 | | Verfasst am: 18.03.2011, 22:49 |
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"Rote Schuppen" beginne ich, "ich sehe immer wieder rote Schuppen... und Dinge mit Klauen und roten Augen...". Der Hund sieht mich ernst an, als verstünde er jedes Wort.
"Er versteht jedes Wort" sagt die Frau freundlich. "Wann hast du so etwas zum ersten Mal gesehen?"
"Es begann vor etwa drei Wochen. Damals habe ich..." |
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Torsten Buchheit |
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 | | Verfasst am: 18.03.2011, 23:41 |
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"Es begann vor etwa drei Wochen. Damals habe ich andauernd Kopfweh gehabt und ging zum Arzt. Er verschrieb mir irgend ein Mittel, von dem er sagte, es sei zwar etwas altmodisch, aber dafür sehr wirkungsvoll. Ich wußte nicht, was er meinte, aber ich habe das Zeug trotzdem nach seinen Angaben eingenommen."
Der Hund blickt mich immer noch so aufmerksam an, als wenn er jeden Moment etwas sagen wolle. Stattdessen meint die alte Frau unvermittelt: "Ich heiße übrigens Kassandra und das ist Helenos." Mit einer kurzen Geste weist sie dabei auf den Hund. |
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Zuletzt bearbeitet von AnnetteH am 19.03.2011, 17:44, insgesamt einmal bearbeitet _________________ lg
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 | | Verfasst am: 19.03.2011, 16:49 |
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Ich überlege. Kassandra. Den Namen habe ich schon mal gehört. Kassandra. Kassandra... Ach ja, richtig: In den Sommerferien waren wir in Griechenland und da hatte ein Fremdenführer etwas von dem Trojanischen Krieg erzählt. Die Tochter von dem trojanischen König hieß doch Kassandra, oder? Aber wer war dann Helenos?
"Du bist auf dem richtigen Weg, Klara", höre ich die Alte plötzlich mit einem kehligen Lachen sagen.
Woher kennt sie meinen Namen? Irritiert blicke ich zu ihr rüber. Sie lächelt. "Helenos ist mein Bruder."
Ich bin überrascht. So ein Quatsch! Der Hund kann doch nicht der Bruder von der alten Frau sein!
"Ja, das ist mein Schicksal", fährt sie nachdenklich fort. "Damals in Troja hat mir auch keiner glauben wollen. Deswegen ist es ja so weit gekommen." Traurig blickt sie vor sich auf den Boden.
Liebevoll leckt der Hund ihre Hand. Während sie ihm über den Kopf streicht, hellt sich ihre Miene wieder ein wenig auf. "Ich habe eine seherische Gabe, aber die brachte mich und Troja schließlich ins Verderben. Auch mein Bruder Helenos besitzt diese Gabe. Seine Rolle im Krieg um Troja blieb auch nicht ohne Folgen. Schließlich versuchte ich, wenigstens Helenos von seinem Schicksal zu retten, aber es ist unmöglich, díe Entscheidungen der Götter zu ändern."
Langsam werde ich neugierig. In der Tat klingt alles sehr unglaubwürdig, aber sie steht ja nun mal hier vor mir und kennt meinen Namen. Da muss doch was dran sein!
Kassadra fährt fort: "Ich bat eine Göttin, Helenos aus der Sache rauszuhalten, damit das Schicksal von Troja einen anderen Lauf nehmen würde, aber sie erklärte mir, dass es nur möglich sei, ihn eine andere Rolle spielen zu lassen, doch würde sich am Ende der Geschichte nichts ändern. Ich war einverstanden, denn Helenos ist mein Zwillingsbruder. Ohne ihn wollte ich nicht weiterleben."
Ich starre auf den Hund. Zwillingsbruder. So sieht er nun wirklich nicht aus. "Was geschah dann?", will ich wissen.
"Die Göttin schickte uns in eine andere Ebene, in den Wald einer Märchenwelt. Dann kannst du dir ja denken, was passierte." Kassandra stockt. Ich weiß aber nicht, was sie meint und blicke sie fragend an.
"Naja", erzählt sie weiter, "ähnlich wie im Märchen von Brüderchen und Schwesterchen wurde Helenos zu einem Hund verwandelt, als er aus einer verzauberten Quelle trank."
"Wer hatte denn die Quelle verzaubert?", frage ich erstaunt.
"Oh, das ist eine lange Geschichte." Kassandra seufzt. Dann blickt sie mir tief in die Augen. "Aber das ist auch egal, denn nun bist du ja endlich da und ich habe wieder die Hoffnung, dass wir gerettet werden können." Mit einem verträumten Lächeln fügt sie hinzu, "Der gute alte Siebenschroth. Er hat mich nicht vergessen..."
Jetzt verstehe ich absolut nichts mehr. Dieser Arzt, der mir das Mittel verschrieben hatte, hieß Siebenschroth. Aber was hat das alles überhaupt mit mir zu tun? Warum freut sie sich, dass ich "endlich da" bin?
Kassandra wird ernst. "Er hat dich zu uns geschickt, damit du uns hilfst. Aber es wird keine einseitige Hilfe sein. Helenos und ich werden dir dafür helfen, dich von deinen Kopfschmerzen und den seltsamen Trugbildern zu befreien."
Glücklich frage ich: "Dann ist mein Papa also gar kein Monster mit roten Schuppen?"
"Doch, Klara, das ist er. Aber du kannst hier mit unserer Hilfe etwas dagegen unternehmen, dass es nicht so bleibt. Und auch, dass Helenos wieder seine Menschengestalt erhält."
Nachdenklich blicke ich die beiden an... |
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