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"Die" Kneipe... (Einleitung)

BeitragVerfasst am: 28.05.2008, 15:53
So,

Ihr habt es nicht anders gewollt Razz Hier nun das erste Kapitel (die Einleitung) meines neuen Buches, das auf das Thema - Chronik einer der ältesten Kneipen Berlin-Charlottenburgs - einstimmen und im wahrsten Sinne des Wortes den Durst auf weitere Kapitel steigern soll.

Für Kommentare bin ich immer dankbar!



Wenn Besucher auf den „alten Spuren“ einer Stadt wandeln wollen, suchen sie diese zumeist in der Stadtmitte. In Berlin ist dies aufwändiger als in vielen anderen Städten, denn es gibt mehr als nur ein Zentrum. Berlin, wie es sich heute darstellt, ist ein Zusammenschluss der ursprünglichen Stadtgemeinde Berlin mit sieben weiteren Stadtgemeinden, 59 Landgemeinden und 27 Gutsbezirken, der zum 1. Oktober 1920 mit dem „Gesetz über die Bildung einer neuen Stadtgemeinde Berlin“ – auch bekannt als „Groß-Berlin-Gesetz“ – in Kraft trat. In einigen dieser ehemaligen Stadt- und Landgemeinden, die sich seit der Verwaltungsreform 2001 auf zwölf Bezirke aufteilen, sind die alten Strukturen und Zentren heute noch erkennbar.

Das „alte“ Berlin, dem Besucher immer wieder nachspüren möchten, lässt sich daher nicht räumlich erklären. Vielmehr geht es um „typisch“ Berlinisches, wie zum Beispiel die berühmt-berüchtigte „Berliner Schnauze mit Herz“, den Drehorgelspieler und natürlich das durch Heinrich Zille berühmt gewordene „Milljöh“ – mit all seinen Hinterhöfen, derben Sprüchen und Bierkneipen.

Heute sind die Berliner Originale in der Minderheit, der Berufsstand des Drehorgelspielers ist, sieht man mal von wenigen Ausnahmen ab, ausgestorben und die meisten Hinterhöfe sind saniert. Die derben Berliner Sprüche sind Ausdrücken in fast allen regionalen Dialekten gewichen und die klassischen Zille-Kneipen scheinen Vergangenheit zu sein. Häufig sind gastronomische Einrichtungen auf alt getrimmt, um die Erinnerung an „Pinsel-Heinrich“, wie Zille bereits zu Lebzeiten ehrfürchtig genannt wurde, aufrecht zu erhalten – doch können sie es nicht mit der Originalität der wenigen wirklich historischen „Budiken“ und Gaststätten aufnehmen.

Denn es gibt sie tatsächlich noch: die Schatzkästchen vergangener Epochen, die schon seit gefühlten oder wirklichen hundert und mehr Jahren so aussehen, wie man sie heute antrifft. Nicht immer liegen sie für den Touristen zentral, manchmal sogar etwas außerhalb der ausgetretenen Pfade. Gerade deshalb aber lohnt ein Besuch ganz besonders.

Solch einem Kleinod der klassischen Berliner Kneipenkultur ist dieses Buch gewidmet: der Alt-Berliner Kneipe und bürgerlichen Speisegaststätte „Wilhelm Hoeck 1892“ in Charlottenburg. Hat der Berliner seinen Besuch in die Wilmersdorfer Straße geführt und lässt ihn zum ersten Male eintreten, erliegt der Neuankömmling schnell der Faszination einer fast vergessenen Epoche. Er vergisst selbst die Zeit, bleibt bis zum Zapfenstreich (oft genug darüber hinaus) und schwört sowohl dem Gastgeber wie auch dem Wirt, beim nächsten Berlin-Besuch wiederzukommen. Meistens hält er Wort, was nicht verwundern kann. Denn wer „Wilhelm Hoeck 1892“ einmal kennen gelernt hat, infiziert sich unweigerlich mit dem „Hoeck“-Virus, der ihn dazu verführt, die traditionsreiche Charlottenburger Destille – eines der ältesten Lokale Berlins – immer wieder aufzusuchen.

„Hoeck“ ist alt und antik, echt und authentisch, original und originell. Vertäfelte Wände aus dunklem Holz mit vielen Spiegelflächen, rustikale, blank gescheuerte Tische, ehrwürdige Schnapsfässer, Batterien von alten Flaschen. Ein Ort, der zum zweiten Wohnzimmer taugt. Eine Oase im Großstadtlärm. Ein „Etablissemang“, das die Auszeichnung „Zille sein Milljöh in Reinform“ verdient. Denn Zille kommt natürlich auch drin vor, in den Geschichten rund um „Wilhelm Hoeck 1892“, die in diesem Buch zusammengestellt sind, und die ein schönes Stück Alt-Berlin wieder auferstehen lassen.
 
  mtg 
Gast 
 
 
   
   

BeitragVerfasst am: 28.05.2008, 16:05
Lieber Matthias!

Vorab, großes Lob, gefällt mir sehr gut.
Drei Anmerkungen: ich finden den ersten, durachaus ehr informativen Absatz etwas trocken; ich persönlich fänd es schön, wenn bereits dort einmal das "alte Berlin", origianl berlien rLuft schnuppern o.ä. emotionales erwähnt würde, bevor der Zusammenschluss etc. beschrieben wird.
Dann: statt "seinen Hinterhöfen" könnte s, nur als Vorschlag Hinterhof-Szenarien (finde ich etwas genauer..) heißen.
Dann finde ich das Wort ehrfurchtsvoll im bezug auf Pinsel.heinrich nicht so treffend, veielleicht eher augenzwinkernd/ lapidar/ ferch...? oder halb ehrfurchrtsvoll, halb ...

Good luck!

babs Wink

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BeitragVerfasst am: 28.05.2008, 17:39
Hallo Mathias!
Muss in einem Buch darauf hingewiesen werden, dass man ein Buch schreibt?
Das ist doch wohl jedem klar, der es liest.
Und hier kommt es sogar zweimal vor.
Ansonsten würde ich zur Auflockerung vielleicht eine kleine Begebenheit mit einem Gast einflechten oder etwas Ähnliches. Wörtliche Rede macht einen Text lebendig.
Als Leser würde ich sonst eine lange Einleitung überfliegen.
Das ist nur meine ganz persönliche Meinung.
Hier gibt es wahrscheinlich kompetentere Schreiber, die das besser können als ich.
Gruß
Fabula
 
  Fabula 
Gast 
 
 
   
   

BeitragVerfasst am: 28.05.2008, 18:13
FAbula, das find ich eigentlich nicht, Matthias hat das m.E. gut eingefügt mit dem Buchschreiben.

Was mich wundert - dass du Matthias die Einleitung reinsetzt und sie schon fertig hast, obwohl das Buch noch nicht fertig ist (wenn ich das richtig verstehe). Ich schreibe die Einleitung immer zuletzt. Und ich würde sie auch lieber erst lesen, nachdem ich mindestens Teile des Buch gelesen haben, um ggf. Änderungsvorschläge zu machen.

Das Thema finde ich natürlich (!) spannend und ich sehne den Tag herbei, an dem du dort ein Bier spendiesert (dort: in dieser Kneipe natürlich) - vorsorglich melde ich Skripteuse gleich mit an

lg
maryanne

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BeitragVerfasst am: 28.05.2008, 18:29
@ Babs

Du hast mich in einigen Punkten zum Nachdenken gebracht... Danke!

@ Fabula

Ich verstehe Dich nicht ganz - denn ich weise ja nicht darauf hin, dass ich ein Buch schreibe, sondern mache die Absicht des Buches deutlich, da ist m. E. ein großer Unterschied. Das ist so ähnlich, als wenn man vor einer Präsentation sagt, worum es eigentlich geht..... Die Idee mit dem Gast ist schön - aber da wird es ein eigenes Kapitel mit vielen Gästen - ein ganzes Soziotop - zu geben. Und "lang" finde ich die Einleitung eigentlich nicht - es ist ja nur eine Einleitung, ein "Anschmecker" sozusagen. Aber trotzdem Danke für den Gehirnschmalz!

@ Maryanne

Es gibt in der Werbung eine schöne Methode, wie man an die Entwicklung von Kampagnen herangeht: Man bastelt sich eine Konzeptzeile, aus der dann (ich zitiere meinen Prof.) "die Kampagne schlüpft wie das Küken aus dem Ei". So sehe ich meine Einleitung - als Guideline, was ich überhaupt mit dem Buch erreichen will... Außerdem werde ich nicht das ganze Buch hier einstellen ... Razz ... ich will es ja auch noch verkoofen Smile

Und damit Ihr nicht so lange durstig bleiben müsst: Wenn der Termin der offiziellen Präsentation feststeht, werdet Ihr hier sowieso als Erste informiert Smile
 
  mtg 
Gast 
 
 
   
   

BeitragVerfasst am: 28.05.2008, 18:57
Klar Matthias, dass du nicht dein Buch hier einstellst! Ich habe ja auch nur (NUR!) gesagt, dass ich eine Einleitung besser beurteilen könnte, wenn ich das Buch gelesen haben würde. Diese Hirngewinde ist mir aber erst eingekommen (eingekommen - eine schlesische Redewendung!), nachdem ich Fabulas Posting gelesen hatte.

Deinen Prof. kenne ich nicht und ich habe auch nicht auf Werbung studiert, aber intuitiv gehe ich genau so an meine Texte ran.

Gut dass du deinen Smart schon mal volltankst, um uns aus P. & S. abzuholen (ist ja nicht so weit) .Zukunftsplanung war schon immer mein Ding

Frohes Schaffen
maryanne

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BeitragVerfasst am: 28.05.2008, 19:24
Hallo Matthias,

ich stimme Babs zu. Der erste Teil ist etwas zu "nüchtern". Laughing Ansonsten liest sich das schon sehr gut. Naja, habe ich von dir auch nicht anders erwartet. thumb up

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LG Claudia
Jede Katze ist ein kleiner Druide! Sie leben im Hier und Jetzt. Wir sollten uns ein Beispiel daran nehmen! Wir müssen ja nicht unbedingt schnurren.
 
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BeitragVerfasst am: 29.05.2008, 07:47
Hallo Mathias!
Leider habe ich übersehen, dass es sich bei o.Text um die E i n l e i t u n g handelt. Ich schiebe es jetzt mal auf mein Alter und mein schlechtes Sehvermögen.
Somit ist auch meine Kritik gegenstandslos.
Pardon, künftig werde ich näher hinsehen
Gruß
Fabula
 
  Fabula 
Gast 
 
 
   
   

BeitragVerfasst am: 29.05.2008, 08:03
Hallo Matthias,

gefaellt mir sehr gut deine Einleitung. Natuerlich koennte man sie auch anders schreiben, aber gegen diese Fassung ist meiner Meinung nach nichts auszusetzen.

Ich wuerde nur so kleine Formulierungen wie "man mal" veraendern, hier in "man einmal". Das klingt zwar geringfuegig gestelzt, widersetzt sich aber dafuer nicht dem Sprachrhythmus.

Jedenfalls bin ich schon auf das Gesamtwerk gespannt Smile

Beste Gruesse,

Heinz.

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BeitragVerfasst am: 29.05.2008, 09:16
Moin zusammen!

@ Fabula: Ist doch kein Problem - auf Grund Deines Postings musste ich mich meinem Text von einer anderen Seite nähern - und das kann nie schaden... Smile

@ Claudia: Zu nüchtern? Gut, dann mach ich ihn neu und trinke vorher drei Bier Smile

@ Maryanne: Ihr seid aber todesmutig ... der Smart issn Zweisitzer - und auf einem Stühlchen sitz' ich schon Smile

@ Heinz

Zitat:
Natuerlich koennte man sie auch anders schreiben

Ein echter hawepe Smile Ich habe mich weggekringelt, nicht böse sein. Aber mit dem "einmal" statt "mal" ... touché! Mein Hang zur exemplarischen Sprachverkürzung...

Danke bis hierhin an alle, die schon - und die noch kommentier(t)en (haben) werden.
 
  mtg 
Gast 
 
 
   
   

BeitragVerfasst am: 29.05.2008, 10:03
Hallo Matthias,

mtg hat Folgendes geschrieben:
Zitat:
Natuerlich koennte man sie auch anders schreiben

Ein echter hawepe Smile Ich habe mich weggekringelt, nicht böse sein.


Warum sollte ich cheezy grin

Zitat:
Aber mit dem "einmal" statt "mal" ... touché! Mein Hang zur exemplarischen Sprachverkürzung...


Ich lese mir meine Texte meistens mindestens einmal laut selber vor, um zu merken, ob der Sprachrhythmus stimmt. Natuerlich duerfen Brueche sein, aber nur dort, wo sie inhaltlich hingehoeren.

Beste Gruesse,

Heinz.

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BeitragVerfasst am: 03.06.2008, 10:06
Hallo Matthias,

da ich deinen Text zum "Bullrich" kenne, lasse ich mich gern dazu verleiten zu sagen, dass auch "Hoeck" ein typisches Gerschwitz-Werk wird. thumb up Ich bin gespannt und freue mich darauf

Zitat:
Natuerlich koennte man sie auch anders schreiben, aber gegen diese Fassung ist meiner Meinung nach nichts auszusetzen.
cheezy grin allerdings: dann wäre es aber eben nicht mehr typisch Gerschwitz

Liebe Grüße
Amalia

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BeitragVerfasst am: 03.06.2008, 13:02
Hallo Amalia,

das setzt mich ja jetzt ein bisschen unter Zugzwang... shocked eyes ... aber eine Verbindung gibt es ja:
Nach zu vielen Bieren in der Kneipe hilft Bullrich gegen den Alkohol-Kater... Smile

Auf jeden Fall: Danke für die aufmunternden Worte! Ich werde mich bemühen, ein "typisches" Werk fertig zu stellen Smile
 
  mtg 
Gast 
 
 
   
   

BeitragVerfasst am: 03.06.2008, 13:31
Aber, aber Matthias,

mtg hat Folgendes geschrieben:
Nach zu vielen Bieren in der Kneipe hilft Bullrich gegen den Alkohol-Kater... Smile


ich glaube, da musst du noch ueben. Wo bleiben denn hier der Reim und der Rhythmus? cheezy grin

Beste Gruesse,

Heinz.

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BeitragVerfasst am: 03.06.2008, 17:43
Sehr interessante Thematik sleep

Daß dieses Etablissement bereits über eine durchaus informative HP verfügt, ist Dir bekannt Wink ?

IMHO: Wenn Du unbedingt über Berlins Kneipen referieren möchtest, da gibt es doch so viele andere mit bewegter Geschichte, die meisten wirst Du sicher kennen Ich sage nur Neues Ufer, Hafen, Prinzknecht... Da hast Du wenigstens eine Zielgruppe, Schatzi cheezy grin
 
  Salpetriere 
 
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"Die" Kneipe... (Einleitung)
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