 | Gescheiterte Philosophie | Verfasst am: 14.06.2010, 13:01 |
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Titel: Gescheiterte Philosophie
Autor: Wilfried Mengel
Verlag: BoD
ISBN: 978389193402
Seiten: 87
Preis: 9,80
Der Autor über das Buch:
Bereits das erste Gedicht "Der Herr Minister auf Vergnügungsreise" überträgt unser Alltagsleben in die Tierwelt und bewirkt ein Schmunzeln. Auch im nächsten Abschnitt "Gescheiterte Philosophie" bringt Wilfried Mengel einen soliphistisch Lebenden nahe, also einen Menschen der ausgeprägt ichbezogen denkt. Äußerst nachdenklich stimmen die Überlegungen als Nachtrag zum Gedicht "Auf astraler Bewußtseinsebene".
Hier tun sich Welten auf in unserem doch so materialistischen Leben.
Wie schrieb J.W. von Goethe bereits vor 200 Jahren, "Nach Golde drängt, am Golde hängt, doch alles, ach wir Armen."
In allen Werken hat Wilfried Mengel es geschafft, Gedanken in Verse zu fassen, die den meisten Menschennicht einmal in ihrem Geist zu ordnen vermögen.
Wilfried Mengel wurde 1919 in Kassel geboren und starb 2002 in Costa Rica.
Bereits 1956 wanderte er nach Costa Rica mit seiner Familie aus und lebte dort 56 Jahre in den Bergen von Monteverde. Das einfache Leben in der großartigen Natur ermöglichte es ihm, seinen vielfachen Neigungen nachzugehen, so u.a. der Malerei, der esoterischen Literatur und der Komposition besonderer Musik.
Dieses Büchlein ist eine Herausforderung über unsere Welt nachzudenken.
Der Herausgeber Karl W.J. Schwartz |
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Karl Walter Jan |
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| Anmeldedatum | 25.02.2010 | | Beiträge | 2 | | Wohnort | Dannenberg | |
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 | | Verfasst am: 14.06.2010, 20:16 |
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Ich hätte gerne eins der Gedichte gelesen,
da die Sicht der Dinge ja sehr verschieden sein kann.
Vielleicht überlegst Du es Dir und setzt noch eine Leseprobe ein.
Viel Erfolg wünscht Christina |
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Witbuh |
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 | | Verfasst am: 16.06.2010, 10:09 |
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Hier eine Leseprobe:
Gescheiterte Philosophie
Ein junger Mann, der noch studiert,
sich mit Solipsismus strapaziert.
Verirrt in sonderbar´ Gedanken,
kommt sein Weltbild arg ins Schwanken.
Für einzig hält er sich auf dieser Welt,
wo man ihn hingestellt.
Ich bin, denkt er, doch was ringsum,
ob groß, ob klein, ob laut, ob stumm,
besteht nur in der Sinne Schein,
hat überhaupt kein Eigensein.
Dies sinnend steuert er zu einer Bank,
worauf ein Mädchen sitzet, hübsch und schlank.
Hier, unter großen grünen Bäumen,
schweift sie umher in ihren Träumen.
Dran stört sich nicht der junge Mann
Und spricht sie unvermittelt an:
"Verzeihen sie, verehrte Dame,
Gottfried Kluge ist mein Name.
Ich bin grad so am Simulieren,
ob sie wohl wirklich existieren!
Ich bin wohl, weil ich solches denke,
mir auch die nötige Beachtung schenke.
Doch alles andre hab ich mir erschafft
Mit der Gedanken Wunsch und Bildekraft!
Er wagt´s und sagt der Schönen ins Gesicht:
Das sie wer sind, das glaub´ ich nicht!
Sie sind nur meiner Sinne Projektion",
-Der erste Zweifel kommt ihm schon-
Wie sie belustigt dreinschaut,recht vergnügt
Und ihr blondes Lockenköpfchen wiegt.
Dem Philosoph genügt ein Blick,
nimmt schleunigst sein "Projektion" zurück!
Er denkt, soll ich um dummer Sachen
ein wertvolles System zunichte machen?
Wie lang hab ich dran geklügelt,
so manchen Einwand ausgebügelt.
Aus fremden Quellen hergerafft,
mir fehlt nur Überzeugungskraft.
Drum liebe ich die Diskussion,
wer lehren will, der lernt davon.
Alles, was hier ist auf dem Planet,
nur in meiner Anschauung besteht.
So egozentrisch ist das Leben,
nach hohen Zielen geht mein Streben,
sonst wird man noch zum Nihilist,
dem alles nichts und dennoch Alles ist!
Schon wieder fall´n ihn Zweifel an:
"Ist wirklich was an seiner Lehre dran?"
Wohl dem, der Titel und Berühmtheit hat,
im Geiste hungrig, ansonsten alles satt,
bekannter Redner auf Kongressen,
dem von Eitelkeit besessen,
kein Prophet und weiser Mann
nicht das Wasser reichen kann!
Der Gedanke schleicht herbei:
"Mein Ich ist Wichtigtuerei!
Er schlägt betroffen seine Augen nieder,
doch ein Räuspern weckt ihn wieder,
der in Gedanken war versunken
und der Wirklichkeit war entschwunden.
Ach, denkt er, das kenn´ ich schon,
das kommt von meiner "Projektion".
Er wirft auf sie nur einen Blick,
doch der strahlt hundertfach zurück!
Aus schönen Augen schießt ein Licht,
das in des Herzens Kammer bricht.
Amors Pfeil traf ihn mit Blitzesschnelle
Unerwartet an besondrer Stelle.
Ein spöttisch Kichern ihn verwirrt,
hat sie sich in sein Herz verirrt?
Und gerade dies Organ
Stiftet soviel Unheil an,
bringt Übermut und Albernheit!
Nein! Dafür ist er zu gescheit!
Will ich meine Haltung wahren,
darf so der Zug nicht weiterfahren!
Um den Gefühlen zu entfliehn,
muss ich jetzt die Bremse ziehen!
Vorhang zu zur Sinnenillusion,
bald hab ich Ruh, ich schaff´ es schon!
Wahrhaftig dauert es nicht zu lange
Bis sich gelegt des Herzens Bange.
Da zieht ein Hauch von Rosenduft
Zu ihm herüber durch die Luft.
Und da er immer näher zieht,
wird wieder unruhig sein Gemüt.
Der süße Duft gibt keine Ruh,
jetzt hält er sich die Nase zu!
Hier hilft nur Atemkunst, Konzentration,
so wehrt man ab die Infektion!
Doch stockt die Kunst schon in der ersten
Phase,
bei offnem Munde und geschlossner Nase . .
so kann das niemals funktionieren!
Er ahnt, er wird den Kampf verlieren!
Da macht es "klatsch", - jetzt ist´s genug!
Wieder sitzt er im Gedankenzug:
Denn der Dame fiel das duft´ge Fläschen
Ihm vor die Füße aus dem Täschchen.
Er bückt sich, hebt galant es auf
Und wagt doch einen Blick hinauf
Zum Spitzenröckchen auf den Knien . . .
Wie schick weiß sie sich anzuziehen!
Welch Projektion im hellen Sonnenscheine,
ein Königreich gäb´ man für solche Beine!
Sanfte Täler, Hügel, rund und schön,
kann man durch das Kleid noch sehn!
Jetzt feuert Blitze sie aus ihren Augen.
Kein System der Abwehr kann da taugen!
Er lächelt und gibt einen Wink,
gespielt noch zögernd, dennoch flink,
nimmt die liebe Schmeichelkatz
kess auf seinem Schoße platz,
schlingt die Arme um den Hals,
er tut´s bei ihr ebenfalls.
Ach, mit dem Mädchen auf den Knien,
vergisst man alle grauen Theorien.
Mehr als ein Hirngespinst gilt Offenbarung
Aus höchst persönlicher Erfahrung.
Seine Niederlage nimmt der junge Mann
Zum Trost als wertvolle Erfahrung an
Und meint, man kann nicht immer nur studieren,
man sollte sich auch mal amüsieren!
In Allem soll man sich versuchen!
Nur wer probiert, kennt den Geschmack von Kuchen! |
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Karl Walter Jan |
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