 | Die Erkenntnis | Verfasst am: 23.04.2011, 14:53 |
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Mit zitternden Händen hielt ich die Klinge in der Hand, Blut klebte an der Klinge, tropfte auf meine Kleider und hinterliess ein roter Fleck.
Die Rasierklinge näherte sich meinem Unterarm. Sollte ich es wagen? Ja.
Ich musste.
Mein Arm kam näher, meine zarte Haut wartete gierig darauf. Dachte ich jedenfalls. Ich verspürte keinen Schmerz, ich fühlte ihn nicht mehr. Meine Seele war schmerzgebeutelt, er unterdrückte alles. Mein Herz schlug schneller, pochte in meiner linken Brusthälfte. Ich schrie, wollte die Seele aus dem Leibe schreien, wollte mich frei fühlen. Von Sorgen befreit sein.
Blut quoll aus dem Schnitt, verteilte sich auf dem Arm, doch in ein paar Stunden würde alles gerinnen, verheilen. Ich schnitt mir ein Kreuz. Es sollte Jesus symoblisieren, er war immer bei mir. Würde mir helfen.
Ich wagte ein Lächeln, doch es schwand. Ich betrachtete mich im Spiegel. War ich das? Sollte dieses Spiegelbild mich darstellen?, dachte ich, führte meine Hand durchs Haar, das mir strähnenartig in die Augen fiel.
Der Spiegel zerbrach, verfiel in tausend Stücke, ich wollte mich nicht sehen. Meine Faust war wund, schmerzte. Und das Gefühl war toll.
Ich lächelte wieder. Es war ein zaghaftes Lächeln ohne jeglichen Sinn oder etwas lustig zu finden.
Ich warf die Klinge ins Waschbecken, verliess das Badezimmer und verschwand in meinem Zimmer. Es war klein. Rasierklingen lagen auf dem Boden, Blutflecken klebten auf dem Perserteppich, den ich von meinem Vater bekam. Bierdosen schepperten gegen die Wand, als ich die Tür öffnete. Es stank nach Alkohol, ich öffnete die Fenster. Das Hupen wütenden Autofahrern hallte an den Wänden wider, die lauten Schrei kleiner Kinder und der fürcherliche Gestank nach Autoabgasen erfüllten mein Zimmer.
Ich entnahm einer Schublade zwei Taschentücher, tupfte die Wunde an meinem Unterarm und stillte das Blut. Meine Arme waren von Narben geprägt, es waren wulstige Narben, einige waren genäht, andere einfach so verheilt. Ich mochte sie. Sie waren meine Markenzeichen, meine Identität.
Der dreckige John erkannte mich schon vor weitem. Er schuldete mir noch Geld für die Joints!
Ich schloss die Fenster, warf mir mein Rucksack über die Schultern und verliess die Wohnung.
Der dreckige John war ein Obdachloser, sein schmutziger Bart war immer voller Brotkrümmeln, in seinem Mund steckte fast immer einen Joint, den er oft selber drehte. Er hauste in einem grossen grünen Zelt, dessen Stoff oft verdreckt durch die Vogelkacke war.
Ich wagte ein kurzes Lächeln, als ich ihn sah. Er sass vor seinem Zelt, drehte Joints und trank dabei einen Woodka. " Na kleine?", fragte er.
" Du schuldest mir Geld!", sagte ich ruhig, mit einem bedrohlichen Unterton.
Johns Augen glänzten wie Glas in der Sonne. Er stellte seine grüne Woodkaflasche auf den Boden, ein Lächeln umspielte seine schmalen Lippen. Seine nikotinverfärbten Zähne strahlten mir entgegen, doch ich fand es widerlich. Er zuckte mit den Schultern und passierte den Zelteingang.
" Du bekommst es, wenn ich das Geld dazu habe." Er grinste wieder.
Ich kochte innerlich, das sagte er jedesmal. " Nein. Ich will es morgen haben! Verstanden?"
Er hob seine Augenbrauen und nickte. Aber ich glaubte ihm nicht. Wer würde das auch? Wer glaubte schon diesem dreckigen Obdachlosen?
Ich ging. Ich zog an Läden vorbei, die Schaufenster waren voll mit den besten Waren und den tollsten Kleider. Ich blieb vor einem stehen. Ein rotes Kleid leuchtete mir entgegen. Ich schmolz dahin. Was für ein wunderschönes Kleid! Feuerrot, trägerlos,- genau so eins wünschte ich mir immer! Ich lief weiter. Ich konnte es mir sowieso niemals leisten. Aber man sagt niemals nie, oder?
Das ist ein kleiner Auszug meiner neuen Geschichte! Ich hoffe, es gefällt euch! Es ist nur ein Rohling, es wird vielleicht noch ein paar Unklarheiten und grammatikalische Fehler drin haben!  |
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Zuletzt bearbeitet von zimtstern224 am 01.05.2011, 15:20, insgesamt 3-mal bearbeitet _________________ "Je tiefer der Glaube ist, um so mehr schärft er die Vernunft. Wenn der Glaube blind wird, stirbt er.", Mahatma Gandhi |
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zimtstern224 |
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 | Re: Die Erkenntnis | Verfasst am: 29.04.2011, 23:16 |
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Hi zimtstern
Ich fang zuerst mal mit ein paar kleinen Dingen auf, Rechtschreibefehler, offene Fragen und so.
| zimtstern224 hat Folgendes geschrieben: |
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Ja. Ich musste. Meine Mutter würde stolz sein. [/quote]
Das versteh ich nicht. Wahrscheinlich, weil ich nicht die ganze Geschichte kenne, aber ich erwähns trotzdem mal. Ich verstehe nicht, wie irgendeine Mutter darauf stolz sein könnte, dass sich ihre Tochter ritzt.
| zimtstern224 hat Folgendes geschrieben: |
| Ich verspürte keinen Schmerz, ich fühlte keinen Schmerz mehr. Meine Seele war schmerzgebeutelt, der Schmerz unterdrückte alles. |
Das ist viermal Schmerz in zwei Sätzen. Ein bisschen viel. Ich würde es umschreiben. Vorschlag:
"Ich verspürte keinen Schmerz, ich fühlte ihn einfach nicht mehr. Meine Seele war gebeutelt(/gequält?/verwundet?), der Schmerz unterdrückte alles."
| zimtstern224 hat Folgendes geschrieben: |
| Es sollte Jesus symolisieren, er war immer bei mir. |
Naja, es sollte ihn wohl symbolisieren und nicht symolisieren. Kleiner Tippfehler.
| zimtstern224 hat Folgendes geschrieben: |
| War ich das? Sollte dieses Spiegelbild mich darstellen? |
Klingt ein bisschen holprig. Hab aber grad keinen Vorschlag auf Lager, wie du den zweiten Satz umformulieren köntest.
| zimtstern224 hat Folgendes geschrieben: |
| Ich lächelte wieder. Es war ein zaghaftes Lächeln ohne jeglichen Sinn oder etwas lustig zu finden. |
"oder etwas lustig zu finden" würde ich so nicht schreiben. Eher: "oder ohne etwas lustig zu finden."
| zimtstern224 hat Folgendes geschrieben: |
| Rasierklingen lagen zu Boden, Blutflecken klebten auf dem Perserteppich, den ich von meinem Vater aus Indien bekam. |
Ich würde mal sagen, etwas liegt nicht "zu Boden", sondern "am Boden".
| zimtstern224 hat Folgendes geschrieben: |
| Das Hupen wütenden Autofahrern hallte an den Wänden, Schreie kleiner Kinder und der fürcherliche Gestank nach Autoabgasen erfüllten mein Zimmer. |
Verbesserungsvorschlag: "Das Hupen wütender Autofahrer hallte an den Wänden wider. Die Schreie kleiner Kinder und der fürchterliche Gestank nach Abgasen erfüllten mein Zimmer."
| zimtstern224 hat Folgendes geschrieben: |
| Sie waren meine Markenzeichen, meine Identität. |
Gruselig.
| zimtstern224 hat Folgendes geschrieben: |
| Ich schloss die Fenster, warf mir mein Markenrucksack über die Schultern und verliess die Wohnung. |
"Markenrucksack" passt irgendwie nicht. Wenn der Rucksack schon eine bestimmte Marke haben soll, dann nenn sie beim Namen oder nenn den Rucksack einfach Rucksack.
| zimtstern224 hat Folgendes geschrieben: |
| Er hauste in einem grossen Zelt, es war grün. Und schmutzig. |
Ich würds so schreiben: "Er hauste in einem grossen Zelt. Es war grün und schmutzig." Oder dann so: "Er hauste in einem grossen Zelt, das grün und schmutzig war."
| zimtstern224 hat Folgendes geschrieben: |
| " Du schuldest mir Geld!", sagte ich ruhig, mit einem Schwall Grobeit im Unterton. John grinste, stellte die Flasche auf den Boden und lächelte. |
Beim ersten Satz musste ich auch grinsen. "Schwall Grobeit im Unterton"? Ne, Kleine. Entweder sie sagt es ruhig, oder sie sagt es grob. Mein Vorschlag wäre: ruhig, mit einem bedrohlichen Unterton.
Noch etwas zu John. Grinst er noch, oder lächelt er schon?
| zimtstern224 hat Folgendes geschrieben: |
| " Du bekommst es, wenn ich das Geld dazu habe. Er grinste wieder. |
Ein Anführungszeichen fehlt.
| zimtstern224 hat Folgendes geschrieben: |
| Wer glaubte schon Obdachlosen? |
Vorsicht Vorurteile! Ich würde es nicht so allgemein schreiben. Eher: "Wer glaubt schon diesem dreckigen Obdachlosen?"
| zimtstern224 hat Folgendes geschrieben: |
| An einem blieb ich stehen. |
Es heisst: "Vor einem ... "
| zimtstern224 hat Folgendes geschrieben: |
| Ich konnte es mir sowieso nie leisten, werde es auch nie tun. Aber man sagt niemals nie, oder? |
Hast du aber grad dreimal. ^^
Ich will noch einen kurzen, allgemeinen Eindruck geben. Die Geschichte fängt interessant und düster an. Ich mag die Atmosphäre, die du erschaffen hast, irgendwie recht depro, aber doch nicht so richtig. Dein Prota wirkt authentisch, aber manchmal ein bisschen klischeehaft. Vor allem der Teil mit den Kleidern. Armes, verzweifeltes, an Obdachlose Joints verkaufendes, indisches Mädchen? Interessant, aber m.M.n. ein wenig zu sehr Klischee. Naja, ist nur meine bescheidene Meinung.
Gruß Tamira |
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Tamira |
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 | | Verfasst am: 01.05.2011, 15:24 |
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Hi Tamira,
nach eifrigem Überarbeiten meines Textes (wobei ich ein wenig Kopfschmerzen gekriegt habe^^) bin ich fertig. Also nicht mit der Geschichte, sondern mit dem Überarbeiten. Ich habe Deine gefundenen Rechtschreibefehler korrgiert und den Text grundsätzlich ein wenig abgeändert. Ich hoffe, Du empfindest ihn jetzt so besser!
Lg zimtstern224 |
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zimtstern224 |
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