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» Der flotte Otto - Aphrodite (4)

BeitragVerfasst am: 04.06.2010, 08:46
Vor einer Woche hätten wohl 30 Prozent Straßenpassanten auf dem Kurfürstendamm nicht mal sofort gewusst wer ein Herr Köhler sei. So aber hat man nach Schweinegrippe und Lenafieber wieder ein Pressethema, dass im Grunde doch niemandem weh tut.
Es gäbe natürlich auch andere Themen, aber die würden richtig weh tun! Placebo für die Volksseele.
Ich bin für Sparen und dies kann man ganz fein mit einem digitalen Bundesdingsbums, wie wäre es mit Meister oder Meisterin Proper, wahlweise auch der Nikolaus oder der Osterhase?
Seine Reden kann man problemlos überwachen, zu Neujahr darf er digital eine Ansprache halten und kosten tut er ganz ganz wenig im Vergleich zu einem lebenden Exemplar.
Im Falle von Staatsempfängen reicht ein Student im entsprechenden Kostüm um z.B. einer Queen die Hand zu schütteln!
Man könnte natürlich auch ein Mainzelmännchen nehmen und dies als Antwort auf die vielen wirklich klein geratenen Männer nehmen die zur zeit Europa regieren! Schon aufgefallen, in drei Ländern auf diesem Kontinent sind die Staatsmänner unter 1,70...armes Europa regiert von Napoleonen. Dafür machen Sie brav bei jeder Form unnützer gelber Pressepropaganda mit, nichts geht über Komplexe.
Armes Europa in Zeiten von Krisen!

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  SandraR 
 
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BeitragVerfasst am: 04.06.2010, 08:58
Zu den Redebeiträgen zur Ausgestaltung der Stellung des "Staatsoberhaupts": Ich empfehle einen Blick auf die Schweizer Regelung. Am besten bei Google eingeben: bundespräsident schweiz - und dann den Wikipedia-Artikel lesen. Es geht offenbar auch ganz anders. Man beachte besonders, dass die Schweiz kein Staatsoberhaupt im eigentlichen Sinn hat, die Erfüllung der wenigen unabweisbaren Aufgaben eines solchen jedoch gewährleistet ist.

Arno Abendschön

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BeitragVerfasst am: 04.06.2010, 09:04
Ich bitte in diesem Zusammenhang aber beispielsweise auch zu bedenken, dass die Schweiz über gerade mal doppelt so viele Einwohner verfügt wie Berlin, dass sie keinem Militärbündnis angeschlossen ist und erst seit 2002 der UNO angehört, obwohl der Völkerbund als Vorläuferorganisation bereits 1920 in Genf gegründet wurde.

Ebensowenig wie sich die Schweiz mit Deutschland vergleichen lässt, lässt sich das Amt des Bundespräsidenten dort mit dem hiesigen vergleichen. Man sollte nicht auf die gleichlautende Bezeichnung hereinfallen ...

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LG - matthias

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BeitragVerfasst am: 04.06.2010, 09:33
Matthias es geht in beiden Fällen vor allem um Repräsentieren. Die Engländer leisten sich dafür eine Queen und die Deutschen einen ganzen Beamtenapparat.
Ursprünglich stammt das ganze um Macht zu verteilen nach dem Ende des WK II. Damals gab es aber nicht noch ganze Beamtenapparate in Brüssel zum finanzieren etc.etc.
Man kann Geld sinnvoll einsetzen oder es einfach für Arbeitsplatzmaßnahmen von Staatsdienern verwenden. Man sollte sich aber Fragen wem sie den nun Dienen!
Also ich würde anraten es weniger ernst zu nehmen und mal lieber im Zeichen von Sparen, sich überlegen wo man beim Staat sparen kann ohne das der Staat bei Schulen und Bildungseinrichtungen, etc. spart! Letztere sollen mal Eure Rente bezahlen, dafür müssten sie aber auch noch was lernen können und zwar auf gutem Niveau.

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BeitragVerfasst am: 04.06.2010, 09:47
Matthias, deine Argumente überzeugen mich diesmal nicht. Unser Grundgesetz hat unserem Bundespräsidenten auch nur eine sehr bescheidene Rolle zugewiesen. Dies geschah ganz bewusst aufgrund der Erfahrungen mit tatsächlicher politischer Macht in Präsidentenhand. So gesehen ist die Größe des Landes also eher auch ein Motiv für die radikale Beschneidung der Funktionen gewesen.

Falls man das Amt abschaffen würde, müsste man natürlich nicht die Schweizer Lösung kopieren. Die wenigen echten Funktionen könnten auf verschiedene Institutionen verteilt werden (Bundesratspräsident, Bundestagspräsident, oberste Gerichte für Notarielles).

Der Vorteil: Ein Amt mit so wenig Inhalt könnte nicht mehr für parteipolitische Machtkämpfe missbraucht werden. Und es würden in beträchtlichem Umfang Kosten gespart. Außerdem ist der Begriff eines "Oberhauptes" eines demokratischen Staates unwürdig.

Arno Abendschön

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BeitragVerfasst am: 04.06.2010, 10:23
Arno Abendschön hat Folgendes geschrieben:
Ich empfehle einen Blick auf die Schweizer Regelung. Am besten bei Google eingeben: bundespräsident schweiz - und dann den Wikipedia-Artikel lesen. Es geht offenbar auch ganz anders. Man beachte besonders, dass die Schweiz kein Staatsoberhaupt im eigentlichen Sinn hat, die Erfüllung der wenigen unabweisbaren Aufgaben eines solchen jedoch gewährleistet ist.


Die Schweiz als Beispiel heranzuziehen, halte ich nicht unbedingt für förderlich. Denn das politische Selbstverständnis der Schweiz ist grundlegend anders als das Deutschlands oder 99,9% der anderen Staaten Europas.

Die Schweiz existiert als Staat durch Bekenntnis der Bevölkerung zum Staat - deshalb ist die Schweiz ja auch keine Republik oder gar ein Königreich, sondern eine "Eidgenossenschaft". Der Schweiz fehlt damit die nationale Identität, basierend auf gemeinsame Sprache und Kultur. Die Schweiz ist ein von der Bevölkerung bewusst gewollter Staat, man hat sich in freien Stücken zu einer staatlichen Gemeinschaft zusammengeschlossen.

Das zweite große Beispiel einer Willensnation sind die USA. "Den Amerikaner" aus ethno-kultureller Sicht gibt es nicht, auch hier ist ein Staat durch Bekenntnis entstanden. Nicht ohne Grund wurde das Staatsgebilde USA von der Gründung an bis weit in die Mitte des 20. Jahrhunderts durch die deutschen Intellektuellen als "nicht überlebensfähig, weil ohne nationale Identität" bezeichnet (u. a. Rilke und Heidegger).

Im Gegensatz dazu steht der Nationalstaat, wie er sich vor allem im 18. und 19. Jahrhundert gebildet hat. Hier ist gerade die gemeinsame Sprache und Kultur, also eine ethnische Homogenität, die bindende Kraft in der Bevölkerung, die zur Staatsbildung geführt hat. Als stärkste Beispiele kann man die Staatsbildung Italiens (Staatsgründung 1861) und Deutschlands (Staatsgründung 1871) sehen.

Der Gedanke des "Staates aus der Nation heraus" zeigt sich in seiner Stärke bei jedem Verfall eines Vielvölkerstaates. Das Kaiserreich Österreich-Ungarn zerfiel 1918 in viele kleinere Nationalstaaten, gleiches geschah 1991 mit der Sowjetunion und 1991/92 mit Jugoslawien. Das Bekenntnis zum gemeinsamen Staat jenseits nationaler Identitäten spielte überhaupt keine Rolle mehr.

Umgekehrt stellt die Unterdrückung des Gedanken der nationalen Identität ein enormes Risikopotenzial dar, wie man in Afrika erkennt. Hier wurden zum Ende der Kolonialzeit viele Grenzen willkürlich mit dem Lineal auf der Landkarte gezogen, ohne Rücksicht auf ethnische oder kulturelle Gegebenheiten. Die Folge sind Unruhen, Aufstände, Bürgerkriege. Wenn die Menschen dort ihre nationale Identität über ihr Bekenntnis zum Staat stellen, ist das nur eine natürliche Folge.

Wie schwer wir selbst uns tun, zeigen die Probleme, wenn ein Nationalstaat Macht an eine Institution abgeben will (oder muss), die einem "Bekenntnisstaat" entspricht, etwa der EU. Oder anders herum, wenn ein "Nationalstaat" plötzlich vor der Aufgabe steht, sprachliche oder kulturelle Bevölkerungsminderheiten staatshoheitlich zu behandeln (ich möchte nicht wissen, was in Deutschland los wäre, wenn wir Türkisch oder Polnisch als zweite und dritte Amtssprache einführen - nur zum Vergleich: etwa 2 bis 3% der Bevölkerung auf deutschem Staatsgebiet sind türkischsprechende Menschen, etwa 1% polnischsprechend; in der Schweiz sprechen 0,5% Rätoromanisch - und diese Sprache ist in der Schweiz offizielle Amtssprache!).

Auffallend ist in Nationalstaaten auch, wie sehr "Staatsangehörigkeit" und "Hautfarbe" miteinander zu tun haben. Während es in den USA als "Willensnation" völlig normal ist, dass Schwarze als US-Amerikaner bezeichnet werden, tun wir uns mit dunkelhäutigen Mitbürgern, deren Wurzeln im Kongo oder in Brasilien liegen (gestern Abend fiel bei der Übertragung des Fußball-Länderspiels gegen Bosnien ein entsprechender und meines Erachtens völlig überflüssiger Kommentar zum dunkelhäutigen Spieler Cacau und dessen "Eindeutschung"), noch immer unglaublich schwer. Vielleicht hängt das damit zusammen, dass wir "Deutsch-Sein" noch immer mit dem Begriff "Deutsches Volk" - statt mit "Deutschem Staat" - verbinden.

Wenn wir das endlich aus unseren Köpfen herausbekommen und sagen: "Jeder, der will, kann Deutscher sein. wenn er sich zum Deutschen Staat und seiner Verfassung bekennt", dann können wir die Schweiz als Beispiel heranziehen. Vorher - meiner Ansicht nach - nicht.

Grüße
Siegfried
 
  Siegfried 
 
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Liebe Julia

BeitragVerfasst am: 04.06.2010, 10:45
Die Reflexion darüber, wie solche Psychologieen an die Macht kommen konnten, würde ich mir so vorstellen, dass jeder Staatsbürger und jede Staatsbürgerin in psychologischen Trainingscamps antreten muss, um das Defizit aufzuholen, dass jedem einzelnen, jeder einzelnen in punkto soziale Kompetenz im Verlauf seines an Befehl- und Gehorsam ausgerichteten Schullebens, Berufslebens und nicht zuletzt oft auch Privatlebens zugefügt wurde. Mal ernst: Mitgefühl gilt als Schwäche, Führungskompetenz ist gefragt, Funktionieren steht über allem, sich einigen kann niemand, jeder und jede ist im Überlebenskampf ein Egoist, deshalb spielen die da oben alle gegeneinander aus, denn wenn zum Beispiel alle Nichtwähler die SPD wählen würden, dann wäre jetzt Frau Schwan da, wo Köhler gegangen ist, wenn alle Nichtwähler die PDS wählen würden, wäre es vielleicht Petra Pau, ich weiß nicht, ob das was wesentliches ändern würde, aber abgeschafft wird das Amt wohl nur mit der PDS, der SPD ist eine solche Diskussion wohl zu irrelevant, da gibt es andere Probleme, wer gerne Nüsse knackt, kann sich beteiligen an der zukunftswerkstatt@spd.de und dort all die Änderungsvorschläge einbringen, die man schon immer mal an einer wichtigen Stelle machen wollte, z.B. dass man aus den und den gründen dafür ist, das Amt des Bundespräsidenten gänzlich einzusparen, ich jedenfalls werde das mit auf meine Agenda nehmen, obwohl für mich ein Bundespräsident einfach zu all den anderen Grüßaugusten dazugehört, das liegt wohl an meiner Sozialisierung.....
 
  Lydia Thies 
 
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BeitragVerfasst am: 04.06.2010, 12:00
Das Blöde Lydia ist, nicht nur der Grußaugust kostet Geld aber er hat noch einen ganzen Apparat und das kostet noch mehr!
Das Problem liegt doch beim Fehlen einer direkten Demokratie in Deutschland. Welcher Beamtenapparat ist schon bereit sich selbst abzuschaffen, aber wenn der Bürger kapiert von welchen Summen man spricht sieht es anders aus.

Dazu kommt noch, der Bundespräsident stammt aus der Epoche vor der EU schaut Euch den Lissabonvertrag genau an und dann überlegt mal, wenn man überhaupt noch wirklich in seiner Funktion braucht.

Es gibt ein Demokratiedefizit in Deutschland und zwar eindeutig zu Lasten des Steuerzahlers und all jener die auf die Dienstleistungen des Staates angewiesen sind.

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BeitragVerfasst am: 04.06.2010, 12:51
SandraR hat Folgendes geschrieben:

Das Problem liegt doch beim Fehlen einer direkten Demokratie in Deutschland.


Kannst du mal erläutern, was das sein soll?

Grüße
Siegfried
 
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BeitragVerfasst am: 04.06.2010, 13:27
Bei der Frage schallte ich mich mal ein.
Deutschland ist keine direkte, sondern eine repräsentative Demokratie, d.h. ja, Vertreter des Volkes sitzen im Parlament und treffen Entscheidungen für das Volk.
Bei der direkten Demokratie ist das Volk direkt an politischen Entscheidungen beteiligt, was oftmals insofern ein Problem darstellt, dass lange für politische Beschlüsse, z.B. Änderung von Gesetzen, gebraucht wird. Das Volk wählt direkt und hat ein größeres Mitbestimmungsrecht.
Nun kann der durchschnittlich begabte Bürger auch sagen, dass – und eben weil wir politische Wahlen durchführen – ja doch an Veränderungen im Staat beteiligt sind, deshalb erkennen manche unsere Staatsform auch als direkt an, was meiner Meinung nach völlig falsch ist!
Das Parlament hat in letzter Zeit riesen SCH**** gebaut. Es wurden Beschlüssen zugestimmt, die unser Grundgesetz, die Menschrechte extrem eingeschränkt und verletzt haben. Unsere Daten werden überwacht, für 6 Monate abgespeichert, man kann Telefongespräche belauschen, hat sogar Zugriff auf den gesamten Rechner – und das ohne Gerichtsbeschluss!!!
Unsere Regierung ist auf den besten Weg sich Stasimethoden anzugewöhnen. Wenn das Volk durch direkte Wahlen entscheiden könnte, wäre das niemals zugelassen wurden!
Sicherlich rechtfertigt sich der Staat mit Kinderpornografie im Internet und geplanten Terroranschlägen, Amokläufen,…
Irgendwann wird jeder, der ein Gewaltspiel am PC installiert hat als potentieller Amokläufer gelten. Man wird vollständig zum gläsernen Menschen. Sicherlich ist Kindesmissbrauch ein wichtiger Grund nach Methoden zu suchen solche Perversen zu stoppen!
Was den Terror betrifft, so gab es (SORRY wenn ich da jetzt falsch liege) noch nie in Deutschland einen international geplanten Terroranschlag, aber damit begründet Deutschland letztlich auch die absolute Überwachung (z.B. das Anbringen von Kameras).
Es wird hier ganz klar ein Menschenrecht verletzt, wofür ich in keinerlei Weise Verständnis habe und wie sich ja auch aus vorigen Kommentaren herausgestellt hat, sind wir alle nicht mit der derzeitigen Politik zufrieden. Alle, dass Köhler nach wie vor Unmengen von Geld einsteckt, obwohl er nicht mehr im Amt ist.
Und wenn wir uns dann die hohe Arbeitslosenzahl ansehen, sollte man sich wirklich fragen, wo wir überhaupt sind. 1 € - Jobs. Fußballer, Politiker räumen haufenweise Kohle ein.
Also ich würde jeder Vereinigung gönnen, diese Regierung zu stürzen, solagne sie eine aufgeklärte Mehrheit mit sich bringt.
Die Schweiz macht es genau richtig. Die lässt sich nicht von äußeren Faktoren beeinflussen. Die EU geht ihnen hinten vorbei und das ist auch gut so. Wenn man da noch überlegt, was unser Land alles anrichten will, um dieses freie Land in den Mist reinzuziehen, in dem wir gerade schwimmen. Und das beste war ja, als Merkel mit gestohlenen Daten aus dem Ausland Profit bringen wollte.
Das ist genauso strafbar, als wenn ich meine versteuerten, versteuerten Steuern der Steuern durch zusätzliche Reserven in der Schweiz einspare.
 
  Titus 
Gast 
 
 
   
   

BeitragVerfasst am: 04.06.2010, 13:59
Titus hat Folgendes geschrieben:
Das Parlament hat in letzter Zeit riesen SCH**** gebaut. Es wurden Beschlüssen zugestimmt, die unser Grundgesetz, die Menschrechte extrem eingeschränkt und verletzt haben.


Wenn du dieser Überzeugung bist, steht es dir frei, gegen Regierung, Politiker, Parlament und Parteien Verfassungsklage einzureichen. Das ist jedem Bürger in diesem Lande freigestellt.

Wenn du alleine nicht den Mut dazu aufbringst, kannst du dich mit Gleichgesinnten zusammentun - vielleicht geht es ja dann.

Ansonsten betrachte ich deine Äußerungen als typische "deutsche Krankheit": Jammern, aber bloß nichts tun! dozey

Titus hat Folgendes geschrieben:

Die Schweiz macht es genau richtig. Die lässt sich nicht von äußeren Faktoren beeinflussen. Die EU geht ihnen hinten vorbei und das ist auch gut so. Wenn man da noch überlegt, was unser Land alles anrichten will, um dieses freie Land in den Mist reinzuziehen, in dem wir gerade schwimmen. Und das beste war ja, als Merkel mit gestohlenen Daten aus dem Ausland Profit bringen wollte.
Das ist genauso strafbar, als wenn ich meine versteuerten, versteuerten Steuern der Steuern durch zusätzliche Reserven in der Schweiz einspare.


Zum ersten Teil: Ich bezweifle, ob die erste Aussage einer genaueren Prüfung standhält. Die Schweiz lässt sich massiv von außen beeinflusse (man lese zur Ghaddafi-Affäre nach, wo die Schweiz auf Druck von außen einen Gewalttäter hat laufen lassen - im Klartext: Die Schweiz hat sich als Staat erpressen lassen).

Ob die Schweiz mittelfristig als "Insel der Seligkeit im brausenden Meer der EU" gesehen werden kann ... nun ja ... Gleiches haben die Isländer von sich geglaubt, und nun drängen sie mit aller Gewalt in die EU und in den Euro. Ich prognostiziere auch Euro-skeptischen Ländern wie etwa Großbritannien weitaus größere Schwierigkeiten, was die wirtschaftliche und finanzielle Stabilität angeht. Gegen einen Einzelstaat mit eigener Währung zu spekulieren, ist für Großanleger weitaus einfacher, als gegen einen Staatenverbund mit gemeinsamer Währung.

Und zur "direkten Demokratie": Volkes Masse ist tumb! Es müssen nur die richtigen Ereignisse eintreten und ein paar Scharfmacher auftauchen, und schon stimmt das Volk für die Wiedereinführung der Todesstrafe.

Was die "direkte Demokratie" anrichten kann, sieht man in der Schweiz beim "Minarettverbot". Man mag vielleicht mit der Entscheidung - aus welchen Gründen auch immer - sympathisieren (die deutsche Bevölkerung hat in Umfragen das Schweizer Votum zu fast 80% für gut befunden), allerdings kollidiert hier Volkes Stimme ganz eindeutig mit dem Grundgesetz, wonach in Deutschland Religionsfreiheit herrscht - und damit der Bau von Moscheen und Minaretten auf rechtlich abgesichertem Boden steht.

"Direkte Demokratie" ist für mich ein Synonym für "Gesetzgebung per BILD-Zeitung".

Sorry, aber ich halte die Mehrheit der Bevölkerung für problemlos verführbar und nicht gesetzgebungstauglich - und je öfter die Leute an die Wahlurne geholt werden müssen (auch eine Folge der "Direkten Demokratie"), desto politverdrossener werden sie.

Grüße
Siegfried
 
  Siegfried 
 
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zu blöde für mehr Volksentscheide?

BeitragVerfasst am: 04.06.2010, 16:53
Nein, also, liebe Leute, für zu blöde halte ich die normalen Menschen nicht, man könnte sie schon mal ab und zu entscheiden lassen, z.B. bei wichtigen grundsätzlichen Dingen wie Beitritt zur EU, das wäre doch was gewesen, wenn da eine Mehrheit mitdabeigewesen wäre, dann hätten wir jetzt nicht soviel damit zu tun, die Menschen für das meiner Ansicht nach sehr sehr wichtige Unternehmen Europa zu begeistern.
Wenn sich mehr Menschen in wichtige aktuelle Entscheidungsprozesse eingebunden fühlen, dann passiert auch mehr Diskussion, mehr Interesse, mehr Anteilnahme, das alles brauchen wir heute. Ich glaube, dass finanztechnische Wissen ist beim Normalo in den letzten Jahren enorm angewachsen, durch das Erleben der Finanzkrise, da könnte man zynisch lachen, wenn jetzt alle mitentscheiden könnten über ein Maßnahmenpaket nach dem Motto Radikalkur, wir verstehen den Staat als Notarbeitgeber zum Beispiel, er muss immer dann Aufträge vergeben, wenn das sonst keiner mehr tut (Rezession), ansonsten Radikalkur mit Sparmaßnahmen, zuerst weden alle Politikergehälter und vor allem Pensionszusagen etc enorm gekürzt, dann werden Kinderfreibeträge und Splittingvorteil abgeschafft für alle Einkommen über 30000€ im Jahr, dann alle anderen Subventionen, also Rückführung des Staates auf das wirklich absolut Notwendige, alles andere weg! Möglichst viele Länderkompetenzen z.B. auf Bund und Kommunen umlegen, und dann die Kommunen Manufakturen betreiben lassen in den Bereichen, in denen die ökologische Erneuerung nicht so richtig in FAhrt kommt, z.B. beim Austausch von Schaumstoffe durch Naturstoffe wie Kapok etc....wenn die dann ein paar Jahre gelaufen sind, könnten es eigenständige Betriebe werden mit den in ihnen arbeitenden Menschen in gewählten Managementvertretungen, betriebliche Mitbestimmung in Reinkultur erfinden...
 
  Lydia Thies 
 
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BeitragVerfasst am: 04.06.2010, 17:00
Was heißt es sich mit Gleichgesinnten zusammenzutun?
Eine Parteigründung? So lange man mit ihr eine Umgestaltung des Gesellschaftssystems plant, gilt man ziemlich schnell nach § 129 a als Terrorist gilt „Gründung einer staatsfeindlichen Vereinigung“. Und sicherlich sollte ja eine Umgestaltung schließlich auch dem Allgemeinwohl dienen, also müssten alle anfangen zu denken und zu handeln (Mündigkeit des Menschen). Aber das ist, wie du beschrieben hast mit der BILD-Bildung nicht ohne weiteres möglich.
Sieht man ja auch, wie die Wahlbeteiligung in den letzten Jahren abgenommen hat. Und die, die wählen, wie viel haben davon wirklich was von der Politik verstanden?
Menschen wählen einfach NPD oder DVU, einfach ein Zeichen der Protestbewegung zu setzen, mit folgeschweren Konsequenzen. Andere sehen in die Zeitung und schauen sich die Gesichter der Politiker an, gucken teilweise nicht mal auf das Wahlprogramm.
Aber dennoch finde ich es nicht richtig, dass über das Parlament ganze Grund- oder Menschenrechte, und die Privatsphäre zählt für mich als wesentlicher Bestandteil davon, so einfach per Entscheid – ohne eine Abstimmung im VOLK – des Parlaments aufgehoben werden kann.
Ich meine, die Regierung hat gute Gründe, aber eben das führt sehr schnell zu einem werdenden Missbrauch. Schritt für Schritt werden wir mehr überwacht und das führt irgendwann zu einem Kontrollstaat und das haben wir in unserer Geschichte immer wieder gesehen, was das anrichten kann.
Und vielleicht hast du Recht, dass die Schweiz leider bis heute einige Veränderungen durchlitten hat. Und ich kann dennoch sagen, dass sie sich erfolgreich aus Kriegen raushalten konnte, alleine weil sie keinem großen Verbund wie der EU zugeordnet ist. Der Druck von außen wächst leider und leider üben auch wir, diesen Druck aus.

Liebe Grüße

Titus
 
  Titus 
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BeitragVerfasst am: 04.06.2010, 17:05
... ahhh ja, und was Lydia schreibt, der Meinung bin ich auch!
Nur besitzen viele Deutsche eben diese Bild-Bildung. Zwischen Hartz IV Empfängern, die teilweise schon aufgegeben haben zu kämpfen und sich volllaufen lassen, einer Bildung, die für alle gleich sein sollte. Wie denn?
Es ist sehr schwierig die Menschen auf einen neuen Kurs zu stimmen, aber eben dies sollte versucht werden. Meiner Meinung nach werden diese Menschen aber nur weiter und weiter unterdrückt.

Liebe Grüße
 
  Titus 
Gast 
 
 
   
   

Re: zu blöde für mehr Volksentscheide?

BeitragVerfasst am: 04.06.2010, 17:29
Lydia Thies hat Folgendes geschrieben:
Nein, also, liebe Leute, für zu blöde halte ich die normalen Menschen nicht, man könnte sie schon mal ab und zu entscheiden lassen, z.B. bei wichtigen grundsätzlichen Dingen wie Beitritt zur EU, das wäre doch was gewesen, wenn da eine Mehrheit mitdabeigewesen wäre, dann hätten wir jetzt nicht soviel damit zu tun, die Menschen für das meiner Ansicht nach sehr sehr wichtige Unternehmen Europa zu begeistern.


Du schreibst: "Man könnte sie schon mal ab und zu entscheiden lassen" ...

Das bringt mich zur nächsten Frage bezüglich der "Direkten Demokratie": Wer legt eigentlich fest, worüber die Bevölkerung direkt abstimmen kann und worüber nicht?
Entscheiden also doch Politiker darüber, was der kleine Bürger bestimmen darf und was nicht?
Und was machen wir, wenn wieder Forderungen auftreten, die Nichtabstimmung über die Anpassung des verminderten Mehrwertsteuersatzes (um ein aktuelles Beispiel zu nennen) durch die Bevölkerung sei eine klare Bevormundung des Bürgers durch die Politik?


Anderes Beispiel, weil von dir genannt:

Lydia Thies hat Folgendes geschrieben:

Ich glaube, dass finanztechnische Wissen ist beim Normalo in den letzten Jahren enorm angewachsen, durch das Erleben der Finanzkrise


Die Bundesregierung hat per Gesetz entschieden, dass Leerverkäufe an der Börse nicht mehr erlaubt sind.
Geben wir das mal zur Entscheidung in die (hier anwesende) Bevölkerung: Ist es richtig, solche Börsengeschäfte zu unterbinden?
Welche Fölgen hat so ein Verbot - und wie wirkt sich so ein Verbot auf den Finanzplatz Deutschland aus, wenn wir hier einen Alleingang machen (wenn die Deutsche Bank keine Leerverkäufe in Frankfurt/Main machen kann, werden sie in London gemacht - wo steckt da der Sinn)?

Lydia Thies hat Folgendes geschrieben:

, da könnte man zynisch lachen, wenn jetzt alle mitentscheiden könnten über ein Maßnahmenpaket nach dem Motto Radikalkur, wir verstehen den Staat als Notarbeitgeber zum Beispiel, er muss immer dann Aufträge vergeben, wenn das sonst keiner mehr tut (Rezession), ansonsten Radikalkur mit Sparmaßnahmen, zuerst weden alle Politikergehälter und vor allem Pensionszusagen etc enorm gekürzt


Das ist - Verzeihung! - billigster Populismus. Wie groß sind die Summen, die Politiker als Gehalt oder Pensionen bekommen? Selbst wenn wir denen alles streichen würden, gabe noch nicht einmal einen Knick in der Verschuldungsgrafik Deutschlands.

Ich nehme mal einen Radikalvorschlag auf:
Vollständige Abschaffung der Bundeswehr!
Direkte Domokratie - das Volk wird gefragt: Ja oder Nein?

Ist Michel und Else beim täglichen Verzehr der BILD in der Lage, die Konsequenzen eines Ja zu erkennen?

Abgesehen davon, dass gerade einmal 32 Milliarden eingespart werden (wir haben derzeit etwa 1.800 Milliarden Euro Schulden - da reichen die 32 Milliarden aus dem Rüstungshaushalt nicht einmal für die Jahreszinsen!), was verlieren wir dadurch an Arbeitsplätzen (wo sollen die Berufssoldaten hin, was sollen die Rüstungsunternehmen produzieren mit ihren Mitarbeitern) ... und wie weit wird die deutsche Politik von außen erpressbar? Der militärische Schutz muss dann ja von Drittstaaten - vermutlich wieder gegen Geldleistungen - gestellt werden.

Durchblicken Durchschnittsbürger solche Zusammenhänge? Oder sind sie dann nicht doch nur "Stimmvieh", das gemäß Vorgabe von RTL oder BILD reagiert?


Lydia Thies hat Folgendes geschrieben:

also Rückführung des Staates auf das wirklich absolut Notwendige, alles andere weg!


Den Zustand hatten wir mal ... zu Bismarcks Zeiten ... cheezy grin

Grüße
Siegfried
P.S.: Ein Beispiel für die "deutsche Mentalität", wenn es um "direkte" Politik geht:
Im letzten Winter war ein Fuß- und Fahrradweg zwischen einem Siedlungsgebiet und einer Straßenbahnhaltestelle durchgehend vereist. Weil der Kommune das Geld fehlt, wurde der Weg nicht regelmäßig vom Eis befreit. Ein Großteil der Siedlungsbewohner hat sich darüber fürchterlich aufgeregt, wie gefährlich es doch jetzt sei, zu Fuß zur Straßenbahn zu gehen. Es wurde geschimpft und gejammert und es wurden Leserbriefe an die lokale Zeitung geschrieben.
Wie einfach wäre es gewesen, sich als Gemeinschaft zusammenzutun und gemeinsam den Weg vom Eis zu befreien (das hat übrigens jeder Siedlungsbewohner auf den Zentimeter genau vor seinem eigenen Haus gemacht). Das geschah aber nicht - es war "ja nicht mein Weg", war das Argument, und "wozu zahle ich meine Abgaben".
Das ist die "deutsche Mentalität" bei "direkter Politik". cheezy grin
 
  Siegfried 
 
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