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BeitragVerfasst am: 25.05.2009, 16:29
Hallo,

ich bin es noch einmal.

Ich habe zwischenzeitlich einen Verlag kontaktiert, der nach einem halbstündigen Telefonat großes Interesse an dem Buch/Thema hat. shocked eyes

Das ist ja erstmal ein Erstkontakt - ich werde dem Verlag jetzt ein Exposé schicken. Dann kann es natürlich immer noch sein, dass sie ablehnen. Aber am Telefon waren sie erst einmal wirklich interessiert!

Nun eine Frage: Wieviele Verlage 'klapptert' Ihr denn so ab? Und versucht Ihr es bei xyz Verlagen gleichzeitig oder 'nacheinander'?

LG
Sabine
 
  Sabine M 
 
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BeitragVerfasst am: 25.05.2009, 18:20
Sabine M hat Folgendes geschrieben:
Ich habe heute mit einem mir bekannten Rechtsanwalt gesprochen, was er dazu sagt. Er kennt die Hintergründe meiner Firma und meiner Arbeit gut und hat mir in voller Breite zugestimmt: Dass ich unter gar keinen Umständen die Urheberrechte abgeben soll.


shocked eyes book cheezy grin

Frag deinen Rechtsanwalt mal, ob er § 29 des Urheberrechtsgesetzes kennt ... cheezy grin

Ich zitiere mal:

Zitat:
§ 29 UrhG - Rechtsgeschäfte über das Urheberrecht

(1) Das Urheberrecht ist nicht übertragbar, es sei denn, es wird in Erfüllung einer Verfügung von Todes wegen oder an Miterben im Wege der Erbauseinandersetzung übertragen.

(2) Zulässig sind die Einräumung von Nutzungsrechten (§ 31), schuldrechtliche Einwilligungen und Vereinbarungen zu Verwertungsrechten sowie die in § 39 geregelten Rechtsgeschäfte über Urheberpersönlichkeitsrechte.


Noch einmal ganz langsam:
Das (also dein) Urheberrecht kann gar nicht verkauft oder sonstwie rechtlich übereignet werden - es sei denn, du stirbst und hältst testamentarisch fest, wer die Rechte an deinem Werk bekommen soll.

Verkaufen kannst du die Nutzungsrechte, nicht die Urheberrechte. Schlimm, wenn selbst ein Jurist den Unterschied nicht kennt. Rolling Eyes

LG
Siegfried

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Siegfried

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  Siegfried 
 
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BeitragVerfasst am: 25.05.2009, 18:30
Ich wollte gerade zum Schreiben ansetzten - da sah ich, dass Siegfried mir zuvorgekommen ist. Danke Siegfried, dann brauch ich nicht mehr tippen, sondern nur zustimmen. Wink

Als Laie muss man das nicht wissen, aber ein Anwalt sollte so etwas Grundsätzliches schon wissen. shocked eyes Ich bin entsetzt.

@ Sabine: Ich hoffe kommt zu einer Einigung und wünsche dir auf jeden Fall viel Spaß und Erfolg mit der Schreiberei! book

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BeitragVerfasst am: 25.05.2009, 19:09
lyd hat Folgendes geschrieben:
Als Laie muss man das nicht wissen, aber ein Anwalt sollte so etwas Grundsätzliches schon wissen. shocked eyes Ich bin entsetzt.


Ich gehe mal davon aus, dass der Rechtsanwalt es richtig formuliert und Sabine nur ungenau wiedergegeben hat. Wie oft ist das schon hier im Forum erklärt worden und noch im laufenden Thread wird trotzdem immer wieder vom Verkauf oder Verzicht des Urheberrechts geschrieben.

Beste Grüße,

Heinz.

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BeitragVerfasst am: 25.05.2009, 23:58
Hallo Ihr,

danke. Ich nehme auch an, dass ich es wahrscheinlich falsch wiedergegeben habe. Auf jeden Fall sagte er mir, dass man klären muss, wie die Lage ist, wer wann welche Rechte auf was hat (siehe - die ersten 500 Exemplare für die Firma - der Rest etc...).

Nun aber noch mal zu der Frage: Wieviele Verlage schickt Ihr denn an?
Ich habe - wie mir von 2 mir nahestehenden Menschen bescheinigt wurde - eine profunde Struktur und Übersicht über die Kapitel des beabsichtigten Buches. Diese Struktur und der Aufbau machen Eindruck (im Sinne von 'die weiß wirklich, wovon sie spricht'), was ja bei der Suche nach einem Verlag nur hilfreich sein kann.
Aber: Man kann daraus aber viel an - sagen wir mal 'Anregungen' - klauen.

Wie detailliert beschreibt Ihr Euer Buch? Dieses ist sicherlich noch ein Sonderfall, weil es sich um Sachbuch handelt und schon die Kapitel eine Menge an Informationen hergeben.

Und: Bei wievielen Verlagen geht Ihr gleichzeitig 'hausieren'?

LG und vielen Dank noch mal für Eure Hilfe!
Sabine
 
  Sabine M 
 
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BeitragVerfasst am: 26.05.2009, 01:43
Sabine M hat Folgendes geschrieben:
Wie detailliert beschreibt Ihr Euer Buch? Dieses ist sicherlich noch ein Sonderfall, weil es sich um Sachbuch handelt und schon die Kapitel eine Menge an Informationen hergeben.

Und: Bei wievielen Verlagen geht Ihr gleichzeitig 'hausieren'?


Sonderfall? Nö. Vielmehr die Regel:

Pia Helfferich auf ratschlag24.com hat Folgendes geschrieben:

Das Exposé für ein Sachbuch

Um das Exposé für ein Sachbuch zu scheiben, muss man nicht nur als Autor überzeugen, sondern auch den Markt kennen. Der Inhalt des geplanten Sachbuchs wird auf maximal einer Seite zusammengefasst. Wer sollte dieses Buch warum lesen wollen? Es sollte klar werden, wie das Buch aufgebaut ist, welche verschiedenen Bestandteile es hat (Checklisten, Übungen zum Beispiel) und auf welche Quellen der Autor zurückgreift.

Anschließend sollte man erläutern, an welche Zielgruppe sich das Buch richtet. Welche Voraussetzungen bringt diese Gruppe mit und welche Bedürfnisse hat sie?

Mit einer Internetrecherche hat man natürlich längst festgestellt, welche Konkurrenztitel es bereits auf dem Markt gibt. Im Exposé ordnet man das eigene Buch nun in diese Reihe ein, indem man herausstreicht, wie es sich von der Konkurrenz abhebt, welche Nische es füllen wird.

In der Kurzbiografie des Autors hat man die Chance darzustellen, warum man dafür qualifiziert ist, dieses Buch zu schreiben. In fünf bis zehn Zeilen werden die wichtigsten Lebensstationen zusammengefasst, immer im Hinblick auf das Exposéthema.

Eine vorläufiges Inhaltsverzeichnis (das auch zeigt, ob der Autor in der Lage ist, sein Thema logisch und leserfreundlich aufzubauen) und ein Probekapitel gehören ebenfalls zum Exposé. Falls vorhanden, ist es sehr empfehlenswert, Arbeitsproben mitzuschicken, am besten Artikel, die man zu dem angebotenen Thema bereits veröffentlicht hat. Auf diese Weise kann sich der Agent oder Lektor vom Schreibstil des Autors überzeugen. Noch dazu wirken Veröffentlichungen in respektablen Medien vertrauensfördernd.




Gabi Neumayer auf autorenforum.de hat Folgendes geschrieben:
Erst einmal: Jeder Lektor ist anders; die Erfahrungen, die Sie gerade gemacht haben, müssen sich deshalb keineswegs wiederholen.

Da Sie das Manuskript schon fertig haben, haben Sie beim Exposé natürlich nicht mehr alle Möglichkeiten offen (daher sollte man das Exposé und die Verlagssuche eigentlich vorm Schreiben machen). Ich würde Ihnen raten (aber Sie müssen natürlich selbst abwägen, wie Sie es machen wollen):

- Gehen Sie noch einmal in die Exposé-Phase zurück, indem Sie sich ganz darauf, auf mögliche Strukturen und Gliederungen konzentrieren. Denken Sie dabei nicht an Ihr fertiges Manuskript, sondern prüfen Sie, ob der Aufbau auch sinnvollerweise anders aussehen könnte. Wenn Sie sich darüber ganz sicher sind, schauen Sie Ihr Manuskript noch einmal an: Könnte es mit vertretbarem Aufwand an die beste Gliederung angepasst werden? Diese Arbeit müssten Sie ja nicht gleich leisten, sondern erst dann, wenn Sie einen Vertrag in der Tasche haben.

- Wenn es um eine so neue Idee geht (bei der man den Wunsch des Verlags nach einem bekannten Namen nachvollziehen kann): Könnten Sie etwas tun, um sich sozusagen "Rückendeckung" zu verschaffen? Vielleicht können Sie einen bekannten Wissenschaftler dazu bringen, sich zu Ihrer Theorie positiv zu äußern, sozusagen als kleine Empfehlung, die Sie dem Exposé beifügen könnten? - Auf jeden Fall sollten Sie Wege suchen, wie Sie das Dilemma "unbekannte Autorin - gewagte Theorie" überwinden können. Vielleicht fällt Ihnen dazu noch etwas ein?

- Gehen Sie sicher, dass Sie bereits in Ihr Exposé alles Mögliche einbauen, das zeigt, dass Sie keineswegs eine verrückte Theorie aus dem Hut gezaubert haben, sondern dass Sie alle Einwände und gängigen Meinungen zu Ihrem Thema kennen und entsprechend behandeln (entkräften) können. So steigern Sie Ihre Glaubwürdigkeit.

- Ich verstehe, dass Sie Ihre Idee auch schützen wollen. Dazu könnten Sie verschiedene Wege gehen, zum Beispiel:
-- das Manuskript an sich selbst schicken und in dem verschlossenen Umschlag lassen (so können Sie per Poststempel das Datum nachweisen)
-- einen Agenten einschalten, der die weitere Verlagssuche für Sie übernimmt
-- vorab einen Fachartikel zu Ihrem Thema veröffentlichen

Ich hoffe, Sie finden einige Tipps in meiner Antwort, mit denen Sie weiterkommen. Ansonsten finden Sie Tipps zu Sachbuchexposés im Allgemeinen in einigen der allerersten Tempest-Ausgaben (nutzen Sie die Suchmaschine auf der Website von autorenforum.de, oder schauen Sie nach den Antworten der Sachbuchexpertin in den ersten Ausgaben.)



Und wie viele Verlage?
So viele, wie nötig sind. Wenn's sein muss, einhundert. Der Verlag muss nur zum Manuskript passen. Letztlich gilt: Der Verlag mit dem besten Angebot gewinnt.

LG
Siegfried

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BeitragVerfasst am: 26.05.2009, 22:28
Wunderbar, Siegfried. Danke!!!
 
  Sabine M 
 
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BeitragVerfasst am: 27.05.2009, 08:24
Ich schließe mich meinen Vorrednern an. Jurist hin oder her - letztendlich ist es Deine eigene Entscheidung, ob das Ganze für Dich eher ideologisch oder finanziell von Wert ist. Dazu musst Du halt einfach nur folgende Größen gegeneinander abwägen:

1. Willst Du das Copyright behalten und dafür ein unsicheres, möglicherweise sehr niedriges Honorar erhalten zum Preis einer wahrscheinlich wesentlich höheren Belastung?

Oder

2. Willst Du die Rechte an die Firma übertragen und dafür ein relativ hohes, aber sicheres Honorar in Form Deines Arbeitslohnes erhalten?

In beiden Fällen bleibt die Urheberschaft ohnehin bei Dir.

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