 | Fahrstuhlmathematik | Verfasst am: 17.06.2008, 17:09 |
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Es gab natürlich gewisse Anfangsschwierigkeiten, als in dem Hochhaus ein neuer, von einem Computer aus gesteuerter Fahrstuhl in Betrieb genommen wurde.
Darf ich Ihnen kurz dessen Arbeitsweise erklären? Angenommen, Sie steigen im Erdgeschoß ein und wollen in den siebenten Stock – was tun Sie? Sie drücken auf den Knopf sieben. Nun stellen Sie sich vor, ein Mieter im fünften Stock drückt auf den Rufknopf. Der Fahrstuhl hält im fünften, obwohl Sie in den siebenten Stock wollten. Nun drückt der Mieter aus dem fünften den Knopf zwei, weil er in den zweiten Stock will. Das geht aber nicht so ohne weiteres. Der Fahrstuhl ist nämlich programmiert. In seinem Elektronengehirn ist die von Ihnen gedrückte Sieben gespeichert.
Das bedeutet, der Mieter aus der fünften Etage muss zur siebenten fahren, um zur zweiten zu kommen. Ist doch klar! Nun stellen Sie sich vor, dass Leute aus fünf verschiedenen Stockwerken in fünf verschiede andere Etagen wollen. Manchmal dauert es zu lange, bis der Lift kommt – und sie gehen die Treppe hinunter. Andere steigen in Etagen aus, in die sich gar nicht wollten, weil sie denken: Wer weiß, ob der Lift hält, wo ich wollte. Aber gedrückt haben sie alle. Die Folge: Der Fahrstuhl brauchte manchmal die ganze Nacht, um das am Tage eingedrückte Programm zu erledigen.
So fuhr er mit der Zeit meistens menschenleer hinauf, hinunter, öffnete seine Tür in leeren Etagen und verbrauchte eine Menge Strom.
Deshalb hat die Hausverwaltung ihn auf das vollautomatische System umstellen lassen.
Wenn jetzt jemand im vierten Stock in den Lift steigt und in den achten Stock will, drückt er nicht mehr die Acht, sondern eine Vier. Der Computer addiert vier und vier richtig und der Lift hält im achten Stock. Steigen Sie im zweiten ein, wollen in den vierten, der Lift kommt aber von oben und ein Fahrgast hat „Erdgeschoß“ gedrückt, dann müssen Sie eine Sechs wählen. Sie haben das System natürlich längst begriffen!
Ein paar helle Knaben haben inzwischen entdeckt, dass man den Fahrstuhl zur Lösung von Mathematikaufgaben benutzen kann. Einer hat sich damit sogar auf die Matura vorbereitet und mir erklärt, wie man durch geschicktes Fahren Quadratwurzeln ziehen kann.
Wie bereits angedeutet, gab es anfangs gewisse Probleme. Und einige kleine gibt es immer noch. Der Fahrstuhl hält nicht in allen Etagen gleich gut – oder besser: Nicht alle Stockwerke lassen sich ohne weiteres auf mathematischem Weg erreichen.
Im zwölften Stock, wo das hübsche Fräulein Vera wohnt, enden sehr viele Fahrten. Die Zwölf ergibt sich eben aus sehr vielen Additionen, sie lässt sich durch Divisionen erreichen, von zweimal sechs ganz zu schweigen. Mit der 13 ist es ganz schwierig. Klar, ist ja eine Primzahl. Abgesehen davon, der Lift fährt ohnehin nicht bis zur 13. Etage, das Hochhaus hat nur zwölf Stockwerke. |
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Zuletzt bearbeitet von hwg am 18.06.2008, 06:24, insgesamt einmal bearbeitet |
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hwg |
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 | | Verfasst am: 17.06.2008, 17:19 |
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_________________ Gruß,
Zoba
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"In Deutschland gilt derjenige als viel gefährlicher, der auf den Schmutz hinweist, als der, der ihn gemacht hat." - Carl von Ossietzky |
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Zoba |
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 | | Verfasst am: 17.06.2008, 17:46 |
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Danke Zoba!  |
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hwg |
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| Anmeldedatum | 24.04.2007 | | Beiträge | 6042 | |
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 | | Verfasst am: 17.06.2008, 17:58 |
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Was für ein erfrischendes Thema und so nah an der Wirklichkeit!
Hat mal wieder Spaß gemacht
LG Grete |
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 | | Verfasst am: 17.06.2008, 17:58 |
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Es macht Spaß! Du hast es "drauf", aus kleinen Banaltiäten des Alltages etwas äußerst Unterhaltsames zu machen.
Hast du schon mal mit dem Gedanken gespielt, Schriftsteller zu werden?
Zu der Geschichte fällt mir ein Spruch ein, der glaube ich von Dieter Hildebrandt stammt: "Computer wurden nur erfunden um Probleme zu lösen, die es ohne Computer gar nicht geben würde."
Gruß
Hakket |
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M-F Hakket |
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 | | Verfasst am: 17.06.2008, 22:56 |
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| Hakket (Moderator) hat Folgendes geschrieben: |
Hast du schon mal mit dem Gedanken gespielt, Schriftsteller zu werden? |
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_________________ Du willst mehr wissen? Bitte hier - meine Website. |
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Judith |
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 | | Verfasst am: 18.06.2008, 05:55 |
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Klingt gut, Hans, und wenn Du im vorletzten Absatz das zweimal "anfangs" ändern würdest, wärest Du auf dem besten Weg zum... s. oben.
Gruß
Fabula |
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 | | Verfasst am: 18.06.2008, 06:26 |
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Euer Lob freut mich natürlich. Danke!
Fabula, ebenfalls besten Dank für den Hinweis, hab "anfangs" einmal entfernt. |
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hwg |
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