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Fräulein Engel - Fazit nach 8 Monaten

BeitragVerfasst am: 19.01.2012, 10:59
http://www.maryanne-becker.de/fraeulein-engel.html

Fräulein Engel ist im April 2011 erschienen und ich freue mich, dass
ein Großteil der Auflage schon über den Ladentisch gegangen ist - im wahrsten Sinne des Wortes, denn in der Region kaufen die Leser ihre Bücher vorzugsweise im Ladengeschäft. Natürlich läuft es überregional auch über Internethandel.

Zwar wurden die Zahlen der "Grenzlandfrau" ( 80 % der 1 Auflage war innerhalb von 6 Wochen weg)nicht erreicht, aber motivierend ist es allemal, wenn die eigenen Werke Interesse finden.

Ich frage mich, ob das Bild eines (oder mehrerer) Menschen auf dem Cover den Blick des unentschlossenen Ladenbesuchers eher auf sich zieht, als ein abstraktes bzw. gegenständliches Cover. Was meint Ihr?

Haifischfrau

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BeitragVerfasst am: 19.01.2012, 11:45
Erstmal Glückwunsch!

Das mit dem Cover habe ich auch schon überlegt und eine Umfrage gestartet.

Für mein Buch gab es die Wahl zwischen der Hauptfigur auf dem Cover, der Andeutung der Hauptfigur auf dem Cover und einer Welle.
100% der Befragten bevorzugten die Welle und nicht die Person. Ziemlich eindeutiges Ergebnis.
Man möchte teilweise nicht von diesen Bildern in der Vorstellung beeinflusst werden. Zum Beispiel finde ich die merkwürdige zeichnerische Darstellung von Harry Potter auf den Covern kontraproduktiv.

Auf manchen Büchern ist ein Eyecatcher nicht schlecht. Man muss aber erkennen, was es ist. Auf einem Roman, den ich gekauft habe, weil ich die Autoren kannte,also nicht wegen dem Umschlag, habe ich erst nach sechs Monaten gerafft, dass das abstrakte Teil auf dem Cover ne Schiffsschraube sein sollte.
Auch stört es mich, wenn abgebildete Männer und Frauen unsympatisch aussehen und ich sie gerne in Gedanken anders vor mir hätte.

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Seid gegrüßt,

Isautor

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BeitragVerfasst am: 20.01.2012, 11:12
Vielen Dank für deine Einschätzung, Isautor,
ich denke, dass es ein Unterschied ist, ob ein Buch in erster Linie über die Ladentheke geht: Es muss ja mit seinem Cover zunächst mal aus den anderen Büchern herausragen.
Im Netz kauft man doch eher aufgrund von Empfehlungen, Rezis oder ähnlich.

Wenn ich in den Buchladen gehe gucke ich auf Titel, Cover, Klappentext - und das natürlich nur bei Büchern, die mich grundsätzlich interessieren.

Von daher ging meine Frage eher dahin: wie geht ihr in Buchhandlungen vor, wovon lasst ihr euch ansprechen?

Haifischfrau

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BeitragVerfasst am: 20.01.2012, 11:17
Käufe in Buchhandlungen? Pures Bauchgefühl. Schlendern durhc die einzelnen Regale und Abteilungen und wenn die innere Stimme sich meldet, dann nehmen, blättern, Rückseite lesen und kaufen - oder auch nicht. Ein Cover muß mich ebenfalls ansprechen.
Das sind dann die "Spontankäufe".

Wenn ich ganz gezielt ein Buch suche oder empfohlen bekommen habe, dann kaufe ich ebenso gezielt im Netz, wobei es mir da egal ist, ab libri, amazon Thalia oder sonst einer.

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Viele Grüße von Nicolas

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BeitragVerfasst am: 20.01.2012, 11:24
he, super erstmal!

da ich beide bücher mein eigen nenne ... Wink, kann ich sagen, ich finde gelungen, tendiere aber ein wenig mehr zur engelmacherin, weshalb mich dein bericht doch ein wenig ... überrascht.

auch ich gehe im laden nach dem cover und dem klappentext, ganz kalr, und auch nach dem preis, sowie manchmal nach der dicke. es soll ja leute geben, die dicke schwarten abschrecken; ich zähle nicht dazu, grins!

mein verlag ist mit meinem ersten berlinroman (http://www.angenehme-vorstellung.de/?p=2325) zufrieden, so dass ich vorhabe, dieses jahr den zweiten hinterherzuschieben, auch da werde ich - wenn irgend möglich - unbedingt ein "menschencover" wählen. aus der werbung weiß ich, wie wichtig ich nenne es mal "visuelle emotionalität" ist ...

in diesem sinne, allen schaffenden: toi toi toi!

lg, barbara

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BeitragVerfasst am: 20.01.2012, 13:06
Liebe Babs,
erstmal Gratulation (wie immer ganz herzlich usw.) zu deinem Erfolg mit der Berliner Kindheit.
Wenn schon eine Werbefachfrau ein "Menschenbild" empfiehlt, dann muss es das wohl sein Laughing
Was meine beiden Romane betrifft, liegt - wie alles andere auch - im Auge bzw. Geiste des Betrachters (Lesers). Ich gehe davon aus, dass die "Grenzlandfrau" eine Möglichkeit der Identifizierung bietet - für eine bestimmte Generation in einer bestimmte Region (entsprechend war auch das Feedback z.B. bei Lesungen), Fräulein Engel ist m.E. literarisch wesentlich anspruchsvoller - und stellt Ansprüche an die Leser. Die Region ist durch und durch katholisch und die Prota entspricht in keiner Weise dem Rollenbild der Frau UND später der Gedemütigten. Ich vermute, dass es in der Region schwierig ist, das Heldentum dieser Frau als solches wahrzunehmen und das Buch daher eher historisch und literarisch interessierte Menschen im mittleren Lebensalter anspricht.

Jedenfalls: mein neuer Roman bekommt ein Menschenbild vorn drauf!

haifischfrau

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BeitragVerfasst am: 01.02.2012, 09:40
Hallo Haifischfrau,
zunächst einmal möchte ich Dir zu Deinem Erfolg gratulieren.
Allerdings verstehe ich nicht ganz, was Du mit Auflage meinst? ich dachte, es können unbegrenzt Bücher gedruckt werden.
Nun zu Deiner Frage:
Bei Büchern ist es wie bei Menschen, ob wir etwas mögen oder nicht wird meist in den ersten Sekunden der Wahrnehmung entschieden. Formen und Farben haben da entscheidene Bedeutung. Wobei das Ganze immer mehr ist, als die Summe der Einzelteile. Mit abstrakten Bildern kommunizierst Du mit dem Unterbewußten einer breiteren Masse. Je gegenständlicher die Abbildungen, desto mehr schränkst Du den Kreis der Interessenten ein. Durch die Abbildung von Menschen, wird der Kreis nochmals eingeschränkt.
Was besser ist hängt davon ab, ob Du Dein Buch für eine breite Masse geschrieben hast, oder für einen bestimmten Personenkreis.
Bücher, die nur für einen eingegrenzten Personenkreis interessant sind, können durch menschliche Abbildungen geradezu magnetisch angezogen werden. Wenn der Text noch halbwegs in die gleiche Richtung geht, ist das Buch schon gekauft.
Bei einer abstrakten Abbildung würde dieser Personenkreis vielleicht Dein Buch garnicht finden. Und die es in die Hand nehmen, stellen es wieder weg, nachdem sie den Text gelesen haben.
Ich hoffe das hilft Dir ein bisschen bei Deiner Entscheidung.
Liebe Grüße
christasophie

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BeitragVerfasst am: 01.02.2012, 10:56
Vielen Dank, Christasophie,

zunächst zur Auflage: jeder "normale" Verlag druckt ein Buch in einer bestimmten Auflage - nur on demands drucken auf Bestellung, wie der Name schon sagt. Ich habe meine Romane bei einem Verlag veröffentlicht, daher die Auflage.

Im konkreten Fall richten sich die Bücher zunächst (!) an einen bestimmten Personenkreis, nämlich an historisch Interessierte in der (ländlichen) Region; darüber hinaus sind sie natürlich auh für andere interessant Laughing

Deine Erläuterungen finde ich sehr interessant und nachvollziehbar.
Vielen Dank.

Das Coverfoto für den neuen Roman ist in Arbeit, ich habe mich wieder für eine Person entschieden.

Haifischfrau

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BeitragVerfasst am: 06.02.2012, 20:00
Zuerst einmal Chapeau zu diesen Verkaufszahlen, das gibt doch sicher einen zusätzlichen Energieschub beim Schreiben.

Zu der Buchsuche im Laden gehe ich meistens mit einer festen Vorstellung vom Genre.
In der betreffenden Ecke der Buchhandlung entscheidet dann das Cover, welches Buch ich in die Hand nehme und den Klappentext lese.
In jedem Fall zeigt eine Person bei mir mehr Wirkung, besonders wenn sie mich ansieht.
Es hat mich auch mitunter eine schöne Landschaft angelockt, niemals jedoch ein abstaktes Motiv.

Nicht mal anfassen würde ich ein rotes Buch, die Farbe ist mir zu aufdringlich!
Das ist allerdings schon wieder eine persönliche Macke meinerseits und läßt sich sicher nicht auf die Mehrheit übertragen.

Viel Erfolg für den neuen Roman,
book Lady

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BeitragVerfasst am: 06.02.2012, 20:06
Hi Lady,
ich denke, du wirst in den Genuss kommen, als eine der Ersten den neuen Roman angucken zu können Very Happy Very Happy Very Happy

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BeitragVerfasst am: 06.02.2012, 20:11
Das hoffe ich doch sehr, der Event ist perfekt für eine Buchpräsentation! thumb up

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BeitragVerfasst am: 06.02.2012, 22:56
liebe maryanne, auch von mir herzliche glückwünsche zu deinem bucherfolg.
was deine frage angeht:
das cover von fräulein engel verrät erst einmal nichts über den inhalt. es wirkt geheimnisvoll, dennoch würde ich es aufgrund des covers nicht spontan in die hand nehmen, es sei denn es wäre an einer auffälligen stelle im buchladen 20x übereinander und nebeneinander dekoriert.

anders die grenzlandfrau. titel und cover ergänzen einander, das coverbild erzählt mir bereits eine kleine geschichte über diese junge frau, die der kleidung nach vor dem krieg gelebt haben muss - die generation meiner eltern also. sie steht etwas verloren da ... nein, keine bildbeschreibung jetzt Wink
aber das bild spricht mich emotional an, auch wenn ich weder aus dieser generation komme, noch im grenzland lebe. wie stark muss es also personen ansprechen die aus der generation kommen UND in der region leben?

in meinem lieblingsgenre fantasy sind mir die cover in der regel ziemlich gleichgültig. dort suche ich gezielt nach autoren ... und von denen lese ich alles, was sie geschrieben haben, wenn mir ihr stil gefällt.
wenn ich einen neuen autoren testen will, dann gehe ich in den (fantasy-) buchladen meines vertrauens und lasse mir ein buch empfehlen - auch hier ist mir das cover gleichgültig.

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BeitragVerfasst am: 07.02.2012, 03:56
Oh, Haifischdame,
diese Diskussion ist mir irgendwie durch die Lappen gegangen.
Das Coverbild von Fräulein Engel gefällt mir sehr gut. Es macht mich sehr neugierig.
Da Du die Frage stelltest, hatte ich natürlich noch mal darauf geguckt. Und schon war ich irritiert: Das Buch heißt Fräulein Engel, das muss ich natürlich sehen, das Fräulein.
Ja, ein Personenname erfordert eine Person. Das ist ja mein Reden seit, räusper, Hexenänneken.
Im Buchladen würde ich tatsächlich das Buch drehen, oder die erste Seite umklappen, um zu sehen, ob ich das Fräulein irgendwo finde. Aber egal: Grundsätzlich finde ich das jetzige Cover okay. Wie gesagt, es macht neugierig.
Das Bild ist tatsächlich abstrakt. Da ich selber male, fallen mir natürlich die unterschiedlich gesetzten Schatten sofort auf. Das ist aber jetzt sehr pingelig von mir. redface
Ich habe den Covertext noch nicht gelesen; soll die Uhrzeit der Taschenuhr die unendliche Bereitschaft des Engels andeuten?
Gruß
Thomas

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BeitragVerfasst am: 07.02.2012, 09:24
Hallo Thomas,

interessante Ideen und Beobachtungen von Dir! Die Diskussion ist ja nur für die Zukunft gut, denn das Buch ist seit einem Jahr auf dem Markt. Es ist ein Verlagsbuch - dazu noch regional - und natürlich liegt das Cover in den Händen des Verlags, der aber sehr kooperativ ist. Die Schatten sind natürlich gewollt. Die Briefmarke oben rechts zeigt den Lesern der Region, wo die Story spielt (die Leute dort lesen gern Regionales), die Taschenuhr aus den 30er Jahren kündet vom Zeitraum und die Rotkreuzbrosche (aus der das Hakenkreuz entfernt wurde) gibt einen Hinweis, die Erklärung findet man im Klappentext. Mein Entwurf war ein wenig anders, wurde aber vom Verlag als zu überladen bezeichnet (was auch stimmt).

Die Geschichte ist sehr delikat -niemand sollte in den Verdacht geraten, als Fräulein Engel (die über 90 ist) erkannt zu werden. Es ist zwar eine fiktive Person, aber wie dennoch. Ich habe lange abgewägt und mich dann gegen ein Bild entschieden. Im Nachhinein mag das ein Fehler gewesen sein.

Deshalb habe ich hie die Diskussion eingestellt - denn aus Fehlern möchte ich lernen. Der neue Roman wird eine Person auf dem Cover haben, und ein Bild, das Titel und Inhalt verbindet.

Im Übrigen hat Fräulein Engel sehr sehr wenig mit den vermeintlichen himmlischen Wesen zu tun - der Titel verbirgt mehrere Wortspiele (die Auflösung findet man in Heinz Pahlkes Bücherblog).

haifischfrau

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BeitragVerfasst am: 07.02.2012, 10:15
Ich denke schon, dass der Held des Buches auf dem Cover abgebildet sein sollte, wenn man keine anderen Selbstgänger (Marketing, Prominenz, aktuelles Geschehen) als Multiplikatoren zur Verfügung hat.

Aber ich denke ebenso, dass eine explizit historisch und nicht romanhaft veränderte Person wie *hüstel* Hexenänneken auch tatsächlich abgebildet werden sollte und nicht »irgendeine« Dame, die es sein könnte. Damit wird nämlich das »Denkmal«, das man eigentlich einer bestimmte Person setzen wollte, komplett ad absurdum geführt. Aber auf diese Diskussion lasse ich mich nicht noch einmal ein.

Bei »Grenzlandfrau« wie auch bei »Fräulein Engel« bleibt die tatsächliche, »reale« Person meiner Auffassung nach eher im Hintergrund; die Protagonisten dienen als Beispiel für eine bestimmte Zeit, ein bestimmtes Vorgehen oder eine bestimmte Geisteshaltung. Hier wäre also eine unbekannte Dame möglich gewesen.

Andererseits ... wenn »Fräulein Engel« in der Region ein feststehender Ausdruck ist bzw. jeder sofort weiß, worum es geht, dann braucht's kein Foto ... dann reichen solche Koloritbilder wie Briefmarke, Rot-Kreuz-Brosche etc. durchaus aus.

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LG - matthias

http://www.endlich-mal-was-positives.de
http://www.berliner-geschichten.com
http://astore.amazon.de/gerschwitz-21
http://www.welt-aids-tag.de/kampagne/ueber/matthias.php
 
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