 | Endlich ein vernünftiger Vorschlag | Verfasst am: 30.06.2011, 14:45 |
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Abschaffung des Urheberrechts gefordert
Berlin (dpa) - Mit der Forderung nach einer Abschaffung des Urheberrechts hat am Mittwoch in Berlin eine Konferenz zur digitalen Wissensgesellschaft begonnen.
Der britische Schriftsteller Glyn Moody sagte vor den Teilnehmern der «Open Knowledge Conference»: «Wir brauchen einen digitalen Luftraum, in dem Ideen frei passieren können.» Zu der zweitägigen Veranstaltung haben sich 390 Interessenten aus Europa und den USA angemeldet. In Vorträgen und Workshops geht es um den freien Zugang zum Wissen im Internet und um die ungehinderte Nutzung von öffentlichen Daten.
Die Open-Knowledge-Bewegung wolle Werkzeuge und Projekte entwickeln, um Inhalte und Daten frei verfügbar zu machen, sagte der Mitbegründer der Open Knowledge Foundation, Rufus Pollock. Als Beispiel nannte er das Projekt OpenSpending.org, das für mehrere Länder die regionale Verteilung staatlicher Ausgaben visualisiert.
Aus den aktuellen Nachrichten |
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 | | Verfasst am: 30.06.2011, 15:28 |
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Das nennt man wohl "das Kind mit dem Bade ausschütten": weil Wissen frei zugänglich sein soll, wird das Urheberrecht gleich insgesamt abgeschafft?
Ich bin unbedingt dafür, dass wissenschaftliche Texte frei zugänglich sind und kostenfrei verbreitet werden dürfen, einschließlich meiner eigenen wissenschaftlichen Werke. (Die inzwischen so alt sind, dass es sich nicht lohnt... aber egal.)
Ich lasse auch mit mir darüber reden, meine literarischen Ergüsse für einen guten Zweck kostenfrei zur Verfügung zu stellen.
Ich bin absolut dagegen, dass jemand anders an der Veröffentlichung meiner Texten verdient, ohne dass ich etwas davon habe. Um dies sicherzustellen, muss es einen gesetzlichen Rahmen geben.
Wenn überhaupt, dann können einzelne Regelungen im Rahmen des Urheberrechts in Frage gestellt werden.
Und natürlich hat heutzutage jeder Autor das Recht und die Mittel, seine Texte der Allgemeinheit zur Verfügung zu stellen. Es gibt Creative Commons und vergleichbare Lizenzmodelle, es gibt die Möglichkeit, E-Bücher kostenfrei zu veröffentlichen, und es gibt die Möglichkeit, Bücher ohne Gewinnspanne zum Druck on Demand bereitzustellen. (Es muss dafür ja nicht unbedingt BOD sein.) |
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Valerie J. Long |
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 | | Verfasst am: 01.07.2011, 08:26 |
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Hallo Valerie,
| Valerie J. Long hat Folgendes geschrieben: |
| Das nennt man wohl "das Kind mit dem Bade ausschütten": weil Wissen frei zugänglich sein soll, wird das Urheberrecht gleich insgesamt abgeschafft? |
Die Idee ist doch genial
Schau dich doch mal in den Bibliotheken um, aktuelle Titel werden dort immer rarer, weil sich mit weniger Geld nun einmal nicht mehr Bücher anschaffen lassen. Mit der Aushebelung des Urheberrechtes könnte man die Mittel für die Bibliotheken noch mehr kürzen, ohne dass dadurch weniger Neuerscheinungen aufgenommen werden könnten.
Oder schau dir die wachsende Zahl prekärer Arbeitsverhältnisse an. Wie sollen sich die Betroffenen noch teure Bücher leisten? Okay, man könnte sich organisieren und die Verhältnisse zu verändern suchen, aber ist es nicht viel bequemer, sich Entlastungsmöglichkeiten auf der Ausgabenseite zu suchen?
Übrigens habe ich vor Monaten mal bei Spiegel Online und taz, die besonders vehement für eine faktische Beseitigung des Urheberrechts nachgefragt, ob das so zu verstehen sei, dass die Inhalte ihrer Webseiten kostenlos genutzt werden dürften. Eine Antwort habe ich nie erhalten. Ist aber auch logisch. Nicht sie, sondern die Autoren sollen auf ihr Geld verzichten.
Beste Grüße
Heinz |
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hawepe |
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 | Re: Endlich ein vernünftiger Vorschlag | Verfasst am: 01.07.2011, 10:11 |
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| Jester hat Folgendes geschrieben: |
Abschaffung des Urheberrechts gefordert
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Man sollte Herrn Moody an seinen eigenen Worten messen und seine Bücher unter fremdem Namen veröffentlichen. Vermutlich ist Herr Moody dann sehr schnell bei Gericht vorstellig.
Irgendwie erinnert mich die Befürwortung der Urheberechtsabschaffung an die Atomkraftdiskussion: Auch da gibt es Befürworter, aber auch die wollen nicht neben der Atommülldeponie wohnen!  |
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Siegfried
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Siegfried |
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 | | Verfasst am: 01.07.2011, 15:57 |
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Hallo, Heinz,
ja, die Ironie ist angekommen.
| hawepe hat Folgendes geschrieben: |
| Schau dich doch mal in den Bibliotheken um, aktuelle Titel werden dort immer rarer, weil sich mit weniger Geld nun einmal nicht mehr Bücher anschaffen lassen. Mit der Aushebelung des Urheberrechtes könnte man die Mittel für die Bibliotheken noch mehr kürzen, ohne dass dadurch weniger Neuerscheinungen aufgenommen werden könnten. |
Hmm - die dnb bekommt unsere Titel ja per Gesetz schon geschenkt. Das könnte man noch ein Stück erweitern. Übrigens die Super-Lösung für all die Autoren, die auf einen Eitelkeitsverlag hereingefallen sind und jetzt die Garage voller Bücher haben...
| hawepe hat Folgendes geschrieben: |
| Oder schau dir die wachsende Zahl prekärer Arbeitsverhältnisse an. Wie sollen sich die Betroffenen noch teure Bücher leisten? |
Ich schlage vor: Bookcrossing.
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Valerie J. Long |
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 | ... | Verfasst am: 01.07.2011, 16:58 |
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| Valerie J. Long hat Folgendes geschrieben: |
| Übrigens die Super-Lösung für all die Autoren, die auf einen Eitelkeitsverlag hereingefallen sind und jetzt die Garage voller Bücher haben... |
Ich muß hierbei an die Bemerkung von Rudolf Steiner in seinem nationalökonomischen Seminar denken, dass solche Prozesse gewissermassen notwendig sind:
"Nehmen wir an, ein Lyriker bildet sich ein, er sei ein außerordentlich großer Lyriker, bringt es auch dahin, daß seine Lyrik gedruckt wird, sei es durch Protektion oder durch Geldunterstützung oder durch so etwas. Und nun arbeiten an dem Zustandekommen dieses Lyrikbandes die Papierarbeiter, die Setzer, eine ganze Anzahl von Menschen, die nach marxistischem Begriff entschieden produktive Arbeit leisten. Nehmen wir aber an, es wird kein einziges Exemplar verkauft, sondern alle werden eingestampft. Dann würden Sie denselben realen Effekt haben, als wenn sie gar nicht gemacht worden wären. Sie haben im Grunde genommen Arbeit in diesem Falle vollständig nutzlos aufgewendet. Nun müßten Sie aber erst wiederum untersuchen, ob das nun zu sieben Achtel dumm ist, was die Marxisten sagen, oder ob es nicht doch eine Bedeutung hat. Und da werden Sie bemerken, daß die biologische Betrachtungsweise ein gewisses Analogon bietet. Sie können zwar sagen : In der Biologie kann ich das ganze Wesen betrachten vom Anfang bis zum Ende und habe es vor mir, während ich es in der Wirtschaft nur mit Tendenzen und dergleichen zu tun habe. Aber nun frage ich Sie, ob Sie mehr als Tendenzen in der gesamten Natur vor sich haben, wenn Sie bedenken, daß nicht aus alien Heringseiern Heringe werden, sondern daß unzählige Heringseier im Vergleich zu denen, aus denen Heringe werden, einfach vernichtet werden? Es fragt sich jedoch, ob diese vernichteten Eier für den gesamten Prozeß der Natur gar nichts bedeuten, oder ob sie nur eine andere Richtung einschlagen im gesamten biologischen Prozeß. Das ist nämlich der Fall. Es könnte keine Heringe geben und vieles andere von Meereswesen, wenn nicht so und so viele Heringseier einfach zugrunde gehen würden."
Die Dummheit gewisser Leute ist also - in gewisser Weise - durchaus notwendig für die Ökonomie, auch wenn dies einzelwirtschaftlich betrachtet keinen Sinn macht...
Beste Grüße
MichaelHA |
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MichaelHA |
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 | | Verfasst am: 01.07.2011, 17:21 |
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Hallo Michael,
die Abschöpfung verfügbarer Kaufkraft bei eitlen Autoren ist auch eine Art von Arbeitsbeschaffungsmaßnahme und hilft, den Geldkreislauf in Gang zu halten. Immerhin müssen wir anderen dann nicht die Arbeitslosengelder für den DKZ-Verleger bezahlen.
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Valerie J. Long |
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 | | Verfasst am: 08.07.2011, 08:26 |
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Als Open Source Fan, kann ich über so ein Ansinnen nur den Kopf schütteln.
Es gibt genügend Möglichkeiten wie z.B. GNU um Daten frei zur Verfügung zu stellen. Wer es will macht es einfach.
Wer nicht, lässt es sein.
Aber wer meint, die Wirtschaft auf den Kopf stellen zu können und "irgendwie" Geld mit kostenlosen Diensten verdienen zu können, der irrt.
Ist der Vogel erst einmal aus dem Käfig - respektive kursiert das Dokument frei, ist alle Liebesmüh vergeblich. Denn der Konsument strebt immer den Weg des geringsten Widerstandes an.
Ich könnte mir aber auch vorstellen, dass die o.g. Äusserung fehlinterpretiert wird. zudem wird es dazu nie kommen. In unserer (freien) Marktwirtschaft steht es jedem zu, für eine Leistung einen beliebigen Betrag zu verlangen. Anders wird es das nicht geben. Von oben herab kann keiner bestimmen, das es kein Urheberrecht mehr gibt und alles nur noch kostenlos zu haben ist.
Der Wettbewerb allein, entscheidet, ob Werke zu einem günstigen Preis verfügbar sein werden. Bei ebooks liegt die Grenze hier schon bei einem US$/Euro. Da macht es dann auch keinen Unterschied ob es 1.2 oder 06 sind, lediglich bei dem Aufruf einer Liste, die nach Preisen sortiert ist.
In meiner Tätigkeit als kleines Antiquariat, habe ich gesehen, wie das Phänomenen des 1 C Buchs aufgekommen ist. Das ist nun die untereste Grenze. www.nur1cent.de
Ca. 2 Millionen Buchtitel, CDs und DVDs sind alleine bei Amazon zu einem Cent verfügbar (plus Porto).
Wer also billig Bücher lesen , Musik hören oder Filme schauen will, der hat genügend Auswahl.
Die Aufhebung des UR würde aber vielmehr bedeuten, dass jeder sich die Werke einfach zueigen machen könnte und für seine Zwecke mißbrauchen. Daher - NEIN,NO,NEVER.
Das UR wird nicht aufgegeben, die Diskussion darüber ist Quatsch. |
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 | | Verfasst am: 08.07.2011, 09:39 |
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Eine nette Diskussion ... aber ...
... auffallend:
Der Thread-Starter - Jester -, der die Überschrift "Endlich ein vernünftiger Vorschlag" verfasste, hält sich völlig heraus.
Was an der Idee, das Copyright abzuschaffen, ist denn jetzt "vernünftig"? |
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Siegfried
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 | | Verfasst am: 08.07.2011, 09:55 |
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| Adrenaline hat Folgendes geschrieben: |
Die Aufhebung des UR würde aber vielmehr bedeuten, dass jeder sich die Werke einfach zueigen machen könnte und für seine Zwecke mißbrauchen. Daher - NEIN,NO,NEVER.
Das UR wird nicht aufgegeben, die Diskussion darüber ist Quatsch. |
Ohne jetzt im Detail zu argumentieren (ich würde einiges wiederholen, was schon gesagt wurde), stimme ich hier voll und ganz zu.
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 | | Verfasst am: 08.07.2011, 11:23 |
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| Siegfried hat Folgendes geschrieben: |
Eine nette Diskussion ... aber ...
... auffallend:
Der Thread-Starter - Jester -, der die Überschrift "Endlich ein vernünftiger Vorschlag" verfasste, hält sich völlig heraus.
Was an der Idee, das Copyright abzuschaffen, ist denn jetzt "vernünftig"? |
Ironie erkennst du auch nur, wenn es dabei steht, oder? |
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 | | Verfasst am: 08.07.2011, 11:27 |
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| Jester hat Folgendes geschrieben: |
| Siegfried hat Folgendes geschrieben: |
Eine nette Diskussion ... aber ...
... auffallend:
Der Thread-Starter - Jester -, der die Überschrift "Endlich ein vernünftiger Vorschlag" verfasste, hält sich völlig heraus.
Was an der Idee, das Copyright abzuschaffen, ist denn jetzt "vernünftig"? |
Ironie erkennst du auch nur, wenn es dabei steht, oder? |
Ja, dafür gibt es ja diese komischen Smileys, weil man den Tonfall der anderen beim Lesen nicht hört...
Mir ist das hier ganz am Anfang auch passiert, dass ich was Ironisches geschrieben habe, es aber ernst genommen wurde, weil ich nicht so ein Gesicht dahintergepappt habe. Geht anscheinend nicht anders. |
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 | | Verfasst am: 08.07.2011, 11:34 |
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Ja Anette, aber es gehört auch der Wille zum verstehen dazu.
Und wenn man nicht will, dann versteht man auch nichts.
Gruß
Jester
PS: Wie kriegt man ein Smiley in die Überschrift? |
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 | | Verfasst am: 08.07.2011, 11:41 |
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| Jester hat Folgendes geschrieben: |
Ja Anette, aber es gehört auch der Wille zum verstehen dazu.
Und wenn man nicht will, dann versteht man auch nichts.
Gruß
Jester
PS: Wie kriegt man ein Smiley in die Überschrift? |
Das mit der Überschrift habe ich mir auch schon überlegt. Ist echt blöd.
Und diese Smileys vermeiden tatsächlich so manches Mißverständnis. Sie machen es einem leichter, zu verstehen (manchmal glaube ich, dass sie dafür da sind, um dem Leser schon mal alles vorzukauen...)
lg
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 | | Verfasst am: 08.07.2011, 13:30 |
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| Jester hat Folgendes geschrieben: |
Ironie erkennst du auch nur, wenn es dabei steht, oder?
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Ironie zählt zu den schwierigsten Textarten überhaupt ... und mehr als einmal geht der Schuss nach hinten los und trifft den Narren ...  |
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