 | Erfahrungsbericht: Doof kraft Autosuggestion | Verfasst am: 04.10.2009, 20:32 |
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Erfahrungsbericht Erleuchtung im Selbsttest -
Teil 1: Doof kraft Autosuggestion
Wie wäre es eigentlich, morgens unter der warmgepupten Bettdecke liegen bleiben zu können und selbstzufrieden bis grenzdebil grinsend über die Reize seines Partners hinweg durch das offene Fenster hinaus aufs blaue Meer zu schauen? Die Sonne strahlt gülden am Firmament, eine weiße Segelyacht gleitet am Horizont dahin und man fragt sich: „Mensch, wem hatte ich bloß meine Yacht geliehen? Na, egal. Ich hab ja noch eine.“
Bislang glaubte ich, solche Träume leben nur die Brad Pitts oder Madonnas dieser Welt. Zumindest aber sollte man eine Oma Beate haben, die mit anzüglichen Luststengeln ein Vermögen gescheffelt hat. Gestern erfuhr ich allerdings, dass Erfolg, Reichtum und Gesundheit allein aus manifestierten Wünschen resultieren.
„Denk dich reich!“, erklärte mir ein guter – ansonsten ganz normal wirkender – Freund bei Kaffee und Kuchen. „Du musst die Kraft deines Unterbewusstseins nutzen, um deine Ziele zu erreichen.“
„Aha. Und wie mach ich das?“
„Indem du dir intensiv vorstellst, was du haben willst. Dann kommt das Glück zu dir.“
„Prima.“
Wir schwiegen. Nach einer Weile brach er das Schweigen: „Was ist denn los? Du bist so ruhig?!“
„Ich konzentriere mich auf dein Kuchenstück und will, dass du es mir rüberschiebst.“
„Kannste vergessen!“ Sprach´s – und weg war das Stück. Auf meinen Kommentar, die Suggestionsmethode funktioniere wohl nur bei Androhung von Gewalt, erklärte mir selbsternannter Messias, der Weg zu Ruhm und Ehre sei eben steinig. Da müsse man schon etwas üben, üben und üben. Bei dem Gedanken, jeden Morgen nackt mit einer weißen Strickmütze auf dem Kopf mein Mantra zu tanzen und dazu „Ich bin so schön. Ich bin so toll. Ich bin der Anton aus Tirol“ singen zu müssen, stellten sich mir die Nackenhaare zu Berge. Doof kraft Autosuggestion.
Wenig überzeugt, dafür umso motivierter fuhr ich nach Hause und stellte mir angestrengt vor, wie mir Erleuchtung und Geldregen zuteil werden würden – ohne den ganzen Voodoo-Quatsch studieren zu müssen. Nach einer ereignislosen Stunde räumte ich meinem Schicksal zähneknirschend weitere 15 Minuten zur Erfüllung meiner Forderungen ein, wobei ich Erleuchtung gegen Pizza tauschte, da ich mittlerweile ziemlichen Hunger bekommen hatte. Als mich das Universum ein weiteres akademisches Viertel meiner Langeweile überließ, beschloss ich, meinem Glück nachzuhelfen und zumindest das Standardwerk zu diesem Thema zu lesen. Also konzentrierte ich meine kosmische Energie auf ein neues Ziel: Lieber Postbote, bring mir ein genial kurzes, vorzüglich preiswertes Buch zum Thema „Reich ohne Arbeit“ oder „Gesund essen mit Pommes & Co“. Und wenn du schon unterwegs bist, vergiss auch nicht die Pizza! Nach weiteren zwanzig inhaltsleeren Minuten des Wartens intensivierte ich meinen Gedankenstrahl, indem ich den Song „I can´t get no satisfaction“ in die Anlage schmiss und voll aufdrehte. Ich stellte mir vor, wie mein Wunsch auf den Schwingungen Mick Jaggers Gequäke reiten und sich in den Ohren des Postboten manifestierten. Drei Minuten später klingelte es an der Tür. Meine stattliche Nachbarin stand mit zornesrotem Kopf und Feinripp-Unterhose auf der Türschwelle. Gott, das hatte ich nicht gewollt! Sie meinte, ob ich wohl bekloppt wäre, mitten in der Nacht so´n Terz zu machen. Ich wollte erklären, dass ich auf den Postboten warte, aber Ihr Blick verriet mir, dass ihre Energie ausreichen würde, meinen Kopf dahin zu stecken, wo ich ihn allein nie wieder rausbekommen würde. Also schwieg ich und gelobte Besserung.
Ein wenig demotiviert schlich ich zurück ins Wohnzimmer. Allerdings: Was hatte ich erwartet? Wie sollte ich die Geheimnisse der Welt beherrschen, ohne mir das Wissen darüber angeeignet zu haben. Es nutzte nichts: Vor der Suggestion stand das Studium. Google und Wikipedia verrieten mir den Namen des Zentrums dieser Weisheit: Joseph Murphy. Mr. Positiv-Ist-Das-Leben-Toll. Master Zen. Verfasser so sagenhafter Bücher wie: „Entdecke deine unendlichen Kräfte“, ,„Mit TelePsi Ihre Ziele erreichen“ oder „1000 Wege, Gold zu scheizen “ in der 67. Auflage. Himmel, wie kann man ein Buch mit 67 Auflagen herausbringen? Entweder hatte der Lektor die korrigierende Kraft des Universums nicht verinnerlicht oder Master Murphy hat den Weg des Geldverdienens dank hundertfacher Wiederholung perfektioniert. Egal! Ich werd´s herausfinden.
MW
(weitere Spuren im Sand unter www.angenehme-vorstellung.de) |
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MW |
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 | | Verfasst am: 04.10.2009, 21:35 |
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Hallo Marco!
für deinen Beitrag.
Dies erinnert mich an ein "Motivations-Trainings-Seminar" welches ich kürzlich besucht hatte
Unsere "Motivations-Trainerin" brachte uns die höheren Weihen des Erfolges nahe: Wir müssten nur intensiv daran denken, unser Ziel immer vor unserem geistigen Auge behalten, dann geht es in Erfüllung.
Die Trainerin brachte hiezu das Beispiel eines Mannes (aus Wien), dessen grösster Wunsch es war, einmal Kapitän auf einer Yacht zu sein. Sein Wunsch ging nie in Erfüllung.
Die Trainerin hatte auch eine Erklärung parat: Er hätte sich selbst niemals als Kapitän auf der Yacht GESEHEN, deshalb konnte sein Wunsch auch nicht in Erfüllung gehen.
Nun, ich gebe zu, ich hab´s vermasselt. Schande über mein Haupt.
Ich hatte mich nämlich erfrecht, die Frage zu stellen, ob es nicht eher daran gelegen hatte, dass es von Wien mit dem Auto fast sechs Stunden Fahrt bedeutet, bis man an der Adria (Grado,Lignano) ist und sich daher derartige Seemanns-Träume einfach nicht erfüllen lassen.
Für die Trainerin war ich fortan eine "persona non grata".
Man stellt in einem derart elitären Kurs eben keine solch profanen Fragen...
Gruß
Nitram |
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_________________ Tu felix Austria - die andere Seite der Alpenrepublik - zweite Auflage
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HP: www.robert-brettschneider.com
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Nitram |
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 | | Verfasst am: 04.10.2009, 21:46 |
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Judith |
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 | | Verfasst am: 05.10.2009, 08:31 |
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Eine Nachbarin in Feinripp!!! Alle Achtung, bisher dachte ich Feinripp sei nur Männersache, okay, wieder etwas gelernt.
Mit dem Glück und dem Reichtum per denken, das hat hier und da schon geklappt.
Das erfolgreiche Handbuch für solche die nie aufgeben ist seit Jahren ein Renner, Bestellung ins Universum, von Bärbel Mohr. mindestens mal Frau Mohr hat aus der Theorie für sich eine Realität geschaffen.
Also, nicht aufgeben, üben und Geduld, sind die Grundvoraussetzungen für das Erhoffte, Gewünschte, was immer das sein mag.
Ob eine Pizza dazu gehört???[/list] |
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_________________ Das aktuelle Buch: Die bösen Tage sind vorbei Planungshilfen für den beruflichen Erfolg.
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Amos |
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 | | Verfasst am: 05.10.2009, 09:35 |
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MW |
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 | | Verfasst am: 12.10.2009, 11:24 |
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You made my day!!!
Mit etwas Übung klappts vielleicht mit dem Suggerieren nicht, aber dafür schwebt man dann über den Boden zur nächsten Bushaltestelle. |
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DaGo |
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 | | Verfasst am: 12.10.2009, 12:03 |
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MW |
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 | | Verfasst am: 12.10.2009, 12:20 |
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Valerie J. Long |
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 | | Verfasst am: 12.10.2009, 14:08 |
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Hallo MW,
das mit den Eigensuggestionen ist so ähnlich wie:
"Läche, es hätte schlimmer kommen können!
Und es kam schlimmer!"
Oder:
"Seit vielen Jahren betete der Mann jeden Abend vor dem schlafen gehen:
"Lieber Gott lass mich im Lotto gewinnen!". Er betet zwanzig Jahre - 30 Jahre.
Eines Abends ein helles Licht im Zimmer, eine dunkle Stimme sagt:"
Gib mir 'ne Chance und kauf dir ein LOS!!!"
Und die Moral von der Geschichte: Ein bisschen muss man dem Universum schon entgegen kommen.
Also. Bestell dir deine Pizza!
LG
Bela |
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_________________ Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man schönes bauen. J.W. v. Goethe |
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Bela |
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 | | Verfasst am: 12.10.2009, 14:28 |
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MW |
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| Anmeldedatum | 08.10.2008 | | Beiträge | 602 | | Wohnort | berlin | |
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