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Wie hoch darf oder sollte ein Stundensatz als Selbstständiger sein
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Stimmen insgesamt : 20

BeitragVerfasst am: 09.03.2011, 15:09
Haifischfrau hat Folgendes geschrieben:
Richy wie kommst du zu der Auffassung, dass jemand der vom häuslichen Arbeitszimmer aus arbeitet, einen niedrigeren Stundenlohn ansetzt (ansetzen muss / soll?), als jemand, der die gleiche Leistung von einem gemieteten Objekt aus anbietet?

Haifischfrau


Hallo Maryanne,

es spielt sehr wohl eine Rolle um den erforderlichen Stundenlohn zu kalkulieren.
Ich muss meine Kosten ermitteln, daraus ergibt sich ein gewisser Stundenlohn.
Wenn ich ein schickes Büro in der Innenstadt habe und viel Miete zahle, muss ich diese Kosten umlegen.

Ich bekommen jeden Monat eine Betriebliche Auswertung auf den Tisch. Alle Kosten sind erfasst, vom Treibstoff bis zum Telefon, daraus kann ich sofort erkennen, wenn ein Wert steigt, oder wenn Handlungsbedarf von Nöten ist.
Ohne diese Zahlen wäre ich mehr oder weniger blind.

Gruß Richard

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BeitragVerfasst am: 09.03.2011, 15:30
Auch beim Designer mit 80 EUR Stundenlohn bleibt am Monatsende kein Vermögen hängen. Wie gesagt: Mit rund 80EUR liegt man bei Brutto 2.500 - 3.000 EUR. Allerdings trägt man (anders als ein Angestellter) das volle unternhemerische Risiko.

Tja ... die Frage, ob man Designer braucht ist eigentlich recht einfach: Ja. Denn sonst würden sich keine Marken aufbauen lassen. Mangels Unterscheidbarkeit der Waren wird es immer wichtiger, sich/sein Produkt als Marke auf dem Markt zu platzieren ... und das geht nicht ohne äußerliches Erscheinungsbild. So stellen nach aktuellen Zahlen Designer einen heutigen Wirtschaftswert, der der Berufsgruppe der Ingenieure entspricht. Soll heißen: Ohne Design würde ein wichtiger Wirtschaftszweige in Deutschland wegbrechen .... aber diese Diskussion gehört ja nicht in diesen Thread

Aber ich kann sehr gut verstehen, dass man bei 7,50 EUR die Stunde bei 80 EUR die Ohren anlegt.

Nur sind es am Ende (nach Abzug aller Kosten und Leerzeiten etc.) eben nicht 80 EUR die ürbig blieben, sondern eher 15 EUR. Und dies ist dann nach Studiium, Diplomarbeit und jahrelanger Berufserfahrung nicht viel. Zudem kommt eine nicht zu unterschätzender Verantwortung. Denn fahr ich eine Kampagne mit 6-stelligem Budget gegen den Baum oder wird eine Broschüre mit 5-stelligen Druckkosten fehlgedruckt ist das ncht so lustig - und da fragt keiner, wie der Stundenlohn ist, sondern der Kunde will Kohle sehen ...

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BeitragVerfasst am: 09.03.2011, 16:52
Der Stundenlohn ist m.E. eine ideelle Größe, außerdem hängt er vom verkauften Produkt bzw. von der verkauften Dienstleistung ab. Natürlich macht ein seriöser Kaufmann (und kaufmännisch handeln sollte jeder Selbstständige) eine betriebswirtschaftliche Rechnung. Faktisch muss man doch von der für die Erstellung des Produkts benötigte Zeit zugrunde legen, um ein markttaugliches Preis-Leistungsverhältnis zu erreichen. Insofern erscheint mir MWs Frage idealtypisch.
In vielen Bereichen gibt es "übliche" Honorare (z. B. Psychotherapeuten, Anwälte ...), die kann man nicht beliebig hochschieben, weil die Raummiete allein 10.000 € im Monat verschlingt.
Nehmen wir z. B. - weil es so schön naheliegt - den Stundensatz für eine Autorenlesung: was lassen wir darin einfließen? Die gesamte für das Schreiben des Buchs benötigte Zeit dividiert durch x? Die für An- und Abreise benötigte Zeit? Die Vorbereitungszeit? Nur die Anwesenheitszeit?
Beziehen wir den durch den Verkauf von Büchern vor Ort erzielten Gewinn in das Stundenhonorar mit ein?
Und welchen Stellenwert hat bei der Kalkulation des Stundenlohns einerseits die Gesamtarbeitsstundenzahl pro Monat UND die für die Erstellung des Produkts benötigte Ausbildung?
Für eine Honorardozenten-Doppelstunde (90 Minuten) bekomme ich etwa 90 €, dafür würde ich aber keinen 1-stündigen Vortrag halten, da muss schon viel mehr dabei herauskommen. Und natürlich benötige ich für beide hier beispielhaft aufgeführte Tätigkeiten eine gewisse Vorbereitungszeit.

Ich denke, dem Stundensatz sind keine Grenzen gesetzt, sofern sich das Produkt dafür verkaufen lässt.

Haifischfrau

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BeitragVerfasst am: 09.03.2011, 18:07
äh ... Projekte bezahlt man mit Festpreisen ... oder nicht?

Im Mai habe ich den Maler im Haus. Der hat sich angesehen, was er zu tun hat und mir einen Festpreis genannt. Fertig.

Wer sich eine geschäftsmäßige Webseite bauen lässt, sollte einen Fixpreis vereinbaren. Ebenso für die Wartung (Festpreis pro Jahr). EDV-Projekte werden eigentlich immer auf Festpreisbasis erstellt - alles andere könnte den Auftraggeber in den Ruin treiben.

Wenn hier z. B. nach Korrektoraten gefragt wird, würde ich auch einen Festpreis vereinbaren und nicht nach Stunden. Und wenn mir ein Grafiker etwas entwickeln soll, dann will ich eine Endsumme wissen und nicht das Risiko laufen, bei 70 Euro die Stunde irgendwo zwischen 20 und 200 Stunden herumzueiern.

Stundenlöhne ist was für Leute, die sich den Hintern plattsitzen und ihr Geld durch physische Anwesenheit verdienen (ich weiß ... böse, sehr böse! Twisted Evil )

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Siegfried

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BeitragVerfasst am: 09.03.2011, 18:12
Das ist ganz interessant, gefunden im Internet.

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BeitragVerfasst am: 09.03.2011, 21:27
@siegfried: auch der pauschalpreis wird ja i.d.R. auf basis einer stundenkalkulation errechnet.

@richymusic: und dann sind noch dei kranheitstage (ich galibe 13,5 tage / jahr) von der arbeitszeit abzuziehen und deine kosten zu berechnen.

aber was mich wirklich interessiert: setzt ihr diese stundensätze auch durch? heinz sagt "je nach nachfrage". okay. aber wie ist die nachfrage im schnitt. würdet ihr sagen, dass ihr eher bei den 80 bis 100 euro liegt oder doch eher bei den 40 bis 80 euro?

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BeitragVerfasst am: 10.03.2011, 08:11
Siegfried hat Folgendes geschrieben:

Stundenlöhne ist was für Leute, die sich den Hintern plattsitzen und ihr Geld durch physische Anwesenheit verdienen (ich weiß ... böse, sehr böse! Twisted Evil )
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Siegfried


Hallo Siegfried,

es gibt genug Fälle, wo sich ein Stundenlohn anbietet, immer genau dann, wenn sich die Leistung nicht genau einschätzen lässt.

Fahre mal mit Deinem Auto in die Werkstatt und sage da vorne klappert was im Motor. Dafür bekommst Du sicher keinen Festpreis.
Für überschaubare Arbeiten bietet sich der Festpreis an.

Es hat den Vorteil, dass der Auftraggeber genau weiß welcher Betrag zu zahlen ist.
Ob sich ein Preis durchsetzt oder nicht, liegt an den Preisen der Konkurrenz und was Markt üblich ist. Wenn man etwas im Angebot hat, was sich deutlich von seinen Mitbewerbern abhebt kann durchaus mehr fordern.
Darum bin ich immer auf der Suche nach neuen Ideen und Serviceleistungen, die meine lieben Mitbewerber nicht anbieten.
Neue Ideen werden oft belächelt, wenn es danach ein Erfolg wird, sieht man lange Gesichter.
Man muss sich selber nur eine Frage stellen: Was kann ich tun, was andere nicht bieten? Man muss halt immer erst darauf kommen.

"Schwimmen im Container" hört sich auf den ersten Blick nicht so spannend an.

Das Konzept ging aber auf.
Man nimmt einen normalen Container, der wird auf der Höhe von 1.80m abgeschnitten. Toll lackiert. Heizung, Gegenschwimmanlage rein, Sonnendeck obendrauf.
Danach an Firmen für Partys vermieten, kostet am Tag 700 Euro incl. Lieferung.
Geht im Winter, geht im Sommer auf jedem Parkplatz an jedem Ort.
Container Nr. 12 wird gerade angefertigt.
Ab April sind alle mehr oder weniger ausgebucht.

Leider war die Idee nicht von mir. Cool

Gruß Richard

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BeitragVerfasst am: 10.03.2011, 11:18
Richymuc hat Folgendes geschrieben:

Hallo Siegfried,

es gibt genug Fälle, wo sich ein Stundenlohn anbietet, immer genau dann, wenn sich die Leistung nicht genau einschätzen lässt.

Fahre mal mit Deinem Auto in die Werkstatt und sage da vorne klappert was im Motor. Dafür bekommst Du sicher keinen Festpreis.
Für überschaubare Arbeiten bietet sich der Festpreis an.


Ich war im letzten Jahr mit meinem Auto in der Werkstatt - da gab es Probleme mit den Bremsen (kein Klappern, aber seltsame Geräusche cheezy grin ). Die Untersuchung in der Werkstatt ergab, dass ein Bremssattel defekt war. Danach (!) habe ich von der Werkstatt das Angebot für die Reparatur bekommen - einen Festpreis inkl. Ersatzteile und Arbeitszeit. Die Untersuchung selbst wurde nicht berechnet (vermutlich doch, war dann wohl im Festpreis drin cheezy grin ). Auf eine Reparatur mit der Aussage "Arbeitskosten je nach Aufwand" hätte ich mich nie eingelassen. Aber vielleicht ist meine Autowerkstatt anders als andere Werkstätten ... cheezy grin

Grüße
Siegfried

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BeitragVerfasst am: 10.03.2011, 13:49
Hallo Siegfried,

ich glaube wir liegen da alle gar nicht auseinander. Klar kann man einem Kunden nicht sagen "Mal schauen, was es kostet". Also was ist zu tun?

A: Aus meiner geschätzten Arbeitszeit errechne ich den Festpreis. Aber auch dann wird ja im Prinzip nach Stundenlohn abgerechnet. Mal schätze ich gut, mal weniger ... im Schnitt aber immer mit kleinem Plus (sollte jedenfalls so sein)

B: Ich habe meinen Stundensatz und gebe eine Budgeschätzung ab. Hier bliebt dann noch Spielraum für Unwägbarkeiten. Gerade, wenn Dritte im Spiel sind, lassen sich manche Posten nicht pauschal berechnen. Beispiel "Beratung". Ich kann mein Tagessatz nehmen und sagen "In der Regel sind für dieses Projekt zwei Beratungstage anzusetzen". Hier würde ich aber immer Spielraum lassen, denn der eine Kunde versteht die Dinge rasch, ein anderer braucht 3/4/5 Ehrenrunden und der Dritte kommt am Ende auf die Idee alle Konzepte umzuwerfen udn von vorn zu beginnen. Das ist dann sein gutes Recht, aber ich kann ja nicht eine Woche aus Spaß an der Freude hinten dranhängen und sagen "Schade. Diesen Monat nichts verdient"

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BeitragVerfasst am: 10.03.2011, 13:56
MW hat Folgendes geschrieben:
A: Aus meiner geschätzten Arbeitszeit errechne ich den Festpreis. Aber auch dann wird ja im Prinzip nach Stundenlohn abgerechnet. Mal schätze ich gut, mal weniger ... im Schnitt aber immer mit kleinem Plus (sollte jedenfalls so sein)

Nach dem Prinzip verfahre ich seit Jahren. Der Kunde hat einen Festpreis - ich kann die Arbeit in etwa abschätzen. Natürlich fällt man mit der Schätzung auch mal auf die Nase - dafür geht es woanders besser & schneller. In the long run gleicht sich alles wieder aus. Ein Stundensatz ist für mich lediglich eine theoretische Größe, nach dem ich meine Tages- und Wochensätze kalkuliere. Und die kriege ich konkret meistens auch ohne große Abschläge durch - eher jedenfalls als den Stundensatz.

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BeitragVerfasst am: 10.03.2011, 14:46
... darauf sollte es zumindest hinauslaufen, matthias angle

bleibt nur immer wieder die frage nach der rechnerischen größe.

ich würde ja gerne mal einen testballon starten und mit einem wirklich hohen stundensatz in die akqusie gehen. ich wäre ja sehr gespannt, ob man damit erfolg hat. so weiß ich z.b. dass bei manchen agenturen fotografen mit tagessätzen unter 2.000 eur gleich durchs raster fallen, weil diese als hobbyfotografen durchgehen. ja, das wäre mal spannend ...

hüpf

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BeitragVerfasst am: 10.03.2011, 14:50
Jaaaaa - bei Fotografen ist das was anderes ... da sehen die Kunden ihre eigene Unfähigkeit ja eher ein. Aber »Werbung kann doch jeder«, und »mein Neffe macht was mit Medien, da krieg ich das viel billiger« ... diese Sprüche sind Dir ja wohl auch nicht fremd ...
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BeitragVerfasst am: 10.03.2011, 16:10
oder: "das signet ist eigentlich schon fertig. ich hab da mal was vorbereitet ..."

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Kopie eines Artikels

BeitragVerfasst am: 20.03.2012, 15:10
Richymuc hat Folgendes geschrieben:
Das ist ganz interessant, gefunden im Internet.


Hallo,

wir wurden vom Urheber des Textes aufgefordert, diesen kompletten Quote zu löschen. Hierfür bitten wir euch um Verständnis.

Euer BoD-Team
 
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