Hallo, ich bin mir nicht sicher, ob man den Text so lassen kann. Wie ist er denn geschrieben???? Weckt er Interesse????
Flammen in El Hassan
Arabien 1875:
Die Mittagssonne brannte unbarmherzig auf die Wüste nieder. Omar und Ali, zwei junge Araber, schleppten sich die Düne hinauf, hinter der sie ihr Lager eingebettet hatten. Obwohl die beiden erst achtzehn Jahre alt waren, trugen ihre Körper bereits die Zeichen eines Krieges, der seit vielen Generationen zwischen den Arabern und den Sudanesen tobte. Es fiel ihnen schwer voranzukommen, da der Sand unter ihren Füßen nachgab und sie immer wieder nach hinten absackten.
Die beiden verhüllten ihren Körper mit einem schwarzen Kaftan, der auf der Vorderseite mit orientalischen Ornamenten in rot und gelb verziert war. Er war ärmellos, so konnte man das Familiensiegel der Faris erkennen, das sie an ihrer rechten Schulter tätowiert hatten. Es zeigte drei Kamele, zwei Zelte und einen sichelförmigen Mond. Die drei Kamele standen für die Wüste, die zwei Zelte für die Mobilität der Beduinen und der sichelförmige Mond, war ein wichtiges Zeichen ihrer Religion. Ihre Köpfe schützten die beiden durch einen Turban, der bis auf die Augen, das ganze Gesicht bedeckte.
Ihre blauen Augen stachen zwischen dem dunklen Turban besonders hervor.
Ali war verwegen. Seine Mitmenschen schätzten ihn als kühnen und wagemutigen Menschen.
Omar wurde in den Kreisen der Beduinen auch der Ruhige genannt. Seine Mitmenschen schätzen ihn als hilfsbereiten und tiefsinnigen Menschen.
"Komm schon, Omar! Wir haben es doch gleich geschafft. Lass uns die paar Schritte noch gehen, dahinten können wir rasten und bis zum Nachmittag verharren!”, sagte Ali.
Nachdem die beiden die Stelle erreicht hatten, auf die Ali verwiesen hatte, rasteten sie.
Sie befanden sich bei einer alten Häuserruine. Früher hatten hier mehrere Familien gelebt. Doch jetzt war alles anders, die Familien waren fort und die Lehmhäuser fielen allmählich in sich zusammen. Aber für die beiden jungen Beduinen boten die Ruinen nun einen kühlen Platz zum Rasten.
Ali und Omar legten den Gürtel samt Ausrüstung auf den kühlen Lehmboden und zogen ihren Kaftan aus. Als sie sich den Turban vom Kopf rissen, fiel die schwarze, leicht lockige Haarpracht über ihre Schultern. Der rote Tika zwischen ihren Augenbrauen, verband sie mit ihren indischen Vorfahren, deren Blutlinie sich mit den Schammar vermischte.
Ihre Bartstoppeln ließen erahnen, dass sie sich seit Tagen nicht mehr rasiert hatten. Jetzt waren auch ihre Kriegsverletzungen zu erkennen. Ali hatte sich im Sudan eine Narbe zugezogen, die sich quer über den Rücken erstreckte. Auch Omar war vom Krieg gezeichnet. An seiner linken Hand fehlten ihm zwei Finger und seine linke Wange war durch eine Schramme gekennzeichnet.
Im Moment lebten die Beduinen auf Messers Schneide.
Saud litt während der Sudanfeldzüge an einer unheilbaren Krankheit. Er starb mit dreiunddreißig Jahren, von heftigen Fieberschüben gequält. Die Thronfolge löste heftige Streitigkeiten, um die Vorherrschaft Arabiens aus. Doch da hatte ein Unbekannter die Gelegenheit beim Schopf gepackt. Er eroberte El-Sharif in einem blutigen und skrupellosen Kampf und berief sich nach seiner erfolgreichen Eroberung auf ein uraltes, arabisches Gesetz des Stärkeren. Asad bestieg den Thron und regierte fortan Arabien, veränderte die Gesetze zum Leidwesen der Beduinen und ließ die Steuern verdreifachen. Viele eingeschüchterten Beduinen schlossen sich Asad an. Jene, die sich gegen ihn stellte, wurden hingerichtet.
“Ich kann es noch immer nicht fassen. Damals führten wir ein unbeschwertes Leben. Wir konnten ohne Sondergenehmigung durch die Dörfer und Städte ziehen und jetzt wird selbst der Handel mit den Beduinen mit dem Tod bestraft. Wie sollen wir denn nur an Lebensmittel kommen, wenn uns der Handel mit Anderen untersagt ist? Die neuen Gesetze treiben mich noch in den Wahnsinn! Wo soll das mit diesem Asad noch hinführen!”, flüsterte Omar.
Da erwiderte Ali: “Die Situation wird sich schon legen und zum Guten wenden. Lange können sich Asad´s Gerüchte nicht halten. Es ist doch völliger Schwachsinn, dass er alle Wüstenbrunnen zuschütten ließ. Asad ist naiv, wenn er glaubt, dass die Menschen nicht irgendwann merken, dass er seine Männer an den Wüstenbrunnen stationiert hat, um uns das Wasser zu verwehren. Es ist lächerlich, dass wir die Brunnen verseuchen, unser Vieh ist kern gesund. Ich lasse mir doch von einem Halsabschneider nicht sagen, wo ich mein Vieh zu tränken habe. Irgendwann werden das auch Asad´s Anhänger erkennen. Im Moment ist jedoch das Wichtigste, dass wir die Aufgabe der Ältesten erfüllen. Los, ich glaube wir haben lange genug gerastet. Lass uns weiterziehen!” |
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