Es war eine Schnapsidee. Bei meiner Hexenännekenrecherche habe ich gelesen, dass die Vestianer seit nachweislich 1646 nach Kevelaer gepilgert sind. Ich bin nicht gläubig. Da aber einer meiner Protagonisten, ein von Werbern zwangsrekrutierter Landesschütze, als Dragoner den selben Weg marschierte, bin ich mit einem Freund vor zwei Wochen nach Kevelaer gepilgert. Unsere Rucksäcke wogen je 10 Kilo. Wir haben vorher in Schermbeck, Wesel und Kevelaer Hotelzimmer gebucht. Die Gesamtstrecke betrug etwa 105 Kilometer. Mit dem Auto sind es von RE nach Kevelaer 80 Kilometer, doch wir haben fast ausschließlich die Römerroute gewählt. Kurz vor dem Ende einer jeden Etappe war Beißen angesagt.
Jeweils mit Rast hat die erste Etappe 8,5 Stunden, die zweite 7,5 und die Letzte 11 Stunden gedauert.
Trotz der MBTs waren meine Waden am Ende so dick und hart wie Ofenrohre. Nein, keine Muskeln. Wasser! Wie gesagt, es war eine Schnapsidee und wir sind ohne Training von 0 auf Hundert losmarschiert. Wir hätten auf den Rat hören und Franz-Branntwein mitnehmen sollen.
Es hat trotzdem einen Heidenspaß gemacht, wobei “Heidenspaß” ein schönes Wortspiel ist.
Wenn man bedenkt, dass unsere Vorfahren die Strecke Barfuß oder mit Holzschuhen nicht nur hin, sondern auch zurück gelaufen sind ...
Das Buch von Hape Kerkeling hatte ich vor ca. einem Jahr quergelesen. Ich werde es noch einmal, mit viel mehr Respekt, lesen. |
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_________________ Orácoli
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Thomas Becks |
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