofa, das sicherlich schon viele Male menschliche Körper aufgenommen hatte. So sah es jedenfalls aus, wie ich mit einem Seitenblick während unseres beginnenden Kusses feststellte.
Denselben führte Flo intensiv und lang anhaltend aus. Als er mir den Atem nahm, wollte ich mich von ihrem nach Sellerie schmeckendem Munde lösen. Dieses Vorhaben machte sie jedoch mit einem kräftigen Druck ihres Lippenpaares gegen das meine zunichte. Damit ich nicht noch einmal in Versuchung käme, von ihr zu lassen, presste sie mich so heftig an ihren prallen Busen, dass ich schlapp zu machen drohte.
Wenn jemand schlapp macht, dann hängt ihm gewöhnlich die Zunge aus dem Mund. Den Erschlaffungsprozess wollte ich deshalb so einleiten, um sie erkennen zu lassen, dass mir die Kräfte schwinden. Wie aber sollte ich die Zunge aus dem Munde bringen, wenn die ihre in meinem Mund herumstocherte, als wollte sie Speisereste finden. Entschlossen ging ich zur Gegenwehr über und stieß meine Zunge gegen die ihre. Dabei stellte ich fest, dass die so rau war wie die unseres einstigen Hofhundes, dem ich als Kind in naiver Neugier die Zunge beleckt hatte.
Mit einem entschlossenen Flupp löste ich mich von ihren saugenden Lippen und holte einige Male tief Luft, weil ich fürchtete, sie würde sich meines Mundes gleich wieder bemächtigen. Das tat sie erfreulicherweise nicht.
„Du gefällst mir“, sprach sie. „Wie heißt du?“
„Meine Eltern gaben mir den Namen Otto.“
„Otto?“ fragte sie ungläubig, was mich darauf schließen ließ, dass keiner ihrer bisherigen Sofabesatzer dieses Vornamens gewesen war.
„Otto klingt plump. Hätten deine Eltern keinen anderen wählen können?“
Mich wurmte, dass Flo die Entscheidung meiner Mama und meines Papas in Zweifel zog.
„Sie hatten sich die Findung meines Vornamens nicht leicht gemacht“, rechtfertigte ich ihren Entschluss. „Sie orientierten sich an berühmten Deutschen, denen ich nacheifern solle“, log ich.
„Soso!“ entfuhr es Flo. Mir wurde klar, dass sie keine berühmten Ottos kannte. Ich versuchte, ihre diesbezügliche Bildungslücke mit dem Verweis auf Otto von Bismarck zu schließen. Den konnte sie aber nicht einordnen, weshalb ich auf Otto von Guericke zurückgriff. Als ich ihr erklärte, dass der vor vielen Jahren zwei luftleere Halbkugeln von Pferden auseinanderziehen lassen wollte, ergriff sie meine beiden Hände und drückte sie auf ihre fülligen Brüste.
„Die sind nicht luftleer“, grunzte sie und veranlasste mich durch rhythmischen Druck auf meine Hände, ihren Busen zu kneten. Dabei fiel mir auf, dass er keine Fleischfüllung besaß, sondern sich wie luftgefüllte Luftballons anfühlte.
Sie hatte also nicht gelogen. Endlich mal eine Frau, die einen Mann nicht zum Narren hielt. Liebe, gute Florence!
In tiefer Dankbarkeit drückte ich fester zu und verkrallte meine seit längerer Zeit nicht verschnittenen Fingernägel in ihre Brusthaut.
Plötzlich ein lauter Knall. Mir sausten Gummifetzen um die Ohren. In meine Nase drang der unangenehme Geruch verbrauchter Luft. -

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  Detlef Schumacher 
 
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BeitragVerfasst am: 09.07.2009, 18:49
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satirischen Gruß, Amber cheezy grin

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  AmberStuart 
 
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BeitragVerfasst am: 09.07.2009, 21:23
Gruß dankend empfangen, lieb' Amber.
Für Dich ganz speziell ein weiterer Auszug aus dem "flotten Otto".
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Dagmar (Daggi)
Als Daggi und ich wieder einmal ein knappes Stündchen in Harmonie verbracht hatten und ich noch willfährig, ihr einen kleinen Wunsch zu erfüllen, bat sie mich, den weiteren Tagesverlauf mit einem Kinobesuch zu verschönen.
Warum nicht, dachte ich mir. Auf diese Weise kriege ich sie mal von den stinklangweiligen Fernsehprogrammen weg. Sie zappt so gern von einer Arztserie zur anderen. Ihr inzwischen umfangreiches Wissen vom einfachen Knöchelbruch bis hin zur gescheiterten Liebelei zwischen dem Oberarzt und der Assistenzschwester lässt sie zu einer gefragten Gesprächspartnerin im Hausflur, auf der Straße, im Supermarkt, beim Friseur und natürlich im Wartezimmer des Allgemeinmediziners, Dr. Nierenstein, werden. Auch ihm unterbreitete sie ihr diesbezügliches Wissen, wenn er mit der Untersuchung ihres Körpers beschäftigt war.
Nicht selten klagt Daggi über Unwohlsein, das vom übermäßigen Verzehr von Torten und ähnlichen Schleckereien herrührt. Weil sie von meiner Diagnose nichts hält und nur der Dr. Nierensteins vertraut, lässt sie sich von diesem Kurpfuscher gern befummeln. Vor allem am Fummeln ist ihr sehr gelegen. Nach einer besonders intensiven Fummelei war Dr. Nierenstein seine Nierensteine los, was den 70jährigen überschwänglich danken ließ.
Für meine Gattin war es nie ein Problem, eine ungewollte Schwangerschaft durch ihn beseitigen zu lassen. Nach der fünften Schwangerschaftsunterbrechung hatte sie die Nase jedoch voll und wandte sich einem jüngeren Arzt zu, dessen Kenntnisse auf dem neuesten Stand der Medizin basierten. Das Erfreuliche an seiner Untersuchungspraxis war - auch für mich -, dass Daggi nicht mehr schwanger wurde. Ein geschickter Arzt also.
Der Kinobesuch, den wir im einzigen Filmtheater unserer Stadt wahrnahmen, wurde zu einem Erlebnis für uns beide. Während sie damit beschäftigt war, zwei prall gefüllte Tüten Popcorn zu leeren, dabei die Zuschauer betrachtend, gab ich mich der Reparatur des linken Strumpfhalters meiner rechten Sitznachbarin hin.
Sie kannte mich von früheren Reparaturen an gleicher Stelle und am gleichen Ort. Ihr Vertrauen in meine Fingerfertigkeit war groß, vor allem, weil ich trotz geringer Helligkeit im Kinoraum die schadhafte Stelle wieder einmal rasch gefunden hatte. Natürlich tastete ich auch den nächstliegenden Bereich ab, um einen möglichen anderen Schaden ausfindig zu machen. Als ich ihn gefunden hatte, ging ihr Atem hörbar schneller. Ein erfreuliches Zeichen, wie ich zufrieden feststellte.
Weil Daggi noch immer Popcorn in sich warf und meiner Tätigkeit keine Aufmerksamkeit schenkte, flüsterte ich meiner rechten Sitznachbarin zu, mich vorüber zu lassen, weil ich aufs Kinoklo müsse. Es wunderte mich nicht, dass sie mir in die Männertoilette folgte, um mir das reparierte Strumpfband zu zeigen. Hier war es wesentlich heller. Sie bat mich, auch ihren rechten Strumpfhalter nach möglichen Mängeln zu untersuchen. Um eintretende Männer beim Wasserlassen nicht zu stören, schlossen wir uns in eine WC-Kabine ein.
Als wir sie nach einiger Zeit verließen und in den Kinoraum zurückkehrten, stellten wir fest, dass niemand mehr in ihm saß. Der Film war also schon zu Ende.
Fräulein Steckenrein bedankte sich für meine Reparaturtätigkeit und verabschiedete sich mit dem Wunsch, bald wieder einmal einen interessanten Film gemeinsam anzusehen.
Nach Hause zurückgekehrt, empfing mich Daggi mit den üblichen Klagelauten, dass ihr wieder einmal sehr übel sei.
„Sicherlich ist mir die Filmhandlung auf den Magen geschlagen.“
Ich widersprach dieser Vermutung nicht.
Als sie mich fragte, wie ich mich während der Filmvorführung gefühlt habe, erwiderte ich, dass auch mir übel
geworden sei, weshalb ich die Toilette aufgesucht hätte.
„Es werden in letzter Zeit so viele schlechte Filme gezeigt, dass einem tatsächlich übel werden kann“, meinte Daggi und dann: „Wie hieß der Film eigentlich?“
„Das lässt sich leicht ermitteln“, erwiderte ich. „An der Litfasssäule, Ecke Luisestraße, klebt das aktuelle Filmplakat.“
Weil ihr Unwohlsein nicht nachlasse, müsse sie sofort wieder den Arzt ihres Vertrauens, Herrn Dr. Bodo Busengrabsch, aufsuchen. Durch ihn hoffe sie Linderung zu erfahren.
Sie verabschiedete sich mit dem Hinweis, dass ich – sollte sie gegen Mitternacht noch nicht zu Hause sein, denn gründliche Untersuchungen dauern etwas länger -, unbesorgt zu Bett gehen könne.
Ich wünschte ihr von vorn herein alles Gute und ließ sie ziehen. Vom Fenster unseres Wohnzimmers aus schenkte ihr noch ein flüchtiges Nachwinken, dabei feststellend, dass es ein Glück für mich ist, mit einer von allen guten Geistern verlassenen Gattin verehelicht zu sein.
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Eine gute Nacht wünscht Dir Detlef
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  Detlef Schumacher 
 
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BeitragVerfasst am: 10.07.2009, 06:05
Guten Morgen, Detlef...

So kann der Tag ja IRRE gut beginnen...
Aber hoffentlich nicht von allen guten Geistern verlassen... cheezy grin


Einen durchschlagenden Erfolg
mit diesen humorvollen und wortwitzigen Geschichten
wünscht dir Amber Wink

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  AmberStuart 
 
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BeitragVerfasst am: 10.07.2009, 08:12
Danke Amber! Ein Gleiches wünsche ich Dir für Deine Werke.
LG, Detlef
 
  Detlef Schumacher 
 
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BeitragVerfasst am: 10.07.2009, 08:15
Guten Morgen Detlef!

Auch ich melde mich mit kräftigem Beifall und wünsche Deinem Buch recht viele Leser (und damit auch Käufer)! thumb up

Kollegialen Gruß aus der Steiermark!
Hans

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Neu im JBL-Literaturverlag: H. W. Grössinger, "Fallweise heiter, manchmal bewölkt" - Glossen, Feuilletons und Kurzgeschichten, die zum Schmunzeln verleiten und mitunter zum Nachdenken anregen wollen. Auch über Amazon erhältlich!
 
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BeitragVerfasst am: 10.07.2009, 14:31
Danke Hans!
Auch Dein wohlmeinender Wunsch lässt mich hoffen, dass dieses Buch seine(n) Käufer findet.
Mit ebenfalls kollegialem Gruß,
Detlef
 
  Detlef Schumacher 
 
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Re: Der flotte Otto

BeitragVerfasst am: 10.07.2009, 20:39
Hallo Detlef
Da wäre ich jetzt also beim Otto gelandet! Nach dem Lesen der Leseprobe würde ich den Roman als "humorvoll frech" (im positiven Sinn) beurteilen. So Richtung Sexkomödie. Liest sich gut.


Zitat:
Plötzlich ein lauter Knall. Mir sausten Gummifetzen um die Ohren. In meine Nase drang der unangenehme Geruch verbrauchter Luft. -


Oh, WOW!

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Herzliche Grüsse
Hanna
www.hanna-steinegger.ch
 
  Hanna 
 
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BeitragVerfasst am: 11.07.2009, 09:07
Danke Hanna!
Dir und Hans ein weiteres Lesestückchen - die Angelegenheit mit Florence zu Ende bringend. Das Buch ist seitenstark genug, so dass ich von seinem Inhalt nicht allzu viel verraten habe.
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Sofort nach Verlust ihrer Brüste sprang Florence vom Sofa auf und verließ schnellen Schrittes das Wohnzimmer. Weil ich glaubte, sie wolle entfliehen, eilte ich ihr nach. Im Nebengemach, dem Schlafzimmer, sah ich sie bäuchlings auf dem Bett liegen und heftig schluchzen. Wie rührte mich ihre Seelenpein. Um sie zu beruhigen, geißelte ich mich mit Worten, wie sie schlimmer nicht sein können. Über sie gebeugt rief ich ein um das andere Mal: „Du Unhold! Du Tunichtgut!“
Dabei vergaß ich nicht, mich heftig zu ohrfeigen. Weil sie meine Selbstzüchtigung nicht sehen konnte, denn ihr schluchzendes Gesicht verbarg sie im seidenen Kopfkissen, verstärkte ich die Anschuldigungen gegen mich mit Ausrufen wie: „Du Rattenschwanz! Du Affenarsch!“
Und siehe, schlagartig stellte Flo ihr Wimmern ein, sprang vom Bett auf und haute mir mehrere Male das seidene Kopfkissen um die Ohren. Ich wusste ihre Handlung nicht zu deuten und hielt meine Ellenbogen schützend vors Gesicht. Das bestärkte sie im Glauben, ich hätte die unziemlichen Schmährufe ihr zugedacht.
Als sie sich beruhigt hatte, spielten wir ‚Hasch mich – ich bin der Frühling’. Dieses schöne, aber anstrengende Gesellschaftsspiel vollzogen wir splitternackt, weil es sich ohne Bekleidung leichter laufen lässt. Sie war die Ausreißerin und ich der Verfolger. Das Rennen durch ihre Räumlichkeiten, rund um Tische und Stühle sowie an verschiedenen anderen Möbelstücken vorüber, steigerte unsere Lust. In der Küche geschah es dann. Während ich ihr in gestrecktem Galopp nacheilte, stolperte sie und fiel zu Boden Ich fiel auf sie, entschuldigte mich aber sofort für meine Ungeschicktheit. Wider Erwarten lachte sie und säuselte: „Das gehört doch zum Spiel, du Dummerchen! Bleib’ auf mir liegen und lass’ mich deine Männlichkeit spüren.“
Während ich überlegte, welche Männlichkeit sie wohl meine, begann ihr Unterleib konvulsivisch auf und ab zu zucken. Ich, der ich auf ihr lag, zuckte natürlich mit. Sie keuchte sehr angestrengt. Für mich war das ein deutliches Zeichen dafür, dass ich ihr zu schwer war. Mit elegantem Schwung befreite ich sie von meiner Last.
In diesem Augenblick schrillte die Türklingel. Flo verlangte, ich solle mich wieder auf sie legen. Ich wies auf die Klingeltöne.
„Lass’ es klingeln! Wir wollen jetzt etwas ganz Schönes machen“, sagte sie.
Kaum hatte sie das geäußert, verstummte das Klingeln.
„Na siehst du“, zirpte sie und versuchte, mein Geschlechtsteil zu ergreifen. Da ich außerhalb ihrer Reichweite lag, bat sie mich, näher zu kommen. Ich zögerte, weil ich mich fragte, weshalb es sie nach meinem Glied verlangte, da sie doch selbst eins besaß. Ein recht stattliches übrigens.
In diese meine Unschlüssigkeit hinein ertönte erneut die Türklingel, lang anhaltend. Der vor der Tür Stehende wollte sicherlich schnellstens eingelassen werden.
„Flo“, fragte ich, „soll ich die Tür öffnen?“
„Bitte nicht“, bat sie.
Die Person vor der Tür war beharrlich und nahm nicht den Finger vom Klingelknopf. Die schrillen Klingeltöne schmerzten in den Ohren. Um sein Einlassbegehr noch nachdrücklicher zu machen, bediente der Klingler die Klingel in Intervallen. Die auf und ab schwellenden Töne zerrten an den Nerven. Ich hielt das nicht länger aus und sagte entschlossen: „Florence, ich öffne jetzt die Tür!“
Weil auch sie die Klingeltöne nervten, erlaubte sie mir das. Kaum hatte ich die Tür geöffnet, schwebte leichtfüßig eine mannähnliche Person herein. Sie steuerte geradewegs auf das Wohnzimmer zu, verschwand in diesem und erschien wenig später wieder.
„Wo ist Florence?“ fragte sie mit einer Stimme, die ähnlich der Flos war. Die Figur trug keinen Faltenrock, sondern einen giftgrünen Hosenanzug.
Während ich überlegte, ob ich die Frage beantworten soll oder nicht, glitt ihr Blick an meinem nackten Körper hinab und verhielt an meinem Geschlechtsteil. Ich meinerseits konzentrierte meine Augen auf ihr Gesicht und stellte fest, dass es farbärmer als das Flos war. Außerdem baumelte ihr an jedem Ohrläppchen ein übergroßer Metallring.
„He, Süßer“, säuselte der Schwule, denn offensichtlich war er ein solcher, „wie wär’s mit uns Beiden?“
„Ich bin bereits mit Flo beschäftigt“, erwiderte ich.
„Mit Flo? Du scheinst sehr intim mit ihr zu sein“, bemerkte er unfreundlich. „Wo befindet sie sich?“
„Warum?“ wollte ich wissen, denn mir missfiel, dass er meine Zweisamkeit mit Flo stören wollte.
„Das sage ich dir nicht“, sprach er und versuchte, meinen Penis zu ergreifen. Das war mir der Frechheit zuviel, und ich hob meine Hand, um ihn zu ohrfeigen.
In diese angespannte Situation drangen Flos Rufe, wo ich bleibe und wer der ungebetene Eindringling sei.
„Ich bin kein ungebetener Eindringling“, rief der Fremde und tänzelte mit wippenden Hüften in Richtung der Rufe. Kaum war er in der Küche verschwunden, hörte ich Flo jauchzen: „Deeetlef, duuu?! Wie ich mich freue! Rasch, entkleide dich und lasse dich auf mir nieder. Ich bin momentan so wunderbar in Erregung.“
Da stand ich nun, nackt und enttäuscht. Wie konnte Flo mir das antun? Verbittert ging ich ins Wohnzimmer, kleidete mich an und betrat wieder die Diele. An der Eingangstür verhielt ich in der Hoffnung, Flo würde nach mir rufen. Sie tat es nicht, weil sie es nicht konnte, denn ihr Atem ging schwer.
Am nächsten Tag bat sie mich telefonisch, nicht nachtragend zu sein. Mit Detlef sei sie verlobt. Nebenbuhler bereiteten ihm stets seelische Qualen.

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Anmerkung: Genannter "Detlef" bin nicht ich.
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  Detlef Schumacher 
 
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BeitragVerfasst am: 11.07.2009, 09:56
...erhöht meine Neugierde auf Dein Buch! Laughing thumb up
Gruß Hans

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BeitragVerfasst am: 11.07.2009, 10:08
Hallo Detlef,

Danke Hanna!
Dir und Hans ein weiteres Lesestückchen


Obwohl es eigentlich ja nicht für mich gedacht war, habe ich deine Story trotzdem mit viel Genuss und Freude gelesen. Ich hoffe, du kannst mir verzeihen.
Ich bin sicher, dein Buch wird ein voller Erfolg.
Mit den besten Grüßen
Bernd
 
  büchernarr 
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BeitragVerfasst am: 11.07.2009, 10:33
Hallo Bernd!

Sicher hat Detlef alle Leser gemeint, in seinem vorherigen Beitrag jedoch bloß auf die letzten zwei Eintragungen Bezug genommen!

Hoffentlich habe ich der künftigen Nachricht von Detlef nicht unerlaubter Weise vorgegriffen!? Laughing

Gruß Hans

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BeitragVerfasst am: 11.07.2009, 10:37
Guten Morgen Hans,
nimm mich bloß nicht immer so ernst. Manchmal drängt es mich einfach, meinen nicht vorhandenen Humor zu zeigen.
Gruß in das Land der Berge und Seen
Bernd
 
  büchernarr 
Gast 
 
 
   
   

BeitragVerfasst am: 11.07.2009, 10:40
Hallo Bernd!

Besten Dank für den netten Gruß! Bei uns scheint nach tagelangem Schlechtwetter und relativer Kälte endlich wieder einmal die Sonne!

Mit meinem Hinweis habe ich auch nur versucht, meinen Aufgaben als Moderator nachzukommen! Laughing

Ein angenehmes Wochenende wünscht Dir
Hans

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BeitragVerfasst am: 11.07.2009, 11:50
Hallo Hans, natürlich habe ich alle Leser gemeint, zu denen natürlich auch der liebe Bernd gehört.
Ein sonnenreiches und lustvolles - wenn nicht gar lüsternes - Wochenende wünscht Euch Otto alias Detlef.

Auch für Dich, Bernd, ein Schmankerl.

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Otto hatte sein Florence-Erlebnis der Oberschwester Beate mitgeteilt. Wegen eines Fenstersturzes befand er sich gipsverpackt im städtischen Krankenhaus.
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Ich hatte meine Erinnerungen zu Ende gebracht. Oberschwester Beate schwieg, weil ihr die passenden Worte fehlten. Dann, nach einer verhältnismäßig langen Pause, fragte sie, was ich an Flo so begehrenswert gefunden habe. Sie sei doch ein Mann und somit ohne jeglichen fraulichen Reiz.
„Die gleichgeschlechtliche Zuneigung war es“, begründete ich meine Empfindungen.
„Das verstehe ich nicht“, meinte Beate, „gleichgeschlechtliche Zuneigung kann es auch unter Brüdern oder Freunden geben.“
„Nein“, hielt ich dagegen, „in der gleichgeschlechtlichen Zuneigung verbirgt sich mehr als nur Bruderliebe oder reine Männerfreundschaft. Es ist die Entdeckung des Außergewöhnlichen, des nicht Alltäglichen. In jedem Manne steckt auch ein kleines bisschen Frau. Bei dem einen mehr, bei dem anderen weniger.“
„Aha“, konstatierte Beate, „und bei Flo ist die Frau im Manne besonders ausgeprägt.“
„So ist es“, freute ich mich, dass sie begriffen hatte.
„Du spinnst“, überraschte sie mich. „Du willst mir doch nicht weismachen, dass du an einer schwulen Schwuchtel mehr Gefallen findest als an einer Frau. Es sei denn, du bist selbst schwul. – Bist du schwul?“
„Natürlich nicht.“
„Na also! Vielleicht ist es dir unter dem Gips zu warm geworden. Das wird sich bald ändern.“
Mit dieser zweideutigen Bemerkung verließ Beate das Zimmer.

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  Detlef Schumacher 
 
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