 | Der Markt ist trügerisch ... | Verfasst am: 26.09.2011, 13:34 |
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Guten Tag,
ich begann bei BoD mit einem Spielsuchtratgeber, der mir pro Quartal über mehrere Abrechnungszeiträume durchschnittlich 150€ einbrachte. Inzwischen habe ich 6 verschiedene Printbücher im Programm und davon zusätzlich 5 auch als E-Bookvariante.
Seltsames geschah nun auf dem Markt.
Insgesamt habe ich für das laufende Quartal ein Guthaben von insgesamt 324 Euro inklusive Ust. Mein Erstlingswerk ging trotz umfangreicher Bewerbung drastisch in den Verkaufszahlen zurück. Mein Beziehungsratgeber schoss plötzlich ungeahnt in die Höhe, obwohl ich ihn kaum beworben habe. Die anderen Werke wurden nur sehr mäßig verkauft und die 5 E-Bookvarianten brachten nur 22,94 Euro inklusive Ust. ein.
Hat jemand schon vergleichbare Erfahrungen gemacht?
Für mich drückt das aus, dass der Markt absolut unkalkulierbar ist. Oder hat jemand eine andere Anregung für mich?
Netter Gruß
Chris Wolker |
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Chris Wolker |
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 | | Verfasst am: 26.09.2011, 15:40 |
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Danke Chris, für diesen detaillierten Einblick in deine Umsätze.
Das ist für mich als "Frischling" ja doch immer sehr spannend. Geld verdienen wollen wir doch alle. Ob nun für uns selbst oder für einen guten Zweck.
Ich denke bei einem Markt, der eine so große Zielgruppe hat, ist es für "unpopuläre" Einzeltitel fast unkalkulierbar.
Vielleicht hat eine Marketingaktion erst spät gegriffen?
Vielleicht gab es eine wertvolle Mundpropaganda?
Vielleicht haben die Medien ein Thema gepusht?
Vielleicht ist es jahreszeitabhängig?
Vielleicht...
Mir würde noch vieles einfallen.
Wie lange geht deine Statistik? Ist eine year-over-year-Auswertung möglich um zu sehen ob es eine saisonale Regelmäßigkeit gibt?
Liebe Grüße
Sebastian |
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vondirke |
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 | | Verfasst am: 26.09.2011, 16:57 |
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Hallo Chris,
das Problem ist die Sättigung. Die Leute die sich mit Spielsucht beschäftigen ist endlich. Hat man mal die Masse versorgt, kommen irgendwann nur noch die "Neusüchtigen" als neue Käufer hinzu. |
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Jenselina |
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 | | Verfasst am: 26.09.2011, 16:58 |
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Grundsätzlich ist das Sommerquartal immer das Umsatzschwächste. Spielesuchtratgeber könnten im Sommer weniger ein Thema sein oder es kamen neue Titel auf den Markt und haben deinen Titel etwas verdrängt.
Das Du Buch x bewirbst, die Leute aber Buch y kaufen ist nicht ungewöhnlich. sie googeln nach einem Namen und stoßen auf weitere Bücher die sie dann vom Titel her einfach mehr ansprechen und fertig. |
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SandraR |
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 | | Verfasst am: 27.09.2011, 07:49 |
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Hallo Sandra,
| SandraR hat Folgendes geschrieben: |
| Grundsätzlich ist das Sommerquartal immer das Umsatzschwächste. |
Das stimmt lediglich, wenn du es auf große Verlage und Buchläden beziehst.
Für den einzelnen Autor trifft es dagegen nicht zu. Reisebücher für die typischen Sommerziele werden z.B. eher im Sommer als im Winter gekauft, ebenso die sogenannte Urlaubslektüre.
Meine Reiseführer Bulgarien und Slowakei werden fast nur im Sommerhalbjahr nachgefragt, weil sie sich in erster Linie an Individualreisende richten, die sich unabhängig von irgendwelchen Reiseveranstaltern durch die Länder bewegen möchten.
Ratgeber für angehende Studenten boomen im Spätsommer, weil inzwischen fast alle Studienfächer nur noch zum Wintersemester begonnen werden können.
Man muss also schon schauen, für welche Zielgruppe man schreibt, um die besten Zeitpunkte für Werbemaßnahmen finden zu können.
Beste Grüße
Heinz |
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hawepe |
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 | Re: Der Markt ist trügerisch ... | Verfasst am: 27.09.2011, 07:55 |
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hawepe |
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 | | Verfasst am: 28.09.2011, 13:51 |
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| Jenselina hat Folgendes geschrieben: |
Hallo Chris,
das Problem ist die Sättigung. Die Leute die sich mit Spielsucht beschäftigen ist endlich. Hat man mal die Masse versorgt, kommen irgendwann nur noch die "Neusüchtigen" als neue Käufer hinzu. |
Hallo,
danke für den Beitrag!
Die Summe der Neuerscheinungen am Spielehorizont vergrößert sich wie eine Rattenplage. Dieser Markt wird sich in den nächsten Jahrzehnten nicht nur konstant halten, sondern ständig wachsen, da auch zunehmend neue Spieleschmieden wie Pilze aus dem Boden schießen.
Allein, wenn man nur Facebook betrachtet, merkt man dies, doch Facebook allein bietet nur einen winzigen Marktanteil von Spielen als Plattform an. Ich beobachte fast alle Neuerscheinungen über verschiedene Newsletter ... Bin auch in Genre - Gruppen bei XING u. a. aktiv u. s. w. An einer Sättigung kann es da also nicht liegen. Es gibt allein unter meinen Bekannten bei Facebook von 231 Leuten 53, die sich als spielsüchtig bekannt haben. Rechne das mal hoch und berücksichtige die Dunkelziffer und dann betrachte das Marktangebot an Büchern dazu. Mich wundert es von daher, dass gerade die Verkaufszahlen von diesem Titel zurückgingen, während eher überladene Themen gut verkauft wurden, zu denen es berets Tausende Titel gibt, wie etwa Diäten, Ratgeber bei Beziehungsproblemen oder Kindermärchen.
Ganz herzliche Grüße
Chris |
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Zuletzt bearbeitet von Chris Wolker am 30.09.2011, 14:05, insgesamt einmal bearbeitet _________________ Kritik zu üben ist einfach.
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Chris Wolker |
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 | | Verfasst am: 30.09.2011, 11:38 |
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Ich hatte überhaupt erst Verkäufe, nachdem ich die Werbung völlig eingestellt und auch keine Lesungen mehr hatte.
Allerdings sehe ich in diesem Phänomen immer noch eine normale Schwankungstoleranz der Bedeutungslosigkeit. |
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FraRa |
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 | | Verfasst am: 30.09.2011, 14:19 |
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| FraRa hat Folgendes geschrieben: |
Ich hatte überhaupt erst Verkäufe, nachdem ich die Werbung völlig eingestellt und auch keine Lesungen mehr hatte.
Allerdings sehe ich in diesem Phänomen immer noch eine normale Schwankungstoleranz der Bedeutungslosigkeit. |
Guten Tag FraRa,
ich weiß nun nicht, wie Du eine normale Schwankungstoleranz der Bedeutungslosigkeit auslegst. Es würde mich jedoch interessieren.
Ich mache mir oft - jedoch nicht immer - die Mühe, dass ich Erhebungen zu gewissen Themen erstelle, bevor ich darüber schreibe. Ich schreibe also - zu gewissen Themen nur -, wenn sich ein langfrister Trend erkennen lässt. Andere Themen belege ich auch nur aus purer Lust und meist guter Laune. Wenn sich dann total überbesetze Titel zu einem weniger relevanten Thema plötzlich um ein Vielfaches mehr verkaufen, als Titel zu topaktuellen Themen, welche am Markt nur wenig Konkurrenz haben, dann mache ich mir eben jene Gedanken, wie im Eingangspost beschrieben.
Es ist schon bemerkenswert, wenn man die Anzahl seiner Titel versechsfacht und dazu noch 5 mal E-Books mit anbietet und die Einnahmen dann nur knapp verdoppelt werden.
Ja, ja, seltsam der Markt, sehr seltsam.
Beste Grüße
Chris |
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Chris Wolker |
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 | | Verfasst am: 30.09.2011, 15:22 |
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Wenig Konkurrenz kommt eventuell auch von wenig Nachfrage. Selbst wenn die Zahl der Spielsüchtigen steigt, heisst das doch nicht, dass dadurch die Zahl derer, die sich als spielsüchtig erkennen und etwas dagegen unternehmen wollen, auch proportional ansteigt.
Ist allerdings nur meine laienhafte Vermutung.
PS: Oder die haben neben der ganzen Spielerei keine Zeit Bücher zu kaufen, geschweige denn zu lesen.  |
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kasapv |
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 | | Verfasst am: 30.09.2011, 15:38 |
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| kasapv hat Folgendes geschrieben: |
Wenig Konkurrenz kommt eventuell auch von wenig Nachfrage. Selbst wenn die Zahl der Spielsüchtigen steigt, heisst das doch nicht, dass dadurch die Zahl derer, die sich als spielsüchtig erkennen und etwas dagegen unternehmen wollen, auch proportional ansteigt.
Ist allerdings nur meine laienhafte Vermutung.
PS: Oder die haben neben der ganzen Spielerei keine Zeit Bücher zu kaufen, geschweige denn zu lesen.  |
Hallo!
Interessante These.
Nach meinen Informationen sind es zu ca. 80% Mitbetroffene, welche die Bücher kaufen. Sprich - Beziehungspartner, Freunde, Familienangehörige - u. s. w.
Da ich selbst extrem spielsüchtig in ganz verschiedenen Genres war, kann ich den Teil Deiner These bestätigen, dass man sich während dieser aktiven Phase keine Zeit für das Lesen nimmt. Noch wesentlicher ist jedoch, dass man sich je nach Fall lange Zeit gar nicht selbst zugesteht, dass da ein Problem ist, das man ohne Hilfe nicht in den Griff bekommen könnte. So, wie bei jeder Drogensucht. Bei Spielsucht sind es eben körpereigene Glückshormone und andere Neurotransmitter, welche letztendlich zum Suchtverhalten führen.
Die überwiegende Käuferschicht sind also die Mitbetroffenen und die steigen proportional zu den Süchtigen leider auch mit an. In dem Ratgeber ist auch ein nicht unwesentlicher Teil dieser Personengruppe gewidmet.
Beste Grüße
Chris |
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Chris Wolker |
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 | | Verfasst am: 30.09.2011, 16:49 |
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Stimmt, an die Mitbetroffenen als Kunden hab ich nicht gedacht. Ist mir aber deswegen nicht eingefallen, weil meiner Meinung nach einem Süchtigen nicht zu helfen ist, solange er nicht selbst dazu bereit ist, sich helfen zu lassen. Wobei viele einfach mangelnde Selbstdisziplin durch Hilfe austauschen wollen. Aber das ist ein komplett anderes Thema.
Zum Buchverkauf sind die Mitbetroffenen in der Tat die erste Adresse. Der Süchtige selber kann nur zur Zielgruppe werden, so er sich als Abhängiger erkennt. Und wieder habe ich eine Erkenntnis gewonnen. |
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kasapv |
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 | | Verfasst am: 16.12.2011, 14:59 |
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Marketing wirkt ja nicht immer unmittelbar und sofort. Je nachdem wie lange die Zeitspanne zwischen Bewerben und tatsächlichem Kauf liegt, kann das ganz normal sein.
Zur Werbung: Ist es zynisch vorzuschlagen, ein Gewinnspiel zu veranstalten um dein "Klientel" von der Spielerei weg und zum Buch wegzulocken?  |
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 | | Verfasst am: 16.12.2011, 15:48 |
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Der Markt ist nicht trügerisch. Die Erfahrung macht klug mit der Zeit weiss man sehr genau was läuft, was ein Bleititel wird (und dem man trotzdem eine Chance geben möchte) und wann es Zeit ist eine 2. Auflage zu machen ohne dass ein Fehler im Buchblock der Grund wäre. |
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