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Die örtliche Presse

BeitragVerfasst am: 07.05.2010, 09:23
Ich schreibe keine schöngeistigen, tiefsinnigen oder intellektuell angehauchten Geschichten, sondern nur Sachen, die möglichst Spaß und Freude bereiten sollen. Ein gewisser Sinn für Blödsinn – oder nennen wir es Humor – gehört natürlich dazu. Mein erstes Buch „Jack Pott, Baron Wind un die Unnerbüx“ wurde von Vito von Eichborn vor 2 Jahren in die Edition BoD aufgenommen, also durchaus ein Erfolg für einen kleinen Möchtegern-Hobby-Schreiberling. Da es maritime Geschichten – Seemannsgarn – sind, ich selbst in einem Hafen arbeite und auch in der Hafenstadt geboren bin, sollte man annehmen, dass die örtliche Presse dazu mal einen kleinen Bericht bringen würde. Aber deren Redakteure sind meine Geschichten wohl nicht seriös und intellektuell genug – da haben sie natürlich vollkommen Recht – und werden penetrant ignoriert. Trotz Vito von Eichborn, einem Radio- und einem TV (center-tv)- „Auftritt“. Faszinierend. Und zum Betteln und permanent Nerven habe ich nicht die Lust, Kraft und kann es auch nicht. Also wird die Arroganz der Redakteure siegen und ich mich – fast unter Ausschluss der Öffentlichkeit – nur selbst an meinen „geistigen Ergüssen“ erfreuen. Aber da bin ich wohl nicht allein?


Grüße Schmietwech

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BeitragVerfasst am: 07.05.2010, 09:35
Hi Schmietwech,

irgendwie habe ich auch immer das Gefühl, der »Prophet gilt im eigenen Lande nichts«. Aber ich habe festgestellt: Man muss »nur« dranbleiben und stetig präsent sein ... irgendwann klappts dann auch. Allerdings sollte man immer versuchen, einen anderen Aufhänger für eine Pressegeschichte zu suchen. Die Journalisten merken schon, wenn es da einer immer mit den selben Mitteln versucht ...

Nicht aufgeben!

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BeitragVerfasst am: 07.05.2010, 10:14
Da ich selber auf einer Lokalredaktion arbeite, mal eine Frage:
Wie hast Du Dich denn auf der Lokalredaktion vorgestellt?
Pressemappe?
Buch?
Oder müssen die selber auf Dich kommen?

Wir fühlen uns auch nicht verpflichtet, für jedes Buch im redaktionellen Teil Werbung zu machen. Wir leben ja auch von Inseraten...
Aber wenn sich ein Autor aus der Region interessant präsentiert und nicht alle von Anfang an als ARROGANT bezeichnet...

Ich würde Dir raten, mal vorbei zu gehen. Ein wenig Hartnäckigkeit brauchst Du nun mal, wenn Du verkaufen willst. DU willst ja etwas. Es wird Dir schon kein Zacken aus der Krone fallen.
Blanca

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BeitragVerfasst am: 07.05.2010, 10:15
Hallo Schmietwech,

für meine Bücher intertessiert sich die örtliche Presse auch nicht.

Hatte irgendwann mal einen mutigen Tag, packte die Bücher ein und ging dorthin.
Die nicht gerade freundliche Dame meinte ich solle die Bücher auf den Tisch legen. Wenn sie mal etwas Platz in der Zeitung über hätte , dann würde sie sie ein paar Zeilen darüber schreiben.

Das sind jetzt schon einige Wochen her. Bislang hat sich noch nichts getan. Nehme an es wird sich auch nichts mehr tun.

Ja, mit Flyer auslegen habe ich es auch schon versucht. Obwohl man mir das Auslegen erlaubt hatte, waren sämtliche Flyer am nächsten Tag verschwunden. Ist schon seltsam.

Was soll man dazu noch sagen?

Liebe Grüße aus NRW
Chrissi

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Die örtliche Presse

BeitragVerfasst am: 07.05.2010, 10:55
Hallo Blanca,
alle Jahre wieder versuche ich es. Letztes Jahr wurden interessante Bücher aus der Region in einer mehrwöchigen Reihe vorgestellt. Daraufhin habe ich einen netten, schönen Brief an die Redaktion geschickt und ein Buch (dieses mit Vito von Eichborn) beigelegt. Natürlich kam keine Reaktion. Irgendwie denke ich, ich gebe mich der Lächerlichkeit preis, wenn ich es noch öfter versuche. Sie wollen eben nicht! Und ich habe es nun akzeptiert, obwohl ich mich schon etwas darüber ärgere.
Zu "Zacken aus der Krone brechen" = es ist nicht mein Ding. Ich habe in den letzten Jahren schon genügend entsetzte Gesichter z. B. bei Buchhändlern gesehen, die manchmal nicht mal kostenlose Exemplare haben wollten. Und wenn man in diese Gesichter sieht .... Gut, ich will das Wort Arroganz nicht wieder benutzen. Und natürlich sind nicht alle Redakteure arrogant. Ersetzen wir Arroganz durch Ignoranz. Ein sehr weit verbreitetes Übel dieser, unserer Gesellschaft.

Grüße
Schmietwech

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BeitragVerfasst am: 07.05.2010, 11:44
Ja, ja, ich kenne es auch von beiden Seiten.
Es gab Lokal-Redaktionen, die fanden, ich müsse zuerst ein Inserat schalten, damit über mein neues Buch berichtet werde!!!
Und es gab Buchhandlungen, die fanden, mein Buch werde doch eh nicht gekauft!
Mein Chef stöhnt manchmal: "Phuu, schon wieder einer, der ein Buch geschrieben hat."

Es ist nicht leicht.
Aber ich gebe trotzdem nie auf.
Genau so wie ich nie aufgegeben habe, nach einem guten Verlag zu suchen, obwohl ich eine ordentliche Zahl von Absagen vorweisen kann.

Wenn die Zeitung allerdings sogar in Serie lokale Bücher vorstellt, und Deines nicht dabei haben will, dann weiss ich auch keinen Rat.
Schade.
Trotzdem viel Glück!
Blanca

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BeitragVerfasst am: 10.05.2010, 08:26
Guten Morgen,

ich kann da Ähnliches berichten. Nur, dass es bei mir bzw. unseren beiden Lokalblättchen kein persönliches Problem ist, sondern mehr ein allgemeines. Kultur im Allgemeinen und Literatur im Besonderen haben dort einen marginalen Stellenwert. Rezensionen nur wenig, von immer anderen Leuten (sehr oft Praktikanten usw.), nur von Büchern, die schon seit Monaten gut verkauft werden, wo es bereits genug Rezis woanders gibt ...

Darum setze ich lieber auf online. Da stehen Arbeitseinsatz und Erfolg in einem ganz anderen Verhältnis. Ich werde zwar demnächst auch wieder Pressemitteilungen an die regionalen Zeitungen schicken, aber keine irgendwie geartete Extrabehandlung.

Auch wenn es schräg klingt: Aber warum soll ich jemand, der zahllose Mails oder Briefe bekommt, und diese nur überfliegt (bestenfalls) mit weiterem Material zudecken, das eh nicht beachtet wird - wenn ich bei gleichem Aufwand woanders mehr erreiche.

Liebe Grüße
Marlene

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BeitragVerfasst am: 10.05.2010, 09:08
Bei Regionalia klappt es natürlich prima. So habe ich gerade für mein Buch über das Haus in Solingen, in dem ich aufgewachsen bin) komplette Pressecoverage bekommen (beide Tageszeitungen, eine Stadtteilzeitung und das Lokalradio (http://www.berliner-geschichten.com/bucher/das-haus-in-der-kaiserstrase/presse/).

Bei meinem Buch über die älteste Kneipe Charlottenburgs hatte sogar die »Berliner Zeitung« eine halbe Seite (3-spaltig, blatthoch) und auch Tagesspiegel, Berliner Morgenpost und die Stadtteilblättchen Berliner Woche und Berliner Abendblatt waren im Boot (http://www.berliner-geschichten.com/bucher/molle-und-medaille/presseberichte/).

Bei »Endlich mal was Positives« halten sich die Berliner Medien immer noch vornehm zurück. Außerdem haben die Medien fast nur am 1.12. Interesse am Thema (Da ist ja Welt-Aids-Tag, dabei ist das Thema ganzjährig virulent). Dafür gabs aber sonst 'ne Menge (http://www.endlich-mal-was-positives.de/?page_id=623&preview=true)

Also: Steter Tropfen höhlt den Stein ...

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Pressearbeit

BeitragVerfasst am: 10.05.2010, 11:50
Demnächst erscheint bei uns im Stadtmagazin ein Artikel über meinen Katzenkrimi. Mit der Redakteurin hatte ich bereits ein Interview geführt (boa-ey, hört sich das geil an cheezy grin ). Letzte Woche habe ich persönlich in der Redaktion des Rhein-Sieg-Anzeigers ebenfalls ein Buch lassen können für eine Rezi, ich werde dem Redakteur ein paar Tage Zeit lassen und dann mal nachhaken.

Die beste Aktion: ich habe meine Werbepostkarten mit ein paar netten Worten versehen, an mehrere Zeitungen geschickt und daraufhin eine Email erhalten mit Bitte um Zusendung des Buches. Hier erhoffe ich mir noch mehr von.

Ich denke, mit den Postkarten habe ich das richtige Mittel gefunden, um auf mich aufmerksam zu machen. Mit Emails werden die Redaktionen doch jeden Tag zugemüllt und unaufgeforderte Zusendungen von Büchern stapeln sich bestimmt auch in den Zeitungsverlagen.

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viele Grüße

Manu
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TODES-WIND, Samtpfote auf Mörderjagd
ISBN 978-3-83915-307-9
Krimis mit Fell und Schnauze
ISBN 978-3-8423-7050-0

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BeitragVerfasst am: 10.05.2010, 12:25
Hallo,
klingt alles nicht schlecht.
Aber bei mir wollen sie einfach nicht. Ist so.
Hafen-/Heimatstadt, maritim, Seemannsgarn = passt eigentlich.
Und wäre ich ein richtiges Sensibelchen würde ich annehmen, dass meine Geschichten einfach nur sauschlecht sind. So schlecht können sie doch wohl nicht sein, wenn sie Vito von Eichborn gefallen haben? Aber nicht einmal sein Name zieht! Also - sie wollen eben nicht. Punkt. Humoriges von der Küste? Äh, nee.
Grüße
Schmietwech

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BeitragVerfasst am: 10.05.2010, 12:29
Mit hat bei meinem BoD-Buch 2005 eine Zeitungsredaktion (nicht lokal) ganz klar und eindeutig gesagt, BoD-Bücher würden PRINZIPIELL nie besprochen. Das Buch wurde mir ungeöffnet zurück gegeben.

Ob es daran liegt?
Blanca

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BeitragVerfasst am: 10.05.2010, 13:33
Richtig. BoD-Bücher können nur Müll sein, sonst würde ja ein "normaler" Verlag das Buch herausbringen.

Grüße
Schmietwech

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BeitragVerfasst am: 10.05.2010, 14:15
Schmietwech hat Folgendes geschrieben:
Richtig. BoD-Bücher können nur Müll sein, sonst würde ja ein "normaler" Verlag das Buch herausbringen.

Ach komm, hör mal mit diesem "Ich bin ein unverstandener Autor"-Masochismus auf. Ich habe auch mal gehört, dass on-demand-Bücher angeblich grundsätzlich nicht rezensiert werden. So what? Dann strickt man eben eine Geschichte drumherum, in der das Buch vorkommt.

Oder man wendet sich mit maritimen Geschichten an Medien, die eben nicht an der See liegen, nach dem Motto "Geschichten von der anderen Seite der Welt" oder so ähnlich.

Wenn man kreativ genug ist, ein Buch zu schreiben, dann sollte man es auch kreativ vermarkten können. Und sich nicht im Selbstmitleid suhlen.

Manus Idee mit mit den Postkarten finde ich z. B. klasse.

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BeitragVerfasst am: 10.05.2010, 14:50
Hallo Matthias,

Masochismus = könnte man so deuten,
Selbstmitleid = nein,
unverstandener Autor = nein.
Ich neige zu Sarkasmus und versuche meine Schreiberling-Aktivitäten nicht allzu ernst zu nehmen. Nur "seichte" Unterhaltung. Schreiben aus Freude - nichts Intellektuelles, Hochgeistiges oder wie man es sonst noch nennen sollte - ohne Anspruch auf "Ruhm".
Was mich aber wirklich ärgert ist die erbarmungslose "Deutungshoheit", die sich z. B. einige Redakteure zu eigen gemacht haben.

Grüße
Schmietwech

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BeitragVerfasst am: 10.05.2010, 15:01
"Deutungshoheit" ... das gibt es nicht nur bei Redakteuren, das gibt es auch bei on-demand-Autoren. Man muss sich nur mal die Leichtigkeit in der Missachtung der Rechtschreibung und/oder Zeichensetzung ansehen, die auch in diesem Forum immer wieder gerne als "neuer, eigener, unverbrauchter Stil" vorgestellt werden ...

Sarkasmus im Internet ist so ein Ding: Man kann es nicht sehen. Deshalb wirken solche Postings wie Deines eben auf mich wie die vielen anderen weinerlichen Postings unverstandener Autoren. Schön, dass Du nicht einer von diesen bist.

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