 | Leseprobe ... ohne Titel | Verfasst am: 15.06.2010, 20:34 |
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Hallo Zusammen
Ich bin neu hier und würde mich über konstruktive Kritik sehr freuen.
Dies soll ein Romananfang werden. Ist er dafür geeignet?
Vielen Dank
Conny
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Lena war sich ihrer Sache ganz sicher. Einen stabileren Weg für das Gelingen ihres Plans gab es kaum zu pflastern. Jeder Stein in diesem Mosaikspiel war sorgfältig ausgesucht. Das fertige Bild des kompletten Puzzles sah sie stets vor sich. Seit über sieben Jahren bestand ihre zentrale Aufmerksamkeit darin, jedes benötigte Einzelteil äußerst behutsam auszuwählen und in die passende Prägung zu bringen, damit es sich perfekt in den Schliff der daneben in Position zu setzenden Anteile einbauen ließe. Diese sorgfältig angelegten Verknüpfungen waren der Garant dafür, dass aus diesem Puzzle der zwischenmenschlichen Abhängigkeiten ein festes und zuverlässiges Gefüge entstehen würde. Ein perfektes System, in dessen Zentrum sie vollkommenen Schutz genießen und aus dem jener grenzenlose Handlungsspielraum erwachsen würde, der sie an das Ziel ihrer heimlichen Wünsche führen würde.
"Das Leben ist dazu da das Beste für sich daraus zu machen" - Lena musste gerade an diesen Satz denken, den sie so oft von ihrem Vater gehört hatte, als sie in ihrem roten Porsche Cayenne die letzte große Schlucht vor Las Tricias in Richtung Norden durchquerte. Sie drückte jubelnd aufs Gaspedal, nachdem sie in einer langen Linkskurve den tiefsten Punkt dieses Bergeinschnittes hinter sich gebracht hatte. Der Blick in dieses Tal verursachte in ihr schon immer ein besonders erhabenes Gefühl. Während rechts an den steil ansteigenden Hängen die kerzengeraden kanarischen Pinien fast in den Himmel zu ragen schienen, öffnete sich im Scheitelpunkt der Blick auf die Weite des Atlantiks. Von nun an waren es nur noch etwa fünf Kilometer bis zum Ziel ihrer Reise. Sie war sehr neugierig zu erfahren, ob die letzten Schritte der Manifestierung ihrer Traumfinca so umgesetzt worden waren, wie sie es mit ihrem Vorarbeiter Carlos bei ihrem letzten Besuch besprochen hatte.
Lena bog in die Bergstraße, die das unterhalb liegende Las Tricias links liegen lässt und Richtung Roque de Los Muchachos führt. Als wäre diese Asphaltspur absichtlich in diese wie gemalt wirkende Landschaft eingebettet worden, schlängelt sich deren Verlauf zwischen einem Meer von weiß bis rosa blühenden Mandelbäumen. "Welch ein atemberaubender Anblick. Sogar die Anfahrt zu meiner Finca ist vollkommen", dachte sie sich und öffnete das Fenster ganz, um mehr von dem süßlichen Blütenduft in sich aufnehmen zu können.
"Für das Einweihungsfest werde ich die erste Februarwoche des nächsten Jahres wählen", beschloss Lena und stellte sich die staunenden Gesichter ihrer Freunde vor, die sie auf ihre Einladungsliste setzen würde. Bei der Auswahl legte sie großen Wert darauf, dass bis zu diesem Empfang keiner ihrer geladenen Gäste seinen Fuß auf dieses verträumte Eiland gesetzt hatte. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich aus einem anderen Grund doch jemand ihres Freundeskreises für einen Trip auf das steilste Atoll im Atlantik entscheiden sollte, ging gegen Null. Keine nennenswerte Promenade dekoriert hier einen der kleinen und nicht unbedingt für Hochpreistouristen als schön zu bezeichnenden Strände. Kein Tennisplatz lockt mit seinem Luxus und nach einem Hotel der Oberklasse sucht man hier ebenso vergebens. Als Magnet der Schönen und Reichen kann diese Insel wirklich nicht bezeichnet werden. „Noch nicht“, flüsterte Lena schmunzelnd in sich hinein. „Aber nach deren Besuch auf meinem Anwesen könnte sich das ändern. Ich kenne sie doch, meine noblen Freunde. Wenn einer aus ihren Kreisen ein prestigewürdiges Projekt in die Tat umgesetzt hat, dann werden sie schnell begehrlich - jene Mitglieder des Geldadels, die ihre stets auf der Jagd befindlichen Spürnasen nach den größtmöglichen Ereignissen der gegenseitigen Bewunderung ausrichten“, schob sie schmunzelnd nach.
Davon, dass dieses erlesene Grüppchen unserer Gesellschaft noch weitere edle Drogen zu pflegen liebt, konnte sich Lena bereits vor sieben Jahren, während des Banketts ihrer Hochzeit, überzeugen. Sven, der an diesem Tag ihr Ehemann wurde, hatte ihre Hochzeitsfeier zu einer spektakulären Galaveranstaltung gemacht. |
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Amilo |
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 | Ohne Titel | Verfasst am: 15.06.2010, 22:54 |
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hi,
ich habe mir den Text durchgelesen und komme zu keinem positiven Urteil.
1. Sätze sind überfrachtet
2. Zu vieel Kunstsätze
3. Du stehst nicht hinter dem Text
Zuviel der Kritik. Damit Ende.
guenther |
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guenther klein |
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 | Re: Leseprobe ... ohne Titel | Verfasst am: 16.06.2010, 00:36 |
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Hi!
Wenn ich so etwas lese ...
| Amilo hat Folgendes geschrieben: |
Einen stabileren Weg für das Gelingen ihres Plans gab es kaum zu pflastern. |
... oder ...
| Amilo hat Folgendes geschrieben: |
ob die letzten Schritte der Manifestierung ihrer Traumfinca so umgesetzt worden waren |
... dann frage ich mich immer: "Auf 3Sat zu viele Lesungen des Ingeborg-Bachmann-Literaturpreises abbekommen?"
Dann ein paar Fragen:
| Amilo hat Folgendes geschrieben: |
Das fertige Bild des kompletten Puzzles sah sie stets vor sich.
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Gibt es auch ein unfertiges Bild des kompletten Puzzles oder ein fertiges Bild des unvollständigen Puzzles? Oder ein unfertiges Bild des unvollständigen Puzzles?
Ich suche nach einer Begründung für die zwei Adjektive (meines Erachtens hätte eines gereicht).
Dann noch ...
| Amilo hat Folgendes geschrieben: |
Als wäre diese Asphaltspur absichtlich in diese wie gemalt wirkende Landschaft eingebettet worden,
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Ich weiß ja nicht, wo die Handlung spielt, aber Straßenbau per Zufall dürfte auf der ganzen Welt nicht existieren - von daher ist diese Asphaltspur absichtlich in die Landschaft gebaut worden.
Ich vermute aber, der Satz sollte etwas ganz anderes ausdrücken - nur geht die vorliegende Fassung deutlich am Ziel vorbei.
Wäre das die erste Seite eines Buches, das ich im Laden in die Hand genommen und aufgeschlagen hätte, dann wäre es wieder auf den Stapel zurückgegangen.
Sorry, kein Text für mich. Vielleicht gibt es hier ja noch anderes Klientel.
Grüße
Siegfried |
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Siegfried |
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 | Re: Leseprobe ... ohne Titel | Verfasst am: 16.06.2010, 02:22 |
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Thomas Becks |
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 | ich finde es vielversprechend | Verfasst am: 17.06.2010, 12:50 |
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Meine mir vorausgehenden Kritiker müssen wohl gerade zu Tode gelangweilt sein oder unter burned out syndrome leiden - ich finde Deinen Text sehr vielversprechend. Man ist als Leserin (vielleicht liegt das männliche Desinteresse darin begründet, dass die Prota weiblich ist) gespannt darauf zu erfahren, welche menschlichen Verflechtungen sich hier auf dieser einsamen Insel offenbaren und ob die Prota ihren angekündigten Siegeszug auch durchhalten kann oder ob sie sich im Puzzle zwischenmenschlicher Abhängigkeiten um ein Teil vertan hat und deswegen einer Selbsttäuschung unterliegen wird - alles ist offen, die Beschreibungen sind gut, man riecht förmlich das Meer, spürt den Wind auf der Nase...
Angenehm fällt auch auf, keine Rechtschreibfehler, ich glaube: irgendwo fehlte ein Komma. Das Wort "Manifestation" passt ganz gut zur "Traumwelt", besser als "Realisierung"!
Doch, der Anfang ist vielleicht deshalb vielversprechend, weil die Prota so entschlossen auftritt, dass der Leser/die Leserin einen Plan vermutet, ein Intrigenspiel, einen Rachefeldzug vielleicht... |
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Lydia Thies |
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 | Re: ich finde es vielversprechend | Verfasst am: 17.06.2010, 14:18 |
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| Lydia Thies hat Folgendes geschrieben: |
| Meine mir vorausgehenden Kritiker müssen wohl gerade zu Tode gelangweilt sein oder unter burned out syndrome leiden |
Könntest du mal näher erläutern, was meine Kritik am Text mit "zu Tode gelangweilt" oder "Burn Out Syndrom" zu tun haben?
Grüße
Siegfried |
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Siegfried |
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 | | Verfasst am: 17.06.2010, 14:28 |
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Vorab, die Kritik soll helfen und nicht kritisieren! Aber der Text liest sich wie aus einem Uniworkshop für intellektuelles Schreiben! Wobei der Profax sich als verkanntes Philosophiegenie versteht. Ich nehme nur den ersten Abschnitt.
Zitat "Einen stabileren Weg für das Gelingen ihres Plans gab es kaum zu pflastern. Jeder Stein in diesem Mosaikspiel war sorgfältig ausgesucht. Das fertige Bild des kompletten Puzzles sah sie stets vor sich. Seit über sieben Jahren bestand ihre zentrale Aufmerksamkeit darin, jedes benötigte Einzelteil äußerst behutsam auszuwählen und in die passende Prägung zu bringen, damit es sich perfekt in den Schliff der daneben in Position zu setzenden Anteile einbauen ließe. Diese sorgfältig angelegten Verknüpfungen waren der Garant dafür, dass aus diesem Puzzle der zwischenmenschlichen Abhängigkeiten ein festes und zuverlässiges Gefüge entstehen würde. Ein perfektes System, in dessen Zentrum sie vollkommenen Schutz genießen und aus dem jener grenzenlose Handlungsspielraum erwachsen würde, der sie an das Ziel ihrer heimlichen Wünsche führen würde."
1. Satz da fehlt was, ausser für Architekten und Bauleiter Vorschlag Pflaster streichen Ersatzlos und Punkt nach "nicht" anstelle von kaum oder den ganzen Satz umbauen aber ohne Bauleiterattribute.
2. Fertig oder komplett zu viele Adjektive sind schlecht für Texte!
3. Zitat "bestand ihre zentrale Aufmerksamkeit" jo mei...also Du hältst doch kein Seminar vor Berufsleuten oder Politikern, da appelliert man an Dinge wie "zentrale Aufmerksamkeit auf das Wesentliche des Staatsbudgets lenken...oder auf den Mitarbeiternachwuchs etc.etc.
3. in die passende Prägung ...och nö jeder Goldschmied könnte dir sagen Prägungen bringt man an! Also Vorschlag nimm "Form"!
4. Zitat " dass aus diesem Puzzle der zwischenmenschlichen Abhängigkeiten ein festes und zuverlässiges Gefüge entstehen würde." Bleib auf dem Boden, schreib es einfacher sonst ist es schwülstig und schwülstig ist unglaubwürdig!
5. Für den letzten Satz gilt das Selbe. Zu lange zu überfrachtet und damit unglaubwürdig!
Würdest Du so denken? In deinem Kopf wenn es dich betrifft so formulieren? Eben, tut niemand und warum soll dann deine arme Heldin sich so formulieren?
Du fühlst die Heldin nicht! Entwirft zuerst eine Heldin die Du dir als Freundin wünschen würdest oder von mir aus als Feindin! Und dann formuliere die Gedanken dieser Person aber so wie ein durchschnittlich vernünftiger Mensch denkt. Mach keine Kunstsätze, ausser Du willst absoluten Trash schreiben. |
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SandraR |
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 | konstruktive Kritik | Verfasst am: 17.06.2010, 18:02 |
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| Lieber Siegfried, sie ist neu hier, und da wird an Details herumgemeckert, dabei ist doch für sie glaub ich vor allem interessant zu hören, ob die Story den Leser anspricht. Nun, das, was du kritisierst und auch Sandra kritisiert, das scheint mir vor allem eine Geschmacksfrage zu sein, mir gefallen die seltsamen Assoziationen der Prota, ihre ureigene Ausdrucksweise, vielleicht hast du Recht mit dem "kompletten" Puzzle, aber nein, auch da hast du nicht Recht, denn ich habe in meinem Leben leider allzu oft unkomplette Puzzles gesehen, vielleicht lebst du ja in einer perfekten Welt mit lauter kompletten Puzzles, also ich finde gerade die Ausdrucksweise interessant, weil sie mal etwas anderes ist als dies Labern auf unterstem Niveau, was sonst überall zu haben ist, mir gefallen die überraschenden Kombinationen von Worten, die aus ihrem üblichen Kontext gerissen in einem neuen Kontext plötzlich glänzen, und ich denke nicht, dass sich die Autorin nicht mit dem Text identifiziert. In der Korrekturfassung fand ich schon schade, dass die Entwicklung der Geschichte auf das Interesse der Prota nach Geld in Strömen eingeengt wird. In der ersten Fassung war noch offen, ob es ihr ums Geld geht oder um persönliche Rache oder um etwas anderes. Das Interesse nach Geld finde ich langweilig und deshalb würde mich das davon abhalten weiterzulesen, wenn alles nur auf den schnöden Mammon hinauslaufen sollte...Wie wäre es mit einer kleinen Rache am Ex? Da soll doch eine Erinnerung kommen... |
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Lydia Thies |
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 | | Verfasst am: 17.06.2010, 18:15 |
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| "Das Leben ist dazu da das Beste für sich daraus zu machen" - Da fehlt das Komma, erweiterter Infinitiv. |
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Lydia Thies |
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 | | Verfasst am: 17.06.2010, 18:38 |
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Sorry, Lydia aber das Forumsteil hier nennt sich "Lektorat"! Ich gehe also davon aus, wenn jemand einen Text hier rein stellt geht es ihm nicht darum ob jemand den Plot interessant findet, sondern ob er einem Lektorat stand hält.
Ich vermute also, dass Sie genau das möchte ein Kurzlektorat und nicht eine allgemeine Meinung "ist die Story interessant" oder eben nicht. Den Plot kann ich nicht beurteilen, den das wäre dann eine Kurzform der Geschichte und nicht ein Einführungskapitel. Zudem wäre die Frage nach "interessant" oder "nicht interessant" reine Geschmackssache und deswegen außerhalb einer Bewertung zumindest von mir! |
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SandraR |
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 | Re: konstruktive Kritik | Verfasst am: 17.06.2010, 18:40 |
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| Lydia Thies hat Folgendes geschrieben: |
| Lieber Siegfried, sie ist neu hier, und da wird an Details herumgemeckert, dabei ist doch für sie glaub ich vor allem interessant zu hören, ob die Story den Leser anspricht. Nun, das, was du kritisierst und auch Sandra kritisiert, das scheint mir vor allem eine Geschmacksfrage zu sein, mir gefallen die seltsamen Assoziationen der Prota, ihre ureigene Ausdrucksweise, vielleicht hast du Recht mit dem "kompletten" Puzzle, aber nein, auch da hast du nicht Recht, denn ich habe in meinem Leben leider allzu oft unkomplette Puzzles gesehen, vielleicht lebst du ja in einer perfekten Welt mit lauter kompletten Puzzles, also ich finde gerade die Ausdrucksweise interessant, weil sie mal etwas anderes ist als dies Labern auf unterstem Niveau, was sonst überall zu haben ist, mir gefallen die überraschenden Kombinationen von Worten, die aus ihrem üblichen Kontext gerissen in einem neuen Kontext plötzlich glänzen, und ich denke nicht, dass sich die Autorin nicht mit dem Text identifiziert. In der Korrekturfassung fand ich schon schade, dass die Entwicklung der Geschichte auf das Interesse der Prota nach Geld in Strömen eingeengt wird. In der ersten Fassung war noch offen, ob es ihr ums Geld geht oder um persönliche Rache oder um etwas anderes. Das Interesse nach Geld finde ich langweilig und deshalb würde mich das davon abhalten weiterzulesen, wenn alles nur auf den schnöden Mammon hinauslaufen sollte...Wie wäre es mit einer kleinen Rache am Ex? Da soll doch eine Erinnerung kommen... |
Du schreibst da eine ganze Menge zu dem Text und wie der Text bei dir ankommt und was du für die Autorin erhoffst.
Alles schön und gut und zugebilligt und was-weiß-ich-noch-alles ...
aber es ging mir um die Frage, warum ich als Kritiker des Textes von dir als "zu Tode gelangweilt" bzw. als "Burn Out Syndrom" hingestellt werde. Das wollte ich wissen, nicht wie du den Text siehst (das ist jedermanns eigene Sache, so lange man seine Ansicht halbwegs vernünftig begründen kann)
Grüße
Siegfried |
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Siegfried |
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 | | Verfasst am: 17.06.2010, 18:52 |
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Wenn ich so ganz global was zum Text sagen soll, dann das: das Dingens, besonders der Anfang, ist überambitioniert, will zu sehr was "Besonderes" sein und nervt deswegen.
Das heisst aber nicht, dass ich sagen will, Amilo sei an sich untalentiert; überhaupt nicht ... |
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_________________ Mit freundlichen Grüßen – Ihr Dr.Dent. Hieronymus W. Saager, Ambassador der Herzen. |
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chnuppesaager |
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 | | Verfasst am: 17.06.2010, 19:05 |
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| Ich bleibe dabei, ich finde den ersten Abschnitt in der ersten Fassung gut gelungen, die Einwendungen des Lektorats dagegen würden die Kraft des Ausdrucks vermindern. |
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Lydia Thies |
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 | @Siegfried | Verfasst am: 17.06.2010, 19:29 |
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Die Frage der Autorin war, ob der Text als Romananfang geeignet ist. Für mich ist ein Text dann für einen Anfang geeignet, wenn er Spannung erzeugt. Das tut er meiner Meinung nach durch seine prägnant gesetzte Wortwahl. Die Lektoratskritiken würden den Text verwässern und ihm die Kraft rauben.
Wenn dich das mit dem burn out syndrom und dem Gelangweiltsein ärgert, nehme ich es gern zurück. Du bist vermutlich weder zu Tode gelangweilt noch leidest du unter einem burn out syndrom! Vermutlich hast du als allererstes dein Gespür für Semantik aktiviert und die Doppeldeutigkeit des Ausdrucks "Weg gepflastert" entdeckt. Es dürfte eine tatsächliche Straße gemeint sein oder aber auch eine geschickte Metapher für die geheimen Pläne der Prota bedeuten.
Deswegen finde ich diesen Ausdruck gut, weil er mit seiner Doppeldeutigkeit die Phantasie des Lesers/der Leserin anregt, der/die sich fragt, ob tatsächlich ein Weg gepflastert wurde oder was sonst damit gemeint sein könnte. Das Bild der Straße wird ja in dem Text weitergeführt und entpuppt sich als tatsächliche Straße, aber die Doppeldeutigkeit bleibt erhalten, denn die Autorin hat den Leser/die Leserin, jedenfalls mich, schon auf ihre Reise mitgenommen, und ich bin ganz gespannt, wie es weitergeht!
Ich bleibe dabei, ich finde die Ausdrucksweise sehr ansprechend, gar nicht holprig oder anstößig oder unelegant und hoffe, dass sich die Autorin nicht durch die sicher gut gemeinte konstruktive Kritik von der Ausführung ihrer heimlichen Pläne abbringen lassen wird.
liebe Grüße
Lydia |
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Lydia Thies |
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 | Also … vielen Dank für die ersten Feedbacks | Verfasst am: 17.06.2010, 21:37 |
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Ich bin echt bewegt und gespannt, wie es weitergeht » ich will ja den Bogen schaffen, auf den es ankommt.
Erlaubt mir aber noch ein paar Bemerkungen. Ich bin um die Fünfzig und männlich. Dies ist mein erster Roman und ich identifiziere mich zu hundert Prozent damit. Es wird keine Geschichte von einer jungen, reichen Frau, deren Strategien aufgehen - sondern ein weiter Bogen des Aufwachens, letztendlich einer der Courage und Beherztheit, sich der Thematik zu verschreiben, von der wir voll und ganz abhängig sind. Nämlich der Erhaltung unseres Erd-Lebensraums.
Das Thema ist im Grunde also sehr, sehr ernst und ich möchte es durch eine aufbauende wie schicksalshafte Geschichte meiner Figuren erzählen … um dem Leser ein Stück weit die Ängste zu nehmen, die bei dieser Materie automatisch mitschwingen.
Ich freue mich auf die noch kommenden Kritiken und öffne eine wenig mehr meines Textes.
...
"Bis wir die Kirche verlassen, einschließlich der Wahl, vor welchem Altar du getraut werden möchtest, obliegt alles dir. Aber mit dem weiteren Verlauf dieses Tages möchte ich dich überraschen", erklärte ihr Sven drei Monate vor jener Sternstunde, von der Lena wusste, dass sie dieser Schritt für immer in das Reich der Oberen Zehntausend katapultieren würde. Der Tag ihrer Vermählung war ein einziges Feuerwerk der Superlative, die einer Inszenierung aus Hollywoods Traumfabriken das Wasser reichen konnte. Gekürt wurde dabei eine Königin der Jugend. Keinem der etwa zweihundert Gäste war entgangen, dass sich die Braut mit dem Inbegriff weiblicher Schönheit gleichstellen konnte. Den Maßstab dafür, hatten die TV-Medien und die Flut der Modemagazine dieser Welt, auf deren Titelseiten immer neue Models die aktuellen Beauty-Standards repräsentierten, erfolgreich gesetzt.
Sven erschien die ganze Hochzeit wie ein Triumphzug. Seine steile berufliche Karriere erfuhr durch die Vermählung mit Lena jedoch zweifellos erst ihre Vollendung. Den Königsposten des Vorstandsvorsitzenden in einer Privatbank zu bekleiden, war schon eine beachtliche Leistung, doch erst diese, an Makellosigkeit kaum zu übertreffende menschliche Integration, sicherte ihm den Status eines Grandseigneurs - jedenfalls, wenn man es nach den besonderen Regeln jener Gesellschaft bewertete, in der er sich Kraft seiner Geburt zu bewegen hatte. Mit seinen gerade mal zweiundvierzig Jahren entsprach dies sogar einer Bestleistung.
Die Mehrzahl seiner Freunde und Kollegen hatten zwar vermutet, dass Sven eine junge Frau zur Gattin wählen würde, aber ebenso wie mit ihrer atemberaubenden Schönheit und perfekten Eleganz übertrafen auch Lenas jungendliche Vierundzwanzig diese Vermutungen bei weitem. Umso mehr, weil Sven, trotz seiner Maßanzüge von Brioni optisch keine besonders glanzvolle Erscheinung darstellte. Sein fliehendes Kinn, die für seine kleine Kopfform zu groß geratenen Ohren, sowie die Fülle der Sommersprossen, machten ihn nicht gerade zu dem, was die Menschen unter einer Augenweide verstehen.
Schon früh in seiner Kindheit hatte Sven begriffen, dass man ihn wegen seiner körperlichen Auffälligkeiten gerne zu übersehen pflegte. Nachdem die Blicke der meisten Frauen an seiner äußeren Erscheinung abprallten, begann er zu vermuten, dass die erste und ausschlaggebende Stufe der Wertschätzung mit dieser Oberflächlichkeit einher zu gehen schien. Es waren entweder die optische Anmut oder der augenscheinliche Status eines Menschen, ob er von dem anderen Geschlecht als anziehend empfunden wurde. Und wenn beides zutraf war dies der beste Garant für eine dauerhafte Beziehung, wenngleich diese dadurch nur äußerliches Glück erfuhr.
Seine Studienzeit verbrachte Sven ebenfalls als kaum beachteter Außenseiter, über den man sich gern hinter vorgehaltener Hand ein Späßchen erlaubte. Für Sven Anlass genug, seine Strebsamkeit noch zu verstärken und sein Manko in einen Vorteil zu verwandeln, der ihm letztlich glänzende Abschlüsse in Betriebsökonomie und im kaufmännischen Bereich des Bankwesens einbrachte. Während die Schönlinge der Universität von jungen Studentinnen umlagert wurden und ihre Zeit lieber in Cafés oder Parkanlagen verbrachten, hatte er den Kopf frei, um seine ganze Konzentration auf diese Absicht zu richten. Er verließ die Universität mit einer Auszeichnung in der Tasche und einer kräftigen Finanzspritze seiner Eltern, die den bereits ansehnlichen Stand seines Kontos noch ein wenig ansehnlicher machten. Zweifel darüber, ob seine Berufswahl der Familientradition zu folgen hatte, existierten für ihn zu keinem Zeitpunkt. Dafür hatte seine Familie rechtzeitig Sorge getragen, indem sie ihm anschaulich und ausdrücklich klar machten, dass der letztendlich unser Leben entscheidende Antrieb zugleich die Quelle ist, aus deren Kraft sich unsere Welt dreht. Die Ausführungen seines Vaters, alles Zwischenmenschliche stehe in Verbindung mit Geld, waren nicht zu widerlegen. Es konnte also für Sven nichts näher Liegendes geben, als aus diesem Wissen sein Berufs- und Weltbild abzuleiten und seinem Ziel unbeirrt und ohne Abweichungen entgegen zu streben.
Alles, was Sven bislang über die Mysterien der Liebe gehört hatte, war aus seiner Sicht sehr leicht als eine Wunschvorstellung der Romantiker zu entlarven. Er wusste keine nur auf dieser Basis aufgebaute Partnerschaft zu nennen, die nicht doch wieder in sich zusammengefallen war, wie eine von seichter aber stetiger Brandung unterspülte Sandburg. Die Analyse dafür war einfach und wenig überraschend. Allein auf Liebe aufgebaute Paarbeziehungen konnten dem Leben nicht stand halten, weil sie von der eigentlichen Realität des Daseins immer wieder eingeholt wurden. Den Überzeugungen der Romantiker fehlte daher jede Plattform, die ihnen den Aufbau einer stabilen Lebensorientierung ermöglichte. Sven wunderte sich wirklich nicht, dass im Grunde alle Menschen, die er in seinem Leben traf, ebenso zu denken schienen. Zumindest war dies stets die Quintessenz, die er aus ihrem Verhalten folgern konnte. |
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Amilo |
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| Anmeldedatum | 15.06.2010 | | Beiträge | 3 | |
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