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BeitragVerfasst am: 21.02.2010, 16:05
Nur weil offenbar eine Mehrheit davon ausgeht, dass Zuschussverlage per Definition unseriös seien, wird die Sache damit nicht zutreffend.
Der Einspruch ist unbegründet. weil Wert- und vor allem Unwerturteile nicht schon zum Begriff des Zuschussverlags gehören. Andernfalls, wenn das Unwerturteil schon zum Begriff des Zuschussverlags gehörte, würde man noch nicht einmal sagen können, dass es sich bei einem bestimmten Zuschussverlag um einen seriösen Zuschussverlag handelte.

Von diesem semantischen Problem abgesehen, gibt es auch tatsächlich eine Fülle seriöser Zuschussverlage, vor allem für den universitär-wissenschaftlichen Bereich. Es existieren seriöse Zuschussverlage!

Viele Grüße
Frangsen

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BeitragVerfasst am: 21.02.2010, 16:13
Trotzdem gibt es einen Unterschied zwischen einem Zuschussverlag und einem on-damend-Anbieter. Dem Fragesteller, der diesen Thread eröffnet hatte, ist mirt theoretischen Angaben nicht viel geholfen. Deswegen muss er erlaubt sein, auch unter Äpfeln verschiedene Sorten für verschiedene Zwecke auseinander halten. Es gibt Äpfel, mit denen backt man einen Kuchen (oder Zuschussverlage, die aus irgendeinem Grunde ihre Berechtigung haben) und solche, die kann man so essen (oder on-demand veröffentlichen).

Schließlich haben wissenschaftliche Werke - unabhängig davon, wo sie produziert wurden - eine andere Zielgruppe als Autoren, die on-demand veröffentlichen.

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BeitragVerfasst am: 21.02.2010, 16:46
Die Zielgruppen unterscheiden sich nicht unbedingt. Auch wissenschaftliche Werke werden im Print-on-demand-Verfahren veröffentlicht.
Und zweitens ist Ricochets Unterteilung schon deshalb hilfreich, weil sie es ermöglicht, überhaupt einmal zwischen seriösen und unseriösen Zusschussverlagen zu unterscheiden. Es gibt nicht wenige sehr angesehene Zuschussverlage im wissenschaftlichen Bereich. Und warum sollte man einen Print-on-demand-Verlag nicht als Zuschussverlag bezeichnen dürfen? Sprachlich ist das sowieso möglich. Außerdem wird der Umstand, dass man auf unseriöse Zuschussverlage hereinfallen könnte, ohnehin häufig betont im Forum. Ricochets Unterteilung gibt meines Erachtens einen sinnvollen Überblick.

Viele Grüße
Frangsen

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BeitragVerfasst am: 22.02.2010, 07:44
@Topic: BOD als Druckkostenzuschussverlag?

Einspruch. Ja, BOD verlangt eine monatliche Gebühr, aber nicht für den Druck. Die ISBN gibt es nicht umsonst, und den Eintrag beim VLB auch nicht, diese Gebühren an den Autor weiterzugeben, ist völlig legitim.

Wenn man unbedingt will, ist BOD ein Druckkostenverlag - der Autor zahlt den vollen Betrag für jedes selbst bestellte Buch, und nicht nur einen Zuschuss. Der wichtige Unterschied zum DKZV: es gibt keine Mindestauflage.


@Topic: Wissenschaftliche Veröffentlichung

Ja, für eine Doktorarbeit muss man eine kleine Auflage drucken und abliefern lassen. Wenn ein Verlag mir genau so viele Bücher druckt, wie ich für diesen Zweck brauche, ist das in Ordnung. Allerdings brauche ich dafür kein Lektorat (das macht der Doktorvater schon) und kein tolles Cover.

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BeitragVerfasst am: 22.02.2010, 08:35
Danke Valerie, Du hast es auf den Punkt gebracht.

Bei BoD bezahlt der Autor € 39,00 für die Buchhandelsanbindung und monatlich € 1,99 für die Datenhaltung. Für den Druck bezahlt der Autor insofern nichts, als diese Kosten im Buchpreis (im Handelspreis für den Endverbraucher als auch im EK für Autoren) enthalten sind und für definitiv produzierte Exemplare pro Stück berechnet werden, ergo eine konkrete Gegenleistung enthalten.

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Vier Möglichkeiten

BeitragVerfasst am: 22.02.2010, 09:05
Ich sehe das so:

1. ein "ordentlicher Verlag", der lektoriert und das Buch gestaltet und dabei vom Autor kein Geld verlangt, im Gegenteil. cheezy grin

2. ein finanziell nicht so gut bestückter Verlag, der sich mit den Autor das finanzielle Risiko durch eine Kostenbeteiligung teilt. Confused

3. ein Abzocker-Verlag, dem das Buch egal ist, sondern der NUR auf das Geld des Autors aus ist. blink

4. BoD Betriebe, denen das Buch relativ und der Autor ziemlich egal ist, die das aber offen zugeben und jedem die Möglichkeit geben, ohne großes finanzielles Risiko nach seinen Wünschen einfach alles zu veröffentlichen. Very Happy

Mit 1 ist man fein raus.
Mit 2 ist es riskant, weil man erstmal Geld lässt und vielleicht nicht wieder herausbekommt, wenn es schlecht läuft und weil Nr. 2 auch auch ein Kandidat aus Nr. 3 sein könnte. Deshalb für mich: Finger weg!
Mit 4 ist es im Grunde fair und ein prima Plan B für eine Veröffentlichung, wäre da nicht das große Problem mit den hohen Druckkosten für dicke Bücher. Crying or Very sad
 
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BeitragVerfasst am: 22.02.2010, 12:38
Hallo Doris,

das ist gut aufgelistet. thumb up
Zu den zweiten gehört z.B. der Verlag des früheren Moderators Hakket oder auch Papierfresserchen. Diese Methode kann ich halbwegs akzeptieren, ist so ein Mittelding, sie drucken auch nicht jeden Sch...und. Ich habe allerdings trotzdem Abstand davon genommen und bin froh, bei Verlagen Typ 1. gelandet zu sein. Very Happy

Grüßle,
Judith

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BeitragVerfasst am: 22.02.2010, 12:43
Liebe Valerie,

dass es bei einem "PoD"-Verlag keine Mindestauflage gibt, ist zwar ein Unterschied, der aber ganz allgemein den Unterschied zu den herkömmlichen Verlagen kennzeichnet.
Deine weitere Unterscheidung zwischen einem Druckkostenverlag und einem Druckkostenzuschussverlag ist feinsinnig. Sie rechtfertigt meines Erachtens aber nicht die Kritik an Ricochets Überblick, weil der die maßgeblichen Kriterien hinreichend anspricht.

Auch wissenschaftliche Arbeiten wie Dissertationen (und Habilitationen) werden durchaus nicht bloß vom Doktorvater korrigiert/lektoriert. Der dürfte zumeist auch gar nicht die Zeit dafür haben. Insofern kommt es auf den jeweiligen (Zuschuss)Verlag an. Honorige Verlage, die eben auch Zuschussverlage sind, soweit es um wissenschaftliche Erstveröffentlichungen geht, dürften regelmäßig ein Lektorat voraussetzen (jedenfalls bei geistes-, rechts- und sozialwissenschaftlicher Literatur).

Viele Grüße
Frangsen

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BeitragVerfasst am: 22.02.2010, 12:56
frangsen hat Folgendes geschrieben:
Liebe Valerie,

dass es bei einem "PoD"-Verlag keine Mindestauflage gibt, ist zwar ein Unterschied, der aber ganz allgemein den Unterschied zu den herkömmlichen Verlagen kennzeichnet.
Deine weitere Unterscheidung zwischen einem Druckkostenverlag und einem Druckkostenzuschussverlag ist feinsinnig. Sie rechtfertigt meines Erachtens aber nicht die Kritik an Ricochets Überblick, weil der die maßgeblichen Kriterien hinreichend anspricht.
(...)
Viele Grüße
Frangsen

Lieber Frangsen,
ich möchte mir nicht anmaßen, in einem Beitrag von wenigen Zeilen das Thema komplett und wissenschaftlich wasserdicht abzuschließen. Das schafft m.E. auch Ricochets nützliche Übersicht nicht. Jeder Selbstverleger bezuschusst letztlich seinen Selbstverlag, selbst wenn er sich die ISBN direkt an der Quelle beschafft und sein Buch beim Copyshop um die Ecke druckt - was nützt diese maßgebliche Unterscheidung dem Jungautor, der auf Abzocker hingewiesen werden muss?
Liebe Grüße,
Valerie

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