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BeitragVerfasst am: 16.05.2009, 18:31
@Heinz:
Zitat:
Dazu müsste ich das Manuskript kennen, weil es keine Konzepte "an sich", sondern nur konkret ausgearbeitet gibt. Zudem muss zwischen Fußnoten mit inhaltlichen Ausführungen und mit Quellenvermerk unterschieden werden.



Na dann ganz konkret ein Beispiel, an dem du deine Vorschläge illustrieren könntest:

Hier ist ein Kapitel aus einer typisch theologischen Arbeit wie sie zu Tausenden verfasst werden und Eingang finden in die theologische oder religionswissenschaftliche Fachliteratur:

http://www.ub.uni-freiburg.de/referate/04/verweyen/golewo22.pdf
 
  Suchender 
 
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BeitragVerfasst am: 16.05.2009, 18:55
Hallo Suchender,

Suchender hat Folgendes geschrieben:
Hier ist ein Kapitel aus einer typisch theologischen Arbeit wie sie zu Tausenden verfasst werden und Eingang finden in die theologische oder religionswissenschaftliche Fachliteratur:


Hervorragend cheezy grin

Fußnote 1 ist für das Verständnis des Textes unverzichtbar und gehört dementsprechend in den Text eingearbeitet. Oder die Arbeit setzt auf sehr hohem Niveau an (was mir aber nicht der Fall zu sein scheint) und dann ließen sie sich auf Quellenverweise reduzieren oder sogar ganz einsparen.

Fußnote 6 gehört in den Text. Im Text begonnende Argumentationen werden grundsätzlich nicht in einer Fußnote fortgesetzt.

Für Fußnoten 11, 17, 23, 51 und 54 gilt das zur Fußnote 1 gesagte.

Das war jetzt bis Seite 18 der PDF-Datei gelesen.

Zu mehr habe ich jetzt keine Lust, weil sich der Text ausgesprochen schwer lesen lässt. 110 Zeichen pro Zeile sind einfach eine Zumutung. Sekunden- und Zoll-Zeichen anstelle typographischer Anführungszeichen sind genauso wenig diskutabel.

Das Problem dieser Arbeit scheint zu sein, dass der Autor sich zu wenig Gedanken über die Zielgruppe gemacht oder als Zielgruppe "alle Interessierten" genommen hat. Ich tippe auf letzteres, weil das ein ganz typisches Problem ist.

Beste Grüße,

Heinz.

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BeitragVerfasst am: 16.05.2009, 20:56
Heinz,

Aus typografischer Sicht, vielleicht soagar aus der Sicht von Werbetextern oder üblichen Sachbuchschreibern, mögen deine Einwände bedingt zutreffen.

Aber vergiss nicht, wir alle, jeder von uns, hat in erster Linie dort seinen "blinden Fleck", wo er Dinge kommentiert, die er nicht vollumfassend erkennen kann.
Zum ersten ist die Zielgruppe für einen wissenschaftlichen Schreiber nicht das allgemeine Publikum (inkl. Typografen etc.), auch nicht in erster Linie das wissenschaftliche Publikum (dem muss die Aufgabe zugemutet werden dürfen, sich an den Texteigenheiten des jeweiligen Autoren fachkundig zu beweisen), sondern in erster Linie die Sache selber.
So, damit sind wir bei der Crux des ganzen Problems:

Aus der Sicht eines Wissenschaftlers stellt sich dessen Fachgebiet wesentlich vielfältiger, nuancenkomplexer, facettenreicher und tiefschürfender dar als für Außenstehende. Letztere können nur sehr bedingt beurteilen, was aus welchem Grund und in welchem Zusammenhang wichtig ist, weniger wichtig, was nicht und was in welche Zusammenhänge gestellt zu werden hätte.
Mit anderen Worten: Entgegen dem modernen Denken, dass sich der Schreiber am Leser zu orientieren hätte, ist es hier gerade umgekehrt (vgl. auch meinen gerade diesbezügl. interessanten Aufsatz zur Frage der 'richtigen Bibelübersetzung':
http://www.mediasinres.net/bibelproblematik-in-der-nak/welche-bibeluebersetzung-ist-am-besten-teil-1/ ).

Darüber hinaus hat bei wissenschaftlich orientierten Büchern/Beiträgen etc. der Inhalt Vorrang vor dem Aussehen. Layout, Typografie, literarischer Stil, Anteil an Fach- und Fremdwörtern, Gesamtbild und Lesequalität, usw. - so wichtig sie gerade und vor allem in der schöngeistigen Literatur, in Sachbüchern (geschweige denn Werbetexten etc.) sein mögen, keine Frage - werden hier aus gewichtigeren Gründen zurückgestellt.

Ich denke ich schätze dich richtig ein, wenn ich sage, dass dir das mit Sicherheit alles klar ist und du halt aus deiner Perspektive argumentiert hast... blink

Schöne Grüße nach Berlin
und allen einen schönen Sonntag
S.
 
  Suchender 
 
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BeitragVerfasst am: 16.05.2009, 22:22
Hallo Suchender,

ehrlich gesagt ist es mir so etwas von egal, wie manche Wissenschaftler ihre Arbeiten präsentieren. Nur - sie sollen bitte endlich mit ihrem Gegreine aufhören, wie unverstanden, missverstanden und was weiß ich noch sie sind. Jeder darf seine Werke so unverständlich präsentieren, wie er will, solange er nicht darauf beharrt, dafür auch noch Steuergelder verschleudern zu dürfen.

Beste Grüße,

Heinz.

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BeitragVerfasst am: 16.05.2009, 22:58
Suchender hat Folgendes geschrieben:
Meine drei Bände umfassen zusammen ca. 1200 Seiten und damit ist MS Word (MS Office 2003) irgendwo ausgereizt.


Bei so etwas frage ich mich immer wieder, warum man 1.200 Seiten (oder auch 600 Seiten oder 300 Seiten) in einer Word-Datei verwalten muss. Kann mir das mal jemand erklären?

LG
Siegfried

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BeitragVerfasst am: 17.05.2009, 21:31
Siegfried hat Folgendes geschrieben:
Suchender hat Folgendes geschrieben:
Meine drei Bände umfassen zusammen ca. 1200 Seiten und damit ist MS Word (MS Office 2003) irgendwo ausgereizt.


Bei so etwas frage ich mich immer wieder, warum man 1.200 Seiten (oder auch 600 Seiten oder 300 Seiten) in einer Word-Datei verwalten muss. Kann mir das mal jemand erklären?

LG
Siegfried


Das machen die, welche ein 7-Gang - Menü ohne Pause runter "schnabulieren". cheezy grin
 
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BeitragVerfasst am: 17.05.2009, 21:33
Suchender hat Folgendes geschrieben:

Zum ersten ist die Zielgruppe für einen wissenschaftlichen Schreiber


Irgendwann werden die "wissenschaftlichen Schreiber" umdenken müssen. cheezy grin
 
  Markus 
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BeitragVerfasst am: 17.05.2009, 23:51
Hallo Markus,

Markus hat Folgendes geschrieben:
Irgendwann werden die "wissenschaftlichen Schreiber" umdenken müssen. cheezy grin


Im Studium haben wir uns irgendwann mal den Spaß gemacht, ein besonders hochtrabend geschriebenes Buch in ein normales Deutsch zu übersetzen - und uns halb kaputt gelacht über das Wischiwaschi, was tatsächlich in dem Buch stand. Für viele wissenschaftliche Autoren gilt aber unverändert die Schreibprämisse: "Viel Wind um nichts".

Beste Grüße,

Heinz.

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