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Honorar für Lektorin .... ?

BeitragVerfasst am: 27.07.2009, 17:09
Aus aktuellem Anlass.

In meiner PC-Lade liegen 5 fertige Krimi-Manuskripte. Ich suche schon länger nach einem Verlag, Ihr kennt die Geschichten nur zu gut.

Jetzt hat sich eine freiberufliche Lektorin, die mich im Netz gefunden hat, mit mir in Verbindung gesetzt. Sie ist selbstständig und hat eine eigene Firma.

Sie möchte meinen Roman umschreiben, klar Überarbeitung ist immer wichtig, und dann auch bei der Verlagssuche tätig sein.
Für den ersten Schritt sind Absprachen über die ersten beiden Skripte geplant.

Ein Thema war natürlich die Bezahlung. Sie will nur im Erfolgsfall, also wir finden einen Verlag und das Buch wird verlegt, eine prozentuales Honorar.

Wie könnte die Aufteilung nach Eurer Meinung sein?

Sie hat mir ein Angebot gemacht, ich möchte aber gerne Eure Einschätzung dazu hören!

book

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BeitragVerfasst am: 27.07.2009, 17:27
Liebe Susanne,
das Angebot ist ziemlich ungewöhnlich. Oder betreibt die Lektorin eine Agentur, die mit Verlagen zusammenarbeitet?
Normalerweise wird für das Lektorat ein Honorar fällig.
Eine seriöse Agentur, die dein Manuskript Verlagen anbietet, würde erst dann ein Honorar berechnen, wenn das Buch beim Verlag untergebracht ist. Das sind ungefähr 15% von deinen Einkünften, sodass 85% davon dein Einkommen wäre.
Die Kombination Lektorat und Agentur auf Erfolgsbasis ist mir unbekannt.

Beste Grüße, Gabi

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BeitragVerfasst am: 27.07.2009, 17:30
Liebe Gabi,

nein, sie betreibt eine reines Lektorat und hat Lust und verspricht sich von meinem Manuskript Erfolg.

Ob sie schon einen Verlag im Auge hat, entzieht sich meiner Kenntnis.

Laughing

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BeitragVerfasst am: 27.07.2009, 17:47
Hallo Susanne,

das ist schön, dass sie sich für dich engagieren will. Aber was verlangt sie als Erfolgshonorar? Mehr als 15%?

Grüße, Gabi

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Re: Honorar für Lektorin .... ?

BeitragVerfasst am: 27.07.2009, 17:56
Susanne Hottendorff hat Folgendes geschrieben:

Sie möchte meinen Roman umschreiben, klar Überarbeitung ist immer wichtig, und dann auch bei der Verlagssuche tätig sein.


Hallo Susanne,

das würde mir schon zu denken geben, besonders die Sache mit dem "umschreiben".
Ich arbeite selbst seit über 10 Jahren als Lektorin, dreiviertel davon freiberuflich. Mir sind weder Kollegen begegnet, die so arbeiten, noch hat es mich selbst je so in den Fingern gejuckt, meine Arbeit für lau und auf Risiko anzubieten.
Ganz koscher klingt das also nicht; Gründe für dieses Angebot fallen mir ad hoc auch keine ein, jedenfalls keine, von denen du als Autorin etwas hättest.

Aufpassen ist hier sicher sinnvoll.

Nett grüßt
Sabine

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BeitragVerfasst am: 27.07.2009, 18:12
Hallo Susanne,

Ich würde einfach mal abwarten was geschieht. Manchmal muss man eben neue Wege gehen, um etwas zu erreichen, warum auch nicht.

Also ruhig darüber nachdenken und noch mal mit der Dame sprechen und dann sehen ob es was werden kann oder nicht.

book Literarischen Gruß

Jens
 
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BeitragVerfasst am: 27.07.2009, 18:18
Also der einzige Grund, der mich persönlich dazu bringen könnte, für lau zu arbeiten, wäre eine Freundschaft.

Was mich noch interessieren würde: Wieso spricht sie direkt von "umschreiben"? Kennt sie das Manuskript bereits? Wenn nicht, würde mich diese Bezeichung doch sehr stutzig machen. Eine gute Lektorin schreibt nicht einfach ein Manuskript um, sondern prüft im Einzelfall und ändert nur in Absprache mit dem Autor bzw. klärt vorher genau ab, in welchen Fällen sie einfach ändern darf und wo sie vorher mit dem Autor redet. Ist zumindest meine Auffassung ... angle

Liebe Grüße,
Theresa
 
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BeitragVerfasst am: 27.07.2009, 18:23
Liebe Theresa,

entschuldige. Veilelicht habe ich es zu einfach erklärt. Ja, die Umschreibung und die Überarbeitung erfolgt nach Absprache.
Gemeinsam.
Aber eine Absprache über das Honorar soll eben jetzt schon erfolgen, muss jetzt schon erfolgen.

Aslo nur mit abwarten geht es nciht. Und sie soll es auch nicht umsonst machen, ganz klar. Wir wollen und das Honorar, was denn kommt, wenn ein Verlag zuschlägt, teilen. Aber in welchem Verhältnis, das ist die Frage.

Vielleicht, so denke ich, hat sie schon einen Verlag im Auge....
Sie ist sich sicher, die Krimis werden verlegt...

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BeitragVerfasst am: 27.07.2009, 18:25
Hallo Theresa,

stimmt, vom umschreiben würde ich auf keinen Fall reden, um einen Auftrag im Lektorat zu bekommen.
Vielleicht arbeitet die Dame etwas unprofessionell? Eigenwillig?

liebe Grüße, Gabi

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BeitragVerfasst am: 27.07.2009, 18:27
Hallo Susanne,

vielleicht lässt du dir von der Lektorin eine Arbeitsprobe liefern. Gib ihr ein paar Seiten deines Krimis, und sieh, ob du mit dem "Umschreiben" leben kannst.

Beste Grüße, Gabi

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BeitragVerfasst am: 27.07.2009, 18:33
Also erst Mal wird kein Lektor ein Manuskript umschreiben. Das ist Aufgabe des Autors. Du kriegst dein Manuskript zurück ... mit vieeeeelen Bemerkungen am Rande und wenn es sein muss in einem laaaaaangen Brief. Zumindest ist das bei meinen Verlagen so. Aber selbst Hand anlegen ans Manuskript, wird kein Lektor machen. Dazu haben die in der Regel auch gar keine Zeit.

Wenn deine Lektorin also vom Umschreiben spricht ... hmm, ... vielleicht nimmt sie deine Idee, schreibt dein Manuskript um ... und schuppdiwupp ist es ihr Manuskript. Ich will ihr das jetzt nicht unterstellen, aber daran solltest du denken. Auch weil du die Lektorin nicht persönlich kennst.

Als Honorar nehmen Agenturen ca. 15% deines Honorars. So hab ich das in einem Thread hier gelesen.

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BeitragVerfasst am: 27.07.2009, 18:56
Liebe Gabi,

sie hat schon 2 Kapitel beabeitet undich kann mit ihrer Arbeit leben.

Es ist vielleicht eine Chance, für mich, durch ihre Hilfe einen adäquaten Verlag zu finden.
Warum nicht mal andere Wege gehen?

Ich frage mich aber, ob es 50 % des Honorares wert ist?

Auf der anderen Seite, finden wir (was ich nicht hoffe) keinen Verlag, dann hat sie umsonst gearbeitet. Und wer will das schon, wie Theresa schrieb.

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BeitragVerfasst am: 27.07.2009, 19:02
50 % shocked eyes

Hey, das hätte ich auch gerne mal ....

Das Manuskript von einer Freundin, dass ich zurzeit korrigiere, hätte mir ca. 1500 Euro eingebracht (mediafon-Empfehlung, liegt aber unter dem, was hautberufliche Lektoren und Korrektoren erzielen können), mit komplettem Lektorat maximal das Doppelte.

Wieviel verdient man bei den Verlagen als Garnatiehonorar und dann im Verlauf der Jahre?

Aber naja, muss ja jeder selber wissen. Ich denke aber, dass unter diesen Umständen eine Agentur wahrscheinlich die bessere Alternative wäre.

Liebe Grüße,
Theresa
 
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BeitragVerfasst am: 28.07.2009, 07:42
Probieren geht über studieren. "Opfere" ihr doch ein Manuskript. Danach bist du schlauer.

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BeitragVerfasst am: 28.07.2009, 08:21
Also, ich habe sowohl mit Agenturen "gearbeitet" und bin auch fallweise als Lektor für einen Verlag tätig.

Ein "reines" Lektorat auf Honorar-Erfolgsbasis ist sicher etwas Ungewöhnliches. Vielleicht strebt die "Umschreibe"-Lektorin einen
Anspruch auf Mitautorenschaft an? Dann wäre eine Teilung des
zu erwartenden Honoraranfalls durchaus angebracht.

In seriösen Agenturen werden mitunter Texte überarbeitet und dadurch für den Abnehmerkreis der Agentur "schmackhafter" gemacht. Das bezieht sich jedoch weniger auf Romane, sondern eher auf Arbeiten für Publikumszeitschriften, deren Herausgeber bzw. Redakteure sich auf
die Auswahlkriterien der Agenturen (die ja als eine Art "Großhändler" für Texte fungieren) verlassen. Denn die Agenturen bieten die Arbeiten der Autoren ja mehreren Verlagen bzw. Zeitschriften an und bauen sich dadurch einen "Kundenstock" auf.

Bei der Zusammenarbeit mit meiner (ehemaligen) Agentur war es so:
Die Inhaberin beliefert viele Zeitschriften im gesamten deutschsprachigen Raum mit Geschichten. Oftmals wurden beispielsweise meine Texte von bis zu 20 Zeitschriften - in gewissen Abständen - veröffentlicht.

Die Agentur sorgte für die Honorarbezahlung, wovon sie 50 Prozent einbehielt. Ich bekam von jeder Veröffentlichung ein Belegexemplar zugesandt.

Hätte ich zum Beispiel jede dieser 20 Zeitschriften einzeln "beliefert", hätte ich nie gewusst, ob und wann einer der Texte gedruckt wird, denn wie sollte ich überhaupt zu all den - in diesem Fall - deutschen und anderen Illustrierten - kommen? Nicht alle werden in Österreich vertrieben.
Außerdem wäre die Übersicht über Honorarzahlungen unmöglich geworden. So gesehen war die 50-Prozent-Lösung zwischen der Agentur und mir die idealere Lösung.

Ob das allerdings auch bei Büchern funktioniert? Ich zweifle daran.

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