 | @cekado | Verfasst am: 13.09.2010, 15:06 |
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| Zitat: |
Diese wiederum funktioniert aber auch nur dann, wenn gefrustete und nur ans tägliche Überleben bis zur Rente denkende Pädagogen unverzüglich aus dem Dienst entfernt werden.
Wie will mann denn bestimmen, um wen es sich dabei handelt, und wie will man die entfernen?
Es kann doch nur jeder für sich herausfinden, wo er sich engagieren WILL. Könnten sich die angesprochenen eben durch die Einführung des BGE nicht selbst "entfernen" und einer anderen, für sie weniger frustrierenden Tätigkeit widmen?
Ein für mich oft zu sehr außer Acht gelassener Aspekt der dauerhaften Finanzierbarkeit des BGE liegt allerdings in dem schrumpfenden Gestaltungsspielraum der "öffentlichen Hand" durch die explodierenden Staatsschulden. Dieser Aspekt macht auch die nötigen Investitionen in Bildung immer unwahrscheinlicher.
Ich befürworte ausdrücklich die Finanzierung des BGE mittels Konsumbesteuerung, doch sind m.E. weitreichende Änderungen der Finanzwirtschaft nötig, um den Staat im Sinne seiner gesellschaftlichen Aufgaben wieder "Handlungsfähig" zu machen.
1. Die Einführung einer "Monetativen" Staatsgewalt, die das Privileg der Geldschöpfung wieder unter staatliche, "gemeinnützige" Kontrolle bringt.
2. Damit einhergehend: die Abschaffung der Möglichkeit der Giralgeldschöpfung durch private Geschäftsbanken. Denn nur durch die buchhalterische "Vervielfältigung" der realwirtschaftlichen Geldmenge, und anschließende auf kurzfristige Gewinnmaximierung ausgerichtete Spekulation sind die heute angestrebten irrwitzigen Eigenkapitalrenditen möglich. Diese sind nur im Sinne der Finanzwirtschaft "produktiv", aber in der Realwirtschaft nichts Anderes als Zerstörung und Arbeitsplatzvernichtung im Zuge der Vermögensumverteilung, bzw. -Konzentration.
3. Die schon auf dem Finanzmarkt existierenden, aus dem Nichts geschöpften Geldmengen in ihrer destruktiven Kraft durch eine Transaktionssteuer beschneiden.
4. Durch Punkt 1-3 langfristig die Staatsverschuldung unter Kontrolle bringen und den Schuldendienst (der Gesellschaft an die wenigsten Vermögenden) in einen Dient an der Gemeinschaft überführen.
Leider bin ich kein Volkswirtschaftler, und muss zugeben, dass die geforderten Änderungen am System zu komplex sind, um sie auch in ihren wirklichen Aus- und Nebenwirkungen zu begreifen. Das gilt aber m.E. nicht nur für mich, sondern auch für so manchen "Experten".
Eine simple Tatsache ist jedoch, dass der fortschreitende Zusammenbruch der sozialen Sicherungssysteme mit politischen Forderungen nach zunehmender "Privatisierung", z.B. der Altersvorsorge, aber auch der Krankenversicherung einhergeht. Abgesehen davon, dass diese private Vorsorge einem wachsenden Bevölkerungsanteil gar nicht mehr möglich ist, führt diese "Spare für schlechte Zeiten"-Mentalität bei denen, die es sich leisten können zu einer erhöhten Sparquote, welche auf der anderen Seite zwangsläufig eine höhere Verschuldung bedeutet. Aus Einem "angesparten", also angelegten Euro machen die Geschäftsbanken dann dank niedriger Eigenkapitaldecke ein vielfaches an verzinsten Krediten. Angefeuert durch das exponentielle Wachstum von Zins und Zinseszins bedeutet dies schließlich eine "turbogeladene" Umverteilung von Vermögen (auch im Sinne des Vermögens der Teilhabe an der Gesellschaft) von unten nach oben.
Wenn diesem Prozess nicht endlich gegengesteuert wird, dann wird uns unser Finanzsystem mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit in Kürze um die Ohren fliegen.
Zurück zum BGE:
Mit einer bedingungslosen Grundsicherung würde der "Sparzwang" durch den Verlust der Angst vor sozialem und wirtschaftlichem Ruin aufgehoben, und so dieser Turbomaschine der Umverteilung der Brennstoff genommen.
Die bisher in keiner monetären Art und Weise wirklich honorierte Erziehungsarbeit in der Familie bekäme so ein würdevolles Einkommen. Auch die Angst vor der Versorgung der Kinder würde so genommen, und die demografische Entwicklung könnte so einen ganz anderen Verlauf nehmen.
Das wäre eine Art der Privatisierung von Erziehungs- und Bildungsaufgaben, die m.E. fast schon revolutionär wäre.
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_________________ BGE wäre die Versöhnung von Grundgesetz und Kapitalismus |
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PT |
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 | | Verfasst am: 13.09.2010, 19:01 |
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Alle Achtung PT!
Punktlandung! Sich hier anmelden und voll ins Schwarze treffen , wenn hier meine persönliche Meinung interessiert...
Beste Grüße
Jacqueline |
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_________________ Nichts ist statisch
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(wo es auch zu meinen Büchern geht) |
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Jacqueline Ehmke |
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 | ... | Verfasst am: 29.09.2010, 21:53 |
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MichaelHA |
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 | Anderer Thread | Verfasst am: 07.03.2011, 14:48 |
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MichaelHA |
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 | | Verfasst am: 07.03.2011, 15:06 |
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mtg |
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 | ... | Verfasst am: 14.06.2011, 17:37 |
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| PT hat Folgendes geschrieben: |
Mit einer bedingungslosen Grundsicherung würde der "Sparzwang" durch den Verlust der Angst vor sozialem und wirtschaftlichem Ruin aufgehoben, und so dieser Turbomaschine der Umverteilung der Brennstoff genommen.
Die bisher in keiner monetären Art und Weise wirklich honorierte Erziehungsarbeit in der Familie bekäme so ein würdevolles Einkommen. Auch die Angst vor der Versorgung der Kinder würde so genommen, und die demografische Entwicklung könnte so einen ganz anderen Verlauf nehmen.
Das wäre eine Art der Privatisierung von Erziehungs- und Bildungsaufgaben, die m.E. fast schon revolutionär wäre. |
Die prinzipielle Einführung eines Grundeinkommens wird bereits seit Mitte der 80er Jahre diskutiert (Erich Fromm und Milton Friedman legten die theoretischen Grundlagen dazu aber bereits erheblich früher).
Eine Studie der Konrad-Adenauer-Stiftung (Autoren: Prof. Dr. Michael Opielka u.a.) zeigte bereits, dass ein Bedingungsloses Grundeinkommen bereits jetzt kostenneutral machbar wäre.
Entsprechendes formulierte ich auch in einem Beitrag für die "StadtRevue", Mitte der achtziger Jahre. (Dieser Beitrag findet sich in einer gekürzten und modifizierten Form auch in meiner BOD-Veröffentlichung "Aus anthroposophischen Zusammenhängen").
Das Grundeinkommen ist also machbar - die Frage bleibt: Warum machen wir es dann nicht einfach?
Beste Grüße
MichaelHA |
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MichaelHA |
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