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Endlich mal was Positives

BeitragVerfasst am: 14.11.2009, 21:28
"Endlich mal was Positives - Offensiv und optimistisch: Mein Umgang mit HIV", lautet der Titel eines Buches, das ich gleich aus mehreren Gründen empfehlen möchte.

Positiv denken – für Matthias Gerschwitz ist das eine oder sogar die zentrale Prämisse seines Lebens. Als er 1994 erfährt, dass er HIV-positiv ist, bildet er keine Ausnahme: Eine Welt bricht zusammen. Ein Jahr brauchte er, bis er seine Erkrankung als unveränderliche Tatsache akzeptiert hatte. Seine positive Einstellung zum Leben half ihm, sich sein Leben nicht von der Krankheit diktieren zu lassen.

So locker und humorvoll er über sein Leben mit HIV erzählt, wenn er über Homosexuelle schreibt, die noch immer auf Safer Sex verzichten und manchmal sogar stolz auf diesen Verzicht sind, oder über Heterosexuelle, die HIV und AIDS zu einem Problem alleine von Schwulen erklären, verliert er jeden Humor. Jeder fünfte HIV-positive oder AIDS-kranke Mensch, so die Statistik, sei ein Heterosexueller.

Was ich bewundere, sind Matthias' Lebenseinstellung und sein Mut, sich zu bekennen. Und sein Engagement gegen einen unverantwortlichen Leichtsinn, der in Deutschland nicht nur jedes Jahr 3000 HIV-Neuinfektionen zur Folge hat, sondern ebenso verantwortlich ist für das Wiederzunehmen einst gefürchteter Geschlechtskrankheiten wie Syphilis und Gonorrhoe.

Seit kurzem ist er übrigens Botschafter des Welt-Aids-Tages am 1. Dezember.

Die älteren Forumsteilnehmer kennen Matthias Gerschwitz vermutlich noch, hat er hier doch vor langer Zeit mal sehr aktiv mitdiskutiert.

Mehr Infos über sein neuestes Buch finden sich unter http://www.endlich-mal-was-positives.de/

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BeitragVerfasst am: 15.11.2009, 10:19
Auch ich möchte dieses Buch allen ans Herz legen - zeugt es nicht nur von Mut und Offenheit, sondern es stellt eine excellente Informationsquelle sowohl für Betroffene, die z. B. aus Angst vor den Folgen ihre Krankheit verheimlichen, als auch für jugendliche Hetero- und Homosexuelle, für Eltern und Pädagogen und auch für Professionelle im medizinisch-therapeutischen Bereich dar. Es räumt auf mit Fehlvorstellungen, z. B. dass ein beabsichtigtes Anstecken mit HIV schützende sei, genau so dass man sich durch Berühren anstecken könne. Und es hebt sich in seiner unaufgeregten Darstellung wohltuend ab von der grassierenden Krankheits-Gejammer-Literatur.

Ich wünsche dem Buch nicht nur viele Leser, sondern vielen Lesern die Lektüre dieses Buches!

Haifischfrau

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BeitragVerfasst am: 15.01.2010, 12:35
Es freut mich sehr, dass das Buch von Matthias im neuesten BoD-Newsletter als Buchempfehlung des Monats vorgestellt wird. Das Buch hat es nämlich wirklich verdient. Selbst von gesellschaftlicher Ausgrenzung betroffen, unterstütze ich jegliche seriöse Art, auf Tabuthemen aufmerksam zu machen und Matthias Gerschwitz macht das teilweise sogar auch noch mit "Witz" thumb up

Ist schon irre - eine derart ausgezeichnete persona non grata des Forums hatten wir hier auch noch nicht cheezy grin

LG, Julia

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BeitragVerfasst am: 15.01.2010, 17:31
julia07 hat Folgendes geschrieben:


Ist schon irre - eine derart ausgezeichnete persona non grata des Forums hatten wir hier auch noch nicht cheezy grin

LG, Julia

Ja, und da werden sich alle, die Matthias früher als kompetenten Gesprächspartner in diesem Forum geschätzt haben, mit ihm freuen.
Qualität setzt sich eben durch - auch ohne Forum!
Gruß
chiquitita

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BeitragVerfasst am: 16.01.2010, 10:34
thumb up thumb up thumb up Julia & Chiquitita, euere Postings treffen den Kern.
Und: love Mathias
 
  Haifischfrau 
 
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BeitragVerfasst am: 16.01.2010, 12:33
Ich bin echt stolz auf ihn - und seine Leistung Very Happy
Und freu mich natürlich über die tolle, verdiente PR.

Barbara

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BeitragVerfasst am: 21.02.2010, 14:35
Lieber Matthias,


bei Deiner Leseprobe 1 ist mir aufgefallen:

"... als dass ich mir die gewünschte Gesundheit erhalte."

Das ist ein Widerspruch. Etwas, was Du Dir wünschst, kannst Du nicht erhalten. Also entweder: "... meine sonstige / übrige Gesundheit erhalte" oder "... ich die gewünschte Gesundheit erlange".

Bei der Beschreibung "Buch" finde ich folgende Formulierung: "... seinen Umgang mit der Infektion ohne Larmoyanz oder Betroffenheit."

Das kann nicht Dein Ernst sein. Du bist ja voll betroffen und das ist gut so, denn ich will schließlich von einem Insider etwas lesen, nicht von jemandem, der gar nicht betroffen ist. Was sollte der schon zum Thema zu sagen haben?
Nicht umsonst zählen Bücher wie Dein "Endlich mal was Positives" zur sog. Betroffenheitsliteratur (offizielle Bezeichnung!)

Bei der Leseprobe 2 sind für meinen Geschmack zuviel Aller-Welts-Weisheiten dabei, die für sich gesehen völlig korrekt sind ("Lachen ist gesund" usw.), aber es mangelt halt an Originalität. Wie oft haben wir das schon irgendeiner Form gelesen?

Ich finde es mutig von Dir, dass Du das Buch geschrieben hast und wünsche Dir viel Erfolg damit


ricochet

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BeitragVerfasst am: 21.02.2010, 15:16
Hallo Ricochet,
natürlich kann man sich das Gewünschte erhalten, denn wo steht, dass das Gewünschte etwas nicht vorhandenes ist? Der Status quo kann durchaus der gewünschte / erwünschte Status sein.

Vielleicht liest du mal Matthias' Buch vollständig, da kommst du möglicheweise zu einem anderen Urteil?

Gruß
Haifischfrau
 
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BeitragVerfasst am: 21.02.2010, 15:18
Hi ricochet, fangen wir mal hinten an:

Danke für die guten Wünsche!

Zur Leseprobe 2: Man muss für manche Dinge die einfachen Weisheiten wieder hervorholen, damit sie andere Menschen auch begreifen. Ich bin nicht der Meinung, "Allerwelts-Weisheiten" aneinandergereiht zu haben, sondern habe sie - wenn man sie denn so nennen möchte - in einen Kontext gestellt. Dieser heißt: Wenn es dir richtig beschissen geht, dann denke mal daran, dass man oft den Wald vor lauter Bäumen nicht sieht - oder dass es gerade die kleinen Schritte sind, mit denen man Veränderungen erreicht. Ich halte es für durchaus originell, originär und neu, den Umgang mit HIV mit Esprit und einem guten Schuss Humor zu beschreiben.


Womit wir schon bei der sogenannten "Betroffenheitsliteratur" sind Du hast ja bereits in einem anderen Thread deutlich gemacht, dass Du Dich gerne an offiziellen, theoretischen Begrifflichkeiten entlanghangelst. Auf diese Weise entgehen Dir natürlich die Feinheiten.

"Betroffenheitsliteratur" bedeutet nicht, dass sie von Menschen geschrieben wurden, die etwas betrifft im Sinne von, die darunter leiden, damit zu tun haben oder eben - wie ich von einer Infektion - betroffen sind. Unter "Betroffenheitsliteratur" verstehe ich auf jeden Fall im weitesten Sinne das therapeutische Schreiben - gut für den der schreibt, schrecklich für den, der's lesen muss.

Schau mal "für Spaß" bei Amazon in die Kategorie HIV oder/und AIDS. Titel wie "Und dann war alles anders", "Ich will doch leben", "Reto, HIV-positiv Ein Abschied", "Hilfe ich verliere - Leben mit HIV" oder "Ich will doch leben! Nadine ist HIV-positiv" vermitteln bereits über ihren Titel eine Betroffenheit im Sinne von "Oh - wie schrecklich" und damit eine Konditionierung des Lesers auf Mitleid oder Mitgefühl.


"Endlich mal was Positives" hingegen geht genau den anderen Weg. Ich bin betroffen (von der Infektion), aber sie macht mich nicht betroffen (weil ich gelernt habe, damit umzugehen). Insofern verwahre ich mich dagegen, mit "Betroffenheitsliteratur" in einen Topf geworfen zu werden. Die Reaktionen, die mir Leser, Ärzte, Positive, Negative, Männer, Frauen, Schwule, Heten etc. entgegengebracht haben, belegen dies eindeutig. Endlich einmal kann man nämlich einer Krankheit ohne den Geruch von Karbol, Leichenhalle und Testamentseröffnung entgegentreten und sie so losgelöst von aufgezwungenen Fremd-Emotionen betrachten.


Deswegen finde ich die Formulierung "ohne Larmoyanz oder Betroffenheit" völlig richtig. Vielleicht gibt es in Österreich ein anderes Sprachverständnis - das kann ich nicht beurteilen. Aber einen Satz wie "Du bist ja voll betroffen" finde ich sprachlich ausgesprochen unglücklich, auch wenn er so weitergeht: "und das ist gut so, denn ich will schließlich von einem Insider etwas lesen, nicht von jemandem, der gar nicht betroffen ist." Ich bin mir sicher, Du willst lieber etwas von einem Insider erfahren, der Dir was erzählt als von einem, der Dir was vorheult.


Und was das Zitat mit der gewünschten Gesundheit betrifft: Hier geht es nicht darum, was ich mir wünsche (da hättest Du Recht), sondern darum, was Andere mir wünschen (und da habe ich Recht Smile)


Ich freue mich, dass Du Dich so intensiv mit meinen Leseproben auseinandergesetzt hast und bin Dir dankbar, dass ich meine Sicht der Dinge auf diese Weise noch einmal deutlich machen konnte.


P.S.: Warum hast Du ein "P" in rot geschrieben?

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BeitragVerfasst am: 21.02.2010, 16:00
Lieber Matthias


mtg hat Folgendes geschrieben:

"Betroffenheitsliteratur" bedeutet nicht, dass sie von Menschen geschrieben wurden, die etwas betrifft im Sinne von, die darunter leiden, damit zu tun haben oder eben - wie ich von einer Infektion - betroffen sind. Unter "Betroffenheitsliteratur" verstehe ich auf jeden Fall im weitesten Sinne das therapeutische Schreiben


Oh doch, genau das ist es. Salopp gesagt geht es bei "Betroffenheitsliteratur" um persönliche Leidensgeschichten, Erfahrungen und Erlebnisse aller Art, die die (betroffenen = mit dem Thema persönlich befassten) Personen in Buchform der Öffentlichkeit zugänglich machen. Das kann Missbrauch im Kindesalter sein, oder die berühmten "Wie ich den Krebs besiegte" aus den 80-ern, "Mein Weg aus der Depression" oder sonstwas. Nachdem die Menschen unterschiedlich sind, ist auch ihr Umgang mit dem spezifischen Thema unterschiedlich. Du hast eine positive Sicht der Dinge und hast damit gelernt, mit HIV umzugehen. Das gefällt mir, ich habe 11 Jahre mit einem "Positiven" wie Du sagst Kontakt gehabt und weiss, diese Leute haben es nicht leicht. Vor allem wegen der Vorurteile der Gesellschaft.
Aber das ändert trotz allem nichts an der grudsätzlichen Einordnung deines Buches, die überhaupt keine Wertung darstellt. Insofern verstehe ich Deine emotionale Reaktion nicht. Die offiziellen, theoretischen Begrifflichkeiten haben halt was für sich.
Betroffen sein heisst in erster Linie mit etwas befasst sein. Das kann im Negativen wie im Positiven sein. Du siehst nur die negative Konnotation, aber das Wort hat mehr Konnotationen.
Und dieses Buch hat für Dich sicher auch einen autotherapeutischen Effekt gehabt Wink
Und auch das darf nicht nur sein, sondern wünsche ich Dir sogar. Es ist keine Schande, das einzuräumen.
Last, but not least will ich Dir sagen: Therapeutisch ist letzten Endes alles Schreiben. Auch das streng fiktionaler Literatur (so wie es meine Z. B. ist).

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BeitragVerfasst am: 21.02.2010, 16:18
ricochet hat Folgendes geschrieben:
Aber das ändert trotz allem nichts an der grudsätzlichen Einordnung deines Buches, die überhaupt keine Wertung darstellt. Insofern verstehe ich Deine emotionale Reaktion nicht. Die offiziellen, theoretischen Begrifflichkeiten haben halt was für sich.

Ich zitiere an dieser Stelle mal Kurt Tucholsky aus "Woher kommen die Löcher im Käse" über einen der Protagonisten, der das Phänomen der Löcher im Käse theoretisch- wissenschaftlich zu erklären sucht und als Antwort erhält:

Mit chemischen Formeln ist das nicht gemacht.


Wenn Du die "offiziellen, theoretischen Begrifflichkeiten" brauchst - bitte sehr. Ich erlebe in meinen praktischen Gesprächen zu mir und dem Buch die Bedeutung des Wortes "Betroffenheitsliteratur" so, wie ich sie zu erklären suchte. Und ich denke, ich konnte mich verständlich machen.

Und nein: Nicht alles ist therapeutisches Schreiben. Nicht einmal mein Buch. Sorry to say.

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BeitragVerfasst am: 21.02.2010, 16:33
Ein schönes Bonmot von Tucholsky, aber leider hat er Unrecht. Auf der HP von "Walserstolz" ist zu lesen:

"Die Gärung beeinflusst die Lochbildung im Teig und das Aroma. Löcher entstehen durch Kohlensäuregas, welches vom Abbau des Milchzuckers (Lactose) durch die jeweils spezifischen Milchsäurebakterien herrührt.
Da nicht alles Gas entweichen kann, bildet es Blasen. Diese Blasen formen die Löcher im Käseteig."

Und wenn Du schreibst: "Nicht alles ist therapeutisches Schreiben. Nicht einmal mein Buch." dann stehst Du noch am Anfang (auch das ist wertneutral gemeint). Jede Reise beginnt mit dem ersten Schritt, sagt man im Zen-Buddhismus.

Und da wir nun alle Gedanken ausgetauscht haben, denke ich, können wir uns wieder dem widmen, was (wirklich) wichtig ist: unserer Schreibe.

Noch einmal alles Gute für Dein Buch. Mangels persönlicher Betroffenheit (bin "Negativ") habe ich keinen Bedarf, mir Tipps von einem alten Hasen geben zu lassen. Wenigstens stehe ich dann nicht vor meiner Bibliothek mit Deinem Buch ind er Hand und muss hin- und herüberlegen, in welches Regal ich es stellen soll. cheezy grin

LG


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BeitragVerfasst am: 21.02.2010, 16:47
Man merkt leider, dass Du nicht begriffen hast, worum es in dem Beispiel geht. Es macht keinen Sinn einen Sachverhalt theoretisch-wissenschaftlich zu erklären, wenn die Zielgruppe eine ganz andere Erwartungshaltung und ein ganz anderes Vorwissen hat.

Dass Du einen ganzen Text - den, ich gehe fest davon aus, Du nicht kennst - an Hand eines einzigen Satzes als "wahr" oder "falsch", als "er hat Recht" oder "er hat nicht Recht", definierst, ... stimmt mich, freundlich formuliert, betrübt. Das lässt leider auf sehr wenig Abstraktionsvermögen schließen ...

Versuche auch nicht, Anderen eine Dir fremde Welt zu erklären. Weder hier noch in Deinen Büchern. Übrigens hast Du meine Frage nach dem roten "P" noch nicht beantwortet.

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BeitragVerfasst am: 21.02.2010, 16:56
mtg hat Folgendes geschrieben:

Versuche auch nicht, Anderen eine Dir fremde Welt zu erklären. Weder hier noch in Deinen Büchern.


Wie kommst Du dazu, Dir solche Übergriffe herauszunehmen? Das steht Dir nicht zu. Twisted Evil Was ich in meinen Büchern mache, lass meine Sache sein und kümmere Du Dich um die Deinen.


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BeitragVerfasst am: 21.02.2010, 16:57
Vergiss es...

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