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Jetzt erst rec ht -wer will findet einen Weg-

BeitragVerfasst am: 27.05.2009, 08:38
Titel: Jetzt erst recht -wer will findet einen Weg-
Autor: Oliver Haamann

Verlag: Bod
ISBN: 9783837098051
Seiten: 124
Preis: 9,90 €

Der Autor über das Buch:

Biographie aus meinem Leben mit Multipler Sklerose

Klappentext:

Oliver Haamann war 29 Jahre alt und glaubte an eine goldene Zukunft für sich und seine kleine Familie. Doch dann schlug die Diagnose Multiple Sklerose wie ein Blitz aus heiterem Himmel in seine heile Welt. Dabei hatten sich die Symptome schon lange vorher bemerkbar gemacht, aber er hatte sie weggeschoben. Krankheit passte nicht ins Konzept. Um so tiefer war der Schock, als alle Verleugnung nicht mehr half und alle Lebensplanung wie ein Kartenhaus zusammenbrach. War jetzt alles vorbei? War er jetzt dazu verdammt, in einer Ecke zu sitzen und das Leben an sich vorüberrauschen zu sehen?
Doch bald erwachte der alte Kampfgeist wieder. Wir lassen uns doch von dieser ungerufenen Krankheit nicht unterkriegen. Wir finden einen Weg, uns trotz aller Schwierigkeiten am Leben zu freuen. Jetzt erst recht. Und Ausflüchte zählen nicht ...

Oliver Haamann war 29 Jahre alt und glaubte an eine
goldene Zukunft für sich und seine kleine Familie.
Doch dann schlug die Diagnose Multiple Sklerose wie
ein Blitz aus heiterem Himmel in seine heile Welt.
Dabei hatten sich die Symptome schon lange vorher
bemerkbar gemacht, aber er hatte sie verdrängt.
Krankheit passte nicht ins Konzept. Um so tiefer war
der Schock, als alle Verleugnung nicht mehr half und
die bisherige Lebensplanung wie ein Kartenhaus zusammenbrach.
Sollte dies das Ende seiner Lebensidee darstellen ?
Sollte er sich damit begnügen, das Leben an sich vorbeiziehen
zu sehen ?

Doch bald erwachte neuer Lebensmut :
Wir lassen uns doch von dieser ungerufenen Krankheit
nicht unterkriegen. Wir finden einen Weg, uns trotz
aller Schwierigkeiten am Leben zu freuen. Jetzt erst
recht. Und Ausflüchte zählen nicht ...



Inhalt:

Geplatzte Träume (Kapitel 3)

Ich hatte den Neurologentermin an Weiberfasching. Das sollte nicht nur für Rheinländer der Start in die fünfte Jahreszeit werden. Der Arzt machte jede Menge Tests mit mir. Beim Abschlussgespräch fragte ich ihn, was ich denn haben könnte. Er schaute mich nur mitleidsvoll an und meinte, dass er mir das ohne Befund nicht sagen könne. Nach diesem tollen Dialog ging es mit mir in den folgenden Tagen ganz schnell bergab. Zu wissen man hat etwas, aber nicht zu wissen was, ist die größte Belastung, die man einem Patienten mit auf den Weg geben kann. Ist es schlimm? Ist es heilbar? Oder muss ich sterben? Das waren die Gedanken, die mich und meine Frau in den folgenden Tagen beschäftigten.
Am Rosenmontag, vier Tage nach dem Neurologentermin, schauten wir beim Straßenkarneval zu. Ich zitterte nicht nur aufgrund der Kälte am ganzen Körper, konnte nicht mehr in der Menschenmenge stehen ohne jemandem ins Kreuz zu fallen, und meine Beine wollten mich auch nicht so recht dorthin führen, wo ich eigentlich hinwollte. Als wir wieder zuhause waren, riefen wir die Eltern meiner Frau zu Hilfe. Wir wussten nicht mehr, was wir tun sollten, hatten nur noch Panik. Ihre Eltern nahmen den Weg von Aachen in den Westerwald auf sich und ihr Vater, Arzt im Ruhestand, und sie selbst brachten mich in die Uniklinik nach Bonn. Ich verabschiedete mich unter Tränen von meiner Tochter und von meiner Schwiegermutter. Was war los mit meinem Körper? Ist das ein Abschied für immer?
In der Uniklinik wurde ich in der Psychiatrie aufgenommen. Was hatte ich hier verloren? War ich reif für die Klapse? Die behandelnde Ärztin zeigte viel Fingerspitzengefühl und erklärte mir nach einer kurzen, schmerzlosen Untersuchung, was ich haben könnte und wie sich diese „Seuche“ verhält. Das Gespräch mit der Ärztin tat verdammt gut. Uns wurde endlich erklärt, was ich eventuell haben könnte. Aller Voraussicht nach war es „nur“ Multiple Sklerose, nichts Tödliches, die kommt und geht, hinterlässt mal mehr und mal weniger Schäden im zentralen Nervensystem. Voraussagen kann den Verlauf niemand, aber da die Medizin eifrig am Forschen ist, wird bestimmt bald etwas gefunden, um diese Krankheit zu bekämpfen. Ich verbrachte zehn Tage in der Klinik. Verschiedene Untersuchungen wie Nervenwasserentnahme, Kernspin-Tomographie bzw. eine Anamnese (Hinweise für bereits frühere neurologische Ereignisse mit Schubcharakter) wurden gemacht, um festzustellen, ob es sich tatsächlich um MS handelt. Nach wenigen Tagen war die Diagnose gesichert.
Meine Eltern kamen gerade aus dem Urlaub zurück, als ich die Diagnose erhielt. Mein Schwiegervater hatte zum Glück meine Schwester am Telefon, als er ihnen die schlechte Nachricht mitteilen wollte. Sie nahm diese Hiobsbotschaft zwar sehr erschrocken auf, konnte sie aber dann meinen Eltern behutsam und schonend übermitteln.
Für meine Frau war die Diagnose allerdings der größte Schock. Wie sollte es mit unserer jungen Familie jetzt weitergehen? Die ganzen Lebensträume waren wie eine Seifenblase zerplatzt und unsere Tochter war noch kein halbes Jahr alt. Hatten wir überhaupt eine Zukunft?
In meinem Zimmer lag noch ein junger MS-Patient, erst siebzehn Jahre alt, bei dem die MS schon heftig zugeschlagen hatte. Wie sollte es anders sein, als dass auch ich schon bald zum Pflegefall werden würde, dachte sie.
Ich aber sah die denkbare Realität noch lange nicht. Ich bekam fünf Tage lang Kortison, Medizin, von der ich bis dahin nicht mal wusste, dass es sie überhaupt gibt. Es war mir auch relativ egal, was ich da bekam. Ich wollte nur wieder geheilt werden und mein Leben so weiterführen wie bisher.
Das Mittel wirkte Wunder. In der ersten Nacht wachte ich erschrocken auf. Ich hatte nicht mehr dieses pelzige Gefühl in den Beinen und am Morgen danach schaffte ich es, mir die Zähne zu putzen ohne mir dabei mit der Zahnbürste auf die Nase zu hauen. Drei Tage vor meiner Entlassung sollte ich mit der Eigen-Injektion von Beta-Interferon anfangen. Einem Mittel, das Schübe vermindern soll und die MS etwas erträglicher macht. Am Abend, als ich mir unter Beobachtung die erste Spritze setzen sollte, kam die Ärztin und erzählt mir, dass ich in der Nacht eventuell grippeähnliche Nebenwirkungen bekommen könnte.
Grippeähnlich? So eine Grippe wie in dieser Nacht hatte ich noch nie. Oh Gott, ich wachte nachts auf, mir war speiübel, ich musste mich übergeben, wollte aus dem Bett, meine Beine hatten keine Kraft mehr und ich flog quer durch das Zimmer und bremste mit dem Kopf am Heizkörper. Zur Krönung bekam ich noch Ärger mit dem „netten“ Pfleger, weil ich mitten in der Nacht so eine Sauerei veranstaltete.
Warum gerade ich? Was habe ich verbrochen, dass es mich treffen muss? Das waren die Fragen, die ich mir am nächsten Morgen stellte. Meine kleine, feine Welt war wie ein Kartenhaus zusammengebrochen. Dass sich mein Leben in Zukunft drastisch ändern würde, war mir aber in seiner ganzen Tragweite nach wie vor nicht bewusst.

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Mein Buch:
Jetzt erst recht -wer will findet einen Weg-

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  Bone 
 
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BeitragVerfasst am: 27.05.2009, 08:41
Meinen Glückwunsch, und eine extra große Portion Kampfgeist für die Zukunft, damit der Erfolg nicht ausbleibt. thumb up thumb up thumb up

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Es gibt kein größeres Laster als Tugend im Übermaß.
www.marlenegeselle.de
 
  MarleneGeselle 
 
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Wohnort Hettingen
 
 
   
   

BeitragVerfasst am: 27.05.2009, 08:53
ein kämpferbuch, das ist gut.
ich wünsche dir viel erfolg und alles gute
thumb up
liebe grüße
sylvia

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www.sylvia-b.de
Sylvia B. ist Mitautorin in der Schriftstellergemeinschaft

›Ein Buch lesen‹ www.ein-buch-lesen.de
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  Sylvia B. 
 
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Beiträge 1356
 
 
   
   

BeitragVerfasst am: 27.05.2009, 09:18
Hallo Bone,

deine Leseprobe hat mich nicht nur gefesselt, sondern mir auch noch einen Gänsehautschauer nach dem anderen über die Haut gejagt.

Ich weiß, wie es sich einfühlt, wenn man "eine Diagnose" bekommt und kann mir sehr wohl vorstellen, wie sehr dich deine getroffen haben mag - auch wenn die Tragweite wohl nur ein Betroffener nachfühlen kann.

Ich wünsche dir ganz viel Erfolg mit deinem Buch, und dass du damit vielen Menschen, die diese Diagnose frisch trifft Mut machen kannst.

Lieben Gruß
Tanja
 
  Tanja 
Gast 
 
 
   
   

BeitragVerfasst am: 27.05.2009, 09:20
Hört sich gut an. Viel Glück und Erfolg !

Aston thumb up
 
  Aston Skovgaard 
 
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