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» Der flotte Otto - Aphrodite (4)

BeitragVerfasst am: 20.07.2010, 10:18
Die Richtung deiner Vorschläge, Siegfried, ist mir durchaus angenehm. Insbesondere einverstanden mit den Details aus Absatz 2. Im Weiteren kommen mir jedoch Bedenken. Die Verknüpfung von schulischer Leistung und Freiraum erscheint mir etwas eng. Ich fürchte, wenn das Leistungsprinzip derart konsequent beachtet wird, stellen sich auch weniger erfreuliche Nebenerscheinungen ein: Strebertum, Vernachlässigung von Interessen, die nicht gratifikationsfähig sind, zu hoher Stress u.a.

Es ist wohl eine Kunst besonderer Art, in der Erziehung den Ausgleich zwischen Laisser faire und einem System von Leistung und Belohnung zu finden, sowohl organisatorisch als auch im Einzelfall. Um über die Details mitzureden, fehlt mir selbst die Kompetenz.

Arno Abendschön

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Volksentscheide

BeitragVerfasst am: 25.07.2010, 09:52
Ich bin nach wie vor dafür, die Bürger mit mehr Volksentscheiden stärker in die Politik einzubinden, jedoch sehe ich auch (auch am Beispiel Hamburg), dass der Bürger sich derzeitig interesselos und unmündig verhält; "die da oben" und "wir da unten", das scheint meilenweit im Bewusstsein der Normalos auseinanderzuklaffen und offenbart die ganze Misere der individuellen Psychen, wie sie ihrem ureigenen Organisationssystem gegenüberstehen.
Volksentscheide zum Thema Bildungsorganisation sind aber nicht gerade ein Mittel, die Politik näher an das Individuum zu bringen.
Denn das Thema Bildung betrifft nie alle, sondern immer nur die gerade Betroffenen. Das macht Bildungspolitik ja so schwer, weil das System immer da ist, die Akteure in ihnen aber ständig raus- und reingehen. Die Eltern, die ihre Kinder durchgebracht haben, sind meist froh, nichts mehr damit zu tun haben zu müssen, Engagement kann man dort nicht erwarten.
Vielleicht müsste man grundsätzlich mehr darüber nachdenken, in welchen Anliegen alle abstimmen dürfen, in welchen nur die ständig Betroffenen, da sehe ich in der Bildungspolitik die Experten, die Lehrer vor allem.
Bei der Bildungspolititk finanziell derzeit zu kürzen, das ist das allerletzte, das Ergebnis des Finanzdesasters durch die Bankenkrise kann doch nicht sein, dass an den Stellen gekürzt wird, wo das Geld noch sinnvoll angelegt ist!

Grüße
Lydia
 
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BeitragVerfasst am: 27.07.2010, 16:54
Lydia, es kann durchaus sein, dass das Hamburger Ergebnis nicht repräsentativ für das ganze Land ist. Die Stadt ist sehr gespalten zwischen reich bzw. ausgesprochen wohlhabend und ganz arm. Es sind sehr hohe Geldsummen aufgebracht worden, um das gewünschte Ergebnis zu erzielen. Nicht überall können die am Status quo interessierten Kreise so viel Geld einsetzen. Außerdem spielen eine Rolle: politische Präferenzen, lokale Traditionen usw. Ich vermute, dass eine vergleichbare Abstimmung z.B. in Berlin ein stark abweichendes Ergebnis gehabt hätte.

Man kann also aus dieser einen Abstimmung noch keine Schlüsse auf die Wirkung von Plebisziten ziehen. Ich war und bin nur skeptisch.

Arno Abendschön

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BeitragVerfasst am: 28.07.2010, 14:32
Hallo Arno,
ich finde es wichtig, darüber nachzudenken, wo Volksentscheide stattfinden können, wo die Menschen Entscheidungsprozesse in der Politik stärker beeinflussen können, wo also der mündige Bürger gefragt ist, denn nur, was abgefragt wird, das schläft nicht ein.
So wie du den Hamburger Volksentscheid beschreibst, scheint das Ergebnis doch eher durch Geld und Meinungsmache zustande gekommen sein. So wie in Italien (und anderswo) die Stimmen durch die Mafia gekauft wu/erden?

Die Bildungspolitik ist ein ideologisches Schlachtfeld hoch drei, deshalb finde ich Volksentscheide auf diesem Gebiet auch diffizil, aber andere Fragen könnten doch allgemein entscheiden werden: z.B. Rauchverbot in Kneipen/auf öffentlichen Plätzen, Ratifizierung von EU-Verträgen, Wahl eines Bundespräsidenten, Angabenpflicht von Inhaltsstoffen auf Verpackungen, Tempo 100 auf der Autobahn, Verbot von Motorrädern (hatte wieder mal so ein Erlebnis, wie eines mit zwei Personen plötzlich vor mir aus der Kurve geschossen kommt, die Reifen noch auf der Gegenfahrbahn, aber Masse über dem Mittelstreifen auf meiner Fahrbahn, haarscharf...abgesehen von dem unglaublichen Lärm, den sie anderen zumuten)

Für ein brainstorming für Volksentscheid-Anliegen!

Grüße
Lydia
 
  Lydia Thies 
 
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Köhler, die Wahrheit und die anderen
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