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Einleitung meines Buches

BeitragVerfasst am: 29.01.2010, 16:09
Ich bin jetzt mit der Korrektur meines Manuskripts soweit durch und wollte euch mal fragen, wie ihr die Einleitung so findet. Ist sie zu schnell? Habe zwar schon 5-mal auf Rechtschreib- und Grammatikfehler überprüft, aber irgendwie klappt es nie, dass es ohne einen Fehler ist. Ich hoffe aber, dass eher wenige Fehler enthalten sind. Cool

I Ein besonderer Geburtstag

Nils Naugel war ein ganz normaler Junge, dachte er jedenfalls. Er ging nicht gern in die Schule, wie so ziemlich alle in seinem Alter und hatte ein paar völlig normale Hobbys: Hard Rock hören, Computerspiele spielen und einfach ein bisschen mit seinem Freund in der Gegend herumlungern. Seine Eltern schienen ihm auch nicht besonders zu sein. Das einzig Abnormale an seiner gesamten Familie war der sehr seltsame Name. Woher dieser kam, fragte er sich schon seit er eingeschult worden war. Er hatte überlegt, ob es vielleicht chinesische Vorfahren gab, die diesen Nachnamen getragen haben und nach Deutschland ausgewandert waren. Da er aber weder bei sich, noch bei seinen Eltern Ansätze von Schlitzaugen entdecken konnte, legte er diese Vermutung schnell wieder ab. Auf jeden Fall war er kein normaler deutscher Bürger, sonst hieße er Müller, Meier, Schmitt oder Grunzemann, wie einer seiner Schulkollegen. Stattdessen hieß er aber Naugel, Naugel und nochmals Naugel. Was sollte dieser doofe Name bedeuten? Wie oft hatte er seine „Erziehenden“ schon danach gefragt, aber seine Eltern sagten immer zu ihm: <Du musst Geduld haben, bald weißt du warum du so heißt. Die Welt wurde auch nicht an einem Tag erschaffen.> Er wusste schon, dass diese Aussage kommen würde, fragte aber dennoch immer wieder nach. Eines besonderen Tages war es dann endlich soweit:

<Aufstehen, du hast heute Geburtstag!>, flüsterte Dorothea Naugel ihrem Sohn freundlich ins Ohr. Es war ein sonniger Samstagmorgen in Ludwigsstadt und Nils sprang voller Freude über seinen 15. Geburtstag aus dem Bett. Er landete erst einmal mit voller Wucht auf dem harten Laminatboden. <Nichts überstürzen!>, riet seine Mutter. <Du musst heute noch Geschenke auspacken.> Sein Blick fiel freudig auf den Türrahmen, gegen den sein Vater lehnte. <Alles Gute, mein Schatz! Jetzt zu deinem ersten Geschenk!>, sagte Bernd Naugel lächelnd und verschwand kurzzeitig aus Nils' Blickfeld. Doch dann kam er mit dem Geschenk herein. Er hielt ein großes Terrarium in den Händen und stellte es auf den geräumigen Schreibtisch seines Sohnes, den er schon beim Kauf vor 2 Jahren als sehr nützlich empfunden hatte. <Es ist dafür doch wie geschaffen, das Modell Lönken, oder nicht?>, fragte Herr Naugel froh darüber, sich für dieses Prachtstück von Tisch entschieden zu haben. <Und damit du nicht nur in das leere Terrarium gucken musst, haben wir hier noch einen Bewohner dafür>, erklärte Frau Naugel, die ebenfalls kurz verschwunden war und jetzt etwas grünes, krokodilähnliches mit braunen Augen und einem langen Schwanz in den Händen hielt. <Das ist Kai, dein neues Haustier.> <Ein Leguan!>, fügte sie noch hinzu, nachdem sie den verwunderten Blick ihres Sohnes gemustert hatte. Nils schaute verdutzt von den tief grünen Augen ihrer Mutter zu den himmelblauen seines Vater zu den erdbraunen seines Geschenkes. <Wieso ein Leguan? Ich habe mir doch gar keinen gewünscht!>, fragte er schließlich ein wenig enttäuscht. Vater schaute ihn nur lächelnd an und zuckte mit den Augenbrauen. Nils hatte sich eigentlich das allerneuste Computerspiel gewünscht, das erst vorige Woche auf den Markt gekommen war. Es hieß „Crinks on the Unions Attack“ und war genau das Actionspiel, das er brauchte, um glücklich zu sein. Aber warum haben seine Eltern den ersehnten Wunsch nicht erfüllt, sondern ihm so ein hässliches, grünes Vieh in die Hand gedrückt? Er wusste wirklich nicht, was mit seinem Vater und seiner Mutter passiert war.
Als das Geburtstagskind dann in die Küche ging, um zu frühstücken, blieb es erst einmal regungslos auf der Türschwelle stehen. Auf dem großen Buchentisch, dem Modell Björn, stand eine riesige, 5-stöckige Cremetorte mit schwarzem Schokoguss und mindestens 30 Kerzen auf der obersten Etage. Als Spitze trohnte eine grüne, große Figur, die Nils erst für ein Krokodil hielt. Aber als er näher hinging, erkannte er sein Geburtstagsgeschenk in Miniaturform. <Was soll das?>, fragte er erstaunt. <Ich werde heute doch erst 15 und nicht 100 und überhaupt, was soll dieser blöde Leguan? Seit wann ist der denn mein Lieblingstier?> Seine Eltern hatten schon wieder diesen freundlichen, unwissenden Blick aufgesetzt und er hörte seinen Vater leise flüstern: <Seit heute, mein Lieber, seit heute. Du wirst es schon noch merken.> Nach dem ausgiebigen Frühstück, zwei Eier für jeden, sämtliche Brötchensorten, die Herr Naugel beim Bäcker in der nächsten Straße ergattert hatte und ein Buffet mit Schinken, Käse, Marmelade, 10 verschiedenen Honigsorten und Butter aus Ländern, die Nils noch nie gehört hatte, ging das Geburtstagskind in die Stadt, wo er sich mit seinem Freund Garry traf. Er erzählte natürlich von den seltsamen Ereignissen bei sich zuhause.
<Und du meinst nicht, dass es deine Eltern nur besonders gut mit dir meinen?>, kommentierte Garry die Geschichte seines Freundes. <Nein, ich glaube heute ist irgendein besonderer Geburtstag von dem ich noch nichts weiß.>
Gegen Nachmittag kam dann die ganze Verwandschaft, um Nils zu gratulieren und natürlich um ein Stück von der Torte zu essen. Bei den Söllnern, der Familie seiner Mutter, verlief alles ganz normal: Geschenke wie Bücher, Geld, Kleider und so weiter. Aber, als Oma Naugel mit einem riesigen, in Leguangeschenkpapier eingewickeltem, Paket in ihren faltigen, zittrigen Händen auf ihn zukam, wurde ihm bewusst, dass er mit seiner Vermutung richtig lag. <Alles Gute zum Geburtstag!>, wünschte die kleine, alte Frau mit ihren dicken Brillengläsern und dem leichten Modergeruch, der wahrscheinlich von ihrem Parfüm herrührte. Nachdem Nils das Papier von dem Jumbokarton des Geschenkes entfernt und ihn geöffnet hatte, sah er Pflanzen, große Äste und einen Trink- und Futtertrog vor sich. <Für deinen Leguan>, sagte Oma Naugel zu ihm. Für wen sonst? Nachdem ihn sämtliche Verwandte, von manchen hatte er noch gar nichts gehört, beglückwünscht und beschenkt hatten, besaß Nils am Abend alles, was ein Leguan auch nur annähernd benötigte: Futter (eklige, kleine Würmer und andere krabbelnde Insekten), ein Terrarium, eine Kletterwand, fast alle Pflanzen des Regenwaldes (natürlich in Miniaturausführung) und sogar einen Luftbefeuchter und eine Thermolampe, um das tropische, heiße Klima exakt nachahmen zu können. Nur sein geliebtes Computerspiel hatte ihm niemand geschenkt. Nicht einmal die andere Verwandtschaft, also Mutter, Vater und Geschwister seiner Mutter. Ihre Geschenke bestanden aus Briefumschlägen, gefüllt mit einer schmalzigen Karte und ein paar Geldscheinen. Von seinen Großeltern hatte er wenigstens noch eine CD dazu bekommen, von den Holy Hankers, seiner Lieblingsband. Wenn sie auch nicht jeder mochte, bei der Musik die sie machten, kein Wunder, so empfand Nils doch eine große Zuneigung zu der Hard Rock Band. <Ich gehe morgen gleich ins nächste Geschäft und kaufe mir endlich Crinks on the Unions Attack>, dachte er, noch nicht ahnend, dass er dieses Vorhaben am nächsten Tag völlig vergessen würde.
Als Nils nach diesem seltsamen Tag, dessen Bedeutung er immer noch nicht verstand, in sein Bett ging, las er erst noch einen Moment sein neues Buch “Wie halte ich einen Leguan richtig?“, das Geschenk seiner Tante:
1.Kapitel: Der Leguan, kein "normales" Haustier
Erst einmal herzlichen Glückwunsch, dass Sie sich der schwierigen Aufgabe der Haltung eines Leguans angenommen haben. Ein solches exotisches Tier braucht viel Platz, das richtige Klima, eine exakte Nachbildung seiner ursprünglichen Umwelt und noch einiges mehr, um in fremden Gefilden ein langes und gutes Leben zu ermöglichen. Deshalb sollten Sie zunächst über den Lebensraum des Tieres in freier Natur Bescheid wissen: Der Leguan lebt in tropischen Regenwäldern. Meist auf verschiedenen Bäumen und Pflanzen, die Sie natürlich für ihr Terrarium nicht alle benötigen, aber zumindest ein paar davon. Des Weiteren bevorzugt das Tropentier vor allem feuchte Ge... Plötzlich musste Nils niesen. Er wollte gerade weiterlesen, da vernahm er ein leises <Gesundheit!> aus seinem Zimmer. <Wer ist da?>, fragte er verängstigt. Er schaute sich um, sah aber niemanden, der das gesagt haben könnte.
 
  traumzeit 
 
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Re: Einleitung meines Buches

BeitragVerfasst am: 10.02.2010, 20:00
Ich fand den Text echt toll, wirklich! thumb up Die Idee ist witzig und ich würde mich freuen, mehr von dir zu lesen.
Die erste Passage... nun ja, die klingt viel zu sehr nach einer 08-15-Story: Gewöhnlicher Junge, der doch nicht ganz so gewöhnlich ist, wie er denkt... Für meinen Geschmack erwähnst du das ganz am Anfang allzu explizit. Eine dezente Andeutung hätte schon gereicht, schliesslich kann man ja zwischen den Zeilen lesen, dass er sich vorerst für nichts Aussergewöhnliches hält.


traumzeit hat Folgendes geschrieben:
Wenn sie auch nicht jeder mochte, bei der Musik die sie machten, kein Wunder, so empfand Nils doch eine große Zuneigung zu der Hard Rock Band.

Über diesen Satz bin ich beim durchlesen gestolpert. Ich denke, besser wäre:
Wenn sie auch nicht jeder mochte - was bei der (abgefahrenen) Musik, die sie machten, kein Wunder war - so empfand Nils doch eine grosse Zuneigung zu der Hard Rock Band.

Gruß Tamira
 
  Tamira 
 
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BeitragVerfasst am: 11.02.2010, 17:50
Danke für deinen Tipp! Laughing

Ich finde das mit dem Einschub (- bei der Musik, die sie machen...) auf jeden Fall besser als das, was ich vorher geschrieben habe.
Das mit dem Beginn muss ich mir nochmal überlegen.

Wärst du daran interessiert, weiterzulesen? blink

Gruß,
Nico
 
  traumzeit 
 
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BeitragVerfasst am: 12.02.2010, 17:31
Oh ja, definitiv! wie viel hast du denn bereits geschrieben?

das mit dem beginn musst du nicht so tragisch nehmen. für mich klang es einfach im ersten augenblick gerade so, aber als dann das mit dem leguan kam, wusste ich, dass es nich so was werden würde... ^^

wie bist du eigentlich auf leguane gekommen?falls das später in der geschichte mal wichtig is, musste ja nich antwortenl...ich mag die viecher nich. sehen so hässlich aus...*kicher* dann lieber ne schlange... cheezy grin

gruss tamira
 
  Tamira 
 
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BeitragVerfasst am: 13.02.2010, 15:12
Ich hab schon das ganze Buch fertig! cheezy grin

Momentan bin ich noch dabei, die Rechtschreibung und die Grammatik zu überprüfen. dozey

Eigentlich kam ich als erstes auf den Namen Naugel! Rückwärts gelesen heißt das ja?? blink

Wieso das mit dem Namen so ist, erfährt man aber erst im nächsten Kapitel näher.

Ich hoffe, dass ich das Buch bald durch BOD rausbringe.
Es ist bestimmt was besonderes, wenn man zum ersten Mal sein eigenes Buch in den Händen hält. cool

Gruß,
Nico
 
  traumzeit 
 
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BeitragVerfasst am: 13.02.2010, 16:53
Was mir spontan aufgefallen ist: Überarbeite deine Anführungszeichen. Die wirken sich beim Lesen störend aus. (Und ich hab einen Ausdruck probiert, das geht fast gar nicht ...)

My.

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BeitragVerfasst am: 14.02.2010, 12:47
Oh schon das ganze Buch, nicht schlecht!!! thumb up
Na dann wünsche ich dir viel Spaß(!) und viel Erfolg beim Überarbeiten...

traumzeit hat Folgendes geschrieben:
Eigentlich kam ich als erstes auf den Namen Naugel! Rückwärts gelesen heißt das ja??


Also war der Name zuerst und dann das Tier? Rolling Eyes Hätte ich jetzt nicht erwartet... Ich meine, ist ja ein Riesenzufall, dass der Name rückwärts gelesen gerade ein Tiernamen ist.

traumzeit hat Folgendes geschrieben:
Wieso das mit dem Namen so ist, erfährt man aber erst im nächsten Kapitel näher.


wow Oh, da freu ich mich schon drauf... Kannst du mir eventuell mal noch ein wenig mehr von deinem Buch schicken? Ich würde mir auch gerne die Zeit nehmen und "korrekturlesen".

Gruß Tamira
 
  Tamira 
 
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BeitragVerfasst am: 15.02.2010, 10:06
@My
Danke für den Hinweis. Very Happy
Muss ich, wenn ich das Buch bei BOD veröffentliche, nicht sowieso diese französichen Anführungszeichen nehmen?
Ich habe das mit den < > nur gemacht, weil bei dem Programm, das ich habe, nur die Anführungszeichen oben, also " " gingen, nicht aber eines unten und eines oben, wie es sich gehört.


@Tamira
Klar! Very Happy
Ich kann dir natürlich ein bisschen mehr schicken!
Denke aber, dass das hier im Forum eher nicht so angebracht ist. blink

Hast du ne Mail-Adresse?

Gruß,
Nico
 
  traumzeit 
 
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Re: Einleitung meines Buches

BeitragVerfasst am: 17.02.2010, 17:15
traumzeit hat Folgendes geschrieben:
Nils Naugel war ein ganz normaler Junge, dachte er jedenfalls.


Hier fände ich besser: Nils Naugel war ein ganz normaler Junge. (Das) dachte er jedenfalls.
Das "das" muss nicht unbedingt hin, aber für mich passt ein Punkt dort besser, als ein Komma. Das betont dieses "dachte er jedenfalls" mehr.

traumzeit hat Folgendes geschrieben:
Er hatte überlegt, ob es vielleicht chinesische Vorfahren gab, die diesen Nachnamen getragen haben und nach Deutschland ausgewandert waren. Da er aber weder bei sich, noch bei seinen Eltern Ansätze von Schlitzaugen entdecken konnte, legte er diese Vermutung schnell wieder ab.


Tschuldige, aber chinesische Vorfahren??? Ich kann kein chinesisch (auch wenn meine Mutter chinesische und vietnamesische Wurzeln hat und alle meine Verwandten mütterlicherseits chinesisch sprechen), aber ich weiß wie chinesisch klingt. Und Naugel klingt sicher nicht chinesisch!
Du könntest einfach anmerken, dass es fremd, "undeutsch" ( cheezy grin ) tönt, aber niemand aus der Familie fremdländisch aussieht.

Gruß Tamira
 
  Tamira 
 
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BeitragVerfasst am: 17.02.2010, 19:01
Er hatte überlegt, ob es vielleicht ausländische Vorfahren gab, die diesen Nachnamen getragen haben und nach Deutschland ausgewandert waren. Da aber niemand in seiner Familie fremdländisch aussah, legte er diese Vermutung schnell wieder ab.

Besser? blink

Das mit den chinesischen Vorfahren war wohl so ne Schnapsidee, als ich vor 3 Jahren mit dem Buch angefangen hatte. Muskel

thanks
 
  traumzeit 
 
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BeitragVerfasst am: 17.02.2010, 19:30
Besser... du machst wohl Scherze... Super! zwinker

Na, wenn das schon 3 Jahre her ist, sag ich nix mehr...
Keine Ursache, habe ich gerne gemacht.

You're great! thumb up
 
  Tamira 
 
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