 | | Verfasst am: 28.04.2009, 20:24 |
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Das erinnert mich immer an DIE Horrorfrage aus dem Deutschunterricht: Was wollte uns der Autor damit sagen?
Am liebsten hätte ich damals geantwortet, dass der arme Mann/die arme Frau sicher nur eine großartige Idee hatte oder schlicht Geld verdienen wollte.
Persönlich wurde ich noch nicht darauf angesprochen, ob ich vielleicht ein Stück von mir in mein Buch hineingelegt habe. Andererseits werden Romane meist dann richtig gut, wenn der Autor wirklich einen Teil seiner Selbst einfließen lässt.
Ich bin gespannt, wenn mein Buch in den Handel kommt, ob ich das auch gefragt werde.
Oder ob sich irgendwann arme Schüler darüber den Kopf zerbrechen müssen, warum ich das so oder so geschrieben habe.
Ok, das ist wohl wirklich fiktiv....
Grüße
Maya |
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 | | Verfasst am: 28.04.2009, 20:55 |
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ja, das kenne ich auch gut. Mein erstes Buch war tatsächlich die autobiografische Geschichte meiner Auswanderung nach Spanien.
Aber jetzt schreibe ich ein Buch, das sowohl einige autobiografischen Aspekte beinhaltet, der Rest aber total erfunden ist. Das wird mir aber kein Mensch glauben. Was soll's. Sollen sie halt glauben, ich hätte das alles erlebt. Da ich keine Krimis schreibe, komme ich da auch nicht in Schwierigkeiten. Ich glaube wirklich, das Beste ist, als Frau einen männlichen Ich-Erzähler oder umgekehrt zu erfinden. Damit ist man raus aus dem Fragespiel.
Gruß Uschi |
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_________________ auswandern nach Spanien? - Traum und Wirklichkeit
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chiquitita |
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 | | Verfasst am: 28.04.2009, 21:38 |
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| chiquitita hat Folgendes geschrieben: |
Ich glaube wirklich, das Beste ist, als Frau einen männlichen Ich-Erzähler oder umgekehrt zu erfinden. Damit ist man raus aus dem Fragespiel.
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Also ich bezweifle - von den Ausnahmen, die die Regel bestätigen, abgesehen -, dass das wirklich funktioniert. Meist sind diese Romane nicht stimmig. Mir stehen manchmal die Haare zu Berge, wenn ich lese, wie sich ein Mann das Gefühlsleben einer Frau in bestimmten Situationen vorstellt (und das gilt sicher auch umgekehrt).
| Zitat: |
Andererseits werden Romane meist dann richtig gut, wenn der Autor wirklich einen Teil seiner Selbst einfließen lässt. |
Einfließen: ja, das ist nicht zu vermeiden. Aber nicht autobiografisch werden. Wenn der Abstand zu den Romanfiguren fehlt, werden die Texte meist hölzern und stinklangweilig.
Ich hatte und habe immer noch die Frage nach autobiografischen Szenen gerade bei meinem ersten BoD Buch. Und ich habe eine Zeit nur noch wütend reagiert, wenn mir jemand diesbezügliche Fragen stellte. Und dann hat das eine Kollegin einem Porträt über mich wirklich toll ausgedrückt und seither kann ich mit diesen Fragen auch wieder besser umgehen ... und suche nach jemand, der meinen Garten umgräbt
| Zitat: |
| Der Roman ist an Beas eigenem Erleben orientiert, wie alles, was man schreibt, mehr oder weniger, denn es lässt sich die Welt bloß durch das eigene Bewusstsein erfahren, aber das Buch ist nicht autobiografisch, so gern die Leser das auch hätten. |
Schönen Abend
Bea |
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Bea_Wagner |
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 | | Verfasst am: 29.04.2009, 00:22 |
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Die Protagonistin meines letzten Romans ist knappe vierzehn Jahre alt. Komisch, als ich letztens bei einer Lesung war, hat mich niemand gefragt, ob ich das Mädchen sei ...
Grüßle,
Judith |
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Judith |
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 | Columbo und die Briefmarkensammler | Verfasst am: 29.04.2009, 06:20 |
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Also ich bin Columbo-Fan.. bin ganz begeistert vom Inspektor und von Peter Falk. Natürlich weiß ich, daß Peter Falk Schauspieler ist und daß er den Inspektor nur spielt... eine Rolle. Und doch ertappe ich mich dabei, mir vorzustellen, wie der Inspektor wohl als Mensch ist.. der fiktive Filminspektor. Und dann stelle ich ihn mir schon so vor, wie Peter Falk eben ist... Oder ich sehe den realen Menschen Peter Falk als Inspektor. Dann keimt in mir der Wunsch auf, Peter Falk eine Schachtel richtig guter Zigarren zu schenken, weil der Inspektor doch so gerne Zigarre
Walter raucht. (Peter Falk hat übrigens das Rauchen aufgegeben.)
Langer Rede kurzer Sinn: Ich identifiziere den Schauspieler mit der Rolle und umgekehrt. Und wie ist das dann mit Romanschriftsellern? Kann nur ein Briefmarkensammler einen Briefmarkensammler halbwegs realistisch beschreiben?  |
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 | | Verfasst am: 29.04.2009, 06:52 |
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Wieso sollte der Autor einen Philatelisten nicht beschreiben können?
Wenn er schon selber keiner ist, kennt er doch sicher den einen oder den anderen.
Sollte dem Autor das Metier gänzlich fremd sein, wird er vielleicht eine andere Romanfigur wählen oder auf eine detaillierte Beschreibung des
Philatelisten samt dessen damit verbundenen Eigenheiten verzichten, denke ich.
Wer kennt schon Leute, die ständig mit Mördern und sonstigen "schweren Jungs" in Verbindung stehen? Und wieviel Krimi-Schreiber haben schon einem Ermordeten ins gebroche Auge gesehen? In Österreich, so glaube ich jedenfalls, sind es bestensfalls "eine Hand voll", obwohl es zahllose Krimi-Autoren gibt. |
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hwg |
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 | | Verfasst am: 29.04.2009, 07:10 |
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Ich frage dann, ob sie Steven King einmal kennen lernen wollen. Oder vielleicht Thomas Harris
Jede Geschichte trägt einen Stempel des Autors, der sicher eng mit ihm verbunden ist.
Und wenn ich eine Geschichte geschrieben habe, dann spiegelt sie in Teilen auch meine emotionale Welt wieder aber sie ist nicht ich.
Es sind meine durch ein Lupenglas betrachtete Emotions- und Gedankenfetzen. Weder die Größe, noch das Verhältnis sind real.
Jeder Mensch von uns hat doch Tiefen, Kellerräume oder Bedürfnisse und Wünsche aber er besteht nicht nur daraus, sondern spielt damit in einem Buch, einer Geschichte. Es ist eine Kunst das zu tun und genau so zu tun, dass man als Leser hinein schlüpfen kann, dann erst ist es gelungen.
Nur weil ich mich in eine Psychopatin hinein versetzen kann bedeutet das noch lange nicht, dass ich eine bin.
Eine Sängerin, die einen traurigen Titel singt hat auch keine Depression.
Depressionen bekomme ich in der Regel von Faltblattlesern und Hobbypsychologen, aber damit muss man umgehen lernen.
LG
Ilo |
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 | Ach, Ilo | Verfasst am: 29.04.2009, 07:21 |
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Ach, Ilo.. Ich wollte eben eigentlich nur witzig sein... Thomas Harris würde ich lieber kennenlernen als Steven King.
Natürlich trägt jede Geschichte einen Stempel des Autors. Das trifft auf alles Geschriebene zu, auch auf Non-fiction. Natürlich ist auch meine Art zu schreiben ein Hinweis auf mich selbst.
Ich denke, man kann niemals wirklich Autor/in und Werk trennen.
Walter |
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 | | Verfasst am: 29.04.2009, 07:25 |
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Ilo70 |
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 | | Verfasst am: 29.04.2009, 08:00 |
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Hallo Walter,
was das Nichttrennenkönnen von Werk und Autor anbelangt, bin ich so gar nicht Deiner Ansicht. Würdest Du jeden "schlimmen" Gedanken, den Du hast und vielleicht auch in einen Text einbaust, auch in die Realität umsetzen wollen?
Ich denke, nur "unbedarfte" Leser setzen den Inhalt eines (literarischen) Textes stets mit den tatsächlichen Eigenschaften des Autors gleich. Dagegegen kann sich dieser auch nicht wehren - allerdings unterliegt dieser Leser (zumeist) einer völligen Fehleinschätzung der realen Person.
Selbst wenn der Autor (in einem Vorwort) festhält, dass sein Roman einen Teil seines "wirklichen" Lebens darstellt und mit Phantasie angereichert ist, hege ich manchmal Zweifel daran, ob das der Wahrheit entspricht. Ist es oft nicht bloß "Verlags-Werbung" hinsichtlich eines interessanten, weil abenteuerlichen oder unüblichen Lebenslaufes darstellt.? Oder übertreibt vielleicht der Autor mit seinen "erfundenen Biografie"?
Beispiele dafür - a la J. T. LeRoy, einem US-Schriftsteller, der angeblich vom Halbwaisen und Strichjungen zum "Star"-Autor emporgestiegen ist, sich jedoch nach ein paar Jahren als auf anderen hochrangigen literarischen Gebieten tätige Frau herausgestellt hat - gibt es viele.
Die J.T.LeRoy-Romane sind allerdings derart packend geschrieben, dass bis zum "Outing" der wirklichen Autor i n , die meisten Leser dieser "Lebensbeichten" aufgesessen sind - auch namhafte Literaturkritiker im deutsch- und englischsprachigen Raum.
Gruß Hans |
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hwg |
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 | | Verfasst am: 29.04.2009, 08:21 |
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Ein Schriftsteller, der eine reale Situation beobachtet oder auf ein Thema stößt, welches ihn interessiert und daraus eine Geschichte macht, hat insofern mit der Geschichte zu tun, dass er sie dann geschrieben hat und das sie ihn interessiert.
Interessen sind nicht mit einer Persönlichkeit gleich zu setzen. Warum einen ein Thema interessiert kann durchaus unterschiedliche Berührungspunkte haben. |
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 | | Verfasst am: 29.04.2009, 08:31 |
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Die Toten und ihre Schicksale in meinem Buch "Bestatten, mein Name ist Tod!" sind alle echt.
Die Geschichten in meinen "Fluffigen Zeiten", spiegeln genau die andere Seite des Lebens, mit viel Humor.
Das sind zwei unterschiedliche Gesichter eines Autors.
Dazwischen liegen noch zig weitere Facetten von Persönlichkeitsmerkmalen, die unterschiedlich ausgeprägt sind.
Geschichten sind ein Reflektion der Realität. Und die Art, wie man sie verarbeitet und aufbereitet, das sind die Anteile der jeweiligen Autoren. Ich glaube, das gilt auch für alle Arten von erdachten Romanen und Gedichten. Ob es Wünsche oder Träume sind, oder einfach das Aufarbeiten von Erlebnissen, Rachegefühlen oder Enttäuschungen - der Motor, eine Story zu schreiben, liegt meiner Ansicht nach, in den ureigenen Bedürfnissen des Autors. Die spiegeln damit auch einen nicht unwesentlichen Teil seiner Person.
Wenn man sich einem Thema zuwendet, und sich die mörderische ( ) Arbeit macht, darüber ein Buch zu schreiben, dann hat es mit Sicherheit irgendetwas mit der Lebensgeschichte des Autors zu tun. Dennoch bin ich weder Berufsclown noch Mörderin. Und hege auch nicht den Wunsch eins von beiden zu sein.
LG Grete
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 | | Verfasst am: 29.04.2009, 08:45 |
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| Zitat: |
| Geschichten sind ein Reflektion der Realität. Und die Art, wie man sie verarbeitet und aufbereitet, das sind die Anteile der jeweiligen Autoren. Ich glaube, das gilt auch für alle Arten von erdachten Romanen und Gedichten. Ob es Wünsche oder Träume sind, oder einfach das Aufarbeiten von Erlebnissen, Rachegefühlen oder Enttäuschungen - der Motor, eine Story zu schreiben, liegt meiner Ansicht nach, in den ureigenen Bedürfnissen des Autors. Die spiegeln damit auch einen nicht unwesentlichen Teil seiner Person. |
Sag ich ja!  |
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Hanna
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Hanna |
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 | | Verfasst am: 29.04.2009, 09:30 |
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So ähnlich sehe ich das auch, daß manches irgendwie unbewußt in die Romane einfließt. Ich selber habe beim Korrekturlesen einige Ähnlichkeiten bemerkt. Die betreffen aber eher mein Umfeld, als mich selber. Also das, was man so von anderen hört und mitkriegt. Wie gesagt, mir ist das egal, wenn welche Psychoanalytiker spielen. Es ist nur nicht so schön, wenn Dritte mit hineingezogen werden. Da ich in meinem Buch u.a. einen Vater habe, der sehr streng ist und irgendwann seine Tochter mißbraucht, gibt bzw. gab es da einige Vermutungen - vor allem, da ich persönlich für andere etwas seltsam wirke, was die Leute noch darin bestärkt. Aber was dieses Thema betrifft, ist alles ausgedacht. Das tut mir dann schon irgendwie leid für meinen Vater, der sozusagen durch Gerede beschuldigt wird, vor allem, weil er sich nicht mehr wehren kann, da er tot ist. Nur ich kann für ihn einspringen, WENN ich denn so ein Gerede mitkriege.
Mir hat übrigens niemand aus unserem Ort zugetraut, daß ich ein Buch geschrieben habe, daß sie es nicht glauben wollten.
Aber schön zu sehen, daß auch ihr sowas erlebt. |
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Wind des Schicksals ISBN 3-86683-021-1 + 978-3-86683-021-9
Im Kreis des Lebens ISBN 978-3-86683-222-0
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MaKü |
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 | | Verfasst am: 29.04.2009, 09:49 |
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Hi MaKü,
siehste und das ist mal ein tolles Beispiel!
Genau das habe ich gemeint.
Sicher hat das Thema Missbrauch auch etwas mit dir zu tun aber nicht weil du von deinem Vater missbraucht worden wärst sondern viellicht nur deshalb, weil es dich tief berührt hat als du eine Dokumentation gesehen hast, ein Buch gelesen hast oder eine Freundin von dir dieses Schicksal erleiden musste.
Man muss nicht immer selbst mitten drin hängen.
LG
Ilo |
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