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erste Leseprobe =/

BeitragVerfasst am: 08.02.2009, 12:59
Hallo,

ich bin gerade dabei meinen ersten Roman zu schreiben und wie es den meisten von euch sicher auch geht, ist man permanent von Selbstzweifeln geplagt. Sad

Ich würde gern ganz ehrlich von euch wissen, ob sich der Ausschnitt flüssig liest und ob man eine gute Vorstellung von allem bekommt.

Über ein paar Tipps bin ich sehr dankbar!

Rechtschreibung und Format müssen natürlich hier und da überarbeitet werden. Wink

Liebe Grüße cheezy grin


Claudi




Der Taxifahrer war so freundlich und stellte meine Taschen auf den gepflasterten Gehweg.

Ich stieg aus dem Taxi und stand vor einem alten Reihenhaus aus rötlich-gelben Backsteinen und einem winzigen Vorgarten, in dem ein paar kleine, klägliche Sträucher standen.

Die Fenster waren verschlissen und der Lack an einigen Stellen abgeplatzt.
In manchen konnte man keine Gardinen oder gar Vorhänge erkennen, so als wären diese Zimmer nicht bewohnt.
Drei brüchige Steinstufen führten zu einer dunkelbraunen Tür, dessen Holz an einigen Stellen beschädigt war. Es war nicht das Hilton, aber es war okay, irgendwie gemütlich und für den Anfang auf jeden Fall ausreichend.
Es gab keine Sprechanlage. Der Klingelknopf war abgegriffen, dass Klingelschild allerdings war ganz neu und mein Name stand bereits unter den anderen dreien. Eine sehr nette Geste, wie ich fand.

S. Allberry
R. Hewitt
D. Caldwell
A. von Brehm


Mein Name stach so heraus, wie ein roter Mantel auf einer Beerdigung.

Ich trug ebenfalls zum jahrelangen Abnutzungsprozess bei und drückte auf den Klingelknopf. Nach einigen Sekunden ertönte ein leises, kratziges Summen und ich drückte die Haustür auf.
Der Flur war sehr düster und nicht sonderlich sauber. Das Treppenhaus war aus massiven Holzstufen mit großen Geländern.
Man konnte sich gut vorstellen, wie prachtvoll es ausgesehen haben musste, als es neu gebaut war…so 1715, dachte ich und schmunzelte in mich hinein.

Mit meinen zwei großen, voll gepackten Reisetaschen über den Schultern, erreichte ich endlich schnaufend die zweite Etage. Eine Wohnungstür stand bereits offen und eine schlanke junge Dame lehnte im Türrahmen. Sie war in etwa so groß wie ich - 1,72 m. Ihre hellblonden, gewellten Haare schimmerten im Licht des Flurfensters. Sie lächelte.

>>Hallo Anna, ich bin Rebecca. << sie trat einen Schritt auf mich zu.
Ihr Lächeln war erfrischend und wirkte ehrlich. Ich glaube sie freute sich wirklich über mein Erscheinen.

>> Hallo Rebecca! << keuchte ich und versuchte ihr Lächeln zu erwidern.

>> Na dann komm mal herein << sagte sie hastig, um mir die Möglichkeit zu geben, mich von meiner schweren Last zu befreien.

Ich schloss hinter mir die alte, verzierte Holztür, ließ die Träger meiner Taschen von meinen Schultern gleiten, sodass sie auf den Boden sanken. Dann folgte ich Rebecca in die Mitte des Flures.

Sie trug ein sehr altmodisches, geblümtes Kleid, was man in Deutschland wohl nur noch im Second Hand erwerben konnte oder mit viel Glück in Muttis Kleiderschrank fand.
Ihr Deckhaar war am Hinterkopf zu einem kleinen Zopf geflochten. Ihre nackten Füße platschten bei jedem Schritt auf dem lädierten, dunklen Parkett.
Ein kleines, aufgerautes Lederband mit einem goldenen Anhänger in Form einer Sonne zierte ihr rechtes Fußgelenk.
Sie sah aus, als käme sie gerade von einem Vorsprechen für eine Rolle in dieser Fernsehserie „Die wilden Siebziger“.

Vom Flur aus kam man in jeden Raum der Wohnung. Gleich links neben der Eingangstür ging die kleine quadratische Küche ab.
Die Küchenschränke waren weiß und sahen aus, als hätten sie schon so einigen Mitbewohnern die Stirn geboten. Ganz hinten in der Ecke am Fenster stand ein runder, rustikaler Holztisch, der von vier verschiedenen Holzstühlen umzingelt wurde. Nichts in dieser Küche passte richtig zusammen, aber es war auf eine spezielle Weise gemütlich.

Rebecca erläuterte mir im Vorbeigehen kurz jedes Zimmer.
Der Klang ihrer Stimme war klar und hatte etwas erschreckend beruhigendes. Es war angenehm, ihr zuzuhören.
Obwohl sie vielleicht gerade mal 3 Jahre älter war als ich, wirkte sie irgendwie weise auf mich.
Wohlmöglich war das der Charme der Engländer.

Ich folgte ihrem platschen bis zum Ende des Flures ins Wohnzimmer.
Es war ein heller Raum mit sehr vielen hohen Fenstern.
Allerdings erinnerte mich die Einrichtung eher an das Wohnzimmer meiner Großmutter. Die Vorhänge an den Fenstern wirkten so schwer, dass man den Eindruck bekam, sie würden einen erdrücken, wenn sie auf einen fielen.
Ein durchgesessenes Sofa mit dunklem Stoff, auf dem einige verschiedenfarbige Decken und Kissen lagen, stand in der Mitte des Zimmers.
Links und rechts davon befanden sich zwei rustikale und irgendwie antik wirkende Beistelltische. Auf dem einen stand eine riesige wuchtige Nachttischlampe mit braunem Schirm, auf dem anderen lag ein Stapel Zeitschriften, die dort wohl schon eine ganze Weile lagen, wie die Staubschicht auf dem glänzenden Deckblatt verriet.

Vor der Couch stand ein langer dunkelbrauner, sehr flacher Wohnzimmertisch, links und rechts von ihm waren zwei Drehsessel platziert, deren Armlehnen so abgegriffen waren, das sie an den Kanten keinen Stoff mehr hatten und man das Holz durchsehen konnte.
Ein Fernseher stand auf einer Anrichte an der Wand.
Zwei riesige, dunkle Bücherregale zierten eine andere Ecke.

Mein Blick schweifte erneut durch den Raum, um die gesammelten Eindrücke noch einmal auf mich wirken zu lassen. Plötzlich zuckte ich zurück.
Was war das?
Ich musste sie übersehen haben, in Mitte der vielen Decken und Kissen.
Zwei gelbe Augen funkelten mich an und musterten jede Bewegung von mir - eine pechschwarze Katze saß auf dieser Couch.

>> Ihr habt eine Katze? << fragte ich erschüttert.
>> Ähm ja, das ist Miles << sagte Rebecca lächeln. >> Er lief mir vor ein paar Jahren zu. Ich hoffe das ist für dich in Ordnung?! Du hast doch keine Allergien oder etwa doch? << Sie klang besorgt.

>> Oh nein. Hab ich nicht. << entgegnete ich ihr und versuchte so überzeugend wie möglich zu lügen.
Nein, schlicht weg Hass wäre die richtige Antwort gewesen, aber eine Allergie? So konnte man es natürlich auch nennen. Ich behielt meine unsanften Gedanken für mich und versuchte locker zu wirken.
Was für einen Eindruck würde ich hinterlassen, wenn ich nach nicht mal 5 Minuten in dieser Wohnung anfangen würde, mich zu beschwerden.

Ich ging rüber zum Fenster und warf einen Blick hinaus auf den Hinterhof der an eine kleine Grünfläche grenzte. Das war wohl der Garten. So stand es zumindest in der Beschreibung im Internet. Von hier konnte man in die Fenster des benachbarten Wohnhauses blicken.

>> Miles? << fragte ich ungläubig. >> Wie bist du denn auf diesen Namen gekommen? <<

Sie kam zu mir ans Fenster >> Ja, ein schöner Name, oder?! Eigentlich heißt er Sir Miles. Aber den hab nicht ich ihm gegeben. Er hat ihn mir verraten. <<

Mein Kopf schnellte zu ihr herum >> Der Kater? << fragte ich skeptisch.

Sie beugte sich ein Stück zu mir rüber und flüsterte. >> Aber ich glaube Sir hat er sich nur ausgedacht. << Ihr Blick wanderte verlegen zu Miles rüber, so als vermutete sie, mit dieser Aussage seine Gefühle verletzt zu haben. Der Kater allerdings starrte nur bedeutungslos aus dem Fenster.
Meinen ungläubigen Blick über dieses absurde Gespräch schien sie überhaupt nicht zu bemerken.
Sie tänzelte barfuss aus dem Wohnzimmer und rief >> Kommst du Anna? <<

Für einen Augenblick blieb ich stehen und starrte den Kater an, der nun auch in meine Richtung blickte.

Großartig! Dann würde ich eben ein paar Jahre mit einer Verrückten zusammen leben. Natürlich nicht zu vergessen, mit einem Kater, der sich selbst Adelstitel verpasste.
Zugegeben, ich war doch sehr gespannt auf die anderen zwei Mitbewohner.

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Last Day of Magic.....Where are you???
 
  Claudi 
 
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BeitragVerfasst am: 08.02.2009, 13:10
Hey, mir gefällt der Text eigentlich schon recht gut. Allerdings gibt es, gerade am Anfang, einige Stellen, an denen mein Lesefluss stockte. Ich denke, dass liegt daran, dass gerade am Anfang fast alle Sätze den gleichen Aufbau haben. Ein bisschen Abwechslung würde da das problem behebn Smile
 
  Weasel 
Gast 
 
 
   
   

BeitragVerfasst am: 08.02.2009, 13:58
Hi,

ein sehr beschreibender Text. Grundsätzlich bin ich ein Freund von solchen Geschichten, in welchen kleine details hervorgehoben werden. Allerdings sollte dies angepasst an den Gesamtverlauf sein. In deiner Probe beschreibst du sehr viele Einzelheiten. Das ist gut, um einen Eindruck vom Ambiente zu bekommen. Wichtig ist es allerdings nur, wenn dieses auch für spätere Elemente oder den Gesamtzusammenhang von Bedeutung ist. Diesen kenne ich ja nun noch nicht. Ist diese Bedeutung vorhanden, würde ich es auch so machen, wenn nicht, versuche einzelne vielleicht nicht so wichtige Details wegzulassen, damit die Geschichte etwas aus dem slow-mo herauskommt.

VG
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Re: erste Leseprobe =/

BeitragVerfasst am: 08.02.2009, 14:10
Hallo Claudi!

Der Anfang deiner Lesprobe macht erst einmal Lust auf mehr.
Was mich dann ermüdet hat beim Lesen waren die langatmigen Beschreibungen im Inneren der Wohnung. Ich gebe zu, dass ich da etliche Sätze übersprungen habe, bwz. überflogen.
Ab dem Thema mit der Katze war ich wieder voll dabei. Das finde ich sehr lebhaft vorstellbar und witzig. Lebendig - was ich für die vorherigen Beschreibungen nicht empfinden konnte.
 
  Aurum 
Gast 
 
 
   
   

Re: erste Leseprobe =/

BeitragVerfasst am: 08.02.2009, 14:39
Hi!

Claudi hat Folgendes geschrieben:
Ich würde gern ganz ehrlich von euch wissen, ob sich der Ausschnitt flüssig liest und ob man eine gute Vorstellung von allem bekommt.

Über ein paar Tipps bin ich sehr dankbar!


Mein erster Eindruck: Man merkt dem Text sehr deutlich an, dass du noch nicht sehr viel Erfahrung mit dem Schreiben von belletristischen Texten hast. Vieles, was ich da gelesen habe, erinnerte mich an meine Anfängerzeiten. Außerdem habe ich das Gefühl, du traust deinem Text nicht, weshalb du dich immer wieder in direkten Beschreibungen verlierst, anstatt den Handlungsort durch die Augen (und alle anderen Sinnesorgane) deiner Hauptfigur erfahrbar zu machen.

Ein paar konkrete Beispiele, wieso ich zu dieser Auffassung gekommen bin:

Betrachte einfach mal den ersten Textteil bis zum Studium der Klingelschilder. Nimm einen Farbmarker und streich damit alle Hilfsverben an. Sieben mal läuft mir ein "war" über den Weg:

Der Taxifahrer war so freundlich ...
Die Fenster waren verschlissen
... Holz an einigen Stellen beschädigt war
Es war nicht das Hilton
es war okay
Der Klingelknopf war abgegriffen
das Klingelschild war ganz neu


Dieses häufige Auftreten von "war" setzt sich über den ganzen Text fort. Hilfsverben - also alle Formen von "sein" - sind immer schwache Verben. Versuch einfach mal, ob du nicht die Hälfte davon durch Vollverben ersetzen kannst:

Der Taxifahrer stellte meine Taschen auf den gepflasterten Gehweg und nickte mir freundlich lächelnd zu.

Zweiter Punkt, der sich durch den Text zieht: Die Doppelung von Adjektiven zur genaueren Beschreibung eines Substantivs

kleine, klägliche Sträucher
leises, kratziges Summen
großen, vollgepackten Reisetaschen
schlanke, junge Dame
hellblonden, gewellten Haare
alte, verzierte Holztür
lädierten, dunklen Parkett
kleines, aufgerautes Lederband
kleine quadratische Küche
runder, rustikaler Holztisch


Diese Doppelung von Adjektiven habe ich auch mal als "Schreib-Krankheit" gehabt. Bis mir jemand mal gesagt hat: Entscheide dich doch mal endlich!
Wenn zwei Adjektive vor einem Substantiv stehen, dann sollte man das schwächere streichen. Und sich beim stärkeren fragen, ob man es wirklich braucht. Was ist beim Holztisch wichtiger - rund oder rustikal? Ist es überhaupt für die Handlung oder die Szenerie wichtig, dass der Tisch rund und rustikal ist?
Wenn ein Adjektiv wirklich von Bedeutung ist, kannst du das dann nicht anders darstellen? Die Holztür ist alt und verziert. Das ist sehr, sehr allgemein. Woran macht deine Hauptfigur das Alter der Tür fest? Sieht die Tür alt aus aufgrund der Herstellungsweise? Oder weil die Tür Risse aufweist, weil das Holz über die Jahrzehnte gearbeitet hat? Und wenn sie Verzierungen aufweist, was für Verzierungen sind das? Entweder fallen diese Verzierungen deiner Hauptperson auf - dann beschreib sie -, oder sie sind unbedeutend - dann nimm den Hinweis darauf aus dem Text heraus.

Dritter Punkt: Jeder Satz, den deine Hauptfigur sagt, wird mit einem Adverb untermauert, um nicht zu sagen: totgeschlagen.

fragte ich erschüttert
fragte ich ungläubig
fragte ich skeptisch


"Fragte" ist für mich ein sehr schwaches Sprecher-Verb, ähnlich wie "sagte". Eigentlich kann man sich diese beiden Verben in Dialogen völlig schenken. Dass jemand etwas sagt, erkenne ich an den Anführungszeichen, dass jemand etwas fragt, am Fragezeichen.

Statt also solche Sprecher-Verben zu benutzen und ihre offensichtliche Schwäche mit brettharten Adverbien zu kaschieren ("fragte ich erschüttert" ist ein Hammer), könntest du deiner Hauptperson eine der Situation angemessene Reaktion zuordnen. Wie sieht es aus, wenn deine Hauptperson überrascht, geschockt oder gar erschüttert ist (Tipp für solche Situationen: Stell dir vor, du wärst keine Autorin, sondern eine Regisseurin beim Theater und sollst deinen Schauspielern erklären, wie sie auf eine bestimmte Information zu reagieren haben. Da nutzt eine Anweisung wie "Nun sei mal erschüttert" recht wenig).

Vierter Punkt: Du beschreibst dein Setting sehr nüchtern und neutral, dazu ausschließlich optisch. Auch das ist etwas, was sehr typisch ist für unerfahrene Autoren/Autorinnen. Der Mensch hat fünf Sinne, und alle fünf Sinne kannst du bei so einer Szene einsetzen.

Teste es an dir selbst: Du betrittst von der Straße aus einen dunklen Hausflur. Was nimmst du da als erstes wahr? Die Dunkelheit? Das Treppenhaus? Das Treppengeländer? Die Mülltüten in der Ecke? Eine achtlos weggeworfene Tageszeitung? Oder den Temperaturunterschied gegenüber der Straße? Den Luftzug, der durch das Öffnen und Schließen der Haustür entstanden ist? Oder das Verstummen des Straßenlärms? Die plötzliche Ruhe im Treppenhaus? Klappt eine Tür? Schlägt ein Fenster zu? Oder der Geruch nach Putzmitteln? Die leichte Muffigkeit? Stinkt es vielleicht? Staub riecht anders als Bohnerwachs. Liegt der Geruch nach Mittagessen in der Luft? Ein Haus mit jungen Leuten riecht anders als ein Haus, in dem vor allem Rentner leben.

Eigentlich möchte ich bei so einer Szene nicht lesen: die Tür war braun, die Treppe bestand aus Holzstufen, das Geländer war groß, die Küchenschränke waren weiß, usw. usw. Das ist einfach beschrieben. Mich würde interessieren, wie die Hauptfigur empfindet, welche Eindrücke sie hat, was sie über das Haus denkt.

Fünfter Punkt: Was mir sonst noch so auffiel

Ich habe immer und grundsätzlich ein Verständnisproblem, wenn ein Verb und die beschriebene Aktion nicht zusammenpassen. Das habe ich hier im Forum schon mehrfach beschrieben. Es geht um die Formulierung "dachte ich und schmunzelte mich hinein". Gemeint ist damit das Betreten des Hauses. Wie schmunzelt man sich in ein Haus? Vermutlich werden jetzt einige den Kopf schütteln, aber ich finde solche Formulierungen einfach grausam. Wenn man sich in ein Haus hineinschmunzeln kann, dann muss man sich auch in ein Haus hineinlachen oder hineinweinen oder hineinhusten oder was auch immer. So etwas mag vielleicht schön klingen und es gibt einem das Gefühl, hier wirklich literarisch-künstlerisch tätig gewesen zu sein, aber ich halte es da mit Georg Christoph Lichtenberg: "Wenn der Autor seinen eigenen Text nicht mehr versteht, meint er, die Muse späche aus ihm".

Gestutzt habe ich bei dem Satz "Sie war in etwa so groß wie ich - 1,72 m". Zuerst gibt es eine Schätzung ("in etwa"), dann eine absolut exakte Größenangabe ("1,72 m"). Auch wenn sich die 1,72 m auf die Ich-Erzählerin selbst bezieht, wirkt die Gesamtaussage widersprüchlich. "in etwa" und dann exakt, das passt nicht.

Zu den Fehlern bei Rechtschreibung, Grammatik und Zeichensetzung sage ich nichts; dass hier Korrekturbedarf besteht, hast du ja selbst angemerkt.

Vielleicht ist das alles, was ich hier aufgelistet habe, ein ziemliches Paket für dich. Aber nichts davon ließe sich nicht erlernen. Nahezu alles betrifft das Schreib-Handwerk, und das zu erlernen, ist eine ausschließliche Frage des Fleißes - und der persönlichen Bereitschaft, sich damit auseinanderzusetzen.

LG
Siegfried
 
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=)

BeitragVerfasst am: 08.02.2009, 16:28
Ich dank euch vielmals, dass ihr euch die Zeit genommen habt, es zu lesen.

Ich muss zugeben, dass die Kritik absolut hilfreich war und ich das, was ihr bemängelt habt, nachvollziehen konnte, als ich mir den Text erneut durchgelesen habe.

Ich denke ich muss wirklich versuchen, nicht mehr so extrem ins Detail zu gehen und mehr Vertrauen in die Fantasie des Lesers setzen.

Ich wünsch euch einen schönen Sonntag! cheezy grin

_________________
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BeitragVerfasst am: 08.02.2009, 16:54
Hi,

ich schließe mich den anderen an, du solltest versuchen, weniger zu beschreiben.
Ich würde mich zum Beispiel bei der Beschreibung des Wohnzimmers auf sehr viel weniger Dinge beziehen.

"Ein durchgesessenes Sofa mit dunklem Stoff, auf dem einige verschiedenfarbige Decken und Kissen lagen, stand in der Mitte des Zimmers."

Die eine Beschreibung könntest du z.B. interessanter gestalten, wenn sich deine Figur auf eine Ecke des Sofas setzt, die nicht von Decken und bunten Kissen belagert (blödes Wort mir fällt aber grade nix anderes ein) und prompt einsinkt und sich dann vielleicht denkt "Dieses Sofa hat wohl auch schon einige Jahre auf dem Buckel"

Was mir beim lesen auch noch aufgefallen ist: Du schreibst, dass die nackten Füße platschen - bei mir entstand dann sofort das Bild einer alten, dicklichen Frau, die schwerfällig vor sich hin schlurft - hab dann oben noch mal nachgelesen und das entspricht ja gar nicht der Person, so wie du sie darstellst. Weiß nicht ob nur mir das so ging, kannst ja nochmal schauen, ob das wirklich so passt oder ob dir eine andere Formulierung dazu einfällt.

Liebe Grüße

Steffi
 
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