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» "Sonnenfeuer" von Sam

Leseprobe von mir

BeitragVerfasst am: 22.09.2009, 17:28
Hallo!
Darf ich euch mit einer Leseprobe belästigen???
Ich weiß schon mal, dass ich einen stylistischen Fehler drin hab, aber den wollt ich erstmal drin lassen, ob es überhaupt auffällt.
Ich bin dankbar über Feedback, damit ich die Fehler vom Anfang nicht bis zum Ende durchziehe.

Es handelt um 3 junge Frauen, die mit 2 Männern in den Urlaub fahren. Soll ein lustiger Frauen-Roman werden.
Kurze Erklärung zur Leseprobe:
Es handelt am Flughafen. Hauptdarstellerin (Luna) kennt die zwei Männer (Surfertyp und Sunnyboy heißen sie bis dahin) noch nicht.

Viel Spaß!


Ich schlendere ein bisschen durch die Duty-free-Läden, aber mir gefällt nichts so recht. Parfum benutze ich keines und auf teure Markensonnen-Brillen stehe ich auch nicht wirklich. Nur Nelly kann sich an den blöden Plüschtieren nicht satt sehen. Eigentlich möchte ich gar nichts kaufen. Doch eine kleine meckernde Ziege bekommt meine kleine Meckerziege dann doch gekauft. Weil’s so gut zu ihr passt… So und jetzt noch schnell einen Wickelraum suchen und dann wieder zu den Mädels gehen.
Warum muss dieser Flughafen nur so verdammt groß sein? Wo ist denn der nächste Wickelraum… “Entschuldigung?”, spreche ich eine Frau in Uniform an. “Wo kann ich denn meine Tochter wickeln?”
Während die Uniform (mit einer schrecklichen Knoblauch-Fahne!) mir den Weg erklärt, entdeckt Nelly das große Panoramafenster, hinter dem die Flugzeuge stehen. Sie geht allein auf Wanderung.
“So Nelly, los geht’s!” Ich möchte nach ihrer Hand greifen. Doch dieses kleine schnelle Mädchen, welches gerade noch neben mir stand, ist auf einmal nicht mehr neben mir. “Nelly?”, rufe ich und sehe sie, wie sie zum Fenster laufen möchte. “Nelly, bleib stehen!” Ich werfe mir den Rucksack über eine Schulter und renne ihr nach. Zum Glück hockt sich gerade ein Mann zu ihr und hält sie auf.
“Mensch, Nelly, du musst doch bei … mir … bleiben…” Das Schimpfen bleibt mir plötzlich im Hals stecken, als ich den Mann sehe, der neben ihr hockt. Okay, Nelly, wenn du dich wieder von so hübschen Kerlen auffangen lasst, dann darfst du wieder mal wegrennen, denke ich. Wäre ich Bella gewesen hätte ich es laut ausgesprochen. Aber ich bin nun mal leider nur ich… Er lacht mich an. “Ist aber ganz schön schnell unterwegs, die Kleine.” Boar das Lächeln ist umwerfend. So dürfte mein Urlaubsflirt sein! Vielleicht mit ein paar kleinen Macken, damit ich ihm nach dem Urlaub nicht nachtrauern muss.
“Ja leider!”
Nein, überhaupt nicht leider! Ist doch toll, dass sie mich zu ihm gebracht hat. Aber Nelly, das nächste mal bitte nicht auf dem Flughafen. Dein Retter fliegt sonst wohin und wir sehen ihn nie wieder. Wie wäre es, wenn du vor dem Krankenhaus jemand findest oder im Supermarkt nebenan?
“Ist ja noch mal gut gegangen.” Er steht auf. “Schöne Ferien wünsch ich euch!” Er lacht noch einmal und geht. Ich knie noch immer neben Nelly auf dem Fußboden. Es kommt mir vor, als würde Nelly ihm genauso sehnsüchtig nachschauen wie ich… “Nun ist er weg… Schade, oder?”
“Dade.” (Schade), antwortet Nelly.
Ich stehe auf und nehme sie auf den Arm. “Und wo war nun der verflixte Wickelraum?”
Ich krame in den Windungen meines Kurzzeitgedächtnisses und mit der Vorstellung an den Geruch einer Knoblauchfahne fällt mit die Wegbeschreibung wieder ein. Mit frischer Windel und noch immer in Gedanken bei dem gerade erlebtem, treffe ich im Kaffee auf Bella und Tati. Sie stehen neben dem Tresen und haben 3 Kaffee in der Hand. Dankbar nehme ich einen entgegen und platze heraus: “Stellt euch mal vor, was mir gerade… passiert… ist…”
Oh nein… Das kann nur mir passieren… Hinter den beiden dreht sich gerade mein Wunsch-Urlaubsflirt und Nelly-Retter um. Ebenfalls einen Kaffee in der Hand. “Äh….” Ich bemühe mich nicht zu stottern und suche krampfhaft nach geeigneten Worten um mich nicht noch mehr zu blamieren. “Nelly ist gerade weggelaufen.”, bekomme ich mit monotoner Stimme gerade so heraus und kann dabei nur Wunsch-Urlaubsflirt-Nelly-Retter ansehen. Ich wünsche mir, unter meinen Füßen würde ein großes Loch auftauchen und ich kann aus dieser peinlichen Situation entfliehen. So wie Alice im Wunderland. Einfach fallen und ganz weich in einer wunderbaren Welt landen, in der ich mich nicht mehr lächerlich machen kann. Aber nein… kein Loch da… Ich muss mich der Lage stellen.
“Wie kann das denn passieren?”, fragt Tati mit großen Augen.
“Ich habe mir eben den Weg zu diesem verflixt-versteckten Wickelraum erklären lassen und schon stand sie nicht mehr neben mir.”
“Und dann?”
“Dann wurde sie von jemand aufgehalten...” Ich reiße meinen Blick von Wunsch-Urlaubsflirt-Nelly-Retter los.
Ich merke, wie mir die Röte in die Wangen kriecht um sich dort lange Zeit festzusetzen. Und heiß wird mir nebenbei auch noch. “Von ihm…” Ich deute auf Nellys Retter. Er und sein Begleiter haben die ganze Zeit unser Gespräch mitgehört. Nein… irgendwie ist hier was komisch… Die beiden stehen nicht da, wie fremde, die lauschen… Sie stehen hier, als würden sie dazu gehören. NEIN! Das sind NICHT Sonnyboy und Surfertyp???!!! WO IST MEIN LOCH??????????????

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Re: Leseprobe von mir

BeitragVerfasst am: 23.09.2009, 08:54
Guten Morgen Annie

Also, allgemein finde ich den Textabschnitt interessant, er verleitet auch zum Weiterlesen, ABER...

Zitat:
Ich schlendere ein bisschen durch die Duty-free-Läden, aber mir gefällt nichts so recht. Parfum benutze ich keines und auf teure Markensonnen-Brillen stehe ich auch nicht wirklich. Nur Nelly kann sich an den blöden Plüschtieren nicht satt sehen. Eigentlich möchte ich gar nichts kaufen.

Hier stört mich vor allem das "bisschen", "nicht wirklich" und "eigentlich". Vielleicht bin ich mit dieser Meinung alleine, aber ich bin eine Freundin von klaren Aussagen. Das ist wie mit tot und schwanger - beides geht nicht nur "ein bisschen", sondern ganz oder gar nicht.

Zitat:
bei dem gerade erlebtem

bei dem gerade Erlebtem

Zitat:
Sie stehen neben dem Tresen und haben 3 Kaffee in der Hand.

Ich finde das es sich besser liest, wenn Zahlen im Text ausgeschrieben sind. Nur als Tipp, ist kein wirklicher Fehler...


Zitat:
“Nelly ist gerade weggelaufen.”, bekomme ich mit

Wenn nach einer wörtlichen Rede ein Komma kommt, setzt man keinen Punkt.


Zitat:
NEIN! Das sind NICHT Sonnyboy und Surfertyp???!!! WO IST MEIN LOCH???????????

Viele Ausrufe- und Fragezeichen behindern im Lesefluss - sieht nicht schön aus.

Dazu muss ich noch sagen, dass mir bei der Situation am Schluss nicht ganz klar ist, was daran peinlich sein soll. Aus meiner Sicht ist es kein Beinbruch, wenn sie den Typ bei ihren Freundinnen sieht. Sie hat ja noch nicht einmal richtig angefangen, von dem heißen Kerl zu erzählen. Da könntest du noch einen Satz/eine Situation einfügen, die das ganze richtig peinlich macht, BEVOR deine Hauptfigur den Kerl entdeckt.

Ansonsten - witzig geschrieben! cheezy grin

Grüße
Maya
 
  Maya 
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Re: Leseprobe von mir

BeitragVerfasst am: 23.09.2009, 10:46
Maya hat Folgendes geschrieben:
Guten Morgen Annie

Also, allgemein finde ich den Textabschnitt interessant, er verleitet auch zum Weiterlesen, ABER...

Zitat:
Ich schlendere ein bisschen durch die Duty-free-Läden, aber mir gefällt nichts so recht. Parfum benutze ich keines und auf teure Markensonnen-Brillen stehe ich auch nicht wirklich. Nur Nelly kann sich an den blöden Plüschtieren nicht satt sehen. Eigentlich möchte ich gar nichts kaufen.

Hier stört mich vor allem das "bisschen", "nicht wirklich" und "eigentlich". Vielleicht bin ich mit dieser Meinung alleine, aber ich bin eine Freundin von klaren Aussagen. Das ist wie mit tot und schwanger - beides geht nicht nur "ein bisschen", sondern ganz oder gar nicht.

Das ist meine eigene Ausdrucksweise, so wie ich selbst rede. Aber du hast wahrscheinlich recht, dass ich mit diesen "sinnlosen" Worten ein bisschen zurückhaltender sein sollte.

Übrigens: meine Frauenärztin hat damals gesagt, dass ich ein bisschen schwanger sei. 9 Monate später kam meine Tochter zur Welt cheezy grin


Zitat:
bei dem gerade erlebtem

bei dem gerade Erlebtem

Ja ja... Die Rechtschreibung. Muss mir auch unbedingt noch anschauen, was man zusammen und was man getrennt schreibt.

Zitat:
Sie stehen neben dem Tresen und haben 3 Kaffee in der Hand.


Ich finde das es sich besser liest, wenn Zahlen im Text ausgeschrieben sind. Nur als Tipp, ist kein wirklicher Fehler...

Ja auf den Fehler bin ich selber schon gestoßen. Leider schleicht er sich immer wieder ein...

Zitat:
“Nelly ist gerade weggelaufen.”, bekomme ich mit

Wenn nach einer wörtlichen Rede ein Komma kommt, setzt man keinen Punkt.

Das verstehe ich nicht. Muss mir wahrscheinlich die Rechtschreiberegeln zur wörtlichen Rede nochmal genau anschauen.


Zitat:
NEIN! Das sind NICHT Sonnyboy und Surfertyp???!!! WO IST MEIN LOCH???????????

Viele Ausrufe- und Fragezeichen behindern im Lesefluss - sieht nicht schön aus.

Stimmt. Die Großbuchstaben drücken schon genug aus.

Dazu muss ich noch sagen, dass mir bei der Situation am Schluss nicht ganz klar ist, was daran peinlich sein soll. Aus meiner Sicht ist es kein Beinbruch, wenn sie den Typ bei ihren Freundinnen sieht. Sie hat ja noch nicht einmal richtig angefangen, von dem heißen Kerl zu erzählen. Da könntest du noch einen Satz/eine Situation einfügen, die das ganze richtig peinlich macht, BEVOR deine Hauptfigur den Kerl entdeckt.

Das lasse ich mir noch durch den Kopf gehen. Du hast damit vollkommen recht. Es würde auch mehr Spannung aufbauen. Aber ob es zur späteren Handlung passt, bin ich mir nicht so sicher.
Der Charakter der Hauptdarstellerin soll auch so sein, dass sie anfangs sehr unsicher ist und ihr alles ganz schnell peinlich ist. Das soll sich im Laufe der Handlung erst ändern.




Danke für die Anmerkungen!

Bin in vielen Dingen noch so unsicher. z.B. ob ich in der Ich-Form bleiben sollte. In den einzelnen Kapiteln sollen Tagebucheinträge kommen. Deswegen habe ich die Ich-Form genommen.
Allerdings habe ich damit das Problem, dass ich ja die Gedanken der anderen Personen nicht ausdrücken kann.
Schwierig...

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Re: Leseprobe von mir

BeitragVerfasst am: 23.09.2009, 11:00
Ich schlendere ein bisschen durch die Duty-free-Läden, aber mir gefällt nichts so recht. Parfum benutze ich keines und auf teure Markensonnen-Brillen stehe ich auch nicht wirklich. Nur Nelly kann sich an den blöden Plüschtieren nicht satt sehen. Eigentlich möchte ich gar nichts kaufen. Doch eine kleine meckernde Ziege staubt meine kleine Meckerziege dann doch noch ab. Weil’s so gut zu ihr passt… So und jetzt noch schnell einen Wickelraum suchen und danach wieder zu den Mädels gehen.
Warum muss dieser Flughafen nur so verdammt groß sein? Wo ist denn der nächste Wickelraum… “Entschuldigung?”, spreche ich eine Frau in Uniform an. “Wo kann ich meine Tochter wickeln?”
Während die Uniform, der eine schreckliche Knoblauchfahne vorauseilt, mir den Weg erklärt, entdeckt Nelly das große Panoramafenster, hinter dem die Flugzeuge stehen. Sie geht allein auf Wanderschaft.
“So Nelly, los geht’s!” Ich möchte nach ihrer Hand greifen. Doch dieses kleine schnelle Mädchen, welches gerade noch neben mir stand, ist auf einmal nicht mehr dort. “Nelly?”, rufe ich und sehe, wie sie zum Fenster laufen möchte. “Nelly, bleib stehen!” Ich werfe mir den Rucksack über eine Schulter und renne ihr nach. Zum Glück beugt sich gerade ein Mann zu ihr hinab und hält sie auf.
“Mensch, Nelly, du musst doch bei … mir … bleiben…” Das Schimpfen bleibt mir plötzlich im Hals stecken, als ich den Mann sehe, der neben ihr hockt. Okay, Nelly, wenn du dich wieder von so hübschen Kerlen auffangen lässt, dann darfst du gerne mal wegrennen, denke ich. Wäre ich Bella gewesen hätte ich es laut ausgesprochen. Aber ich bin nun mal leider nur ich… Er lacht mich an. “Ist aber ganz schön schnell unterwegs, die Kleine.” Wahnsinn, das Lächeln ist umwerfend. So könnte ich mir glatt meinen Urlaubsflirt vorstellen! Vielleicht mit ein paar kleinen Macken, damit ich ihm nach dem Urlaub nicht nachtrauern muss.
“Ja leider, sie ist ein kleiner Wirbelwind”, antworte ich.
Nein, überhaupt nicht leider! Ist doch toll, dass sie mich zu ihm gebracht hat. Aber Nelly, das nächste mal bitte nicht auf dem Flughafen. Dein Retter fliegt sonst wohin und wir sehen ihn nie wieder. Wie wäre es, wenn du vor dem Krankenhaus jemand findest oder im Supermarkt nebenan?
“Ist ja noch mal gut gegangen", bemerkt der Mann, als er sich wieder aufrichtet, “Schöne Ferien wünsch ich euch!” Er lächelt freundlich und geht. Ich knie noch immer neben Nelly auf dem Fußboden. Es kommt mir vor, als würde sie ihm genauso sehnsüchtig nachschauen wie ich… “Nun ist er weg… Schade, oder?”
“Dade”, antwortet Nelly.
Ich stehe auf und nehme meine Tochter auf den Arm. “Und wo war nun der verflixte Wickelraum?”
Ich krame in den Windungen meines Kurzzeitgedächtnisses und mit der Vorstellung eines Knoblauchgeruchs fällt mit die Wegbeschreibung wieder ein. Mit frischer Windel und noch immer in Gedanken bei dem gerade Erlebten, treffe ich im Kaffee auf Bella und Tati. Sie stehen neben dem Tresen und haben 3 Kaffee in der Hand. Dankbar nehme ich einen entgegen und platze heraus: “Stellt euch mal vor, was mir gerade… passiert… ist…”
Oh nein… Das kann nur mir passieren… Hinter den beiden dreht sich in diesen Augenblick mein Wunsch-Urlaubsflirt und Nelly-Retter um. Er hält ebenfalls eine Kaffeetasse in der Hand. “Äh….” Ich bemühe mich nicht zu stottern und suche krampfhaft nach geeigneten Worten um mich nicht noch mehr zu blamieren. “Nelly ist gerade weggelaufen.”, bekomme ich mit monotoner Stimme gerade so heraus und kann dabei nur Wunsch-Urlaubsflirt-Nelly-Retter ansehen. Ich wünsche mir, unter meinen Füßen würde sich ein großes Loch auftun. Dann könnte aus dieser peinlichen Situation entfliehen, so wie Alice im Wunderland. Einfach fallen und ganz weich in einer wunderbaren Welt landen, in der ich mich nicht mehr lächerlich machen kann. Aber nein… kein Loch da… Ich muss mich der Lage stellen.
“Wie kann das denn passieren?”, fragt Tati mit großen Augen.
“Ich habe mir eben den Weg zu diesem verflixt-versteckten Wickelraum erklären lassen und schon stand sie nicht mehr neben mir.”
“Und dann?”
“Dann wurde sie von jemand aufgehalten...” Ich reiße meinen Blick von Wunsch-Urlaubsflirt-Nelly-Retter los.
Ich merke, wie mir die Röte in die Wangen kriecht um sich dort lange Zeit festzusetzen. Und heiß wird mir nebenbei auch noch. “Von ihm…” Ich deute auf Nellys Retter. Er und sein Begleiter haben die ganze Zeit unser Gespräch mitgehört, so scheint es. Nein… irgendwie ist hier was komisch… Die beiden stehen nicht da, wie fremde, die lauschen… Sie stehen hier, als würden sie dazu gehören. NEIN! Das sind NICHT Sonnyboy und Surfertyp???!!! WO IST MEIN LOCH??????????????


Hi,

ich habe ein paar Verbesserungsvorschläge gemacht, so auf die Schnelle. Alles in allem schon eine interessante Episode. Allerdings kommt mir der Verlauf dieser Szene sehr langgezogen vor. Ein Buch in dem Stil, so ausgewalzt durchzuschreiben schluckt Seiten und könnte manchen Leser ungeduldig machen. Ich würde es etwas straffen, allerdings auf die dabei teilweise Schmunzel erregenden Phrasen nicht verzichten. Die passen darein.
Lesen lässt es sich ganz flüssig. Deinen Schreibstil finde ich ansonsten recht angenehm.

Achte auf Wortwiderholungen und darauf, dass Dialoge, immer mit einem Zeilenumbruch begonnen werden sollten, auch im Wechsel zwischen den Dialogpartnern. Schreib weiter, könnte eine lustige Komödie werden.

lofi
 
  LOFI 
Gast 
 
 
   
   

Re: Leseprobe von mir

BeitragVerfasst am: 23.09.2009, 11:20
Hallo, Annie.

Habe mir mal deinen Text vorgenommen. Nur auf den Inhalt bezogen, bis auf zwei Kleinigkeiten. Du solltest ihn auch wieder auf Rechtschreibung und Zeichensetzung überprüfen.
Annie hat Folgendes geschrieben:
Ich schlendere ein bisschen durch die Duty-free-Läden, aber mir gefällt nichts so recht.
Was gefällt dir nicht so recht? Etwas weiter ausbauen wäre gut.
Parfum benutze ich keines und auf teure Markensonnen-Brillen stehe ich auch nicht wirklich. Nur Nelly kann sich an den blöden Plüschtieren nicht satt sehen. Eigentlich möchte ich gar nichts kaufen. Doch eine kleine meckernde Ziege bekommt meine kleine Meckerziege dann doch gekauft.
"Bekommt gekauft" klingt eher unschön, hier würde ich den Satz umformulieren.
Weil’s so gut zu ihr passt… So und jetzt noch schnell einen Wickelraum suchen und dann wieder zu den Mädels gehen.
Warum muss dieser Flughafen nur so verdammt groß sein? Wo ist denn der nächste Wickelraum… “Entschuldigung?”, spreche ich eine Frau in Uniform an. “Wo kann ich denn meine Tochter wickeln?”
Zu viele Wortwiederholungen bzgl. "Wickelraum" oder "wickeln".
Während die Uniform (mit einer schrecklichen Knoblauch-Fahne!) mir den Weg erklärt,
Die Uniformierte.
entdeckt Nelly das große Panoramafenster, hinter dem die Flugzeuge stehen.
Vorschlag: "hinter dem die Flugzeuge gierig ihre Passagiere laden und auf ihre große Tour warten".
Sie geht allein auf Wanderung.
“So Nelly, los geht’s!” Ich möchte nach ihrer Hand greifen. Doch dieses kleine schnelle Mädchen, welches gerade noch neben mir stand, ist auf einmal nicht mehr neben mir.
Unschön formuliert, ich würde den gesamten Satz umformulieren, Vorschlag: "Doch dieses kleine freche Mädchen ist flink. Gerade stand sie noch neben mir, und als ich mich umdrehe ist sie verschwunden."
“Nelly?”, rufe ich und sehe sie, wie sie zum Fenster laufen möchte. “Nelly, bleib stehen!” Ich werfe mir den Rucksack über eine Schulter und renne ihr nach. Zum Glück hockt sich gerade ein Mann zu ihr und hält sie auf.
“Mensch, Nelly, du musst doch bei … mir … bleiben…” Das Schimpfen bleibt mir plötzlich im Hals stecken, als ich den Mann sehe, der neben ihr hockt.
Zu beschreibend, wenig Spannung, Vorschlag: "Die Wörter bleiben mir unweigerlich im Halse stecken. Meine Kehle schnürt sich zusammen, als ich den Mann neben ihr sehe."
Okay, Nelly, wenn du dich wieder von so hübschen Kerlen auffangen lasst, dann darfst du wieder mal wegrennen, denke ich. Wäre ich Bella [gewesen; ist hier fehl am Platz] hätte ich es laut ausgesprochen. Aber ich bin nun mal leider nur ich…
Den letzten Satz würde ich weglassen, er könnte den Leser in eine zu melancholische Richtung lenken.
Er lacht mich an. “Ist aber ganz schön schnell unterwegs, die Kleine.” Boar das Lächeln ist umwerfend. So dürfte mein Urlaubsflirt sein! Vielleicht mit ein paar kleinen Macken, damit ich ihm nach dem Urlaub nicht nachtrauern muss.
“Ja leider!”
Nein, überhaupt nicht leider! Ist doch toll, dass sie mich zu ihm gebracht hat. Aber Nelly, das nächste mal bitte nicht auf dem Flughafen. Dein Retter fliegt sonst wohin und wir sehen ihn nie wieder.
Vorschlag: "Dein Retter hat einen anderen Flug."
Wie wäre es, wenn du vor dem Krankenhaus jemanden findest oder im Supermarkt nebenan?
“Ist ja noch mal gut gegangen.” Er steht auf. “Schöne Ferien wünsch ich euch!” Er lacht noch einmal und geht.
Geht wohin und wie? Hier könntest du etwas mehr Dramatik reinbringen.
Ich knie noch immer neben Nelly auf dem Fußboden. Es kommt mir vor, als würde sie ihm genauso sehnsüchtig nachschauen wie ich… “Nun ist er weg… Schade, oder?”
“Dade.” (Schade), antwortet Nelly.
Ich stehe auf und nehme sie auf den Arm. “Und wo war nun der verflixte Wickelraum?”
Ich krame in den Windungen meines Kurzzeitgedächtnisses und mit der Vorstellung an den Geruch einer Knoblauchfahne fällt mit die Wegbeschreibung wieder ein. Mit frischer Windel und noch immer in Gedanken bei dem gerade erlebtem,
Hier würde ich eine Inversion vorschlagen: "Mit Erinnerungen an die eben erlebte Aktion und frischer Windel ..."
treffe ich im Kaffee auf Bella und Tati. Sie stehen neben dem Tresen und haben 3 Kaffee in der Hand. Dankbar nehme ich einen entgegen und platze heraus: “Stellt euch mal vor, was mir gerade… passiert… ist…”
Oh nein… Das kann nur mir passieren… Hinter den beiden dreht sich gerade mein Wunsch-Urlaubsflirt und Nelly-Retter um. Ebenfalls einen Kaffee in der Hand. “Äh….” Ich bemühe mich nicht zu stottern und suche krampfhaft nach geeigneten Worten um mich nicht noch mehr zu blamieren. “Nelly ist gerade weggelaufen.”, bekomme ich mit monotoner Stimme gerade so heraus und kann dabei nur Wunsch-Urlaubsflirt-Nelly-Retter ansehen. Ich wünsche mir, unter meinen Füßen würde ein großes Loch auftauchen und ich könnte aus dieser peinlichen Situation entfliehen. So wie Alice im Wunderland. Einfach fallen und ganz weich in einer wunderbaren Welt landen, in der ich mich nicht mehr lächerlich machen kann. Aber nein… kein Loch da… Ich muss mich der Lage stellen.
“Wie kann das denn passieren?”, fragt Tati mit großen Augen.
Die Frage klingt etwas zu dramatisch, wenn man die peinliche, aber für den Leser witzige, Situation vorher bedenkt.
“Ich habe mir eben den Weg zu diesem verflixt-versteckten Wickelraum erklären lassen und schon stand sie nicht mehr neben mir.”
“Und dann?”
“Dann wurde sie von jemandem aufgehalten...” Ich reiße meinen Blick von Wunsch-Urlaubsflirt-Nelly-Retter los.
Ich merke, wie mir die Röte in die Wangen kriecht um sich dort lange Zeit festzusetzen. Und heiß wird mir nebenbei auch noch. “Von ihm…” Ich deute auf Nellys Retter. Er und sein Begleiter haben die ganze Zeit unser Gespräch mitgehört. Nein… irgendwie ist hier was komisch… Die beiden stehen nicht da, wie fremde, die lauschen… Sie stehen hier, als würden sie dazu gehören. NEIN! Das sind NICHT Sonnyboy und Surfertyp???!!! WO IST MEIN LOCH??????????????
Die Dramatik solltest du hier zum Schluss inhaltlich setzen und nicht typographisch. Das wirkt sehr unseriös.

Ich hoffe, ich konnte dir ein paar Anregungen geben. thumb up

Herzliche Grüße,
Thorsten
 
  Thorsten Boose 
Gast 
 
 
   
   

BeitragVerfasst am: 23.09.2009, 13:07
Lofi und Thorsten, danke euch beiden für eure Anregungen. Wie einfach doch manche Verbesserungen von euch sind. Könnte mir an die Stirn klatschen, dass ich da nicht selber drauf gekommen bin.

Frage:
Dass Nelly wegrennt, kann die Hauptdarstellerin ja gar nicht sehen. Und da es in Ich-Form geschrieben ist, dürfte ich es also erst erwähnen, wenn sie es bemerkt.
Hab eigentlich darauf gewartet, dass ihr mir das als großen Fehler anrechnet. Was meint, ihr darf ich es so belassen, oder soll ich es ändern?

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Liebe Grüße von Annie
 
  Annie 
 
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BeitragVerfasst am: 23.09.2009, 13:13
Annie hat Folgendes geschrieben:

Frage:
Dass Nelly wegrennt, kann die Hauptdarstellerin ja gar nicht sehen. Und da es in Ich-Form geschrieben ist, dürfte ich es also erst erwähnen, wenn sie es bemerkt.
Hab eigentlich darauf gewartet, dass ihr mir das als großen Fehler anrechnet. Was meint, ihr darf ich es so belassen, oder soll ich es ändern?


Weißt du,

mein Deutschlehrer sagte mir einmal: Man kann dem Leser einiges zumuten, solange es nicht an den Haaren herbei gezogen ist.

Will heißen: Verbesserst du es, ist es prima, vergisst du es, das zu tun, ist es auch kein Beinbruch. Kleine Regiefehler schreibt sogar das leben selbst in all seinen Irrtümern des Alltags.

lofi
 
  LOFI 
Gast 
 
 
   
   

BeitragVerfasst am: 23.09.2009, 13:16
Du meinst diesen Abschnitt hier:
Zitat:
Während die Uniform (mit einer schrecklichen Knoblauch-Fahne!) mir den Weg erklärt, entdeckt Nelly das große Panoramafenster, hinter dem die Flugzeuge stehen. Sie geht allein auf Wanderung.
“So Nelly, los geht’s!” Ich möchte nach ihrer Hand greifen. Doch dieses kleine schnelle Mädchen, welches gerade noch neben mir stand, ist auf einmal nicht mehr neben mir.

Stimmt, da habe ich drumherum verbessert und es glatt übersehen. Hier würde ich die Perspektive anpassen. Aber LOFI hat schon einiges mehr gerade erklärt, wie ich lese. thumb up

Herzliche Grüße,
Thorsten
 
  Thorsten Boose 
Gast 
 
 
   
   

BeitragVerfasst am: 28.09.2009, 13:35
Ich danke euch sehr für die Hilfestellungen!

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