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BeitragVerfasst am: 01.03.2010, 19:54
Haifischfrau hat Folgendes geschrieben:
Ich bin etwas verblüfft über die Honorar-Vorstellungen (offensichtlich unbekannter) Autoren. Wer von seinem Titel bisher weniger als 1000 Stück verkauft hat (innerhalb max. eines Jahres) sollte doch einfach froh sein über die Möglichkeit, sein Buch oder seine Bücher zu präsentieren.


Und was "darf" eine Autorin erwarten, wenn sie das, was du oben eingegeben hast, erreicht hat?

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BeitragVerfasst am: 01.03.2010, 20:44
Haifischfrau hat Folgendes geschrieben:
Ich bin etwas verblüfft über die Honorar-Vorstellungen (offensichtlich unbekannter) Autoren. Wer von seinem Titel bisher weniger als 1000 Stück verkauft hat (innerhalb max. eines Jahres) sollte doch einfach froh sein über die Möglichkeit, sein Buch oder seine Bücher zu präsentieren.
Darum geht`s nicht. Bevor ich mich auf die Suche mache, sollten alle Fragen geklärt werden, finde ich. Man will sich schließlich nicht blamieren. Und außerdem dachte ich, 5 halbwertige Autoren bilden den gewissen Gegenwert eines vollwertigen Autors. Rolling Eyes

Gruß Thomas

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BeitragVerfasst am: 01.03.2010, 22:05
Der Verlauf dieser Diskussion ist m.E. etwas fruchtlos. Ich habe bereits mit einigen Kollegen zusammen gelesen (alles bod- bzw. Antho-Kollegen) - und wir haben nichts "erwartet". Einige Mal erhielten wir einen Anteil aus den Eintrittseinnahmen, das war ok.
Im Übrigen hängt das "zu erwartende" Honorar doch auch von der Location, dem Umfeld und der Thematik ab.
Als ich in Leipzig im Rahmen der Buchmesse gelesen habe, gab es kein Honorar, dennoch war es für mich toll, dabei zu sein - und einige Bücher zu verkaufen.
Für mich jedenfalls ist es indiskutabel, mit Leuten zu lesen, die vordergründig ihr Honorar im Kopf haben. Mir geht es vielmehr um eine gemeinsame, kollegiale Aktion.
Darüber hinaus ist jedem unbenommen, ein x-beliebiges Honorar zu fordern. Ob er es dann bekommt, ist eine andere Frage.

Haifischfrau

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BeitragVerfasst am: 01.03.2010, 22:31
Haifischfrau hat Folgendes geschrieben:
Der Verlauf dieser Diskussion ist m.E. etwas fruchtlos.

Halt. Ich will nicht über Geld diskutieren, das verstehst Du falsch. Wie man weiter oben lesen kann, erkläre ich, mich mit Lesungen nicht auszukennen. Dieser Thread ist mehr als fruchtbar. Wenn ich von Euren Erfahrungen lerne, ist der Thread sinnvoll. Dann habe ich vielleicht bessere Möglichkeiten ein Lokal zu finden. Angeregt, mit Geld anzufangen hat mich übrigens folgender Satz:
Zitat:
Für mich ist allerdings wichtig, dass ich keine Kosten habe.

Gruß Thomas

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BeitragVerfasst am: 01.03.2010, 23:57
So ... vielleicht mal einige konkrete Erfahrungen:


Lesung im Buchhandel mit Musikbegleitung (meine Schwester) vor 45 Leuten:
Da diese quasi um die Ecke von unserer "Heimat" stattfand, haben wir aus alter Verbundenheit kein Geld genommen. Die Veranstaltung kostete Eintritt, dafür gab es was zu knabbern und Wein. Es wurden 12 Bücher verkauft, 8 weitere übernahm der Buchhandel, so dass ich 20 Bücher zum Großhandels-EK verkaufen konnte. Da ich 200 St. eingekauft hatte, also mit Gewinn. Die Fahrt habe ich mit Recherche für mein zweites Buch verbunden, so dass sie sich auf jeden Fall gelohnt hat.

Die gleiche Lesung in einer Apotheke (aus meinem Bullrich-Salz Buch) - wieder mit Musik vor 39 Leuten:
Eintritt € 8,00, Honorar für Lesung und Musik € 250,-, davon musste ich aber Reisekosten nach Düsseldorf bestreiten. 10 Bücher verkauft (zum Endverbraucherpreis). Ergebnis: Gewinn

Buchpräsentation in einer Kneipe (über die das Buch erzählt) vor 105 Leuten:
Eintritt € 5,00 - davon wurde ein Buffet bestritten. Honorar € 0,00 - aber 55 Kneipenbücher und 5 Bullrich-Bücher verkauft. Ergebnis: Gewinn

Lesung 1/2 Jahr später in derselben Kneipe vor 95 Leuten:
Eintritt € 5,00 - ohne Buffet. Eintrittspreis zwischen Wirt und mir geteilt, zusätzlich 12 Kneipenbücher, 4 Bullrich-Bücher verkauft. Ergebnis: Gewinn

Lesung in einem Café (letzte Woche) vor 26 Leuten:
Eintritt € 3,00/1,50 (für mich) zzgl. 6 HIV-Bücher + 3 x Kaiserstraße. Reisekosten selbst finanziert: Ergebnis: schwarze Null.

Lesung im Hörsaal einer Uni-Klinik (nächsten Donnerstag in München):
Kein Eintritt, kein Honorar
Lesung auf der Rosa Couch (nächsten Sonntag in München):
Kein Eintritt, kein Honorar
ABER:
Ich bin sowieso in München, weil ich bei den AIDS-Tagen einen Büchertisch habe und für einen dort vergebenen Preis nominiert bin. Obwohl ich auch die Reisespesen selber tragen muss, rechnet sich das für mich über den zu erwartenden Buchverkauf (ich denke, 50 St. sollten drin sein) sowie die Bekanntheit in Fachkreisen (Ärzte/Apotheker etc.)

Dazu kommen noch zwei Lesungen mit anderen Autoren hier aus dem Forum. Spaß gemacht haben sie alle ...

Wie Ihr seht - alles ganz unterschiedlich. Man sollte da nicht dogmatisch rangehen, sondern von Fall zu Fall entscheiden. Dies ist jedenfalls meine Erfahrung.

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BeitragVerfasst am: 02.03.2010, 00:45
Danke Matthias, das war klar und deutlich. Very Happy
Gruß Thomas

PS: Hätte fast schon ein Literatur-Cafe eröffnet. Fr. + Sa. Lesungen von BoD-Autoren. Bude immer gerammelt voll. Geld stimmt! Warum? Weil die Künstler nix kosten. Ich versuche den 250er Auftritt zu bekommen.
 
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BeitragVerfasst am: 02.03.2010, 05:14
Sollte ich jemals meinen Traum erfüllen dürfen und im Wuppertaler Rex-Theater lesen, wird es natürlich Eintritt geben, von dem ich einen Teil erhalte. Und den Verkaufserlös der vermutlich 150 Bücher eines Abends. cheezy grin

Ansonsten habe ich mich bislang mit den Wirten so einigen können, daß ich bei einem Eintrittgeld entweder einen Anteil bekomme, oder kein Eintritt genommen wird und ich nichts bekomme.

Der Wirt sorgt für Werbung und Bewirtung, ich sorge für eine Pause, wo er Umsatz machen kann. Ich finanziere mich aus dem Buchverkauf, der Wirt aus der Bewirtung. So haben alle etwas davon. Zusätzlich werbe ich natürlich noch für das Event in meinen mir zugänglichen Plattformen wie Blog, HP und Foren.

Wenn ich Reisekosten habe, die über den Tagespendelbereich hinaus gehen, müssen der Wirt und ich verhandeln. Bislang sorgte man immer für meine Unterkunft und mein leibliches Wohl am Lesungsabend.

Deswegen will ich erst einmal in NRW beginnen. So kostet es wenig, einzig das Vorhalten der Bücher sorgt bei jedem Autoren mehr oder minder für Schweißausbrüche. Ich habe allerdings auch schon Autoren bei Lesungen erlebt, die nicht ein Exemplar dabei hatten, das verkauft werden konnte. Sie verwiesen auf den örtlichen Buchhandel. Ob das so glücklich war, konnte ich nicht nachverfolgen.

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BeitragVerfasst am: 02.03.2010, 18:56
Seit wann ist Quantität Ausdruck für Qualität?
Wenn man der Meinung ist, etwas gutes geleistet zu haben, sollte man sich auch nicht unter Wert verkaufen ...

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BeitragVerfasst am: 02.03.2010, 20:22
Ich verkaufe in erster Linie mich. Als Investition in die Zukunft und den dann daraus folgenden Produktverkäufen.

Bislang ist das Konzept gut aufgegangen.

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BeitragVerfasst am: 02.03.2010, 20:30
CeKaDo hat Folgendes geschrieben:
Ich verkaufe in erster Linie mich.


Und das ist auch gut so thumb up Wie soll sich auch der Traum erfüllen, vom Schreiben leben zu können, wenn man nicht bereit ist, "sich zu verkaufen". Es sei denn, man hat Glück, und es findet sich ein Mäzen ...

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BeitragVerfasst am: 03.03.2010, 07:50
Zitat:
Es sei denn, man hat Glück, und es findet sich ein Mäzen ...


Es hat lange gedauert, bis ich erkannt habe, daß solch ein Geschenk nicht das ist, auf das ich in meinem Leben hoffen kann. Mir soll offensichtlich weder der berühmte Lottogewinn noch ein Gönner beschieden sein.

Allerdings kann ich wenigstens über die Steine auf meinem Lebensweg berichten, um anderen zu helfen, sie zu erkennen. That´s the way Wink

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BeitragVerfasst am: 03.03.2010, 10:38
Je nach Anlass, Einstellung und Gegebenheiten bekomme ich auf den Lesungen Freude, Feedback - und oft auch Geld ...
Das freut mich natürlich, denn erfahrungsgemäß habe ich nicht so zahlreiche Buchverkäufe wie meine Kollegen - und um 50, 100 oder 200 EUR zusammenzubekommen, muss man an einem Abend schon vieeeele Bücher verkaufen; ich weiß nicht, wie realistisch das ist - gerade in den meist kleineren Rahmen smart
Wie hoch die "Gage" ist ist völlig unterschiedlich.
Aber auch hier gilt, wer nicht (nett) nachfragt, ... Smile kann kein nein bekommen, aber auch selten ein Ja.

Die Frage ist wirklich wann, wo und wie - man liest und ggf. verhandelt ...

Als Beispiel: Sicher kann der Filmverband, wo ich gelesen habe, oder ein gutes Restaurant (etwas mehr) bezahlen als eine kulturelle/ soziale Einrichtung.

Wenn ich ins Theater oder Konzert gehe, zahle ich auch Eintritt - bei den Offtheatern zumindest meist in Form einer kleinen Spende. Ich finde, das hat in vielen Fällen auch etwas mit Wertschätzung zu tun. Allerdings muss diese auch nicht immer monetär sein: Ein Buchgeschenk oder eine Flasche Wein oder oder oder ... Es gibt viele Möglichkeiten, dem Künstler/ den Künstlern zu danken. Laughing Oft bringt eine "indviduelle Kooperation" langfristig sogar mehr - das z.B. erhoffe ich mir mit der Zusammenarbeit einer kleinen feinen Galerie in Potsdam.

Ansonsten gibt es viel "Ausnahmen", wo ich gern kostenfrei lese - aber das muss jeder selbst entscheiden.

Besten Gruß,
Barbara

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BeitragVerfasst am: 03.03.2010, 19:15
weil es so schön passt, hier noch einmal der Link zum Artikel von Petra A. Bauer zum Thema Lesungshonorare, den Babs in einem anderen Thread gepostet hat

http://journalistin.writingwoman.de/index.php/journalistin/texte/alles-hobby-oder-was-die-sache-mit-dem-lesungshonorar/

Gruß
Susanne

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