 | Komfortabel | Verfasst am: 27.05.2008, 12:00 |
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Komfortabel!
„Herzlich willkommen beim Service-Telefon der Deutschen Bahn...“. Meine verhaltene Freude über diese freundliche Begrüßung währt nur kurz, denn gleich darauf folgt eine
Kette von Anweisungen: „wenn Sie eine Auskunft im Fernverkehr wünschen, wählen Sie die 1, wenn Sie …., wählen Sie die 2“ – so geht es weiter bis zur zu wählenden Zahl 5. Dort angekommen kann ich nicht entscheiden, welcher zu wählenden Nummer mein Anliegen am ehesten entspricht, ganz abgesehen davon, dass ich nicht auf die Idee gekommen bin, alles mitzustenografieren. Also, auf ein Neues. Ich höre aufmerksam zu und stelle fest, dass es für meine Frage keine zu wählende Nummer gibt. Nun versuche ich mein Glück im Internet.
Höchst interessant, welche möglichen Fragen dort in – nicht unbedingt weiser – Voraussicht beantwortet werden. Meine Frage gehört leider nicht dazu, aber immerhin erfahre ich, dass
ich als „bahn.comfort-Kunde“ (ja, das schreibt man so!) – diesen Status verdanke ich allein meiner berufsbedingten Mobilität – den Anspruch auf einen besonderen Ansprechpartner in einer besonderen und vor allem geheimen Hotline geltend machen kann. Die dazu gehörige Nummer, so lese ich in der Anleitung für „bahn.comfort-Kunden“, finde ich auf der Rückseite meiner „bahn.comfort-BahnCard“ (welche wiederum in meiner Geldbörse steckt – und wo ich diese finde, steht leider nicht im Internet). Wie klein man doch heutzutage alles drucken kann! Mit Lesebrille und Lupe gelingt es mir, die Komfort verheißende Nummer des „bahn.comfort-Service“ zu entziffern. Unnötig zu bemerken, dass der Preis für diesen Service noch kleiner gedruckt ist!
Nunmehr guter Dinge – schließlich wende ich mich nun nicht an einen schnöden Service, sondern einen „comfort-Service“, wähle ich die 0180er Nummer. „Herzlich willkommen beim Ihrem bahn.comfort-Service -Telefon, leider sind alle...“; eine weibliche Tonbandstimme teilt mir mit, alle Mitarbeiter seien beschäftigt, ich möge mich gedulden. Ich fühle mich recht behaglich und erwarte, dass sich einer dieser beschäftigten Mitarbeiter in den nächsten Sekunden mir zuwendet. Zeit ist schließlich Geld: meine Flatrate deckt die Service-Nummern nicht ab.
Statt einer freundlichen Stimme erhebt sich plötzlich wie ein Sturm düstere Musik in der Leitung, mein Herz klopft mir bis zum Halse, in meinen Ohren entwickelt sich ein schmerzhaftes Rauschen. Entsetzt starre ich auf mein Telefon, halte es in meiner Hand mit weit ausgestreckten Arm und warte, dass das Grollen abebbt. Service und „comfort“ müssen wohl zahlreiche Mitarbeiter beschäftigen – oder arbeitet dort nur ein einziger, an der Lärmmaschine?
In die Höllenlärmkaskade hinein flötet nun eine Frauenstimme: „herzlich willkommen …. Sie sprechen mit Bernadette Antonia Juliane Meier-Schönherr, was kann ich für Sie tun?“
Mein dringendster Wunsch - sofort dieses als Musik getarnte Hintergrundgedröhn
Abschalten zu lassen – lässt mich mein Anliegen vergessen. Freundlich bitte ich um eine ruhige Gesprächsatmosphäre, ich muss Zeit gewinnen! „Deswegen haben Sie doch sicher nicht die bahn.comfort-Service-Nummer gewählt?“ „Was kann ich für Sie tun?“
Vage erinnere ich mich daran, beim ersten – nicht.comfort-Anruf – keine entsprechende zu drückende Nummer erfahren und bei der Suche im Internet keine Antwort auf meine Frage gefunden zu haben. „Wenn Sie eine Beschwerde vorzubringen haben, dann wählen Sie bitte die Nr……“! Entnervt lege ich auf.
Gut eine Stunde hat mich die ganze Aktion beschäftigt und ich weiß noch immer nicht, wie lange ein Ticket für eine einfache Fahrt gültig ist.
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Es mag sein, dass in diesem Text noch Fehler sind. Namen sind frei erfunden, geschrieben habe ich es heute vormittag. Das Ganze ist so ähnlich wirklich geschehen.
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Schöne Grüße |
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Haifischfrau |
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 | | Verfasst am: 27.05.2008, 12:17 |
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skipteuse |
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 | | Verfasst am: 28.05.2008, 10:05 |
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Guten Morgen
Die Story hätte wunderbar in mein aktuelles Buch gepasst
Liebe Grüße
Viola |
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floatexpert |
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 | | Verfasst am: 28.05.2008, 10:15 |
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Viola, bist du das mit der "Servicewüste" (darüber wurde hier berichtet vor einiger Zeit!)
Ich frage mich schon, warum gerade ich immer solche Dinge erlebe. Oder liegt es einfach daran, dass es reine Statistik ist? - Wer viel unterwegs ist und viel mit Menschen und Institutionen zu tun hat, der ....????
Viele Grüße
maryanne |
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Haifischfrau |
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 | | Verfasst am: 28.05.2008, 12:31 |
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Hallo Maryanne
Ja, ich bin das mit der "Servicewüste"
Nein, es sind nicht nur Statistiken, die Wüste lebt tatsächlich, auch wenn manche das schön reden wollen.
Es ist einfach unglaublich was da täglich mit uns Kunden passiert. Egal welches Unternehmen: Jeder vergißt,dass jeder von uns die Löhne und Kosten zahlt..Und als Danke werden wir auch noch als kostenlose Arbeitskraft benutzt und machen (unbewusst) kostenfreie Werbung für Einkaufsstätten.
Ich "kämpfe" jeden Tag, damit die Bedingungen sich zumindest teilweise verbessern..
Liebe Grüße
Viola |
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floatexpert |
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 | | Verfasst am: 28.05.2008, 13:45 |
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| Haifischfrau hat Folgendes geschrieben: |
Ich frage mich schon, warum gerade ich immer solche Dinge erlebe. |
Maryanne, das brauchst Du Dich nicht zu fragen. Du bist nicht allein. Fast jedem ist genau dieses mit dem blöden .... drücken Sie 1....drücken Sie 2
schon passiert. Oder noch eine Variante: sagen Sie deutlich JA oder NEIN.
Ist mir neulich passiert. Da hat mich so ein netter Kundenberater von der Telekom angerufen und mir eine spezielle Flatrate, die billiger ist als die, die ich z.Zt. habe, angeboten. Wenn ich das Angebot annehmen wolle, solle ich deutlich JA sagen. Habe ich auch gemacht. Auf das Angebot, das noch einmal schriftlich hätte erfolgen sollen warte ich nun schon seit zwei Monaten. (War mein JA nicht deutlich genug? Dabei habe ich es nicht so dahingehaucht sondern wie ein Feldwebel ins Telefon geschrien.)
Sagt jetzt nicht alle :WER IST AUCH NOCH BEI DER TELEKOM. (ich bin halt ein sehr anhänglicher Typ )
Uschi |
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chiquitita |
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