 | Leseprobe ... ohne Titel - Fassung 02 | Verfasst am: 17.06.2010, 10:48 |
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Hallo zusammen.
ich habe mir die bisherigen Anmerkungen zu Herz genommen und wäre für weitere Kritik sehr dankbar.
Hier nun mein überarbeiteter Romananfang.
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Lena war sich ihrer Sache ganz sicher. Einen stabileren Weg für das Gelingen ihres Plans gab es kaum zu pflastern. Jeden Stein in diesem Mosaikspiel des Lebens hatte sie sorgfältig ausgesucht. Seit über sieben Jahren bestand ihre zentrale Aufmerksamkeit darin, jedes benötigte Einzelteil äußerst behutsam auszuwählen und in die passende Prägung zu bringen, damit es sich perfekt in den Schliff der daneben in Position zu setzenden Anteile einbauen ließe. Diese sorgfältig angelegten Verknüpfungen waren der Garant dafür, dass aus diesem Puzzle der zwischenmenschlichen Abhängigkeiten ein festes und zuverlässiges Gefüge entstehen würde. Ein perfektes System, in dessen Zentrum sie vollkommenen Schutz genießen und aus dem jener außerordentliche Handlungsspielraum erwachsen würde, der ihr genau das ermöglichte, wovon so viele träumten - dem Zugriff auf nie versiegenden Reichtum.
"Das Leben ist dazu da das Beste für sich daraus zu machen" - Lena musste gerade an diesen Satz denken, den sie so oft von ihrem Vater gehört hatte, als sie in ihrem roten Porsche Cayenne die letzte große Schlucht vor Las Tricias in Richtung Norden durchquerte. Sie drückte jubelnd aufs Gaspedal, nachdem sie in einer langen Linkskurve den tiefsten Punkt dieses Bergeinschnittes hinter sich gebracht hatte. Der Blick in dieses Tal verursachte in ihr schon immer ein besonders erhabenes Gefühl. Während rechts an den steil ansteigenden Hängen die kerzengeraden kanarischen Pinien fast in den Himmel zu ragen schienen, öffnete sich im Scheitelpunkt der Blick auf die Weite des Atlantiks. Von nun an waren es nur noch etwa fünf Kilometer bis zum Ziel ihrer Reise. Sie war sehr neugierig zu erfahren, ob die letzten Schritte der Manifestierung ihrer Traumfinca so umgesetzt worden waren, wie sie es mit ihrem Vorarbeiter Carlos bei ihrem letzten Besuch besprochen hatte.
Lena bog in die Bergstraße, die das unterhalb liegende Las Tricias links liegen ließ und Richtung Roque de Los Muchachos führte. Dieser Abschnitt lag eingebettet in eine wie gemalt wirkende Landschaft aus Mandelbäumen, die sich in der Frühlingszeit ein tausendfaches Blütenkleid von weiß bis rosa überstreiften. "Welch ein atemberaubender Anblick. Sogar die Anfahrt zu meiner Finca ist vollkommen", dachte sie sich und öffnete das Fenster ganz, um mehr von dem süßlichen Duft in sich aufnehmen zu können.
"Für das Einweihungsfest werde ich die erste Februarwoche des nächsten Jahres wählen", beschloss Lena und stellte sich die staunenden Gesichter ihrer Freunde vor, die sie auf ihre Einladungsliste setzen würde. Bei der Auswahl legte sie großen Wert darauf, dass bis zu diesem Empfang keiner ihrer geladenen Gäste seinen Fuß auf dieses verträumte Eiland gesetzt hatte. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich aus einem anderen Grund doch jemand ihres Freundeskreises für einen Trip auf das steilste Atoll im Atlantik entscheiden sollte, ging gegen Null. Keine nennenswerte Promenade dekoriert hier einen der kleinen und nicht unbedingt für Hochpreistouristen als schön zu bezeichnenden Strände. Kein Tennisplatz lockt mit seinem Luxus und nach einem Hotel der Oberklasse sucht man hier ebenso vergebens. Als Magnet der Schönen und Reichen kann diese Insel wirklich nicht bezeichnet werden. „Noch nicht“, flüsterte Lena schmunzelnd in sich hinein. „Aber nach deren Besuch auf meinem Anwesen könnte sich das ändern. Ich kenne sie doch, meine noblen Freunde. Wenn einer aus ihren Kreisen ein prestigewürdiges Projekt in die Tat umgesetzt hat, dann werden sie schnell begehrlich - jene Mitglieder des Geldadels, die ihre stets auf der Jagd befindlichen Spürnasen nach den größtmöglichen Ereignissen der gegenseitigen Bewunderung ausrichten“, schob sie schmunzelnd nach.
Davon, dass dieses erlesene Grüppchen unserer Gesellschaft noch weitere edle Drogen zu pflegen liebte, konnte sich Lena bereits vor sieben Jahren, während des Banketts ihrer Hochzeit, überzeugen. Sven, der an diesem Tag ihr Ehemann wurde, inszenierte dieses Fest zu einer spektakulären Galaveranstaltung. |
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Amilo |
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 | | Verfasst am: 17.06.2010, 17:39 |
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| Das Ende des ersten Abschnitts war in der ersten Fassung besser, die Einengung der Ziele der Prota auf den Reichtum schränkt ihren Handlungsspielraum unnötig ein und nimmt Spannung weg. Ihr geheimer Plan ist das Spannende. |
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Lydia Thies |
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 | Re: Leseprobe ... ohne Titel - Fassung 02 | Verfasst am: 17.06.2010, 18:08 |
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| Amilo hat Folgendes geschrieben: |
| Lena war sich ihrer Sache ganz sicher. Einen stabileren Weg für das Gelingen ihres Plans gab es kaum zu pflastern. |
Der zweite Satz enthält für mich schon eine Stilblüte. Ich habe noch nie gehört, dass ein Weg "stabil" sein kann; möglich, dass andere das nicht so empfinden, aber für mich klingt das komisch. Häuser können "stabil" gebaut sein, Brücken ... okay, aber ein Weg kann "stabil" gepflastert sein?
Weiß nicht ... unelegant ... |
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chnuppesaager |
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 | | Verfasst am: 17.06.2010, 18:12 |
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Hallo Amilo,
mir gefällt der Text leider nicht. Entschuldige bitte, daß ich so meckrig bin. Meine (natürlich völlig subjektive) Kritik bezieht sich aber ausschließlich auf diesen Text, nicht auf deine Fähigkeiten als Autor/in.
Auf mich wirkt der Text sperrig, breit, gestelzt, geschraubt, angefüllt mit nicht zueinanderpassenden, sich manchmal sogar widersprechenden Bildern. Bereits nach wenigen Sätzen bin ich völlig erschöpft, und ein Buch, das so beginnt, hätte ich im Buchhandel nach zehn Sekunden aus der Hand gelegt.
Konkret: "Einen stabileren Weg für das Gelingen ihres Plans gab es kaum zu pflastern."
Das Gelingen eines Planes braucht keinen Weg. Wege sind sicher oder unsicher, breit oder schmal, gewiß oder ungewiß, aber eher nicht stabil oder instabil. Wege heutzutage werden auch nur noch ganz selten gepflastert, besonders keine Wege, auf denen man nicht fehlgehen kann.
"Seit über sieben Jahren bestand ihre zentrale Aufmerksamkeit darin, jedes benötigte Einzelteil äußerst behutsam auszuwählen und in die passende Prägung zu bringen, damit es sich perfekt in den Schliff der daneben in Position zu setzenden Anteile einbauen ließe."
Einzelteile lassen sich nicht in eine Prägung bringen. Eine Prägung paßt nicht zum Schliff: Entweder sind alle Teile geprägt oder alle geschliffen. Eine Aufmerksamkeit ist nicht über sieben Jahre zentral. Sitzen die daneben liegenden Teile schon, oder sind sie noch zu setzen? Wie kann es passen, wenn die Teile noch nicht sitzen? In den Schliff kann man nicht einbauen, man kann nur passend geschliffene Teile aneinanderlegen.
Drei Bilder vermischen sich hier in nur vier Sätzen: Pflastersteinweg, Mosaik und Puzzle. Für mein schlichtes Gemüt viel zu viel. Ich hätte sofort die Waffen gestreckt und mich nach leichter lesbarer Literatur umgeschaut.
Viele Grüße
Torsten |
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Torsten Buchheit |
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