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» Slushpile - zwar auf Englisch aber lesenswert!

Manuskripte werden nicht angenommen

BeitragVerfasst am: 19.06.2008, 12:25
Hallo Leute,

ich bin etwas frustriert. Zurzeit scheint es nahezu unmöglich zu ein, ein Kinderbuch-Manuskript an den Mann sprich Verlag zu bringen. Bei Hanser, arsEdition und Ravensburger hörte ich, dass sie derzeit keine Manuskripte annehmen/lesen. Da es ohnehin nur ca. 15 - 20 ernstzunehmende Kinder- und Jugendbuchverlage gibt, wird es immer schwieriger für angehende und Möchteger-Kinderbuchautoren. Sad

Wie soll ich so je berühmt werden??? Wink

Grüßle,
Judith

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  Judith 
 
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BeitragVerfasst am: 19.06.2008, 12:39
Hallo Judith,
das betrifft mich genauso:-(. Ich werde mit meinem neuen Manuskript jetzt an der Ausschreibung der Stadt Weinheim teilnehmen (Einsendeschluss ist der 1.7., das kannst du noch schaffen;-)). Der Verlag Beltz & Gelberg hat eine Option auf die Erstveröffentlichung und bietet an, das prämierte Manuskript als Buch herauszubringen. Vielleicht klappt es ja so…die Hoffnung stirbt zuletzt, oder wie war das?

Viele Grüße
Susanne

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BeitragVerfasst am: 19.06.2008, 12:57
Hallo Judith,

erstmal vorab...nicht unterkriegen lassen thumb up

Es liegt auch an der Jahreszeit, dass es im Moment schwierig ist Kinderbuchmanuskripte unterzubringen. Der Herbst ist der wichtigste Veröffentlichungszeitraum wegen dem Weihnachtsgeschäft. Und das diesjährige Herbstprogramm steht schon bei den meisten Verlagen. Insofern sind die momentan erstmal mit der Produktion beschäftigt. Die Sichtung neuer Manuskripte wird wohl erst im Spätstommer/Herbst wieder anfangen.

Generell ist es aber gerade im Kinderbuchbereich besonders schwierig ein Manuskript unterzubringen. Die meisten Autoren beschränken sich auf einen sehr kleinen Kreis von Themen und erzählen letztlich immer die gleichen Geschichten.

M.E. dürften zur Zeit Kinderbücher mit einem 'Anspruch' noch die besten Chancen haben. Kinder kriegen ja heute viel mehr über die Medien mit, was so auf der Welt passiert. Allerdings fehlt es aus meiner Sicht noch ein wenig an Literatur, die Kindern auch versucht nahezubringen was da eigentlich passiert. Kindgerecht...aber nicht verharmlosend.

Also...Kopf nicht hängen lassen und hartnäckig bleiben! Very Happy

beste Grüße
André
 
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BeitragVerfasst am: 19.06.2008, 13:21
Hi,

hinzu kommt, daß jeder Megaerfolg einen Rattenschwanz an Nachahmern nach sich zieht, die die Verlage dann mit Manuskripten derart zuschütten, daß die meisten erst einmal "Stop!" rufen.

Harry Potter dürfte für die nächsten Jahre Kinder- und Jugendbücher, aber auch den Bereich Fantasy dichtgemacht haben, denn neben den Plagiaten gibts auch noch die versierten und bereits an Verlage gebundenen Autoren, die ja nicht aufgehört haben zu schreiben.

Hinzu kommt m.E. daß zwar HP ein Riesenerfolg war (nicht nur bei Kindern und Jugendlichen), das Kinderbuch an sich aber seit Jahren stagniert bzw. rückläufig ist. Den Kids stehen zwischenzeitlich einfach mehr andere Medien zur Verfügung, mit denen sie ihre Zeit verbringen können, als je zuvor.

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Gruß,

Zoba

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BeitragVerfasst am: 19.06.2008, 13:54
Das stimmt so nicht ganz. In einer der letzten Ausgaben des Börsenblatts waren Statistiken zu sehen, die zeigten, dass das Kinder- und Jugenbuchsegment (als eines der wenigen) deutlich in den letzten Quartalen zugenommen hat. Harry Potter, die Tinten-Reihe usw. haben natürlich einen großen Anteil an diesem Auschwung, trotzdem sind Kinderbücher im Moment nicht unbedingt auf dem absteigenden Ast ...
 
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BeitragVerfasst am: 19.06.2008, 14:44
Kein wirklicher Trost, aber: Es wird generell immer schwieriger einen renommierten Verlag zu finden, nicht nur im Jugendbuchbereich, wenn man nicht eine Person von ohnehin bereits hohem Bekanntheitsgrad, enorm jung oder extravagant ist.
Die Illusionen der frühen Autorenjahre vergehen einem extrem schnell, wenn die ersten dreißig eingesendeten "Päckchen" völlig ungelesen zurück kommen. Dann ist es trotz offensichtlich nicht erfolgter Lektüre schwer, nicht an sich zu zweifeln. Eine alte Schriftstellerkrankheit, an der fast alle Kollegen, die ich kenne, leiden.

Sich die kommerziellen Hintergründe klar zu machen und nicht in gekränkte Eitelkeit zu verfallen, ist eine große Herausforderung. Wer von uns stand noch nicht mit Kloß im Hals und Absage in der Hand vorm Briefkasten?! Verlagen geht es im Allgemeinen eben nicht um uns als Person oder um unsere mitunter tiefgründigen Werke, sondern allein um gute Zahlen. Soll heißen: Die Frage lautet nicht, ob das Werk aus künstlerischer Sicht hervorragend ist, sondern ob der Stoff nach Maßgabe statistischer Erhebungen profitabel zu vermarkten wäre.

Seien wir mal ganz ehrlich: Das Autorendasein macht zwar Spaß, wenn es ums Schreiben und Recherchieren geht, aber all das Andere, das Klinkenputzen, Marketing, Formalkram, ist doch reichlich frustrierend...
 
  Leilah 
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BeitragVerfasst am: 19.06.2008, 23:20
Leilah hat Folgendes geschrieben:
Verlagen geht es im Allgemeinen eben nicht um uns als Person oder um unsere mitunter tiefgründigen Werke, sondern allein um gute Zahlen. Soll heißen: Die Frage lautet nicht, ob das Werk aus künstlerischer Sicht hervorragend ist, sondern ob der Stoff nach Maßgabe statistischer Erhebungen profitabel zu vermarkten wäre.


Nun, daran versuche ich mich auch zu orientieren. Zuletzt habe ich z.B. ein Erstlesebuch "nach Vorgabe" geschrieben, also Thematik innerhalb bestimmter Wunschgebiete, Zeichenzahl, Kapitel,... Das ist allerdings erst knapp zwei Monate her, deshalb habe ich noch keine Absage (und auch keine Zusage).

Leilah hat Folgendes geschrieben:
Seien wir mal ganz ehrlich: Das Autorendasein macht zwar Spaß, wenn es ums Schreiben und Recherchieren geht, aber all das Andere, das Klinkenputzen, Marketing, Formalkram, ist doch reichlich frustrierend...


Oh wie wahr!!! blink

André, unterkriegen lasse ich mich nicht. Irgendwann werde ich es schaffen, da bin ich sicher. Und penetrant genug. Wink

Susanne, ich habe leider kein Manuskript für die Altersgruppe. Das ab 9 Jahren liegt bereits bei Beltz & Gelberg (ist noch einer der drei verbleibenden Verlage, von denen ich noch keine Absage habe). Und ein ganzes Buch schaffe ich neben der Arbeit nicht in 11 Tagen. Wink

Grüßle,
Judith

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BeitragVerfasst am: 20.06.2008, 09:50
Der Kinderbuchmarkt ist wirklich mehr als frustrierend. Neulich bekam ich Post von einem Verlag. Seite 1: Wir freuen uns, Ihnen mitteilen zu dürfen, dass wir Interesse haben ... hüpf Seite 2: Kostenaufstellung der Zuzahlung: ... (mehrere Tausend!). Twisted Evil Weder bei der E-Mail-Anfrage bezüglich Manuskripteinreichung, noch auf der HP irgendwelche Hinweise darauf (hätte ich sonst nicht eingesandt). Danke dafür!

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BeitragVerfasst am: 20.06.2008, 10:14
Hallo Judith

Ich hatte genau das gleiche Problem bei meinem ersten Buch. Darum bin ich dann auf BoD gekommen. Beim zweiten Kinderbuch habe ich gar nicht erst einen Verlag angefragt, sondern gleich bei BoD veröffentlicht. Momentan liegt es im Trend, Kinderbücher zu verfilmen. Beste Beispiele dafür sind Die wilden Kerle, Die drei ???, TKKG, Bibi Blocksberg, etc.

Irgendwann gibt es keine Kinderbücher mehr die man verfilmen kann. Und dann braucht es neue Kinderbücher!!!! Razz

Viel Glück weiterhin!

Marco

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BeitragVerfasst am: 20.06.2008, 10:22
Rigolo hat Folgendes geschrieben:


Irgendwann gibt es keine Kinderbücher mehr die man verfilmen kann. Und dann braucht es neue Kinderbücher!!!!


Stimmt, oder die alten Geschichten werden - leider manchmal krampfhaft - neu verfilmt. Wink

Beispiel: mein Sohn mag die original Pippi Langstrumpf Filme sehr. Kein Wunder, tun viele. Dann setzte ich ihm die "Neuesten Streiche von Pippi Langstrumpf vor." Sein Kommentar: "Das ist doch nicht Pippi Langstrumpf; die spielen nur Pippi Langstrumpf". Damit war der Film für ihn erledigt. cheezy grin

LG

Lorenz
 
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BeitragVerfasst am: 20.06.2008, 11:17
Hallo Marco,

mein Kinderbuch für 9 - 11jährige, das bis jetzt von 12 Verlagen abgelehnt wurde (vier stehen noch aus, davon habe ich das Manuskript 1 x gestern und 1 x vor zwei Monaten verschickt, die anderen im Oktober), wäre gut dafür geeignet, verfilmt zu werden. Trotzdem "passt es nicht ins Programm". Sad

Den zweiten Teil meiner Hannah-Geschichten werde ich auch nicht einschicken sondern sofort über BoD verlegen. Im September will ich sie herausbringen, geschrieben sind sie schon.

LOFI hat Folgendes geschrieben:
"Das ist doch nicht Pippi Langstrumpf; die spielen nur Pippi Langstrumpf". Damit war der Film für ihn erledigt. cheezy grin

Laughing thumb up cheezy grin Laughing
Recht hat er!

Grüßle,
Judith

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BeitragVerfasst am: 21.06.2008, 09:01
Die Leiterin der evangelischen Universitätsbibliothek in Bochum, die ich als Testleserin gewinnen konnte und die auch eine Rezi für mich geschrieben hatte, sagte einmal zu mir: Das Auswahlverhalten mancher Verlage ist nicht nachvollziehbar. Ich gehöre ja nun zu den Glücklichen, die eine herkömmliche Auflage nachweisen können, aber ich hatte das mit den Verlagen alles so satt, dass ich bei den nachfolgenden Projekten gar nicht erst bei „richtigen" Verlagen nachgefragt hatte, sondern gleich zu BOD gegangen bin. Siehe auch Daumenschrauben
http://www.autorenpool.info/daumenschrauben-t2035,highlight,daumenschrauben.html

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BeitragVerfasst am: 26.06.2008, 09:01
Ich hab gestern ein Buch verkauft, ich konnte es kaum fassen Laughing Der Buchverkauf ist ja so was in den Keller gegangen, dass ich mir Gedanken gemacht und meinen Verleger angemailt habe. Ich wollte die Frage geklärt haben, warum er nicht die zweite geplante 3.000-der Auflage verlegt hat. Denn bei der ersten gingen von Februar bis Ende Juni 2.058 Exemplare weg. Für mich stellte das ein Erfolg dar und so war es unverständlich, dass er die zweite Auflage nicht nachschob. Auf meine Mail hat er nicht geantwortet, aber plötzlich klingelte das Telefon und er gab mir zu verstehen, dass momentan in Deutschland das Buchgeschäft am Boden liegt und das er es einfach nicht riskieren will, eine weitere Auflage aufzulegen. Zitat: es lässt sich kaum noch was verkaufen... Auch der geplante Start in Amerika konnte bis jetzt noch nicht realisiert werden, soll aber in den nächsten Wochen über die Bühne gehen.
Also, Leute, wenn auch bei euch der Verkauf stagniert, es liegt nicht an euch oder euren Büchern, es liegt an der momentanen Geschäftslage. Kopf hoch, vielleicht wird es mal wieder besser.

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BeitragVerfasst am: 26.06.2008, 15:39
Klingt gut - weil ich nicht alleine bin. Klingt schlecht - weil wir alle (auch längerfristig) Bücher verkaufen wollen.

Grüßle,
Judith

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BeitragVerfasst am: 26.06.2008, 16:01
Zitat:
Also, Leute, wenn auch bei euch der Verkauf stagniert, es liegt nicht an euch oder euren Büchern, es liegt an der momentanen Geschäftslage. Kopf hoch, vielleicht wird es mal wieder besser.
Das Wissen um die momentane Geschäftslage hält einen zumindest vom Grübeln über mögliche, eigene Unzulänglichkeiten oder Unmöglichkeiten ab dozey

Liebe Grüße
Amalia - die gerade festgestellt hat, dass sie tatsächlich ein Buch über BoD verkauft hat cheezy grin

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