| Sind Kurzgeschichten schwer zu schreiben? |
| Sehr schwer |
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11% |
[ 1 ] |
| Nicht gerade leicht.... |
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33% |
[ 3 ] |
| Mittelmäßig |
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33% |
[ 3 ] |
| Ganz leicht |
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22% |
[ 2 ] |
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| Stimmen insgesamt : 9 |
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 | Kurzgeschichten?! | Verfasst am: 23.01.2011, 12:30 |
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Hi,
ich glaube ich hab mich schon sehr oft vorgestellt und frage jetzt einfach weil mich das sehr interresiert:
Wie lang ist eine Kurzgeschichte?
Was muss man beachten?
Wie schafft man es in der kurzen Distanz Spannung aufzubauen, die Charakter ein bisschen zu beschreiben und nicht zu langweilen?
Muss man sonst noch etwas beachten? |
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Nico H. |
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 | | Verfasst am: 23.01.2011, 15:22 |
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Hallo Nico,
deine Fagen finde ich super und gerne mag ich dir antworten. Bedenke aber dass meine Antworten nicht Mainstream sind. Nimm dir was dir zusagt alles andere hau in die Tonne.
Beginnen wir mir dem Titel
Da gehe ich ganz klassisch vor. Der Text den ich schreibe, muss also den Titel interpretieren können. Nimm einen möglichst kurzen Titel und achte darauf dass dieser auch klingt.
Den Text unterteilen
Ich unterteile den Text immer in drei Abschnitte
+ Einleitung
+ Hauptteil
+ Schluss
Einleitung und Schluss sollten maximal 1/4 des gesamten Werkes ausmachen. Die optimale Länge einer Kurzgeschichte ist acht Minuten.
Sieben bis 12 Minuten sind schon okay. Allerdings müßte eine 12-Minuten Kurzgeschichte schon von einer anderen Welt sein!
Es ist auch ein Unterschied ob eine Kg nur gelesen wird, oder auch vorgetragen werden soll. Die meisten Kg die still gelesen werden, haben nicht den Effekt eines Live-Vortrags. Da der Autor dann die Möglichkeit hat ganzheitlich auf den Hörer einzuwirken. Doch das ist ein anderes Thema.
Einleitung/Hauptteil/Schluss
Die meisten Kg werden von Liebhabern nicht zu Ende gelesen, weil Sie bereits in der Einleitung schwächeln und der Leser zum weiterlesen nicht motiviert genug ist. Es reicht auch nicht dass eine Kg nur einige gute Momente hat, versuche in allen drei Textteilen stark zu sein. Nachdem die erste Wallung abgeklungen ist, nimm dir deinen Text nochmal vor. Schau nach häßlichen Doppelungen und uneleganten Sätzen. Sorge dafür dass die Sätze klingen. Frage dich immer wieder wie könntest du es noch besser schreiben? Welche dramaturgischen Handkniffe kann ich an geeigneten Passagen umsetzten? Denke daran, ein Romancier hat 700 Seiten Zeit dem Leser dass zu zeigen was er will, du hingegen hast nur wenige Minuten.
Bei den Protagonisten verwende folgende Formel: "So viel wie nötig, so wenig wie möglich!" Werde dir bewußt was du im Leser auslösen möchtest. Kenne deine Leser und Ihre Wünsche und vor all diesen klugen Ratschlägen, unterhalte die Leser gut! Meide wenn es geht Klischees, aber nimm diese hier und dort wenn es passt. Verzichte auf unnötige Verschnörkelungen, auch wenn viele Autoren damit brillieren mögen. Schreibe lieber ganz natürlich und du wirst sehen, selbst eine wilde Fantasygeschichte wirkt authentisch und nicht so aufgesetzt. Denke immer daran dass der Leser deinen Text mit seinem Geist verfolgt, vermeide Logikfehler und füttere ordentlich die Geister, denn Kunst ist Seelennahrung.
Soviel erst ein Mal von mir. Meine Ratschläge haben natürlich keinerlei Anspruch auf Richtigkeit oder Vollständigkeit. Vielleicht helfen sie dir ja trotzdem.
Herzlichst
Poetos |
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Poetos |
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 | | Verfasst am: 23.01.2011, 15:25 |
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Hallo Nico,
die Inhalte von Kurzgeschichten sind überschaubar und das bremst Widersprüche. Man kann auch die ganze Geschichte aus dem Manuskript herausnehmen (und wieder einbauen). Ich habe auch über größere Texte nachgedacht und über Sachbücher, aber beides ist mir zu schwierig, und deshalb mache ich Kurzgeschichten. Man benötigt zwar für jede Geschichte einen Aufhänger, aber die gibt es ja reichlich. Das Leben ist künterbünt genug, und manches ist so unwahrscheinlich, daß die Tasten knarzen. Ich halte Kurzgeschichten für das leichteste Produkt. Meine benötigen zwischen 2 und 12 Seiten, aber das soll kein Maßstab sein.
Gruß
Arrabella |
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Arrabella |
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 | Re: Kurzgeschichten?! | Verfasst am: 23.01.2011, 15:58 |
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| Nico H. hat Folgendes geschrieben: |
Wie lang ist eine Kurzgeschichte?
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Wirklich "Kurzgeschichte" (deutsche Literaturform, die nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden ist, v. a. durch die Gruppe 47)
oder doch eher "kurze Erzählung" (nach dem Muster der amerikanischen "Short Story", siehe Poe, Hemingway, Faulkner, Slesar)?
Grüße
Siegfried |
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Siegfried
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Siegfried |
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 | ??? | Verfasst am: 23.01.2011, 17:37 |
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Erst einmal, danke für eure Hilfe.
@Siegfried
Ich glaube eher das erste aber würde gern wissen wie sich die beiden unterscheiden.
Nico |
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Nico H. |
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 | | Verfasst am: 23.01.2011, 20:06 |
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Meine Kurzgeschichten sind so lang, wie ich sie schreibe. Manche haben nur eine Seite im Buch bekommen, andere wiederum 20 Stück. Das richtet sich nach der Erschöpfung des Autoren und des Themas.
Ich gliedere sie im Kopf ebenfalls zunächst klassisch und beginne beim Konstruieren mit dem Höhepunkt, der Katastrophe oder der Kernaussage. Es folgt die Moral von der Geschicht´ und damit das Ende. Erst zum Schluss verfasse ich den Anfang, der zum Höhepunkt überleitet.
Ist sie im Kopf grob fertig und spüre ich den Schreibdruck, dann hämmere ich die Worte in einem Affenzahn ohne Punkt, Komma und Rechtschreibung auf die weiße Seite. Ich muss mindestens so schnell schreiben, wie ich mir die Geschichte in Gedanken vortrage. Da bleibt keine Zeit für Schönheit, sonst verliere ich mich und muss abbrechen.
Speichern nicht vergessen und dann beginne ich mit der ersten Korrektur. Es folgen die Rechtschreibprüfung, die Dudenprüfung und die Prüfung eines Ausdrucks. Danach sind zwar immer noch Fehler drin, aber die Story ist fertig.
Bei einer solchen Arbeit fällt es mir natürlich schwer, einen ganzen Roman zu schreiben. Obwohl ich es zumindest gerade versuche. Da ich jedoch lieber die Dinge schnell und knackig auf den Punkt bringe, wird es wohl immer bei einer "kurzen Erzählung" bleiben.
Was mich jetzt nicht wirklich belastet. Hauptsache raus damit  |
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