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Etzold, Veit: Das große Tier

BeitragVerfasst am: 26.02.2010, 11:19
Hallo ihr Lieben,

hier das Neueste aus meiner Leseecke:


Etzold, Veit: Das große Tier, 2010 Kiepenheuer & Witsch, ISBN 978-3-462-04214-6

Die Banker, das Böse und eimerweise Blut

Ein Finanzmagnat wird in der Silvesternacht ermordet und ein Jungbanker Markus bekommt ein merkwürdiges Stellenangebot. LKA-Beamtin Sarah muss den Fall übernehmen und versichert sich der Hilfe des angehenden Kunsthistorikers Vincent. Weitere extrem grausame Morde folgen, und langsam erhärtet sich der Verdacht, dass mehr dahinter steckt als eine Börsenspekulation mit mörderischen Mitteln. Die Spur führt nach London, wo sich zeigt, dass Jungbanker Markus (Bruder von Vincent) tiefer in die Sache verwickelt ist, als für seine Gesundheit erträglich sein kann. Prof. Stokes und Scotland-Yard-Mann Carter sind von nun an mit von der Partie und tragen wesentlich zur Aufklärung der mysteriösen Hintergründe bei. Der Vatikan steigt auch ins höllische Spiel ein und schafft es, zwei Mitglieder der Verschwörer auf die Seite des Guten zu ziehen. Ein hohes Mitglied der Kurie schafft es, im entscheidenden Moment einzugreifen und dem Ermittlerteam die Flucht aus den Klauen der verbrecherischen Organisation zu ermöglichen.

Das Buch besticht durch enorme Fachkenntnisse, hohes Erzähltempo und Handlungsstränge, die geschickt miteinander verflochten werden. Leider sind nicht alle Figuren überzeugend. Auftragskiller Wolf ist hoffnungslos überzeichnet, Prof. Stokes ist das Abziehbild eines britischen Gentleman, Scotland-Yard-Mann Carter der typische Bulle. Auch scheint mit dem Autor an einigen Stellen die Fantasie durchzugehen. Holster, Schusswaffen, Gutachten usw. wild verstreut auf den Tischen der Londoner Kripoleute sind für mich schon grenzwertig. Aber warum denkt der Autor bei diesem Bild an das Redaktionszimmer einer Schülerzeitung? Ein Kardinal mit MP, Kampfanzug und Wurfstern ist mir auch zu heftig. Die Morde, mit denen die Verschwörer ihre Ziele durchzusetzen versuchen, sind mir zu brutal, zu detailreich geschildert. Zudem sind sie – wenn man den Kontext betrachtet - weder an sich noch in dieser grausam Art notwendig. Effizientes Zielerreichen stelle ich mir da anders vor.

Fazit: Für die Liebhaber actionreicher und harter Krimis lesenswert, andere Zielgruppen werden jedoch nur wenig Freude an dem Buch haben.

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  MarleneGeselle 
 
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Etzold, Veit: Das große Tier
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