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Jean-Paul Sartre - "Das Sein und das Nichts"

BeitragVerfasst am: 02.02.2010, 18:34
Da das hier eine große, größtenteils gebildete Gruppe ist, möchte ich mal in die Runde fragen, wer denn hier "Das Sein und das Nichts" gelesen hat, oder ggf. versucht hat es zu lesen, oder wie weit man gekommen ist.
Ich habe es ganz gelesen, aber lange dafür gebraucht. Ich sag mal noch nicht wie lange.
Also man hört Unterschiedliches. Immer wieder hört man "Ich hab's nicht geschafft." Ich hörte aber auch mal so eine Art Alt-Hippie, oder zumindest Alt-Alternativen sage: "Wir haben das früher alle gelesen."
Kann ich es denn empfehlen? Ja, auf jeden Fall! Insbesondere sollte man es wirklich komplett lesen, weil in der zweiten Hälfte noch ausgesprochen wichtige Erkenntnisse vermittelt werden. Und ich weiß auch, dass das scheinbar nicht so einfach ist. Übrigens wer es nach ein paar Seiten weggelegt hat: Die ersten zehn und hundert Seiten lang bitte nicht verzagen! Die scheinen mir absichtlich unverständlicher geschrieben zu sein. Man liest sich dann so langsam ein, wenn man weitermacht.
Dieses Buch ist auch der Grund, warum ich z.B. "Ulysses" oder "Der Mann ohne Eigenschaften" nicht gelesen habe - einfach eine Zeitfrage.
Diese Bücher wären vielleicht eigene Threads wert.
Was ich einfach nicht weiß, ist ob ich ein seltener Fall bin, dass ich das komplett gelesen habe.

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BeitragVerfasst am: 02.02.2010, 18:54
Stefan, du bist der Einzige, den ich kenne - zumindest von dem ich es weiß. cheezy grin

Ich habe bereits Kants Kritik nicht ganz geschafft; Sartre nur in Auszügen ... Kann da also nicht viel zu sagen. Außer: Respekt! Smile

Den Mann ohen Eigenschaften möchte ich übrigens auch gern einmal ganz lesen; vielleicht, wenn ich auf Rente bin ...? cool

Barbara

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BeitragVerfasst am: 02.02.2010, 20:15
Eigentlich schade, wenn ich wirklich so ein seltener Fall bin.
Ich habe zweieinhalb Jahre gebraucht, nebenbei intensiv gelebt und auch immer wieder Pausen gemacht und unterhaltsame Romane zwischengeschoben.
Nun war ich auch damals für Philosophie eingeschrieben, und habe es schon studiert, auch wenn ich keinen Abschluss geschafft hab (mittlerweile ja eine Kostenfrage). Aber das Studium hat sicher das Verständnis erleichtert.
Und ob es die Professoren alle gelesen haben? Ich glaube nicht. Drei der Professoren und Dozenten haben in ihren Ausführungen für mich ein richtiges Verständnis dieses Buches bewiesen, andere hingegen Unverständnis aller Existenzphilosophie.
Ich halte dieses Buch für ungeheuer wichtig. Denkende Menschen landen allzu leicht bei Determinismus oder Solipsismus (kann man nachschlagen). Und es wird wohl nur bei Sartre richtig deutlich, warum beides falsch ist.
Es geht auch das Gerücht, man könne diese Buch durch Lektüre von Kierkegaard oder Heidegger ersetzen. Das stimmt leider auch nicht. Und das weiß man auch nur, wenn man das Buch ausgelesen hat. Sartre denkt wesentlich weiter als die genannten Vorläufer und macht manches wesentlich klarer, wo Heidegger noch eine sehr unscharfe Wahrnehmung hatte.
Es wäres wirklich schön, wenn man bei Jedem den Kenntnissstand voraussetzen könnte, den dieses Buch vermittelt. Es gäbe dann viele gesellschaftliche Probleme nicht. Ein George W. Bush (aber auch ein Osama Bin Laden) wäre dann nicht möglich gewesen.

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BeitragVerfasst am: 02.02.2010, 21:45
Ich habe mir gerade "Das Spiel ist aus" von Sartre besorgt und freue mich schon riesig drauf, es nach mehr als 30 Jahren wieder einmal zu lesen. Es hat mich damals schon fasziniert, und die Idee dahinter ist einfach grandios. Nebenbei gibt es eine unglaublich gute Verfilmung aus dem Jahr 1949, die für ihre Zeit technisch schon sehr weit vorne liegt...

Ansonsten habe ich allerdings mit Sartre keinerlei Erfahrungen ...

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