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ich fühle mich nicht ernstgenommen als jungautor

BeitragVerfasst am: 26.11.2008, 15:05
ich weiß nicht, ob es hier vielen von euch so geht wie mir, aber ich fühle mich von den leuten überhaupt nicht ernstgenommen.

heißt es, dass man automatisch schlechter als die anderen autoren ist, nur weil mitte 20 ist? viele bestsellerautoren haben auch mal jung angefangen, und wo sind sie heute?

ich habe die traurige erfahrung gemacht, wenn ich gesagt habe, dass ich ein buch veröffentliche: das finde ich klasse, aber kaufen? so als wenn die leute denken: bod kein richtiger verlag, wenn sie schreiben könnte, hätte sie sicher einen bekannten verlag gefunden, der sie unter vertrag nimmt. aber so?

ich glaube, die leute trauen mir nichts zu, weil ich noch so jung bin. soll ich jetzt noch 30 jahren warten, bis ich mal anerkannt werde?
 
  Ruth 
 
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BeitragVerfasst am: 26.11.2008, 15:14
Also ich habe noch nie ein Buch nach Altersangaben des Autors gekauft.Bücher kauf ich die mir gefallen.
Auf der Titelseite steht nicht Autor xy erst 13 jahre alt.
Ich denke darüber braucht man sich keine gedanken zu machen.
Schreib mal kräftig drauf los.

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  cosmopolit 
 
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Re: ich fühle mich nicht ernstgenommen als jungautor

BeitragVerfasst am: 26.11.2008, 15:16
Ruth hat Folgendes geschrieben:
ich weiß nicht, ob es hier vielen von euch so geht wie mir, aber ich fühle mich von den leuten überhaupt nicht ernstgenommen.


von welchen leuten? den käufern? tja, du musst dich selbst ernst nehmen.
das ist am wichtigsten. der erfolg meiner bücher spielt für mich z.B. in erster linie eine rolle, in bezug auf meine eigene zufriedenheit mit meinen
geschichten. das andere wäre zwar wünschenswert, läßt sich aber nicht erzwingen. aber denke an deine eigene wertig- und fähigkeit und wie dies von deinem direkten umfeld wahrgenommen wird, auch wenn es nur verwandte sein sollten.


VG

Lorenz

PS:
lass den Kopf nicht hängen, glaub an dich, das ist am wichtigsten. mache deine wertigkeit nicht nur an der anerkennung anderer fest. diese schmeckt manchmal nur so, wie die wahre anerkennung, die du suchst, nämlich die, die ehrlich ist und nur von den wenigsten im anonymen umfeld zu erwarten ist.
 
  LOFI 
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BeitragVerfasst am: 26.11.2008, 15:22
ja, ich glaube an mich, aber was soll ich machen, wenn die leute meine bücher nicht kaufen? es ist beeindruckend, wenn fremde leute sich melden und ein buch kaufen möchten, einfach darauf vertrauen, dass es schöne geschichten sind, aber die leute im eigenen umfeld keinerlei interesse zeigen?

manchmal denke ich, denen ist es zu blöd, mir ein buch abzukaufen bzw. mich darauf anzusprechen, ich könnte ihnen ja eines andrehen wollen. oder ihnen ist es zu blöd, das buch ihren kindern vorzulesen mit dem gedanken, dass ich es geschrieben habe.

ich weiß es auch nicht. im moment macht mir das sehr zu schaffen, mal schauen, wies in den nächsten wochen aussieht, wenn der geschenkewahn boom und bücher über bücher verkauft werden ...
 
  Ruth 
 
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BeitragVerfasst am: 26.11.2008, 21:36
Man kann nicht sofort erwarten, dass die Leute einen ernstnehmen. Dafür gibt es zu viele Menschen, die mal aufgetaucht und danach genau so schnell wieder abgetaucht sind, ohne der Welt etwas Gutes zu hinterlassen (um es krass auszudrücken).

Solchen Menschen muss man erst etwas beweisen, sie von den eigenen Fähigkeiten überzeugen.

Hierzu ein Aphorismus:
Nur wer am Ball bleibt, kann punkten.

Übertrage das aufs Leben und du wirst sehen, dass du nach einer Weile Erfolge verbuchen kannst.

Auch ein psychologischer Aspekt:
Hältst du dich für unerreichbar, sehen dich die Menschen nach einer Weile automatisch auch so an. Es kommt also darauf an, wie du zu dir selbst stehst.

Beste Grüße,
Thorsten
 
  Thorsten Boose 
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BeitragVerfasst am: 27.11.2008, 00:35
Hallo Ruth,

da geht es mir nicht sehr viel anders. Ich hatte gedacht, in meinem Tanzstudio jede Menge Bücher verkaufen zu können. Aber die Leute kennen mich als Tanzpädagogin, warum sollte ich dann schreiben können? Sogar mein Tanzroman wurde nur von wenigen meiner Schüler gekauft. dozey
Und: Ich bin einige Tage älter als in den Zwanzigern!

Grüßle,
Judith

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  Judith 
 
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BeitragVerfasst am: 27.11.2008, 10:52
Tröste dich, man wird auch als 'alter' Autor nicht ernst genommen.
Solange man sich selbst ernst nimmt (aber nicht unbedingt wichtig), ist alles gut.

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  FraRa 
 
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Schreiben

BeitragVerfasst am: 27.11.2008, 11:20
Ob jung oder alt, worauf es meiner Meinung nach ankommt (Jahrgang 79) ist der Spaß den man hat.

Durch das Schreiben, was mich schon als Jugendlicher packte, konnte ich vieles Verarbeiten und ich wage zu behaupten, dass es mir in meiner "inneren" Entwicklung viel gebracht hat und mich auch geformt hat. Zu der Person die ich bin.

Wenn ich im nächsten Jahr mein erstes Buch herausbringe erfüllt sich einfach ein Traum. Es ist mein Traum, nicht der vom Nachbarn oder vom Postboten. Sondern meiner. Ich habe Spaß am Schreiben und nutze jegliche Zeit mich damit zu beschäftigen (ich will mich ja auch weiterentwickeln).

Und auch wenn keiner meinen Debütroman lesen sollte, so verzweifele ich nicht gleich. Kopf hoch Ruth!
 
  pheinen 
 
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Ich glaube

BeitragVerfasst am: 27.11.2008, 11:25
die Problematik ist das niemand aus ihrem direkten Umfeld sie für voll nimmt???
Das kenne ich! Selbst heute sind die wenigsten angetan davon das ich schreibe, noch weniger kaufen eines meiner Bücher und wenn interesse besteht kommen die Sprüche: "Schenk mir eins dann lese ich es auch!"

Ich habe für 16 Jahre pausiert weil mir immer wieder und wieder ignorranz und ablehnung entgegen schlug. Mittlerweile kann ich sagen das ich für mich den Weg gefunden habe! Obwohl es heute nicht wesentlich anders ist!

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Wenn Du es mit selbstherrlichen Arroganzlingen zu tun hast, lächle einfach in dem Wissen, dass Arroganz die Karikatur des Stolzes ist.
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  LordKotz 
 
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Re: Ich glaube

BeitragVerfasst am: 27.11.2008, 11:30
LordKotz hat Folgendes geschrieben:
"Schenk mir eins dann lese ich es auch!"


Richtige Rückantwort: Gib mir Geld dann geb ich dir eins ... Typen gibts. Rolling Eyes

VG

lorenz
 
  LOFI 
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Re: Ich glaube

BeitragVerfasst am: 27.11.2008, 11:34
LordKotz hat Folgendes geschrieben:
Das kenne ich! Selbst heute sind die wenigsten angetan davon das ich schreibe, noch weniger kaufen eines meiner Bücher und wenn interesse besteht kommen die Sprüche: "Schenk mir eins dann lese ich es auch!"


Boah, ganz richtig, diesen Spruch habe ich auch schon gehört:
"Ja nee, kaufen tu ich's mir nicht, kannst es mir ja schenken . . ."

shocked eyes blink Twisted Evil

Beste Grüße,
Thorsten
 
  Thorsten Boose 
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BeitragVerfasst am: 27.11.2008, 11:47
das problem ist, dass viele bei dem begriff autor an größen wie s. king, grisham oder andere (je nach genre) denken und dich daran messen. und solange man nicht in einem strandhaus mit pool wohnt, hat man auch keinen erfolg und ist hobbyschreiber. (mal überspitzt gesagt)

aber für dieses "falschverständnis" vom beruf des autors kannst du ja nichts. diesen schuh darfst du dir nicht anziehen. und je länger und professioneller du dein schreiben kommunizierst, desto mehr wirst du auch ernst genommen. oftmals wissen die leute ja gar nicht, wie lange und intensiv man an seinen projekten arbeitet. da denken die natürlcih: och, nu hat sie auch mal ein buch geschrieben. hier hilft es aber, sich ein umfeld zu schaffen, welches dem eigenen ansprüchen und zielen gerecht wird. wie schaut die wahrnehmung im internet aus? flyer? gibst du lesungen? berichtet eine zeitung? gibt es rezensioenen? hast du dich mal für stipendien beworben? etc. etc. all dies sind ja punkte, die das "bild" des autors malen Smile

in diesem sinne: auf geht´s ...

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aktuelles sachbuch: "design kalkulieren"
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  MW 
 
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BeitragVerfasst am: 27.11.2008, 12:15
Einerseits ist sowas ärgerlich - andererseits aber auch verständlich.
Im Jahr werden rund 90000 Bücher veröffentlicht - BOD, EVs und DLVs nicht mit einberechnet. Was glaubst du, wie viele von denen das gleiche Problem haben wie du?
Die Masse der tatsächlichen, interessierten Leser - die auch mal was neues lesen möchten - außer den Bestsellerlisten rauf und runter - ist aber verschwindend gering. Wenn niemand sagt: "Dieses Buch ist spitze!", und das min. 10000 mal, wird niemand von deinem Buch wissen - und selbst wenn sie davon wissen, du wirst tatsächlich nicht ernstgenommen. Bei Menschen, die dich kennen (ob gut oder weniger gut ist dabei egal) wirst du kaum Erfolg haben - sie kennen dich nämlich, und sie können sich einfach nicht vorstellen, dass du ein lesenswertes Buch geschrieben hast. (Was nicht an DIR liegt, sondern daran, dass sie dich kennen. Klingt komsich, ist aber so.) Warum das so ist .... keine Ahnung. (Vielleicht liegt es daran, dass in den Köpfen der Konsumenten ein erfolgreicher(?) Autor immer noch so etwas wie ein E.T. vom anderen Stern ist. Und sie möchten sich dieses Bild nicht zerstören lassen. Sie möchten nicht sehen, dass ein Schriftsteller evtl. gar nicht zu ihrem Weltbild passt und ein ganz normaler Mensch ist.)
Frage dich das mal selbst - und zwar ehrlich. Sei selbst ein (normaler) Leser und denk dir, dass dein Nachbar zu dir kommt und dir sagt, dass er ein Buch geschrieben hat. Was wirst du denken? "Aha, ja ... toll. Wie? Der Typ, der mir Samstags früh immer auf den Keks geht, weil er um 8Uhr früh den Rasenmäher schwingt ...?! Ja, ne, is klar - schönes Buch, brauch ich aber nicht wirklich. Die 10-20€ gebe ich doch dann lieber für den neuen "Herr der Eragon Potter" aus. Da weiß ich, dass das auch von anderen ernstgenommen wird... und wenn das von anderen ernstgenommen wird, werde folglich auch ich irgendwie ein wenig ernst genommen ... usw"
Die Menschen möchten etwas haben, wovon sie glauben, dass es gut ist. So erfahren sie eine gewisse Art von Selbstbestätigung.

Stell dir folgendes Szenario vor:
Geh mit deinem Buch in einen Buchladen. Sprich jeden (!) Kunden an und versuche ihn davon zu überzeugen, dein Buch, und nicht das neue Werk von S.K. o.ä. zu kaufen.
Ich vermute mal, dass viele Leser vorher wissen, welches Buch, bzw. welchen Autor sie haben möchten. Da ist es für einen unbekannten "Neuling" natürlich extrem schwer.

Nimm doch nur mal DSDS. Sind die "Gewinner" gut? Ich meine, wirklich gut? Glaubst du, dass das die besten Deutschlands sind?
Wohl nicht. Es gibt mit Sicherheit tausende von Sängern, die besser sind. Aber werden dessen CDs gekauft? Wohl nicht.

Wahrscheinlich besteht der Trick darin, den Käufern klar zu machen, dass dieses oder jenes Buch das beste ist, was sie momentan kaufen können. Ob es das dann tatsächlich auch ist, spielt gar keine Rolle - entscheidend ist nur, dass die Leute das glauben.

Versuch doch mal bei deinem nächsten Buch ein Pseudonym. Mach dich ganz alt, verpass dir eine Journalisten-Vergangenheit, oder je nach Genre - BND, Krimikommissar, Verbrecher oder ähnliches, und du selbst trittst quasi nur als eine Art "Manager" auf, weil dein "Autor" sehr öffentlichkeitsscheu ist - also auch sehr geheimnissumwogen.
Sollte meine oben genannte Vermutung auch nur irgeneinen Funken Wahrheit beinhalten, dann gib den Lesern das, was sie wollen: Ein Alien. Und sprich darüber!

Du wirst aufgrund dem, was du bist, nicht ernstgenommen? Dann mach dich zu etwas, was man eigentlich gar nicht ernst nehmen kann - dann wirst du ernst genommen. cheezy grin

Wenn du einen "Trick" gefunden hast, der für die Käufer interessant ist, könnte das klappen.
Okay, dann bist zwar nicht mehr "Du" der Autor, aber du weißt ja, dass du immer noch du bist.
Der Kunde will halt betrogen werden. cheezy grin

Gruß
Hakket

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BeitragVerfasst am: 27.11.2008, 12:35
Nachtrag:

Ich glaube, dass das Psychiölögisch begündet ist.

Auf so vielen - wirklich besch... Büchern steht drauf: "Der Thriller des Jahres", "Eine Offenbarung", Wirklich gut", etc.
Die Menschen sehen das und glauben das. Selbst wenn sie der Meinung sind, dass das Buch sch... ist, glauben sie eher, dass das Problem dann bei ihnen liegt, dass sie etwas nicht verstehen, zu blöd sind oder ähnliches. Schließlich haben Kritiker - also Leute, von denen man glaubt, dass sie Ahnung haben - festgestellt, dass das Buch gut ist. Das Problem liegt also nicht am Buch, sondern bei ihnen.

Andersherum ist es das Gleiche:
Allgemein wird angenommen, dass selbstherausgebrachte Bücher nichts taugen, weil sie nicht von einem Verlag finanziert wurden. Selbst wenn der Leser dieses Buch gut findet, wird er vorsichtig sein, weil ja keiner, der "Ahnung" hat, eben dieses schon mal behauptet hat. Man bekommt also keine Bestätigung der eigenen Meinung. Und es ist nunmal einfacher, mit der Masse zu schwimmen als gegen sie.
Die Masse hat beschlossen, dass Selbstbaubücher sch... sind. Also wird dieser "Erkenntnis" entsprochen. Es "darf" gar nicht sein, dass es nicht so ist.
(Ersetze "Buch" durch "Autor - ist das Gleiche)

Gruß
Hakket

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BeitragVerfasst am: 27.11.2008, 12:37
he liebe Ruth!

Ich habe z. T. ähnliche Erfahrungen gemacht wie du (Jahrgang 78 Smile und mache sie noch immer. Allerdings habe ich gemerkt, dass die Bekannten die eigene "Schreiberei" ernster nehmen, wenn du dran bleibst. Wenn du nicht nur mal ein Buch oder ein gedicht geschrieben und dann auch in irgendeiner Form veröffentlicht hast, sondern wenn man merkt, dass es dir ernst ist... Dann werden nach und nach viel hellhörig: Wie, schon wieder ein Buch? Eine lesung? Eine Rezension? Ob sie das Buch kaufen, ist eine andere Frage, aber sie werden, jedenfalls einige hellhöriger und jeder kleine Erfolg trägt zu dem neuen Bild, das sie sich von dir und einer Autorentätigkeit machen, bei...

Also, erhobenen Hauptes in die nächste Runde - und: Du musst /kannst niemals allen gefallen... Das Muss(te) ich lernen Smile9

Nimm es möglichst nicht persönlich und freu dich auf dein Projekt!

LG, Barbara

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